Bhagavad Gita

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Offline Hans

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #15 am: 30. August 2014, 02:30:42 »
Hi Mobi,

ich habe jetzt hier gepostet, weil wir uns von deiner Ursprungsfrage in dem anderen Thread doch schon ziemlich entfernt haben.
Also wenn Du das speziell auf die Frage nach der Unsterblichkeit der Seele beziehst, dann wahrscheinlich. Aber die war nur der Aufhänger, weil ich damit gerade ein spezielles Problem hatte. Ich hab bei der Threadüberschrift eher an alle Inhalte der Bücher gedacht, die man dort dann Diskutieren kann, weshalb sie auch so allgemein ist.
Dieser Forumsbereich dient ja auch dazu, über sämtliche Dinge zu diskutieren, die einem zu den Klassikern so einfallen. Also deren Inhalte und was man sonst noch dazu anzumerken hat.

Dass es auf anderen Planeten Leben gibt und man eben einen entsprechenden Körper braucht, um dort leben zu können (z.B. einen Körper aus Feuer für die Sonne). Einen neuen Körper erhält man je nachdem woran man zum Zeitpunkt des Todes denkt.
Das klingt interessant. Das muss dann für die Sonne aber auch schon ein besonderes Feuer sein, aus dem der Körper dann besteht, weil das Brennen der Sonne ja auch ein spezielles Feuer ist, dass man so auf der Erde noch nicht nachmachen kann. Man weis zwar theoretisch, was es ist und wie es geht. Das kann man auch schön am Computer simulieren, aber so ein Feuer praktisch anzünden, klappt bisher noch nicht. Ach ja, das Feuer nennt sich Kernfusion, bzw. Astronomen sprechen dabei von "Fusionsbrennen".

Es gibt auch ein ganzes System an Opfern und Feuerzeremonien (karma-khanda genannt), die dazu dienen, zu höheren Planeten aufzusteigen. Dort gibt es bessere Lebensbedingungen/mehr Genuss, was rein materiell gesehen von Vorteil ist, spirituell gesehen wird aber der Kreislauf von Geburt und Tod damit nicht beendet, insofern kein wirklicher Gewinn.
So wie Du es hier beschreibst, wohl erstmal nicht. Wäre die Frage, wie die Sache aus jenseitiger Perspektive aussieht? Denn von dort sieht man die Dinge anders, klarer, weil einem einige Beschränkungen der Wahrnehmung nicht mehr auferlegt sind, die das irdische Leben so mit sich bringt. Und es fehlt der Doppelgänger, ein sogenannter gefallener Engel, der vereinfacht ausgedrückt der Antagonist des Schutzengels ist, und der dem Menschen, den er begleitet, permanent diversen Unfug einredet. Mal mehr mal weniger erfolgreich. Der begleitet einem aber nur im Diesseits, ist im Jenseits also nicht mehr da und kann einen also auch keinen Unsinn mehr erzählen.

Hm, also die Systeme sind grundverschieden, während die westliche Medizin größtenteils symptombezogen arbeitet, wird im Ayurveda immer nach der eigentlichen Ursache gesucht. ...
Das eigentliche Problem, das ich in der westlichen Medizin sehe, ist dass man eine Krankheit behandelt (und vielleicht kuriert) und gleichzeitig durch die Medikamente neue Probleme schafft. Z.B. wirken Medikamente meistens sauer auf den Körper (und die meisten Leute sind sowieso übersäuert), was dann zu weiteren Krankheiten führt.
Das Problem das man oft nur an Symptomen herum doktert, aber die eigentliche Ursache nicht behebt, wird ja vereinzelt schon erkannt. Aber bis wir dahin kommen, das man immer auch wirklich der Ursache auf den Grund geht, wird noch viel Wasser durch den Rhein fliessen (alternativ durch die Isar oder den Ganges  :-> )

Dazu eine interessante Geschichte: Eine Freundin hat mir von einem Wissenschaftlerpaar erzählt, die belegen wollten, dass die vedische Astrologie Humbug ist. Dazu mussten sie sich natürlich näher damit beschäftigen und anstatt andere Leute davon zu überzeugen, dass es Quatsch ist, haben sie im Laufe ihrer Studie gemerkt, dass es wirklich Sinn macht.  :->
Na dass sollte man dann mal beim Herrn Freistetter erzählen...  - da weht einem sofort schärfster Wind entgegen.  :wah:

Tja und soviel Humbug wie eben rumschwirrt, ist es natürlich ein Leichtes, sich davon zu überzeugen, dass das alles Quatsch ist... Speziell wenn man das vorher schon beschlossen hat und das sich dann erfüllt.
Das ist natürlich noch mal 'ne andere Sache. - Aber um das zu merken, muss man auch erst mal die eigenen Vorurteile überwinden und das können (oder wollen) einige nicht.

Wow! - Interessant ist ja, dass Du hier zwischen Astronomie und Astrologie trennst. Ist diese Trennung so auch in den Schriften vorhanden?

[...]
Der Grund, warum Astrologie im Westen so verrufen ist, ist dass die Berechnungsgrundlage nicht mehr stimmt. Der Fehler wirkt sich so stark aus, dass das Sternzeichen bei vielen Leuten verschoben ist (in das vorhergehende).
Das ist völlig richtig, aber ein Punkt, den westliche Astrologen meisstens völlig ignorieren. Dazu kommt noch, dass die Sternzeichen bzw. die entsprechenden Sternbilder unterschiedlich breit sind und nicht wie die Astrologen es sich definieren, genau 30° breit. Es gibt noch einen weiteren Fehler, aber um den zu verstehen, sind dann schon wieder Astronomiekenntnisse erforderlich, die ich nicht als allgemein bekannt erwarten kann. Stichwort: Präzession.


Körper und Seele sind verschieden; wir sind die Seele und nicht der Körper.
Sehe ich auch so.

Bei solchen Erfahrungen verlässt die Seele (zusammen mit dem feinstofflichen Körper) den Körper. Und wenn der Zeitpunkt des Todes noch nicht gekommen ist, kann sie dorthin normalerweise auch zurückkehren.
dito.

Wobei noch festzuhalten wäre, dass sie auch auf dieser Grundlage erst mal ausgewählt werden sollten. Aber da steht ja zur Zeit eine weltweit verbreitete Irrlehre dagegen, die das erfolgreich verhindert.  :meckern:

Worauf genau beziehst du dich da?
Bei der Irrlehre? - Auf die Ideologie, die heutzutage im allgemeinen als Neoliberalismus bezeichnet wird. Das ist vordergründig betrachtet erst mal nur 'ne Sammlung von Wirtschaftstheorien. Hintergründig betrachtet ist es meiner Meinung nach 'ne Machttheorie, die es der reichen Oberschicht erlaubt, das Volk nach seiner Pfeife tanzen zu lassen. Bzw. praktische Anwendung des Herschaftsprinzips "Teile und Herrsche", wobei hier mit "Teilen" gemeint ist, die Gesellschaft in unterschiedliche Gruppen zu spalten und diese mal mehr, mal weniger gegeneinander aufzuhetzen, oder sich selbst gegeneinander aufhetzen zu lassen und sich auch mal zu bekriegen. Dadurch sind die so beherrschten Gruppen mit sich selbst beschäftigt und können keine Zeit oder gar Musse mehr finden, über ihr Leben als ganzes oder gar dem Sinn nachzudenken. Dem entsprechend können die Herrscher ihnen alles mögliche erzählen; wenn es richtig verpackt ist, wird es geglaubt, selbst wenn es völliger Blödsinn ist. Und das Volk nimmt auch die Konsequenzen in Kauf, die von ihm verlangt werden, selbst wenn es ihm dadurch langfristig schlechter geht. Da es die grösseren Zusammenhänge nicht kennt und auch kaum durchschaut, merkt es in der Regel auch nicht, dass man es für Dumm verkauft. Oder wenn es Einzlne merken, dann können sie aber nicht erklären bzw. begründen warum, weil es sich nur als diffuses Gefühl äussert. Die Reichen können derweil unbehelligt vom übrigen Volk machen, was sie wollen und das auch noch auf dessen Kosten.

