01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12

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Offline Kathrin

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01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12
« am: 07. Februar 2017, 08:48:08 »
Hier bitte nur für den o.g. Abschnitt posten
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Offline Kathrin

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Re: 01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12
« Antwort #1 am: 09. Februar 2017, 08:25:54 »
Hallo zusammen,

nachdem ich gestern schon mit Un Lon Dun angefangen habe, kann ich auch jetzt schon anfangen zu posten, denn den ersten Abschnitt hab ich schon durch.

Das Buch liest sich weg wie nix, das liegt auch an den sehr appetitlich kurzen Kapiteln. Da kann man immer nochmal schnell eins lesen und noch eins und noch eins, das ist bei Kapiteln mit 40 Seiten schon schwerer. Das Buch beginnt aber auf jeden Fall sehr spannend. Dieser Qualm im Prolog, der den Wissenschaftler bedroht, hat mich ganz kurz an Londons Efeu denken lassen, nur dass der Qualm hier wohl eher böse ist. Zumindest wirkte er ziemlich bedrohlich. Und dann die späteren Andeutungen über Zannas Gegner, den Smog, da denke ich mal, dass dieser Qualm wohl der Smog war. Nur wer ist der Wissenschaftler? Nun ja, ich denke, das wird sich irgendwann auflösen.

Zanna ist also eine Auserwählte, eine Schwasie bzw. Choisi, nur wie kommt es, dass sie das ist? Ist das erblich, sind ihre Eltern auch Schwasis? Würde jetzt spontan eher sagen nein, zumindest hätten sie Zanna dann in keiner Weise auf diese "Ehre" vorbereitet. Finde die Vorstellung, dass die Tiere ihr so ehrfurchtsvoll begegnen, sehr spannend. Und schön, dass es ausgerechnet ein Fuchs war, den wir da als erstes bei beobachten durften. Irgendwie brauche ich bei so einen alternativen London-Welt einen Fuchs. Mal schauen, ob der noch mal auftaucht. Besonders lustig finde ich ja, dass Katzen die einzigen Tiere sind, die sich einen Dreck um Zanna zu scheren scheinen. Klar, die sind ja auch zu sehr damit beschäftigt cool auszusehen...ich hätte jetzt ja gesagt, die haben einfach keine Zeit sich mit anderen Dingen als sich selbst abzugeben  :-)

Ich mag die Ideen des Autors. Die Donut-Sonne,  den Schneider, der aus Buchseiten Kleidung näht, dann der Milchkarton, der irgendwie wie ein Schoßhündchen oder sonst ein Haustier wirkt. Überhaupt hat der Autor eine komplett neue Welt mit seinem Unlondon entworfen. Das erinnert in keiner Weise an London. Auch die ganzen Begriffe, die er so gebraucht, z.B. die Namen für die anderen Visavis-Städte (N'est-Paris-Pas, oder Sans Franscisco) Ich mag das!

Hemi, den Geist, den Obaday nicht mag, finde ich bislang sehr spannend. Für mich machte der keinen bösen Eindruck. Im Gegenteil, bei der Aktion mit der Monsterfliege/ Zyklopbrummers, hatte ich das Gefühl, als wolle er helfen. Bin gespannt, wann der wieder auftauchen wird.

Bislang genieße ich das Kennenlernen von Unlondon, wobei die Fragen immer mehr werden und weder Obaday noch der Schaffner des Busses besonders viel erklären...eigentlich eher gar nichts erklären. Müssen wir wohl auf die Prophezeier warten  :->

Ich freue mich jedenfalls auf's Weiterlesen und bin gespannt auf Eure Eindrücke :knuddel:

LG
Kathrin
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Offline Marmotte

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Re: 01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12
« Antwort #2 am: 10. Februar 2017, 07:11:40 »
Hallo zusammen,

mir geht’s wie Kathrin, das Buch liest sich weg wie nix.
Und bislang finde ich es klasse. Das sind tolle Ideen, die unglaubliches Kopfkino ergeben, wenn man diese Umdreh - Gehirnakrobatik erstmal hinbekommen hat.

Zitat
...nur dass der Qualm hier wohl eher böse ist. Zumindest wirkte er ziemlich bedrohlich.

Ich fand den Moment, wo Zannas Vater ihre Schulfreundin wegen des Rauchs angefahren hat, wirklich erschreckend. Ich gehe mal davon aus, dass er eigentlich seine eigene Tochter treffen sollte, wie perfide ist das?

