Kristen Perrin - Das Mörderarchiv

Begonnen von Inge78, 28. August 2024, 17:45:10

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Inge78

Zitatante Frances dachte immer, dass sie eines Tages umgebracht wird. Sie hatte recht. Und sie hat vorgesorgt.

Frances Adams war siebzehn Jahre alt, als ihr eine Wahrsagerin auf dem Jahrmarkt prophezeite, dass man sie ermorden würde. Ihr Leben lang nahm niemand Frances ernst. Bis sie nun, sechzig Jahre später, ermordet wird! Tante Frances hatte also recht. Und sie hat vorgesorgt. Erstens hat sie auf ihrem herrschaftlichen Landgut in Dorset ein besonderes Archiv angelegt. Jede Person aus dem Dorf, die sie auch nur im Entferntesten für verdächtig hielt, taucht dort auf. Zweitens hat sie ein Testament hinterlassen: Wer den Mordfall löst, erbt alles. Schafft es ihre Großnichte Annie oder der fiese Stiefneffe?
Da Annie die schrullige alte Dame nie kennengelernt hat, scheint sie klar im Nachteil. Doch dann findet sie ein Tagebuch der Tante und liest über ein tragisches Ereignis in den Sechziger Jahren. Annie kombiniert: Unter mehr als einem Dach in Castle Knoll schlummert ein Geheimnis. Nur unter welchem ein mörderisches?

Willkommen in Castle Knoll, dem Dorf mit dem einzigen Mörderarchiv der Welt!


 "Wenn uns das Fernsehen etwas gelehrt hat, dann, dass die Mordrate in kleinen Dörfern unverhältnismäßig hoch ist."

Annies Großtante Frances wird ermordet, ein Schicksal dass Frances wohl schon lange erwartet hat. Und sie hat sich vorbereitet, hat ein umfangreiches Archiv hinterlassen, das helfen soll, ihren Mörder zu fassen. Kann Annie helfen?

Die Idee des Buches ist wirklich gut und ich mag auch die Umsetzung. Das Buch hat ganz klar Züge von britischem Cosy Crime, zum Ende hin wird es aber fast noch nervenaufreibend. Ich mag diese entspannten Art, so eine Geschichte zu erzählen und ich habe gerne zusammen mit Annie ermittelt. Die ein oder andere Nebenperson ist etwas zu kurz gekommen im Laufe der Geschichte, aber da es sich um den Beginn einer Reihe handelt, gibt es da ja noch Potenzial nach oben.
Wer ruhigere Krimis mag und gerne mit rätselt, wird hier bestens unterhalten


[note 2]
Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

Im finst´ren Förenwald, da wohnt ein greiser Meister. Er ficht gar furchtlos kalt sogar noch feiste Geister.
(aus "ES" von Stephen King)

Fiktion ist wie ein Spinnennetz, das, auch wenn nur vielleicht ganz leicht, an allen vier Ecke des Lebens befestigt ist.
- Virginia Woolf

Esmeralda

Klingt nach der passenden Lektüre für Herbst- oder Winterabende.
Direkt mal auf den Wunschzettel gepackt.
Life is too short to read bad books. 

Inge78

Ja, da passt es auf jeden Fall rein
Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

Im finst´ren Förenwald, da wohnt ein greiser Meister. Er ficht gar furchtlos kalt sogar noch feiste Geister.
(aus "ES" von Stephen King)

Fiktion ist wie ein Spinnennetz, das, auch wenn nur vielleicht ganz leicht, an allen vier Ecke des Lebens befestigt ist.
- Virginia Woolf

Dante

Das Mörderarchiv
Kristen Perrin
Rohwolt Polaris 24.01.2024
392 Seiten
978-3-499-01265-5

Klappentext:

Zitat von: Inge78 in 28. August 2024, 17:45:10Tante Frances dachte immer, dass sie eines Tages umgebracht wird. Sie hatte recht. Und sie hat vorgesorgt.

Frances Adams war siebzehn Jahre alt, als ihr eine Wahrsagerin auf dem Jahrmarkt prophezeite, dass man sie ermorden würde. Ihr Leben lang nahm niemand Frances ernst. Bis sie nun, sechzig Jahre später, ermordet wird! Tante Frances hatte also recht. Und sie hat vorgesorgt. Erstens hat sie auf ihrem herrschaftlichen Landgut in Dorset ein besonderes Archiv angelegt. Jede Person aus dem Dorf, die sie auch nur im Entferntesten für verdächtig hielt, taucht dort auf. Zweitens hat sie ein Testament hinterlassen: Wer den Mordfall löst, erbt alles. Schafft es ihre Großnichte Annie oder der fiese Stiefneffe?
Da Annie die schrullige alte Dame nie kennengelernt hat, scheint sie klar im Nachteil. Doch dann findet sie ein Tagebuch der Tante und liest über ein tragisches Ereignis in den Sechziger Jahren. Annie kombiniert: Unter mehr als einem Dach in Castle Knoll schlummert ein Geheimnis. Nur unter welchem ein mörderisches?

