Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16

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Offline Kathrin

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Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16
« am: 13. Mai 2020, 08:50:11 »
Hier nur zum genannten Abschnitt schreiben
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Offline Esmeralda

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Re: Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16
« Antwort #1 am: 14. Mai 2020, 08:31:30 »
Ich kann nicht anders ... das Buch zieht mich in seinen Bann und *schwupps* ist auch schon dieser Abschnitt beendet.

Ich finde es so klasse, dass immer wieder neue - teilweise - urige, skurille Charaktere ... "Originale" ... auf der Bildfläche erscheinen, die die Geschichte noch mehr "rund" macht.
Ich habe mich königlich über Dirk zum Felde amüsiert, der dem Fotografen dieses Hochglanzmagazins einfach einen Arschtritt verpasst hat.  :wieher:
Womit wir dann auch bei der nächsten Person in dieser Geschcihte sind, die ich nicht ausstehen kann: Burkhard Weißwerth. Ein von sich zu überzeugter Stadtmensch, der meint, dass er die Weisheit mit Löffeln gefressen hat und sich furchtbar aufspielt.  :rollen:

Es gab auch in diesesem Abschnitt wieder zahlreiche Passagen, in denen ich mich schier (!) ausschütten wollte vor Lachen.
(Hehe ... "schier" ... da muss ich gerade grinsen ... wobei das ja in meinem Kontext nicht "Ordnung" bedeutet ... dennoch witzig.  :->)
z.B. wenn sich Dirk zum felde als "Bauern-Bimbo" bezeichent; oder als die Rehwurst hergestellt wurde und Burkhard schlecht wurde - Veras trockener Kommentar "Kreisloop oder Vegetarier"; oder der Satz als dem Kanninchen Willy Heu vorgesetzt wurde, welches diese nicht anrühren wollte: "Das Kanninnchen verzog sich wieder in die Käfigecke und gab sich dem Kulturschock hin."  :wieher:

Und solche Sätze gibt es Dutzende. Ich liebe Dörte Hansens Sprache. Man spürt förmlich, dass sie großen Spaß beim Schreiben gehabt haben muss.
Aber auch die feinen und leisen Töne beherrscht sie. Ich habe z.B. bei der Szene um Karls Tod und alles was sich vorher und nachher abgespielt hat, Gänsehaut gehabt - oder die Briefe, die Hildegard Jacobi ihrer Tochter Vera geschrieben hat ... *puh!*  :heul:

Ich bin sooo froh, dass ich dieses Buch zur Hand genommen habe; wenn sich jetzt nichts Gravierendes ändert, hat es große Chancen mein Lesehighlight 2020 zu werden.
« Letzte Änderung: 14. Mai 2020, 08:33:25 von Esmeralda »
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Offline Inge78

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Re: Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16
« Antwort #2 am: 14. Mai 2020, 12:14:45 »
Ich bin ähnlich begeistert wie Du, Sandra

Ein tolles Buch, eine wahnsinnig gute Sprache, unglaublich gut gezeichnete Charaktere, eine dichte Atmosphäre , witzig und rutschig geschrieben

Ich empfinde es wohl manchmal etwas unübersichtlich mit den vielen Charakteren und den vielen Perspektiven. In einige Kapitel muss ich mich erst reinlesen

Ich habe auch total viel markiert, Karls Tod, Hildegars Tod und das "nicht wir" der Schwestern, die Ökobauern, über die ich auch so viel geschmunzelt habe.
Und die Bilder, die Dörte Hansen malt, einfach genial. Ich sehe diese Höfe vor mir, die Bauern, den Schlag Mensch. Und cih fühle mich sehr verwurzelt in dieser bäuerlichen Gemeinde, bin selbst auf einem Hof groß geworden, mit Schlachtung und fast Eigenversorgung, ich arbeite bei Raiffeisen. Das passt so gut, ich fühle mich hier wohl im Alten Land.