Zitat
Zanna ist also eine Auserwählte, eine Schwasie bzw. Choisi, nur wie kommt es, dass sie das ist?

Ich glaube auch nicht, dass das erblich ist, denn aufgrund der Reaktionen der Menschen/Wesen in Un Lun Dun scheint das nichts zu sein, was regelmäßig vorkommt, sondern etwas ganz besonderes. Mal sehen, was die Propheseer dazu sagen. Das finde ich ein ausgesprochen hübsches Wort, was in der Übersetzung, wie ich aus Kathrins Post sehe, nicht ganz so perfekt funktioniert. Da sind noch eine Reihe Begriffe mehr, die sehr hübsche Wortspiele ergeben, von denen ich denke, dass sie in der Übersetzung verloren gehen.

Zitat
Besonders lustig finde ich ja, dass Katzen die einzigen Tiere sind, die sich einen Dreck um Zanna zu scheren scheinen. Klar, die sind ja auch zu sehr damit beschäftigt cool auszusehen...ich hätte jetzt ja gesagt, die haben einfach keine Zeit sich mit anderen Dingen als sich selbst abzugeben  :-)

Nicht unpassend  :->
Und ja, das mit den Tieren fand ich auch eine schöne Idee. Aber was ich mich dann frage: Offensichtlich war Zanna dann noch nicht immer die Shwazzy, oder? Denn sonst wäre das ja schon immer so gewesen. Ist das also vielleicht eine sehr neue Prophezeiung?

Zitat
Ich mag die Ideen des Autors. Die Donut-Sonne,  den Schneider, der aus Buchseiten Kleidung näht, dann der Milchkarton, der irgendwie wie ein Schoßhündchen oder sonst ein Haustier wirkt.

Geht mir genauso. Wie heißt der Milchkarton bei Euch? Be mir hat Deeba ihn "Curdle" genannt  :-)
Ich finde das aber interessant, dass Curdle sich Deeba angeschlossen hat, und nicht Zanna. Denn für die anderen ist Deeba ja bisher eigentlich eher nur ein Anhängsel.

Zitat
Auch die ganzen Begriffe, die er so gebraucht, z.B. die Namen für die anderen Visavis-Städte (N'est-Paris-Pas, oder Sans Franscisco) Ich mag das!

Ich auch, ich finde das klasse. Sans Francisco heißt hier genauso, sonst ist das: Parisn't, No York, Helsunki, Lost Angeles, Hong Gone und Romeless.

Zitat
Im Gegenteil, bei der Aktion mit der Monsterfliege/ Zyklopbrummers ...

Tststs, da hat man wohl schon ein bisschen über den Abschnitt hinausgelesen ...  :zwinker: ... die taucht erst in Kapitel 13 auf ...  :->

Zitat
wobei die Fragen immer mehr werden und weder Obaday noch der Schaffner des Busses besonders viel erklären...eigentlich eher gar nichts erklären.

Wobei ich es auch komisch finde, dass Zanna nicht einfach mal sagt: "Stop, alle mal! Ich hab keine Ahnung, wo ich hier bin, warum ich hier bin, was ich bin und was das alles soll." Okay, sie sind beide völlig verwirrt, und das Ergebnis wäre vermutlich eh das Gleiche gewesen: "Die Propheseer werden es erklären", aber trotzdem ...

Habt Ihr eigentlich auch die netten Illustrationen im Buch?

LG, Marmotte


Offline Kathrin

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Re: 01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12
« Antwort #3 am: 10. Februar 2017, 09:56:03 »
Hallo zusammen,

Und bislang finde ich es klasse. Das sind tolle Ideen, die unglaubliches Kopfkino ergeben, wenn man diese Umdreh - Gehirnakrobatik erstmal hinbekommen hat.
Als Gehirnakrobatik empfinde ich es gar nicht, aber das Kopfkino funktioniert bei mir auch sehr gut. Sind in Deiner Ausgabe auch Zeichnungen/ Illustrationen drin? Ah, habe gerade am Ende Deines Postings gesehen, dass Du die auch hast. Ich mag das hier bislang sehr, wobei mir auffällt, dass ich immer häufiger auf Bücher mit Illustrationen treffen. Erst Neverwhere, dann Askir, jetzt hier...aber in den allermeisten Fällen mag ich das. Wobei nichts die tollen Bilder von "Die Insel der vergessenen Kinder" toppen kann. Sooooooooooo schön!

