Franziska Wulf: Verschwörung in Florenz

  • 2 Antworten
  • 2111 Aufrufe

Offline Kathrin

  • Globaler Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4984
Franziska Wulf: Verschwörung in Florenz
« am: 12. Juni 2007, 13:24:25 »
   Verlag: Droemer/Knaur
ISBN: 3426626926
Seiten: 463
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,95

[isbn]3426626926[/isbn]


Kurzbeschreibung:
Als die Journalistin Anne eines Tages den Auftrag erhält, nach Florenz zu fahren, um über ein mittelalterliches Spektakel zu berichten, ahnt sie nicht, dass diese Reise ihr Leben verändern wird. Auf einem vornehmen Kostümfest wird ihr ein geheimnisvoller Trank angeboten, der sie in einen tiefen Schlaf versetzt. Als sie wieder erwacht, befindet sie sich im Florenz des 15. Jahrhunderts. Bald verliebt sie sich in Giuliano, den jüngeren Bruder von Lorenzo di Medici, und erwartet ein Kind von ihm. Doch das Leben der berühmtesten Familie von Florenz ist bedroht, und auch Anne schwebt in höchster Gefahr ...

Meine Meinung:
Vom Schreibstil und der Grundidee der Zeitreise-Theorie dann doch recht schnell gefesselt hat. Der Einstieg in das Buch, in die Welt der Medici (Florenz 16. Jahrhundert) fiel mir sehr leicht. Der Schreibstil der Autorin ist locker-flockig zu lesen, wenn auch nichts Außergewöhnliches. Die Autorin hält diesen Stil auch weitestgehend das ganze Buch über durch, so dass sich die Geschichte wie einen Film  vor mir abgespielt hat. Da ich mir bei Leserunden eigentlich immer sich zwischendurch ergebende offene Fragen notiere, war ich anfangs noch ziemlich glücklich damit, dass Franziska Wulf meine Fragen zunächst einmal alle aufgeklärt hat. Es fällt auch auf, dass auf den ca. 450 Seiten ziemlich viel passiert und man als Leser fast keine Zeit zum durchschnaufen hat. Dummerweise überzeugen mich grad die wenigen Durchschnauf-Stellen überhaupt nicht, auch wenn das widersprüchlich klingt. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Autorin zum Beispiel in Cosimos Betrachtung der Festgäste ein wenig verliert, zu ausschweifend ist und Mühe hat ein Ende dabei zu finden. Da hätte die Autorin kürzen können. An anderen Stellen hingegen, vor allem im letzten Drittel, ist vieles zu kurz gekommen oder gar nicht erzählt worden. Viele Fragen sind offen geblieben, man hat die Handlungsweisen der einzelnen Figuren nicht mehr nachvollziehen können und das hinterlässt bei mir dann doch einen schalen Nachgeschmack bei mir. Es wird ziemlich deutlich gemacht, dass es sich um den ersten Teil einer Trilogie handelt, und es hat den Anschein, dass die Fragen ungeklärt bleiben, damit der Leser auch ja die anderen Teile auch liest. Und ich finde das nicht gut, andere Autoren schaffen es doch auch mehrbändige Serien zu schreiben, wo der einzelne Teil erstmal in sich abgeschlossen ist und trotzdem Raum für Fortsetzungen bietet.

Auch in anderen Punkten musste ich für mich leider feststellen, dass das Buch am Anfang noch überzeugen kann und dann später abdriftet. So konnte mich die Autorin zu Beginn noch mehrmals überraschen, mit der Zeit wurde die Geschichte jedoch vorhersehbar, unter anderem auch durch eine extreme Schwarz-Weiß-Malerei bei den Figuren.

Die Figuren sind leider eh der negative Knackpunkt des Buches für mich, da mich die beiden Hauptfiguren Anne (die Zeitreisende) und ihr Geliebter aus dem Hause der Medici des 16. Jahrhunderts leider überhaupt nicht überzeugen. Ich krieg weder zu ihr noch zu ihm eine Verbindung. Die zwei sind mir völlig gleichgültig! Da kommt überhaupt keine Nähe auf: er ist Mr. Perfekt und Everybody's Darling und dadurch ziemlich langweilig, und sie agiert teilweise wirklich so dämlich, dass man schreien könnte. Hinzu kommt, dass ich ihre Liebesgeschichte nicht wirklich nachvollziehbar finde. Ich gehöre bestimmt nicht zu den LiRo-Lesern und brauch auch kein Rumgesülze, aber ich hätte die Entwicklung der Liebe schon gerne miterlebt: nach zwei Wochen reinem Gentleman-Dasein, fällt sie durch einen plötzlichen Halt der Kutsche auf ihn, sie küssen sich und schon ist er ihr „Liebster“…nein, nicht gut!

Lediglich ein Verwandter von Annes Geliebten und dessen Diener kamen bei mir an, aber Cosimo ist ja auch das schwarze Schaf der Familie und wird innerhalb von wenigen Sätzen als böse, schlecht, abstoßend, verrucht, gottlos, von Dämonen besessen, arrogant, sarkastisch, eingebildet, exzentrisch und launenhafter Geck beschrieben. Er ist mir in seinen Handlungen und seiner Art nicht immer sympathisch, aber er ist wenigstens spannender als der Langweiler an Annes Seite.

Bzgl. der Zeitreise ist vorab erstmal zu sagen, dass mir Zeitreisen insofern immer sehr viel Spaß machen, weil sich da so herrlich spekulieren lässt. Leider ist mir Zeitreise-Theorie nicht schlüssig dargestellt, gerade in diesem Punkt blieben viele Sachen ungeklärt und ich möchte mich eigentlich nicht aus reiner Neugier zu den Fortsetzungen „zwingen“ lassen, nur weil die Autorin hier nicht Aufklärung geleistet hat. So umwerfend, dass ich jetzt für Teil 2 und 3 alles stehen und liegen lasse, war die Geschichte dann auch nicht. Schade auch, dass die Autorin nur ein zweisätzige Nachwort bietet, da hätte ich doch wirklich gerne mehr Infos, als "die Geschichte ist erfunden, ein Teil der Figuren auch".

Bewertung:
Alles in allem vergebe ich eine 3+, so positiv allerdings hauptsächlich durch die Tatsache, dass sich das Buch schnell lesen lässt und eine nette Unterhaltung bietet, aber ausgereift ist die Geschichte für mich einfach nicht.


lg
kathrin
« Letzte Änderung: 12. Juni 2007, 21:25:49 von Kathrin »
Rock the Night!

Offline Lannie

  • Kaminkehrer
  • Hero Member
  • *
  • Beiträge: 1186
    • The Viewfinder
Re: Franziska Wulf: Wir sind das Salz von Florenz
« Antwort #1 am: 12. Juni 2007, 13:37:50 »
Süße, ich glaub Dein Titel stimmt nicht.  :-B

LG
Lannie
Liebe Grüße
Lannie aka Cait

The Viewfinder

Offline Kathrin

  • Globaler Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4984
Re: Franziska Wulf: Verschwörung in Florenz
« Antwort #2 am: 12. Juni 2007, 21:26:31 »
Danke Lannie, jetzt war ich kurz davor "Verwirrung in Florenz" zu schreiben  :-)

lg
kathrin
Rock the Night!