Wen ich immer mehr mag, ist Hinni, auch wenn wir immer mehr davon erfahren, wie Andere ihn sehen, besonders auch seine Söhne. Aber wie er sich zu Vera setzt, bei Karls Beerdigung, damit hat er mein Herz.
Ob Anne glücklich werden kann, dort auf dem Hof? Ich kann es nicht einschätzen. Aber es ist schön zu lesen, dass dem Hof wieder Liebe entgegengebracht wird. Es ist so traurig, dass Vera sich dort anscheinend nicht zu Hause fühlt, immer noch wie ein Eindringling. So eine traurige Frau.

Ich freue mich, wieder in das Alte Land eintauchen zu dürfen und weiß schon jetzt, meine Pause wird zu kurz sein
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Offline Inge78

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Re: Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16
« Antwort #3 am: 14. Mai 2020, 12:17:41 »
Als ich gerade das Buch zur Hand nehme, sehe ich noch mal die Überschrift des letzte Kapitels.
"Treieis"
Was für eine wunderbare Beschreibung für Flüchtlinge wie Hildegard. Wie kurz, aber intensiv, über ihre Flucht und das zurückgelassene Baby gesprochen wurde, puh, hart. Und Marlenes Trauer, ihre Wut auf ihre Mutter, die Erkenntnis, dass sie zu ihrer Tochter ähnlich kalt ist. Das ist so intensiv auch wenn da die Sprache eher trocken war.
Unglaublich gut
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Offline Kathrin

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Re: Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16
« Antwort #4 am: 15. Mai 2020, 17:30:11 »
So, da bin ich. Ich habe noch gut 40 Seiten und dann ist das Buch ausgelesen  :heul:
Ich werde mir relativ schnell, spätestens wenn ich Urlaub habe, "Mittagsstunde" von DH kaufen, damit ich es habe, wenn ich der Meinung bin, dass ich unbedingt was aus ihrer Feder lesen muss. Schade, dass es nicht noch mehr Bücher von ihr gibt, oder habe ich mich verguckt und sie schreibt ggf. auch unter einen anderen Namen?

Ich kann Eure Begeisterung so gut nachvollziehen. Mir geht es ja nicht anders. Nie, nie, nie, nie, nie habe ich damit gerechnet, dass das Buch zu meinen absoluten Highlights wird. Tolle Überraschung!!!

Womit wir dann auch bei der nächsten Person in dieser Geschcihte sind, die ich nicht ausstehen kann: Burkhard Weißwerth. Ein von sich zu überzeugter Stadtmensch, der meint, dass er die Weisheit mit Löffeln gefressen hat und sich furchtbar aufspielt.  :rollen:
Ich mag ihn auch nicht, aber ich lach mich über die Stellen mit ihm teilweise echt schlapp, gerade weil er das Klischee so schön bedient, was er eigentlich immer so niedermacht mit seiner neuen Zeitschrift, die er plant... wobei mir das vor allem im dritten Abschnitt eingefallen ist ... glaube ich, werde ich gleich sehen, wenn ich meine Post-its durchgehe.

z.B. wenn sich Dirk zum felde als "Bauern-Bimbo" bezeichent; oder als die Rehwurst hergestellt wurde und Burkhard schlecht wurde - Veras trockener Kommentar "Kreisloop oder Vegetarier";
Vera ist eh grandios! Ich feiere sie total. Als es Anne schlecht wird angesichts des zerlegten Wild und dessen Geruch, wie sie da in alle Seelenruhe den Obstler rausholt, anschließend der betrunkenen Anne auf dem Sofa eine Flasche Wasser, ein Alka-Seltzer und einen leeren Eimer hinstellt und dann mit dem Reh ebenso in aller Ruhe weitermacht. Mit Anne hab ich übrigens ganz schön mitgelitten, als sie mit dem Obstler-Kater aufwacht. Ich weiß genau wie sich das anfühlt, nur dass bei mir da gar nix hilft...aber schlau werde ich da auch nicht draus :dong:

Und was hab ich über Dr. Martin Burger gelacht, den Arzt aus den Groschenromanen für Karl...und ich habe mich so ertappt gefühlt, denn ich liebe ja das Vorbild, Dr. Martin Gruber, den "Bergdoktor" aus dem ZDF :schmacht:

Und ich liebe übrigens auch Britta, die Frau von Dirk zum Felde. "Gimme five" oder die "Nicht-Ordnung" bei ihnen zu Hause! Ich feiere das so was von! Das ist einfach echt!

oder der Satz als dem Kanninchen Willy Heu vorgesetzt wurde, welches diese nicht anrühren wollte: "Das Kanninnchen verzog sich wieder in die Käfigecke und gab sich dem Kulturschock hin."  :wieher:
Noch viel lustiger fand ich, dass Willy ein Weibchen mit Nestbautrieb ist :wieher:

Aber auch die feinen und leisen Töne beherrscht sie. Ich habe z.B. bei der Szene um Karls Tod und alles was sich vorher und nachher abgespielt hat, Gänsehaut gehabt - oder die Briefe, die Hildegard Jacobi ihrer Tochter Vera geschrieben hat ... *puh!*  :heul:
Das ging mir ganz genauso. Ich habe da stellenweise 5 Postits pro Seite im Buch kleben. Beide Szenen waren unglaublich stark. Und so sehr ich Veras Mutter Hildegard auch NICHT mag, so hab ich irgendwie ein klitzekleine bisschen Verständnis für sie bekommen. Genauso wie jeder Mensch Trauer anders für sich verarbeitet, hat wohl auch die Kriegsgeneration das Erlittene für sich anders verarbeitet. Vielleicht wäre sie nicht so kalt geworden zu Vera, wenn sie innerlich auf der Flucht aus Preußen nicht erfroren wäre. Hinzu kommt, dass ich felsenfest davon überzeugt bin, dass nicht jede Frau zum "Muttertier" geboren ist, wenn ich versteht was ich meine. In der heutigen Zeit würde man vielleicht sagen, dass man dann keine Kinder in die Welt setzen sollte, wenn man so tickt, aber damals? Vielleicht war sie sich der Tatsache auch nicht bewusst oder sie ist wirklich erst so kalt geworden. Dass Marlene diesen Fehler wiederholt bei Anne wiederholt, verwundert mich nicht wirklich. Sie hat es ja so vorgelebt bekommen.

So, ich muss jetzt erstmal Speedy (und Luna und Snooky) füttern, sonst hab ich keine Ruhe beim Schreiben. ich melde mich nochmal zu dem was Inge geschrieben hat und guck auch, ob mir sonst noch was einfällt, worüber ich noch was loswerden will.

LG
Kathrin
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Offline Kathrin

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Re: Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16
« Antwort #5 am: 15. Mai 2020, 18:58:18 »
Und die Bilder, die Dörte Hansen malt, einfach genial. Ich sehe diese Höfe vor mir, die Bauern, den Schlag Mensch. Und cih fühle mich sehr verwurzelt in dieser bäuerlichen Gemeinde, bin selbst auf einem Hof groß geworden, mit Schlachtung und fast Eigenversorgung, ich arbeite bei Raiffeisen. Das passt so gut, ich fühle mich hier wohl im Alten Land.
Mir geht es ganz genau so und bei Raiffeisen habe ich auch sofort an Dich gedacht.

Wen ich immer mehr mag, ist Hinni, auch wenn wir immer mehr davon erfahren, wie Andere ihn sehen, besonders auch seine Söhne. Aber wie er sich zu Vera setzt, bei Karls Beerdigung, damit hat er mein Herz.
Schon, wie er ihr geholfen hat, Karls ins Bett zu legen, nachdem er gestorben war und ja, dann bei der Beerdigung. Hinni ist ein so großartiger Charakter. So ein fester unverrückbarer Mensch, so wichtig für Vera und doch auch einer, der zweifelt und verzweifelt. Nach dem Tod und der Beerdigung seiner Frau, als er denkt "Die Engel können abschwirren" (das war im ersten Abschnitt) oder hier jetzt erwähnt wird, dass er das Vater unser nicht mehr betet, weil er "Dein Wille geschehe" ja selbst erlebt hat. Ich glaube aber auch, dass er das nicht nur für Vera gemacht hat, sondern auch für Karl, denn der war der einzige, der zu ihm ans Grab kam, als er seine Frau beerdigt hat und hat den Regenschirm über Hinni gehalten.