Ich glaube auch nicht, dass das erblich ist, denn aufgrund der Reaktionen der Menschen/Wesen in Un Lun Dun scheint das nichts zu sein, was regelmäßig vorkommt, sondern etwas ganz besonderes. Mal sehen, was die Propheseer dazu sagen. Das finde ich ein ausgesprochen hübsches Wort, was in der Übersetzung, wie ich aus Kathrins Post sehe, nicht ganz so perfekt funktioniert. Da sind noch eine Reihe Begriffe mehr, die sehr hübsche Wortspiele ergeben, von denen ich denke, dass sie in der Übersetzung verloren gehen.
Ich habe auch schon darüber nachgedacht, wie sich das Buch wohl im Englischen liest. Da ich das Buch auf einem Wühltisch für Mängelexemplare gefunden hatte, hat sich allerdings erstmal gar nich die Frage gestellt, ob ich Englisch oder Deutsch lese. Ich weiß auch nicht, ob es mir nicht auf Englisch zu anstrengend wäre, ob ich wirklich immer alle Wortspiele so verstanden hätte. Ich kann mir zwar schon vorstellen, dass da etwas verloren geht, ober auch nicht perfekt übersetzt ist, aber ich habe das Gefühl, dass ich doch einiges versucht hätte nachzuschlagen an englischen Begriffen. Wahrscheinlich wäre es perfekt für mich, wenn ich es auf Englisch lesen würde, aber die deutsche Fassung zum nachlesen hätte, wenn ich irgendwo nicht klar komme.

Geht mir genauso. Wie heißt der Milchkarton bei Euch? Be mir hat Deeba ihn "Curdle" genannt  :-)
Ich finde das aber interessant, dass Curdle sich Deeba angeschlossen hat, und nicht Zanna. Denn für die anderen ist Deeba ja bisher eigentlich eher nur ein Anhängsel.
Curdle heißt bei uns Krissel (krisselige Milch), und da muss ich sagen, dass mir Curdle eindeutig besser gefällt. Aber das wäre auch schon das erste Beispiel für meine Probleme mit der Wortspielerei gewesen. Ich hätte zwar sofort vermutet, dass "curd/ curdle" ein echter englischer Begriff ist, aber er ist nicht in meinem Wortschatz, sprich, den hätte ich erst nachschlagen müssen. Und wenn mir das zu viel ist, die Nachschlagerei, dann hätte es mich wohl auch mit der Zeit nerven können.
Zu der Tatsache, dass sich Curdle Deeba angeschlossen hat, habe ich inzwischen meine ganz eigene Theorie, aber da kann ich hier noch nichts zu sagen, weil das erst im nächsten Abschnitt passt.

Ich auch, ich finde das klasse. Sans Francisco heißt hier genauso, sonst ist das: Parisn't, No York, Helsunki, Lost Angeles, Hong Gone und Romeless.
Unterschiede gibt es da bei Hongkaum (Hong Gone finde ich da schöner) und bei Noneroma (da gefällt mir Noneroma besser, klingt italienische, wobei Romeless auch schon was hat.)

Tststs, da hat man wohl schon ein bisschen über den Abschnitt hinausgelesen ...  :zwinker: ... die taucht erst in Kapitel 13 auf ...  :->
Oh hups, da hab ich echt nicht aufgepasst.

Wobei ich es auch komisch finde, dass Zanna nicht einfach mal sagt: "Stop, alle mal! Ich hab keine Ahnung, wo ich hier bin, warum ich hier bin, was ich bin und was das alles soll." Okay, sie sind beide völlig verwirrt, und das Ergebnis wäre vermutlich eh das Gleiche gewesen: "Die Propheseer werden es erklären", aber trotzdem ...
Ja, ich glaube auch, dass ich da etwas aufmüpfiger gewesen wäre und auf mehr Informationen gepocht hätte.

LG
Kathrin
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Offline Marmotte

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Re: 01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12
« Antwort #4 am: 11. Februar 2017, 15:48:41 »
Hallo Kathrin,

Zitat
Als Gehirnakrobatik empfinde ich es gar nicht, aber das Kopfkino funktioniert bei mir auch sehr gut.

Ich hatte anfangs irgendwie eigentlich immer erstmal "normale" Bilder im Kopf, also, die in ein "normales" London passen würden, und die musste ich dann irgendwie erstmal umdrehen, in diesem Fall wohl "un-drehen"  :->
Aber inzwischen geht das sehr gut, meine Fantasie hat sich wohl angepasst.