Willkommen in Castle Knoll, dem Dorf mit dem einzigen Mörderarchiv der Welt!

Mein Eindruck:

Das Buch war eine Leihgabe und liegt eigentlich außerhalb meines Buchgeschmacks: Kriminalroman.

Bei dem Buch handelt es sich um Kristen Perrins Debut für Erwachsenengeschichten. Erzählt wird auf zwei Ebenen: Echtzeit aus der Sicht von Annie zum einen (im Präsens gehalten), Tagebuchauszüge von Frances aus den Jahren 1965 und 1966 zum anderen.

Dadurch, dass es vier ,,Wettstreiter" in Sachen Aufklärung gibt, wird die Spannung zwar stetig aufgebaut, so richtig fesselten mich persönlich aber nur die Tagebucheinträge. Annies Herangehensweise war mir nicht ausreichend durchdacht und kam oft konstruiert daher. Den Überblick über die vielen ,,Verdächtigen" zu behalten, empfand ich als etwas schwierig – ein Stammbaum hätte hier sehr geholfen; ich empfehle daher, Notizen anzufertigen. Auch wurde meine Erwartung in das Archiv enttäuscht: ich hatte angesichts des Titels und des Klappentextes mehr erwartet und bekam im Grunde nur eine grobe Verortung – wo es steht, wie es generell aufgebaut und wie umfangreich es in etwa ist; über den Inhalt erfährt man so gut wie nichts.

Der Plot an sich war für meine Begriffe ein wenig unrealistisch; die Beweggründe der Emily und z.B. das Konstrukt des Kleidertauschs erschlossen sich mir bis zum Schluss nicht.

Der Sprachstil bzw. die Übersetzung war mir oftmals zu wenig elegant – als richtete sich das Buch eher an Jugendliche (z.B. der erzählende Satz ,,Das habe ich nicht mitgekriegt ..." Wenn es sich nicht um eine wörtliche Rede handelt, um eben die Sprachfarbe eines Jugendlichen wiederzugeben, sollte da besser stehen ,,Das habe ich nicht mitbekommen" oder ,,Das ist mir entgangen" etc.).

Zum zweiten Band werde ich nicht greifen.

Mein Fazit:

Ich kann Inges Meinung in diesem Fall leider nicht teilen. Die Idee fand ich gut, aber die Umsetzung ... Mir war die Geschichte zu dünn erzählt, und der lockere, schon beinahe jugendlichen Sprachstil hat mich über so manche Formulierung/Übersetzung stolpern lassen. Und der angekündigte britische Humor ...? Den habe ich nicht gefunden.

2,5 Sterne von 5 Sterne

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Instagram: @susanne_pilastro_autor

Inge78

Ach schade dass es Dir nicht so gut gefallen hat
Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

Im finst´ren Förenwald, da wohnt ein greiser Meister. Er ficht gar furchtlos kalt sogar noch feiste Geister.
(aus "ES" von Stephen King)

Fiktion ist wie ein Spinnennetz, das, auch wenn nur vielleicht ganz leicht, an allen vier Ecke des Lebens befestigt ist.
- Virginia Woolf

sisquinanamook

Ich habe das Buch zum Geburtstag geschenkt bekommen und habe es jetzt als Urlaubslektüre gelesen.
Mir hat es wirklich gut gefallen muss ich sagen.
Ich bin mit wenig Erwartung reingegangen, aber für eine Urlaubslektüre war es genau richtig, wenn auch kein absolutes Jahreshighlight.

Dantes Kritikpunkte kann ich nachvollziehen, die haben mich persönlich jetzt aber nicht so extrem gestört.

Note: 3+
Viele Grüße
Daniela

Inge78

Ich kann mich echt noch gut dran erinnern , so im Nachhinein ist das immer ein gutes Zeichen für ein Buch

Ich überlege ob ich mir mal Band 2 anschaue
Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

Im finst´ren Förenwald, da wohnt ein greiser Meister. Er ficht gar furchtlos kalt sogar noch feiste Geister.
(aus "ES" von Stephen King)

Fiktion ist wie ein Spinnennetz, das, auch wenn nur vielleicht ganz leicht, an allen vier Ecke des Lebens befestigt ist.
- Virginia Woolf