Ehrlich gesagt, hört sich das für mich eher nach diesem New Age Zeug an, was im Grunde einfach erfunden ist und halt ganz nett klingt (solange man nicht etwas gründlicher darüber nachdenkt).
Ah ja.
Wie schon geschrieben, es ist nach meinem dafürhalten christliche Mystik, wird aber von vielen, auch von Kirchenleuten, speziell von Evangelischen, für Esoterik gehalten. Falls Dich die Quelle interessiert, hier ist sie: Alexa Kriele, "Wie im Himmel so auf Erden", 4 Bände und "Die Engel geben Antwort auf Fragen nach dem Sinn des Lebens" von der selben Dame.

Ich denke mal, nutzlos war das Studium sowieso nicht, auch wenn Du jetzt nicht als Lehrerin arbeitest. Immerhin hast Du es abgeschlossen.

Nun, allein die Tatsache, dass ich es abgeschlossen habe (und einen Wisch daheim habe), bringt mir im Moment herzlich wenig...  :->
Ja okay, das kann hinkommen.

Wichtig ist doch letztlich, dass Du mit dem was Du tust, zufrieden bist und dabei das Gefühl hast, den Menschen, etwas beizubringen, dass ihnen nützt.

Ja, genau deswegen möchte ich Philosphie unterrichten, weil einem das viel mehr nützt.
Nun, dann wirst Du auch noch die Möglichkeit dazu finden, denke ich mal.  :flirt:

Ja, es wäre toll, wenn ich das eines Tages machen könnte. Im Moment ist das leider noch nicht der Fall. Aber dann hätte sich natürlich auch das Studium gelohnt, wie du schon festgestellt hast. Im Moment macht sich das noch nicht bezahlt, aber hinterher ist man ja immer schlauer.  :->
"Gut Ding will Weile haben" sagt der Volksmund.  :-> Also könnte es durchaus sein, dass Deine Zeit zum Unterrichten noch nicht gekommen ist. Ansonsten kann ich noch von einer Fortbildung erzählen, die ich mal gemacht habe. Die wesentliche Erkenntnis, die ich am Ende daraus gezogen habe war die, dass ich in dem Bereich, den ich dadurch genauer kennen gelernt habe,  nicht arbeiten will. Die Fortbildung diente also letztlich dazu, etwas darüber herauszufinden, was ich nicht will.

Interessant ist übrigens dein Link zu den Todsünden (oder den Charaktereigenschaften, die zu solchen führen).
Tja, katholische Glaubenslehre halt...

So eine Aufzählung gibt's in der vedischen Philosophie auch, allerdings in anderer Reihenfolge (nämlich in der Reihenfolge ihrer Entstehung, also das Erste ist die Ursache des Zweiten usw.):
kama - Lust, krodha - Wut/Zorn, lobha - Gier, moha - Illusion, mada - Stolz, matsarya - Neid.
Interessant. Aber die Reihenfolge ist in der kirchlichen Lehre völlig uninteressant, weil die ja auch einzeln bzw. in anderer Reihenfolge auftreten könnn.


So, und jetzt hab ich auch keine Lust mehr, also ... :schnarch:

:winken:
Hans
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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #16 am: 30. August 2014, 11:39:39 »
Hallo Hans,

Das klingt interessant. Das muss dann für die Sonne aber auch schon ein besonderes Feuer sein, aus dem der Körper dann besteht, weil das Brennen der Sonne ja auch ein spezielles Feuer ist, dass man so auf der Erde noch nicht nachmachen kann.

Ja, so nach dem Motto: Andere Planeten, andere Sitten. Oder so...  :->

So wie Du es hier beschreibst, wohl erstmal nicht. Wäre die Frage, wie die Sache aus jenseitiger Perspektive aussieht?

Ich habe doch die spirituelle Sichtweise beschrieben (die du jenseitig nennst). Die materielle (diesseitige) wäre dann quasi, oh super, auf zu den himmlischen Planeten und "die Sau rauslassen"...

Und es fehlt der Doppelgänger, ein sogenannter gefallener Engel, der vereinfacht ausgedrückt der Antagonist des Schutzengels ist, und der dem Menschen, den er begleitet, permanent diversen Unfug einredet. Mal mehr mal weniger erfolgreich. Der begleitet einem aber nur im Diesseits, ist im Jenseits also nicht mehr da und kann einen also auch keinen Unsinn mehr erzählen.