Zitat
Ich weiß auch nicht, ob es mir nicht auf Englisch zu anstrengend wäre, ob ich wirklich immer alle Wortspiele so verstanden hätte.

Ich finde es jetzt in dieser Hinsicht nicht wirklich anstrengend. All die Ideen wegzusortieren, klar, das erfordert etwas Konzentration, aber das muss man ja in der übersetzten Variante auch.

Zitat
Curdle heißt bei uns Krissel (krisselige Milch), und da muss ich sagen, dass mir Curdle eindeutig besser gefällt. Aber das wäre auch schon das erste Beispiel für meine Probleme mit der Wortspielerei gewesen. Ich hätte zwar sofort vermutet, dass "curd/ curdle" ein echter englischer Begriff ist, aber er ist nicht in meinem Wortschatz, sprich, den hätte ich erst nachschlagen müssen.

Ich hab zwar "curdle" in meinem englischen Wortschatz, aber "krisselig" nicht in meinem deutschen ... jedenfalls nicht im Zusammenhang mit Milch. Sagt man das so?
Für mich ist das sowas wie "grobkörnig" ... oder ein "krisseliges" Bild, wie wenn früher der Fernseher hinüber war und man "Ameisenkrieg" drauf hatte.

Zitat
Unterschiede gibt es da bei Hongkaum (Hong Gone finde ich da schöner) und bei Noneroma (da gefällt mir Noneroma besser, klingt italienische, wobei Romeless auch schon was hat.)

Noneroma finde ich auch super, da höre ich richtig meine italienischen Kollegen ...   :-)

LG, Marmotte

Offline mowala

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Re: 01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12
« Antwort #5 am: 13. Februar 2017, 06:24:19 »
Ich habe etwas später angefangen, melde mich aber auch mal kurz zu Wort. Ich finde auch, dass Kopfkino startet recht schnell. Mieville hat eine unglaubliche Fähigkeit Abstuses lebendig werden zu lassen,
In den kleinen herrenlosen Milchkarton - Krissel- habe ich mich gleich verliebt.
Die Vorstellung eines anhänglichen, kuscheligem Milchkarton ist einfach allerliebst, naja sieht man mal vom Geruch ab :->
Das Leben ist zu kurz für später

Offline Kathrin

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Re: 01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12
« Antwort #6 am: 13. Februar 2017, 08:10:09 »
Ich hatte anfangs irgendwie eigentlich immer erstmal "normale" Bilder im Kopf, also, die in ein "normales" London passen würden, und die musste ich dann irgendwie erstmal umdrehen, in diesem Fall wohl "un-drehen"  :->
:-) der war super!!!

Ich hab zwar "curdle" in meinem englischen Wortschatz, aber "krisselig" nicht in meinem deutschen ... jedenfalls nicht im Zusammenhang mit Milch. Sagt man das so?
Für mich ist das sowas wie "grobkörnig" ... oder ein "krisseliges" Bild, wie wenn früher der Fernseher hinüber war und man "Ameisenkrieg" drauf hatte.
Da sprichst Du was an, was ich mir schon die ganze Zeit über denke bei dem Buch. Ich weiß nicht recht, ob ich die Übersetzung immer so gelungen finde. Ich finde es klingt oft ein "Slang" durch, der nicht der meine ist, wo ich das Gefühl habe, dass die Übersetzerin auf Worte zurückgegriffen hat, die es in der Gegend gibt, aus der sie kommt. "Krisselig" kannte ich in dem Zusammenhang tatsächlich. Aber ich hatte sonst schon ein paar Mal das Gefühl, dass ich teilweise andere Begriffe genommen hätte. Auf der anderen Seite dürfte es auch nicht so einfach sein, eine vernünftige Übersetzung des Buches hinzukriegen. Ich hätte "curdle" in dem Zusammenhang als allererste mal als "geronnene" Milch übersetzt. Aber mach mal aus "geronnen" einen schönen Namen, der irgendwie auch ein bissl goldig klingen soll, schließlich ist der Milchkarton ja schon fast so was wie ein HAustier für Deeba. Wortwörtliche Übersetzung funktioniert da nicht wirklich immer.

