Trudi Canavan: Die Rebellin (Die Gilde der schwarzen Magier 01)

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Offline Kathrin

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[isbn]3442243947[/isbn]   Verlag: Loewe Verlag (Juni 2006)
ISBN: 3442243947
Seiten: 541
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,95


Inhaltsangabe:Sonea ist eine junge Bettlerin im Armenviertel der Stadt Imardin. Hier herrscht die Gilde der Schwarzen Magier mit eiserner Hand. Einmal im Jahr führen die Magier eine “Säuberung” durch, in deren Verlauf alle Bettler, Obdachlosen und unerwünschten Elemente aus der Stadt geschafft werden. Sonea schließt sich einer Gruppe von Freunden an, die gegen diese grausame Praxis aufbegehren. Als Sonea voller Wut einen Stein nach einigen Magiern wirft, geschieht das Unfassbare: Ihr Stein durchschlägt den magischen Schutzschild der Männer und trifft einen von ihnen am Kopf.
Das kann jedoch nur eines bedeuten -- Sonea verfügt über eine unentdeckte magische Begabung. In der Gesellschaft Imardins ist die Magie nur den oberen Schichten vorbehalten; dass ein Straßenmädchen derartige Fähigkeiten besitzt, ist ein nie dagewesenes Ereignis, das die ehrwürdige Gilde der Magier in ihren Grundfesten erschüttert. Aus Furcht davor, getötet zu werden, flieht Sonea mit ihrem Freund Cery in die unterirdischen Tunnel, die von der Vereinigung der Diebe beherrscht werden. Zugleich machen sich die Magier Dannyl und Rothen auf die Suche nach dem Mädchen. Ohne eine entsprechende Ausbildung läuft Sonea Gefahr, aus Versehen die gewaltige Zerstörungskraft ihrer magischen Gabe zu entfesseln.

Meine Meinung:
„Die Rebellin“ ist der erste Teil der ersten Trilogie (Die Gilde der schwarzen Magier) von Trudi Canavan, der in meinen Augen schon als Einleitung zum Gesamtwerk gesehen werden kann und zumindest in meinem Fall eindeutig sehr viel Lust auf die Fortsetzungen gemacht hat.

Die Aufmachung des Buches (ich habe die weiße blanvalet-Ausgabe) gefällt mir ausgesprochen gut, obwohl ich weiße Bücher eigentlich gar nicht so mag, ich finde ja, dass sie ein wenig langweilig aussehen im Regal. Allerdings finde ich das Coverbild sehr schön und stimmig zum Thema des Buches, es passt also. Ebenso bin ich von den schönen Specials (Karte vom Land, der Stadt und dem Magier-Viertel sowie dem Glossar im Anhang) begeistert, auf so was steh ich ja bekanntlich. Allerdings hätte mir eine Namensliste bei den vielen Magiern und wie sie auf die verschiedenen magischen Diziplinen aufgeteilt sind in meiner anfänglichen Verwirrung, als ein Magier nach dem anderen auftaucht und irgendwie alle ähnlich heißen, geholfen.

Der Einstieg in die Geschichte hat mich nicht sonderlich vom Sockel gehauen, er ist zwar nicht schlecht, aber die direkte Verzauberung, die ich eigentlich mit dem ersten Satz („In Imardin, so heißt es, habe der Wind eine Seele und pfeife heulend durch die schmalen Straßen der Stadt, weil das, was er dort finde, ihn mit Trauer erfülle.“) erwartet habe, hat sich irgendwie nicht eingestellt., auch später nicht. Irgendwie hatte ich auf Grund des Satzes mehr Melancholie und Tristesse erwartet.

Auch wenn sich wie in anderen Büchern keine totale Verzauberung bei mir eingestellt hat, so habe ich den Schreibstil von Trudi Canavan doch als sehr angenehm empfunden. Die vielen Dialoge (auch in der Gedankenrede der Magier) machen das Buch sehr lebendig und lassen das Buch sehr flüssig lesen, so dass ich teilweise gar nicht bemerkt habe, wie schnell ich wirklich voran komme beim Lesen. Ich finde den Spannungsbogen der Geschichte gut verteilt, er ist halt eher ruhig und nicht so steil und extrem spannend, sondern langsam ansteigend. Ist mal eine angenehme Abwechslung zu den spannungs- und energiegeladenen Fantasy-Roman, irgendwie habe ich hier das Gefühl, dass sich die Fantasy und Magie auf einer etwas höheren Ebene abspielt und keine wilden Magierkämpfe und so stattfinden, wobei das natürlich noch kommen kann in den Folgebänden. Vielleicht sollte man hier wirklich im Hinterkopf haben, dass es sich um den ersten Teil einer Trilogie handelt und man die Geschichte um Sonea vielleicht als ganzes über alle drei Teile sehen sollte. Der erste Teil in diesem ersten Band hätte vielleicht etwas kürzer gefasst werden können, weil nicht viel mehr passiert, als dass Sonea vor den Magier flüchtet und sich bei den Dieben versteckt und die Magier sie suchen und in ihre Fänge kriegen wollen. Allerdings hat man so die Möglichkeit die Figuren näher kennenzulernen, sowohl die Hauptfigur Sonea, als auch ihren Freund aus Kindertagen, Cery wie auch die Gilde der Magier und die Diebe.

