Carlier, Christophe: Der Mörder mit dem grünen Apfel

Begonnen von Dante, 09. Juni 2025, 13:32:36

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Dante

Der Mörder mit dem grünen Apfel
Christophe Carlier
dtv 01.08.2014
159 Seiten
978-3-423-26027-5

Klappentext:

Paris, Grandhotel ,,Paradis": Der Amerikaner Craig lernt an der Bar die schöne Italienerin Elena kennen – und einen protzenden Geschäftsmann aus Parma. Elena ist empört, wie sich ihr Landsmann mit seinen Liebschaften brüstet. Am nächsten Tag wird der Mann in seinem Zimmer tot aufgefunden. War es Mord? Wer könnte ihn begangen haben?


Mein Eindruck:

Das Buch war eine Leihgabe und liegt eigentlich außerhalb meines Buchgeschmacks: Kriminalroman.

,,Der Mörder mit dem grünen Apfel" ist Christopher Carliers Debutroman. Erzählt wird aus der Sicht von Craig (englischer Literaturwissenschaftler mit Wohnsitz in den USA), Elena (italienische Geschäftsfrau der Modebranche) und Sébastien (Rezeptionist). Der Titel ist ein wenig irreführend, denn ein Apfel – das kann gefahrlos verraten werden – spielt keine Rolle.

Ich habe mich von Craigs misanthropischer Beobachtungsweise gut unterhalten gefühlt und auch Elena hat eine bemerkenswert lustig-zynische Beobachtungsgabe (u.a. die Vermutungen über die ,,Trapezkünstler" im Zimmer nebenan hat mich sehr erheitert). Überhaupt hat mir die Sprachfarbe dieses Werkes sehr gut gefallen: könnte manchem als antiquiert erscheinen, trifft damit aber absolut meinen Geschmack. Bis das Wort ,,Handy" gebraucht wurde, war ich mir nicht sicher, in welchem Jahrzehnt wir uns befinden – es hätte ab den 1960er alles sein können.

,,Der Mörder mit dem grünen Apfel" ist kein Kriminalfall, der sich mit der Tätersuche beschäftigt, man erfährt bereits zur Mitte der Handlung, wer die mordende Person ist. Und trotzdem bleibt es spannend: löst die Polizei den Fall oder kommt XY ungestraft davon?

Das tatsächliche Ende kam dann etwas schnell und hat mich doch überrascht.

Mein Fazit:

Ein unterhaltsames Buch, das man – wenn man die Sprachfarbe mag – in einem Rutsch genießen kann. Für eingefleischte Krimifans aber wahrscheinlich zu kurz und zu wenig spektakulär.

4,5 Sterne von 5 Sterne

 :Box1:  :Box1:  :Box1:  :Box1:  :Box1:  :Box_grau1:
Instagram: @susanne_pilastro_autor