In den kleinen herrenlosen Milchkarton - Krissel- habe ich mich gleich verliebt.
Die Vorstellung eines anhänglichen, kuscheligem Milchkarton ist einfach allerliebst, naja sieht man mal vom Geruch ab :->
Da bevorzuge ich dann doch meine vierbeinigen schnurrenden "Nulpen" auch wenn deren Kacki mitunter auch ganz schön stinken kann :umfall:

LG
Kathrin
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Offline Inge78

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Re: 01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12
« Antwort #7 am: 13. Februar 2017, 09:57:28 »
Hallo zusammen

Ich sehe, ihr seid schon fleißig am Posten

Auch wenn das Buch sich wirklich super rutschig liest fehlt mir gerade etwas Lesezeit und ich hinke hinterher ... aber egal, ich genieße das Buch auf jeden Fall sehr

Und anscheinend gefallen euch die Ideen und die Schreibweise auch so gut wie mir

Eigentlich hatte der Mievielle mich schon bei der Danksagung, also ich meine, er Walter Moers  :held:  und Gaiman für seine Beiträge zu Londons Phantasmagorie"

Ich liebe Mievielles Wortspiele , wobei ich glaube ich auch Probleme hätte das Buch in englischen zu lesen, ich lese schon so einige Worte zweimal und grübele über den tieferen Sinn
zB "Der Abfallhaufen schlurfraschelpatschte davon" ... das ist so gut beschrieben, ich sehe und höre und rieche diesen Haufen
Und dann dieses Die Häuser sind quasileer bzw quasisicher  ... ich liebe die Wortschöpfungen , zB auch Aerobanditen, Tiefhimmelsfischer , alles so eindeutig klar was gemeint ist aber trotzdem so neu dass ich einige Wörter zweimal lesen muss
Und wie ihr schon erwähnt habt, die Städtenamen sind auch toll


Zitat
Dieser Qualm im Prolog, der den Wissenschaftler bedroht, hat mich ganz kurz an Londons Efeu denken lassen, nur dass der Qualm hier wohl eher böse ist. Zumindest wirkte er ziemlich bedrohlich. Und dann die späteren Andeutungen über Zannas Gegner, den Smog, da denke ich mal, dass dieser Qualm wohl der Smog war. Nur wer ist der Wissenschaftler? Nun ja, ich denke, das wird sich irgendwann auflösen.

Ja, davon gehe ich auch aus dass das der Ess Emm Oh Ge ist
(oh Mann, das habe ich tatsächlich kurz nicht verstanden  :rotwerd: )


Zitat
Irgendwie brauche ich bei so einen alternativen London-Welt einen Fuchs

Ich auch  :schmusen:

Zitat
Besonders lustig finde ich ja, dass Katzen die einzigen Tiere sind, die sich einen Dreck um Zanna zu scheren scheinen. Klar, die sind ja auch zu sehr damit beschäftigt cool auszusehen...ich hätte jetzt ja gesagt, die haben einfach keine Zeit sich mit anderen Dingen als sich selbst abzugeben  :-)

Ich dachte schon ihr Katzenliebhaber steigt aus als Mievielle die Katzen als "Nulpen" bezeichnet  :-)


Zitat
Hemi, den Geist, den Obaday nicht mag, finde ich bislang sehr spannend. Für mich machte der keinen bösen Eindruck

Für mich auch nicht, ich hatte ihn auch spontan bei den "Guten" einsortiert
Ich hoffe es kommt noch mehr von ihm

Zitat
Ich mag die Ideen des Autors. Die Donut-Sonne,  den Schneider, der aus Buchseiten Kleidung näht, dann der Milchkarton, der irgendwie wie ein Schoßhündchen oder sonst ein Haustier wirkt. Überhaupt hat der Autor eine komplett neue Welt mit seinem Unlondon entworfen. Das erinnert in keiner Weise an London. Auch die ganzen Begriffe, die er so gebraucht, z.B. die Namen für die anderen Visavis-Städte (N'est-Paris-Pas, oder Sans Franscisco) Ich mag das!