Ob Anne glücklich werden kann, dort auf dem Hof? Ich kann es nicht einschätzen. Aber es ist schön zu lesen, dass dem Hof wieder Liebe entgegengebracht wird. Es ist so traurig, dass Vera sich dort anscheinend nicht zu Hause fühlt, immer noch wie ein Eindringling. So eine traurige Frau.
Ja, da bin ich auch am zweifeln.

Als ich gerade das Buch zur Hand nehme, sehe ich noch mal die Überschrift des letzte Kapitels.
"Treieis"
Was für eine wunderbare Beschreibung für Flüchtlinge wie Hildegard. Wie kurz, aber intensiv, über ihre Flucht und das zurückgelassene Baby gesprochen wurde, puh, hart. Und Marlenes Trauer, ihre Wut auf ihre Mutter, die Erkenntnis, dass sie zu ihrer Tochter ähnlich kalt ist. Das ist so intensiv auch wenn da die Sprache eher trocken war.
Unglaublich gut
Ich finde die Kapitelüberschriften generell so toll! Kapitel 5 "Stummfilm" oder Kapitel 6 "Luftmaschen"
Ach, was ein tolles, tolles Buch!!!
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Offline leseschnecke

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Re: Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16
« Antwort #6 am: 17. Mai 2020, 14:32:14 »
Das Buch hat mich so gepackt, dass ich es in einem Rutsch ausgelesen habe.
Die Rückblende auf die Flucht hat mich sehr berührt. Ich sehe das wie Kathrin: wer weiß schon, was so eine furchtbare Zeit mit einem anstellt. Ich kann mir vorstellen, dass man dann auch innerlich erstarrt. So wie viele Soldaten, wenn sie aus dem Krieg zurück kehren.
Die Sprache ist wirklich grandios. Ich kann richtig in den wunderbaren Sätzen schwelgen.
Hinni ist großartig!
Der Weißwerth ist schön widerlich  :->
Alles in allem ist mir einiges aber zu überzogen, zu schwarz-weiß. Ich verstehe, was damit ausgedrückt werden soll, aber oft ist es mir zu krass.
 
Zitat
.Und ich liebe übrigens auch Britta, die Frau von Dirk zum Felde. "Gimme five" oder die "Nicht-Ordnung" bei ihnen zu Hause! Ich feiere das so was von! Das ist einfach echt!
Das sehe ich zum Beispiel anders: Britta ist klasse. Aber nur, weil es unordentlich ist, heißt es nicht, dass jemand auch warm- und großherzig ist. Ich kenne einige Ökohaushalte, die genauso aussehen, wie bei Britta beschrieben und diese Familien sind total engstirnig und anstrengend. Erlaubt und akzeptiert wird nur die eigene Lebensweise. Die oft so beschworene Liberalität, "leben und leben lassen" hört an der eigenen Haustür auf.
Auf der anderen Seite habe ich Freunde, die Self-made Millionäre sind. Sie haben jetzt eine Villa in Düsseldorf bezogen. Sie gehören zu den großzügigsten und wohlwollensten Menschen, die ich kenne.
Diese Gegensätze habe ich beim Lesen vor Augen gehabt und kann nicht so ganz in den Tenor einstimmen.

Offline Inge78

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Re: Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16
« Antwort #7 am: 18. Mai 2020, 07:45:58 »
Zitat
Ich finde die Kapitelüberschriften generell so toll! Kapitel 5 "Stummfilm" oder Kapitel 6 "Luftmaschen"

Ja, die finde ich auch großartig


Zitat
Alles in allem ist mir einiges aber zu überzogen, zu schwarz-weiß. Ich verstehe, was damit ausgedrückt werden soll, aber oft ist es mir zu krass.

Ich weiß, was Du meinst
Ich mag das aber hier im Buch und empfinde es gar nicht so sehr schwarz-Weiß. Ja, teilweise überzogen, aber um eben auch den "Finger auf die Wunde zu legen", um zu zeigen, wie widersinnig einige Dinge sind

Zitat
Das Buch hat mich so gepackt, dass ich es in einem Rutsch ausgelesen habe.