Das klingt nach dem Geist, der als Teil des feinstofflichen Körpers natürlich zurückbleibt, wenn die Seele in die spirituelle Welt geht.

Das ist natürlich noch mal 'ne andere Sache. - Aber um das zu merken, muss man auch erst mal die eigenen Vorurteile überwinden und das können (oder wollen) einige nicht.

Jep, so objektiv wie die Wissenschaftler es behaupten, sind sie dann meistens doch nicht... In dem Buch, das ich gerade übersetze, ist dazu ein interessanter Teil über Paradigmen und Paradigmenwechsel. So nach dem Motto: Wir sehen eh nur, was wir glauben wollen.

Das ist völlig richtig, aber ein Punkt, den westliche Astrologen meisstens völlig ignorieren.

Auch nicht alle, ich kenne auch eine Frau, die westliche Astrologie gelernt hat und dann die vedische und jetzt beides benutzt. Aber das ist leider die Tendenz...

Dadurch sind die so beherrschten Gruppen mit sich selbst beschäftigt und können keine Zeit oder gar Musse mehr finden, über ihr Leben als ganzes oder gar dem Sinn nachzudenken.

Ja, das scheint eine sehr erfolgreiche Taktik der Wirtschaft zu sein. Denn wenn die Leute kapieren würden, dass Konsum nicht glücklich macht, wer würde dann noch konsumieren?
Solange die Leute Angst haben, kann man sie eben gut kontrollieren.
Im Grunde sind aber auch die Leute der Oberschicht Gefangene des Systems, denn auch die denken wohl eher an Geld und nicht über den Sinn des Lebens nach.

Dem entsprechend können die Herrscher ihnen alles mögliche erzählen; wenn es richtig verpackt ist, wird es geglaubt, selbst wenn es völliger Blödsinn ist.

Genau aus dem Grund schaue ich nicht fern und halte mich auch von anderen Massenmedien größtenteils fern. Wenn man das lang genug anschaut/oft genug hört, glaubt man's am Ende doch noch...

Oder wenn es Einzlne merken, dann können sie aber nicht erklären bzw. begründen warum, weil es sich nur als diffuses Gefühl äussert.

Tja, da fehlt halt wieder die philosophische Grundlage, von der wir es bereits hatten. Auch für die Gesellschaft und speziell für Führungskräfte gibt es genaue Informationen in den Veden.

Nun, dann wirst Du auch noch die Möglichkeit dazu finden, denke ich mal.  :flirt:

Das hoffe ich...

"Gut Ding will Weile haben" sagt der Volksmund.  :-> Also könnte es durchaus sein, dass Deine Zeit zum Unterrichten noch nicht gekommen ist.

Ja, da magst du Recht haben. Geduld ist nicht wirklich meine Stärke..

Ansonsten kann ich noch von einer Fortbildung erzählen, die ich mal gemacht habe. Die wesentliche Erkenntnis, die ich am Ende daraus gezogen habe war die, dass ich in dem Bereich, den ich dadurch genauer kennen gelernt habe,  nicht arbeiten will. Die Fortbildung diente also letztlich dazu, etwas darüber herauszufinden, was ich nicht will.

Die gleiche Erfahrung hab ich bei meiner Yogalehrerausbildung gemacht. Eine wichtige, aber doch ziemlich teure Erkenntnis.

Interessant. Aber die Reihenfolge ist in der kirchlichen Lehre völlig uninteressant, weil die ja auch einzeln bzw. in anderer Reihenfolge auftreten könnn.

Hm, also die Veden listen das schon mit gutem Grund in dieser Reihenfolge auf. Eben ursächlicher Natur. Aus Lust entsteht Zorn (kann man oft gut an der Supermarktkasse beobachten, wenn der Wunsch eines Kindes (Lust) nicht erfüllt wird, gibt's ein Riesentheater (Zorn)).
Lust in diesem Sinne nicht nur sexueller Natur, sondern alles, was "Ich will XY haben..." beinhaltet.