Die Figuren in dem Buch finde ich gut gezeichnet, auch wenn Sonea eigentlich doch über weite Strecken ein wenig blass bleibt, aber sie ist auch einfach in einer schwierigen Situation. Zunächst erfährt sie, dass sie magische Kräfte hat, dann wollen die Magier, ausgerechnet die Magier, die beim Hüttenvolk, aus dem sie stammt, nicht gerade beliebt sind, sie in ihre Finger kriegen und sie ist ständig auf der Flucht. Als es dann endlich soweit ist und Sonea bei den Magiern lernt, ihre Kräfte zu kontrollieren, fangen die Machtspielchen der Magier um sie an, ich glaub, da würde ich mich auch eher verschlossen und ein wenig bockig geben. Sie hat also schon meine Sympathien.

Die Magier finde ich ein wenig weltfremd teilweise und auch arrogant, Menschen, die sich einfach für was besseres halten. Allerdings gibt es hier auch verschiedenste Charakter, vom Fiesling, über den absoluten Mega-Schatz, den Überlegten und den Undurchsichtigen. Mein Liebling unter den Magiern ist Rothen, einer von zwei Magiern, die Soneas Mentor werden wollen. Seine ruhige und sanfte Art, wie er mit Sonea umgeht, wie er versucht, sie von der Magie und der Gilde zu überzeugen, finde ich total großartig. Wenn Sonea bei der Gilde bleiben sollte, dann hat die Gilde das eindeutig Rothen und seinen pädagogischen Fähigkeiten zu verdanken! Er schenkt Sonea Vertrauen und hofft, dass sie ihm, einen Magier irgendwann auch vertrauen kann.

Ebenfalls sehr interessant finde ich die Riege der Diebe, mehr oder weniger eine verbotene Untergrundorganisation und auf so was steh ich ja total. Die Diebe helfen Sonea anfangs sich vor den Magiern zu verstecken und für die Folgebände der Trilogie bleibt es spannend, ob es zwischen Magiern und Dieben noch zu ernsthaften Konflikten kommen wird und somit vielleicht auch zu Konflikten zwischen Sonea und ihrem Freund Cery, der wohl bei Faren und den Dieben bleiben wird. 

Auch andere Andeutungen in diesem ersten Band lassen mich leicht ungeduldig auf Teil 2 warten. Was hat es mit Senfel auf sich, der Magier, der sich von der Gilde gelöst hat? Ich möchte zu gerne seine Geschichte erfahren, bin sehr neugierig auf ihn und hoffe, dass er wieder auftauchen wird. Genauso hoffe ich, dass wir mehr über den geheimnisvollen Magierfriedhof erfahren, auf dem Magier vor vielen hunderten von Jahren beerdigt worden sind und was es damit so auf sich hat. Friedhöfe sind halt auch irgendwie immer spannend. Außerdem muss natürlich das Rätsel um den schwarzen Magier gelöst werden. Auch wenn man am Ende dieses Buches weiß, wer er ist, so bin zumindest ich noch nicht davon überzeugt, dass er wirklich böse ist. Vielleicht hat er einen guten, uns noch nicht bekannten Grund für das Betreiben der schwarzen Magie.  Wir werden es erleben in den Folgebänden.

Bewertung:


lg
kathrin
« Letzte Änderung: 10. September 2008, 22:02:02 von Kathrin »
Rock the Night!

Offline Nebelpriesterin

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Re: Trudi Canavan: Die Rebellin (Die Gilde der schwarzen Magier 01)
« Antwort #1 am: 26. August 2008, 15:12:42 »
Die gesamte Trilogie ist sehr schön aufgemacht und enthält Karten und Übersichten der beschriebenen Fantasywelt. Eine Personenliste, vor allem mit einer Übersicht über die verschiedenen Mageire hätte ich mir allerdings gewünscht.
Die Autorin lässt sich sehr viel Zeit, die Welt der Diebe, Hüttenleute und Magiere in Imardin vor dem Leser auszubreiten. Dadurch kommt das Buch für meinen Geschmack einfach ein wenig zu langsam in Gang. Soneas Versteckspiel bei den Dieben, die Suche nach ihr durch die Magiere und ihre Entscheidung, ob sie bei der Gilde bleiben soll - das alles zieht sich über die gesamten 500 Seiten hin. Für meinen Geschmack waren dies etwa 200 Seiten zuviel.
Den Charakteren wird ebenfalls viel Raum geben. Dabei gefallen mir Cery und vor allem Lord Rothen am besten. Sonea wird als Charakter recht interessant angelegt. Sie ist ja im Buch noch recht jung wird sich noch entwickeln.
Am Ende wird ein neues Geheimnis aufgedeckt und damit der Boden für den nächsten Band bereitet.

Mein Fazit: Der Anfang ist gemacht. Die Geschichte hat Potenzial, das hoffentlich in den 2 weiteren Bänden noch ausgeschöpft wird.


« Letzte Änderung: 26. August 2008, 15:17:59 von Nebelpriesterin »