Nicht, dass mich das überrascht  :-)
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Offline Kathrin

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Re: Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16
« Antwort #8 am: 18. Mai 2020, 08:18:40 »
Das sehe ich zum Beispiel anders: Britta ist klasse. Aber nur, weil es unordentlich ist, heißt es nicht, dass jemand auch warm- und großherzig ist. Ich  ... Auf der anderen Seite habe ich Freunde, die Self-made Millionäre sind. Sie haben jetzt eine Villa in Düsseldorf bezogen. Sie gehören zu den großzügigsten und wohlwollensten Menschen, die ich kenne. ...

Ich glaube, da hast Du mich missverstanden. ich feiere Britta und die Unordnung, weil ich mir kein aufgeräumtes, geschiegeltes Haus mit 4 Kindern vorstellen kann, bei dem Du kein Staubkörnchen im Regal oder Kinderspielzeug auf dem Fußboden siehst. Das ist ein normaler kinderreicher Haushalt und wenn du da unangemeldet (oder auch angemeldet) klingelst, dann musst Du damit rechnen, dass es mit vier Kindern nicht immer aufgeräumt ist. Von Warm- oder Großherzigkeit hatte ich meine ich gar nicht gesprochen.

LG
Kathrin
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Offline Esmeralda

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Re: Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16
« Antwort #9 am: 18. Mai 2020, 08:25:05 »
Ich werde mir relativ schnell, spätestens wenn ich Urlaub habe, "Mittagsstunde" von DH kaufen, damit ich es habe, wenn ich der Meinung bin, dass ich unbedingt was aus ihrer Feder lesen muss. Schade, dass es nicht noch mehr Bücher von ihr gibt, oder habe ich mich verguckt und sie schreibt ggf. auch unter einen anderen Namen?
:-)
Auf den Gedanken bin ich auch schon gekommen und gestern habe ich mir das E-book gegönnt. Wann ich es lesen werde, weiß ich allerdings noch nicht.
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Offline Inge78

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Re: Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16
« Antwort #10 am: 18. Mai 2020, 08:43:53 »
Ich werde mir relativ schnell, spätestens wenn ich Urlaub habe, "Mittagsstunde" von DH kaufen, damit ich es habe, wenn ich der Meinung bin, dass ich unbedingt was aus ihrer Feder lesen muss. Schade, dass es nicht noch mehr Bücher von ihr gibt, oder habe ich mich verguckt und sie schreibt ggf. auch unter einen anderen Namen?
:-)
Auf den Gedanken bin ich auch schon gekommen und gestern habe ich mir das E-book gegönnt. Wann ich es lesen werde, weiß ich allerdings noch nicht.

Berichtet mal, ob es genauso gut ist
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Offline SilkeS.

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Re: Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16
« Antwort #11 am: 31. Mai 2020, 17:25:59 »
Ich finde es so klasse, dass immer wieder neue - teilweise - urige, skurille Charaktere ... "Originale" ... auf der Bildfläche erscheinen, die die Geschichte noch mehr "rund" macht.
Mit den "Originalen" gebe ich dir recht, mit dem "rund" nicht
Ich merke einfach, dass ich an dem Humor der Autorin scheitere. :nixweiss1:

Ich habe mich königlich über Dirk zum Felde amüsiert, der dem Fotografen dieses Hochglanzmagazins einfach einen Arschtritt verpasst hat.  :wieher:
Womit wir dann auch bei der nächsten Person in dieser Geschcihte sind, die ich nicht ausstehen kann: Burkhard Weißwerth. Ein von sich zu überzeugter Stadtmensch, der meint, dass er die Weisheit mit Löffeln gefressen hat und sich furchtbar aufspielt.  :rollen:

Es gab auch in diesesem Abschnitt wieder zahlreiche Passagen, in denen ich mich schier (!) ausschütten wollte vor Lachen.
(Hehe ... "schier" ... da muss ich gerade grinsen ... wobei das ja in meinem Kontext nicht "Ordnung" bedeutet ... dennoch witzig.  :->)
z.B. wenn sich Dirk zum felde als "Bauern-Bimbo" bezeichent; oder als die Rehwurst hergestellt wurde und Burkhard schlecht wurde - Veras trockener Kommentar "Kreisloop oder Vegetarier"; oder der Satz als dem Kanninchen Willy Heu vorgesetzt wurde, welches diese nicht anrühren wollte: "Das Kanninnchen verzog sich wieder in die Käfigecke und gab sich dem Kulturschock hin."  :wieher:
Ich geben zu, es ist eine Stärke des Buches, aber wirklich lachen kann ich da nicht.

Ich nehme mal die Szene, als Anne Leon in die Hummelgruppe gibt.
Puh, ich habe keine Kinder, aber da war ich echt etwas an so eine "Wattebauch-Hundehalter"-Diskussion erinnert, die es vor ein paar Jahren mal gab.
Auch die Art wie die Erzieherin Anne "zu verstehen gab", dass sie nicht bleiben soll, bis ihr Kind sich eingewöhnt hat, sondern einfach zu gehen hat... :meckern:
 :nixweiss1:
Hajo Dührkopps Einstellung zum Biobauern mit Apfelpatenschaften...  :kopfkratz:  :nixweiss1:
Interessante Denkweisen, ich finde sie nicht unbedingt witzig, aber die stoßen zum Nachdenken an und das ist warum ICH das weiterlese.





Und solche Sätze gibt es Dutzende. Ich liebe Dörte Hansens Sprache. Man spürt förmlich, dass sie großen Spaß beim Schreiben gehabt haben muss.
Ich finde es beim Lesen schwer, hier wirklich die "Zwischentöne" zu verstehen.
Es ist immer so "wertungsfrei" und doch immer mit einem Hauch von Kritik...



Aber auch die feinen und leisen Töne beherrscht sie. Ich habe z.B. bei der Szene um Karls Tod und alles was sich vorher und nachher abgespielt hat, Gänsehaut gehabt - oder die Briefe, die Hildegard Jacobi ihrer Tochter Vera geschrieben hat ... *puh!*  :heul:
Ja, hier habe ich ein ziemlich gutes Bild von Vera bekommen, wie sie drauf ist,
Vor solchen Menschen würde ich salutieren. Sorry, aber ich komme mit solchen Menschen nicht klar...
Aber toll fand ich ihren Umgang mit Leon, also er mit einem Flummi fast ihre Kristalvase vom Tisch wirft.
Statt laut zu werden, zu schreien oder mit ihm zu schimpfen, reagiert sie erstmal irgendwie nicht und sagt ihm dann aber bei einem "Alternativgeschenk", was sie von ihm will. Nämlich dass er nicht mit einem Ball ihn ihrem Haus spielt!




Ich bin sooo froh, dass ich dieses Buch zur Hand genommen habe; wenn sich jetzt nichts Gravierendes ändert, hat es große Chancen mein Lesehighlight 2020 zu werden.
Nein, das wird bei mir kein Lesehighlight. Es ist durchaus interessant, regt zum nachdenken an, hat tolle Stellen, aber ich  habe mit dem Buch doch so meine Probleme.



Ich empfinde es wohl manchmal etwas unübersichtlich mit den vielen Charakteren und den vielen Perspektiven. In einige Kapitel muss ich mich erst reinlesen
Ja, da bin ich total bei Dir. ich muß auch immer sortieren, wer das nun ist, ist und was er macht und wie man ihn einordnen soll




Und die Bilder, die Dörte Hansen malt, einfach genial. Ich sehe diese Höfe vor mir, die Bauern, den Schlag Mensch.
Ja, geht mir genauso!




 
Ob Anne glücklich werden kann, dort auf dem Hof? Ich kann es nicht einschätzen.
Sie ist eben eine Städterin, man sieht es im umgang mit ihrem Kind, im Umgang mit Dirk von der Felde..