LG, Mobi

Offline Hans

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #17 am: 31. August 2014, 01:24:05 »
Hi Mobi,

Ich habe doch die spirituelle Sichtweise beschrieben (die du jenseitig nennst). Die materielle (diesseitige) wäre dann quasi, oh super, auf zu den himmlischen Planeten und "die Sau rauslassen"...
ich glaube, da ist schon wieder ein konzeptioneller Unterschied. Denn in den Veden scheint der Begriff "Spritualität" nicht vorzukommen, oder jedenfalls nicht in dem Sinne, wie ich ihn verstehe. Ich verstehe unter Spiritualität ein Verhalten oder Verhaltensmuster im irdisches Leben. Dabei geht es darum, das Leben anhand der jeweiligen heiligen Schrift auszurichten und Gott zu dienen, wodurch nach christlicher Lehre dann zunächst einmal auch den Menschen der näheren Umgebung und im grösseren Zusammenhang auch der Menschheit als ganzer gedient wird.
Die jenseitige Perspektive dagegen, ist tatsächlich eine solche, die der Mensch bzw. die Seele während der irdischen Inkarnation nicht oder nur begrenzt einnehmen kann, weil es da ein paar Blockaden gibt. Erst wenn die Seele nach dem Tod des bis dahin benutzen bzw. getragenen Körpers wieder ins Jenseits (oder in die feinstoffliche Welt) zurück gekehrt ist, kann sie auch wieder eine umfassendere Perspektive einnehmen. Denn mit dem Tod des Körpers und der Rückkehr ins Jenseits ist sie auch wieder in der Lage, Fehlprägungen, Falschlehren und (sehr wichtig) Vorurteile als solche klar zu erkennen. 
 
Der inkarnierte Mensch kann sich dazu bestenfalls auf seine Gefühle verlassen. Und auf seinen Verstand, der die Erkenntnisse aus der Lehre mit den Erfahrungen des (irdischen) Lebens und den Erfahrungen aus der spirituellen Praxis kombiniert. Mit spiritueller Praxis meine ich damit all jene Übungen, mit denen sich der Mensch der jeweiligen Gottheit zuwendet, und deren Nähe zu erfahren sucht, also Gebete, Meditationen und Kontemplationen. - Unter Kontemplation verstehe ich dabei (nach Wiligis Jäger) höhere bzw. fortgeschrittene Meditationstechniken, zu denen man als "Einsteiger" noch nicht in der Lage ist.
Von dieser Warte betrachtet, ist das, was Du "Spirituelle Sichtweise" nennst, dann doch was anderes, als das, was ich unter "jenseitiger Perspektive" verstehe. 

Doppelgänger
Das klingt nach dem Geist, der als Teil des feinstofflichen Körpers natürlich zurückbleibt, wenn die Seele in die spirituelle Welt geht.
Das stimmt so aber nicht. Der Doppelgänger ist ein Engel mit eigener Persönlichkeit. Er begleitet den Menschen während seines gesammten irdischen Lebens und verlässt ihn erst, wenn der Mensch stirbt und die Seele ins Jenseits zurück kehrt. Das gleiche tut auch der Schutzengel. Auch dieser begleitet den Menschen im irdischen Leben von der Geburt bis zum Tod. Aber anders als der Doppelgänger ist der Schutzengel immer noch im Dienste Gottes tätig und versucht zusammen mit diversen anderen Engeln, den Menschen auf die Wege Gottes zu bringen (oder zu halten) und ihn vor den Einflüsterungen des Doppelgängers zu schützen. Der Doppelgänger wiederum hat die Aufgabe, den Menschen in der grobstofflichen, materiellen Welt zu sichern oder zu erden, so dass er überhaupt erst darin leben kann. Gleichzeitig flüstert er dem Menschen aber auch permanent irgendwelchen Unsinn ein, womit er versucht, den Menschen von den Wegen Gottes abzubringen, bzw. sich generell von Gott abzuwenden, so wie er es getan hat. (Deshalb auch "gefallener Engel".) Bei all dem ist es egal, wie Gott im Detail gerade heisst also in welcher religiösen Tradition der Mensch hinein geboren wurde und lebt, die Engel sind immer da.   