Ich mag das auch total auch wenn Einiges wirklich sehr abgedreht ist (zB die Busse mit den Eidechsen-Füßen) ...
Mievielle trifft auch genau meinen Humor, es ist so ein richtiges Wohlfühlbuch
Und ich muss mich wirklich zwingen, mir Notizen zu machen, sonst lese ich das einfach so weg
Und ich könnte ständig irgendwas aufschreiben, so großartig finde ich alles  :schmacht:

Zitat
Zanna ist also eine Auserwählte, eine Schwasie bzw. Choisi, nur wie kommt es, dass sie das ist? Ist das erblich, sind ihre Eltern auch Schwasis? Würde jetzt spontan eher sagen nein, zumindest hätten sie Zanna dann in keiner Weise auf diese "Ehre" vorbereitet.
Zitat
Ich glaube auch nicht, dass das erblich ist, denn aufgrund der Reaktionen der Menschen/Wesen in Un Lun Dun scheint das nichts zu sein, was regelmäßig vorkommt, sondern etwas ganz besonderes

Ich denke auch nicht dass das ein Titel ist der "weitergeben" wird
Wobei ich tatsächlich auch überlege ob Zaana die Auserwählte ist oder doch Deeba
Oder Beide  :kopfkratz:

Zitat
Geht mir genauso. Wie heißt der Milchkarton bei Euch? Be mir hat Deeba ihn "Curdle" genannt  :-)
Ich finde das aber interessant, dass Curdle sich Deeba angeschlossen hat, und nicht Zanna. Denn für die anderen ist Deeba ja bisher eigentlich eher nur ein Anhängsel.

Ich mag "Krissel" total gerne
Für mich war auch sofort klar was damit gemeint war
Und ich schaue meine Milchkartons im Kühlschrank jetzt schon immer mit anderen Augen an und warte bis sie sich endlich zu erkennen geben und ich sie knuddeln kann  :-)

Die Illustrationen finde ich auch grandios, zumal sie wirklich nur den Text unterstreichen für mich und mir nicht mein Kopfkino zerschießen indem zuviel gezeigt wird




« Letzte Änderung: 13. Februar 2017, 10:21:23 von Inge78 »
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Offline Kathrin

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Re: 01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12
« Antwort #8 am: 13. Februar 2017, 15:50:48 »
Ich liebe Mievielles Wortspiele , wobei ich glaube ich auch Probleme hätte das Buch in englischen zu lesen, ich lese schon so einige Worte zweimal und grübele über den tieferen Sinn
zB "Der Abfallhaufen schlurfraschelpatschte davon" ... das ist so gut beschrieben, ich sehe und höre und rieche diesen Haufen
Und dann dieses Die Häuser sind quasileer bzw quasisicher  ... ich liebe die Wortschöpfungen , zB auch Aerobanditen, Tiefhimmelsfischer , alles so eindeutig klar was gemeint ist aber trotzdem so neu dass ich einige Wörter zweimal lesen muss
Genau meine Meinung was das englische Original angeht.  :knuddel:

Ich dachte schon ihr Katzenliebhaber steigt aus als Mievielle die Katzen als "Nulpen" bezeichnet  :-)
:-) neee, Nulpi ist jetzt Donnis neuer Spitzname.

Wobei ich tatsächlich auch überlege ob Zaana die Auserwählte ist oder doch Deeba
Oder Beide
Dazu haben wir im nächsten Abschnitt mehr geschrieben.

LG
Kathrin
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Offline Marmotte

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Re: 01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12
« Antwort #9 am: 13. Februar 2017, 15:52:38 »
Hallo zusammen,

Zitat
Da sprichst Du was an, was ich mir schon die ganze Zeit über denke bei dem Buch. Ich weiß nicht recht, ob ich die Übersetzung immer so gelungen finde. ... Wortwörtliche Übersetzung funktioniert da nicht wirklich immer.

Das stimmt natürlich, und gerade in diesem Fall, mit den vielen eigenen Wortschöpfungen Miévilles ist das doppelt schwer. Ich kann natürlich zur Übersetzung nicht sagen, denke aber auch, dass man dann hier als Übersetzer wohl besser auch eigene Worte kreiert, die dem Original sinngemäß nahe kommen, als dass man auf etwas zurückgreift, was nicht jeder kennt.
In dem Zusammhang kann man natürlich dann auch leicht über das Ziel hinausschießen. Denn ich hab eben nach Inges "Der Abfallhaufen schlurfraschelpatschte davon" gesucht, was in der Tat sehr lautmalerisch ist, wo allerdings im Original tatsächlich nur "scrambled to get away" steht. Also, falls ich die richtige Stelle habe ...

Zitat
Mievielle trifft auch genau meinen Humor

Ja,meinen auch  :fivel:

Und okay, ja, ich lese viel auf Englisch, aber ich habe nicht das Gefühl, dass das Buch schwieriger zu lesen wäre als andere.