  So eine traurige Frau.
Ja, vielleicht hast du recht, sie ist traurig. Hat ja irgendwie in ihrem Leben nichts schönes Erfahren, oder gibt es eine schöne Szene mit ihr in dem Buch?
Das ist das was mich deprimiert!

Ich kann im übrigen keinen Charakter benennen, den ich mag, oder den ich nicht mag.
Aber ich finde die Charakter echt echt echt authentisch geschrieben, ich habe überlegt ob sie nach lebenden Vorbildern geschrieben wurden. :kopfkratz:

Gruß Silke
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Offline Esmeralda

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Re: Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16
« Antwort #12 am: 01. Juni 2020, 09:38:15 »
So schade, Silke, dass Dir das Buch nicht gefällt.
Aber ich habe den Eindruck Du gehst viel zu verbissen ans Werk.
Vielleicht war Deine Erwartungshaltung zu hoch, nachdem wir hier so über das Buch geschwärmt haben
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Re: Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16
« Antwort #13 am: 01. Juni 2020, 10:26:04 »
So schade, Silke, dass Dir das Buch nicht gefällt.
Aber ich habe den Eindruck Du gehst viel zu verbissen ans Werk.
Vielleicht war Deine Erwartungshaltung zu hoch, nachdem wir hier so über das Buch geschwärmt haben
Ich habe es fast befürchtet, dass es Dir nicht gefallen könnte. Irgendwie hatte ich das im Gefühl, weiß nicht warum. Kannst Du überhaupt mit "witzigen" Büchern? Z.B. Walter Moers, David Safier oder von mir aus Kerstin Gier (um einfach mal ein paar Beispiele zu nennen, auch wenn die Vergleiche sehr hinken). Ich nämlich eigentlich tatsächlich nicht. Ich habe die 13,5 Leben des Käpt'n Blaubär gelesen und weiß den Ideenreichtum echt zu schätzen, aber es ist nicht meins. Kerstin Gier (Müttermafia und Konsorten) interessiert mich nicht. Und hier fand ich einfach die Mischung grandios aus Humor, knorrigen Figuren aber auch wunderbar warmen und tollen Momenten. Vielleicht weil ich auch nicht mit der Idee, dass ich bei dem Buch herzhaft lachen könnte, an die Sache ran gegangen bin. Du sicherlich auch nicht, so wie ich Dich kennengelernt habe. Aber ich habe mich davon einfach überraschen und mitreißen lassen. Vielleicht spielt das ein wenig auf das hin, was Esme mit "verbissen an Werk gehen" meint. Aber im Endeffekt kann ja auch nicht jedes Buch jedem gefallen. Ich war mir z.B. auch ehrlicherweise nicht sicher, ob Dir Brilka gefallen würde, oder ob es Dir mit der wortgewaltigen Sprache nicht zu viel sein könnte. Aber da habe ich mich ja eines besseren belehren lassen  :schmusen:

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Re: Altes Land: Kapitel 8 - Kapitel 16
« Antwort #14 am: 02. Juni 2020, 12:05:22 »
Zitat
Z.B. Walter Moers, David Safier oder von mir aus Kerstin Gier (um einfach mal ein paar Beispiele zu nennen, auch wenn die Vergleiche sehr hinken). Ich nämlich eigentlich tatsächlich nicht. Ich habe die 13,5 Leben des Käpt'n Blaubär gelesen und weiß den Ideenreichtum echt zu schätzen, aber es ist nicht meins.

Ich liebe den Blaubären, ich liebe Walter Moers. Und der Vergleich hinkt hier wirklich

Ich würde "Altes Land" niemals humoristisch einstufen. Es hat einen rauhen Humor. Das ja. Aber eigentlich ist es eher ein Drama.


Aber ja, schade Silke, dass Du nicht klar kommst. Wobei ich es ja schon interessant finde, wie unterschiedlich wir das Buch empfinden

Zitat
Ich finde es beim Lesen schwer, hier wirklich die "Zwischentöne" zu verstehen.
Es ist immer so "wertungsfrei" und doch immer mit einem Hauch von Kritik...

Ich finde, Autoren die wertungsfrei schreiben können, richtig gut. Weil es den Leser fordert

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