Zeit im Wind - Nicholas Sparks

Begonnen von Tintagel, 22. September 2007, 19:21:01

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Tintagel




[isbn]3453810112[/isbn]



Von der Liebe auf den ersten Blick träumen fast alle Menschen und viele werden sie wahrscheinlich niemals erleben. So ist das eben mit der Liebe auf den ersten Blick. Die Liebe auf den zweiten Blick gibt es dagegen schon sehr viel häufiger.

Wieviele Blicke es bei Landon und Jamie waren, kann niemand zählen. Landon und Jamie leben in der gleichen Kleinstadt, besuchen die selbe Schule und kennen sich schon aus Kinderzeiten. Doch viel miteinander zu tun habe beide nicht.

Jamie, die Tochter vom Reverents, ist ein ruhiges Mädchen das sich in allen erdenklichen Dingen von seinen Mitschülerinnen unterscheidet. Sie legt keinen großen Wert auf angesagte Kleidung und macht sich nichts aus Partys, dafür hat sie ihre Bibel immer bei sich und ist in der Schule die Beste.

Landon hingegen ist fast schon so was wie ein Rebell. Er trifft sich nachts mit seinen Freunden auf dem Friedhof wo sie quatschen und Erdnüsse essen, geht mit Mädchen aus und ist keine große Leuchte in der Schule.

Ihre Wege verknüpfen sich eng miteinander, als beide die Hauptrollen für eine Schulaufführung bekommen. Sie proben miteinander und verbringen nach und nach immer mehr ihrer Zeit miteinander. Landons Freunde wissen bald schon, was mit ihm ist und sagen ihm auf den Kopf zu, dass er sich in das Mauerblümchen Jamie verliebt hat. Landon bestreitet das, denn wie sollte es möglich sein, dass er sich ausgerechnet in die biedere Jamie verguckt hätte. Als er endlich begreift, dass seine Freunde recht haben, ist es fast schon zu spät...

Nicholas Sparks ist berühmt für seine Romane die unter die Haut gehen. Einfühlsam und doch ergreifend gelingt es ihm immer wieder, Themen in seinen Büchern zu verarbeiten, die man sonst nicht gerne bespricht. Er setzt sich viel mit dem Tod auseinander und bedient dabei nicht die gängigen Klischees die sich gerade auf dem Markt tummeln. Mal ist es ein Unfalltot, mal ist es eine Krankheit. Aber immer ist es auch ein Schicksal, das er beschreibt.

Seine Charaktere zeichnet Nicholas Sparks sehr detailliert, lässt den Leser Anteil nehmen an ihren Gedanken und Empfindungen und macht es einem leicht, den Charakteren zu folgen. Die Handlungen sind nachvollziehbar und muten nicht fantastisch an. Zwar gibt es Szenen, die sehr vorhersehbar sind, aber sie nehmen einem nicht die Lust an dem Buch.

Der Anfang des Romans ist ein bisschen zäh bedingt durch die Aufzählung der einzelnen Konfessionen, die man in einer Amerikanischen Kleinstadt zu Anfang der 1950er Jahre so finden kann. Überhaupt hat der Roman durchweg einen religiösen Touch, der zwischen zeitlich immer mal ein bisschen störend wirkt. Nach den ersten 30 Seiten hat aber auch Nicholas Sparks seinen Erzählrhytmus gefunden und die Geschichte kommt ins laufen.

Zeit im Wind ist erzählt von einer Teenager Liebe, die viele so nicht kennen. Die erste Liebe ist zwar immer etwas besonderes, doch meistens ist auch das Ende absehbar und vorprogrammiert. Das sie ein ganzes Leben lang hält ist selten der Fall und auch hier ist es eine Geschichte, die ein Ende hat.

Die Geschichte von Jamie und Landon endet, bevor sie richtig angefangen hat und dennoch bleibt ein Gefühl von Ewigkeit.

Note: 2-
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