Liebe Grüße,
Marmotte

Offline Kathrin

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Re: 01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12
« Antwort #10 am: 13. Februar 2017, 16:48:49 »
Das stimmt natürlich, und gerade in diesem Fall, mit den vielen eigenen Wortschöpfungen Miévilles ist das doppelt schwer. Ich kann natürlich zur Übersetzung nicht sagen, denke aber auch, dass man dann hier als Übersetzer wohl besser auch eigene Worte kreiert, die dem Original sinngemäß nahe kommen, als dass man auf etwas zurückgreift, was nicht jeder kennt.
In dem Zusammhang kann man natürlich dann auch leicht über das Ziel hinausschießen. Denn ich hab eben nach Inges "Der Abfallhaufen schlurfraschelpatschte davon" gesucht, was in der Tat sehr lautmalerisch ist, wo allerdings im Original tatsächlich nur "scrambled to get away" steht. Also, falls ich die richtige Stelle habe ...
Je länger ich drüber nachdenke, desto mehr bin ich am überlegen, ob ich mir das Buch nicht auch noch auf Englisch zulegen sollte und irgendwie parallel (deutsch/englisch) lese. Von "scrambled to get away" wäre ich im Leben nicht auf "schlurfraschelpatschte" gekommen. Das hätte ich auch versucht anders zu lösen. Ich bin ja gelernte Übersetzerin (Hauptsprache Französisch) auch wenn ich den Beruf nie ausgeübt habe, aber so etwas hätte ich nie daraus gemacht :rotwerd: :umfall:
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Offline Inge78

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Re: 01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12
« Antwort #11 am: 13. Februar 2017, 17:05:02 »
Oh, Du bist gelernte Übersetzerin
Das wusste ich gar nicht
Wieso hast Du nie in dem beruf gearbeitet?
Wolltest Du Bücher übersetzen? Das stelle ich mir ja echt schwierig vor

Und ich habe tatsächlich auch darüber nachgedacht mir das Buch auf englisch zu gönnen  :dong:
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Offline Kathrin

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Re: 01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12
« Antwort #12 am: 14. Februar 2017, 11:15:11 »
Oh, Du bist gelernte Übersetzerin
Das wusste ich gar nicht
Wieso hast Du nie in dem beruf gearbeitet?
Wolltest Du Bücher übersetzen? Das stelle ich mir ja echt schwierig vor
Ja genau, das war damals mein Wunschtraum. Als freie Übersetzerin arbeiten und Bücher übersetzen oder bei Wetten dass die Simultan-Übersetzungen machen und so was in der Art. Naja, ich war damals der Meinung, das einzige, was ich kann, sind Sprachen. Letztlich war ich zu dem Zeitpunkt wohl doch noch arg naiv  :-> Denn inzwischen bin ich der Meinung, dass man eine Fremdsprache wohl dann erst richtig gut kann, wenn man in dem Land lebt oder gelebt hat. Und dafür war ich nie lange genug in Frankreich oder wo auch immer. Und selbst dann musst Du Dir in dem Job erstmal einen gewissen Namen machen. Meine beste Freundin aus Schulzeiten hat jahrelang mit ihre Familie in Italien gelebt.Sie hat zwar mal einen kleinen Reiseführer oder so was übersetzt, aber das war eher die Ausnahme. Letztlich brauchst du einen Job, in dem Sprachen benötigt werden, und wenn Du dann auch mal was größeres übersetzen darfst, dann kannst Du Dich glücklich schätzen. So seh ich zumindest die Sache. Von meinen Leuten lebt keiner als "reiner" Übersetzer und Dolmetscher.

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Offline Inge78

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Re: 01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12
« Antwort #13 am: 14. Februar 2017, 15:13:49 »
Hmm, schade wenn so ein Traum dann nicht klappt
Aber leider muss man manchmal realistisch sein

Hätte ich aber extrem cool gefunden eine Buch Übersetzerin zu kennen
 :bang:
Bin aber trotzdem froh dich auch als Nicht-Übersetzerin zu kennen  :schmusen:
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Offline Kathrin

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Re: 01: China Miéville: Un Lon Dun – Anfang bis Kap 12
« Antwort #14 am: 14. Februar 2017, 15:21:48 »
Bin aber trotzdem froh dich auch als Nicht-Übersetzerin zu kennen  :schmusen:
Buh, Glück gehabt  :-> :knuddel:
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