Vorurteile überwinden
Jep, so objektiv wie die Wissenschaftler es behaupten, sind sie dann meistens doch nicht... In dem Buch, das ich gerade übersetze, ist dazu ein interessanter Teil über Paradigmen und Paradigmenwechsel. So nach dem Motto: Wir sehen eh nur, was wir glauben wollen.
Ja, mit der Objektivität ist es immer so eine Sache. Und Paradigmenwechsel setzen meisst dann ein, wenn sich eine Theorie durchsetzt, weil sie einen Sachverhalt genauer beschreibt als andere. Wichtig ist dabei, dass es mit ihrer Hilfe möglich ist, Vorhersagen über den Sachverhalt zu machen, wenn man an den Rahmenbedingungen herum schraubt. Wenn die Theorie genau dass voraus sagt, was bei geändertem Rahmenbedingungen auch eintritt, gilt sie als Richtig. Nun kann es aber sein, dass eine Theorie noch nicht vollständig auf Richtigkeit überprüft ist, diese Prüfungen also noch ausstehen. Dann können einige Wissenschaftler natürlich auch nach ihrem Geschmack oder sonstigen Überzeugungen für andere Theorien einstehen und tun das auch.
Wenn dann einige nach erfolgtem Paradigmenwechsel immer noch an einer mehr oder weniger überholten Theorie festhalten, dann entweder, weil sie die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, dass die von ihnen bevorzugte doch noch sinnvolle Ergebnisse liefert, oder sie sind verbohrt. (Letzteres kann man derzeit in der Wirtschaftspolitik verfolgen, wo man krampfhaft versucht, die Wirklichkeit an die Theorie anzupassen, Erstere sich aber konsequent weigert nach dieser Theorie zu funktionieren.)

Astrologie
Das ist völlig richtig, aber ein Punkt, den westliche Astrologen meisstens völlig ignorieren.

Auch nicht alle, ich kenne auch eine Frau, die westliche Astrologie gelernt hat und dann die vedische und jetzt beides benutzt. Aber das ist leider die Tendenz...
Deswegen hab ich ja geschrieben, dass sie es meisstens ignorieren.  :flirt:

Dadurch sind die so beherrschten Gruppen mit sich selbst beschäftigt und können keine Zeit oder gar Musse mehr finden, über ihr Leben als ganzes oder gar dem Sinn nachzudenken.

Ja, das scheint eine sehr erfolgreiche Taktik der Wirtschaft zu sein. Denn wenn die Leute kapieren würden, dass Konsum nicht glücklich macht, wer würde dann noch konsumieren?
Naja, Konsum allein macht nicht glücklich, aber ich denke, ich verstehe schon was Du meinst.

Solange die Leute Angst haben, kann man sie eben gut kontrollieren.
Im Grunde sind aber auch die Leute der Oberschicht Gefangene des Systems, denn auch die denken wohl eher an Geld und nicht über den Sinn des Lebens nach.
Stimmt. Die meissten machen sich dann Sorgen darüber, wie sie ihr Geld behalten können oder sogar noch mehr bekommen, obwohl sie eh schon viel zuviel davon haben.

Dem entsprechend können die Herrscher ihnen alles mögliche erzählen; wenn es richtig verpackt ist, wird es geglaubt, selbst wenn es völliger Blödsinn ist.

Genau aus dem Grund schaue ich nicht fern und halte mich auch von anderen Massenmedien größtenteils fern. Wenn man das lang genug anschaut/oft genug hört, glaubt man's am Ende doch noch...
Zumindest, wenn man auf bestimmte Medien oder Kanäle fixiert bleibt. Aber sich umfassend zu informieren ist auch eine Frage des Willens und der Kompetenz im Umgang mit den Medien. Wer darin inkompetent ist und auch keine Lust hat, daran was zu ändern, ist natürlich manipulierbar und bleibt es auch. Wenn man sich jedoch von den Medien abwendet, von denen man irgendwann das Gefühl hat, dass sie einen nicht wirklich informieren, sondern eine bestimmte Meinung aufdrücken wollen, hat man schon einen wichtigen Schritt in die Richtung getan, der einem zum kompetenten Menschen macht. Dann hat man u.U. aber die Schwierigkeit, diejenigen Quellen zu finden, die einem auch alternative Konzepte aufzeigen und vor allem auch erklären. So ging es mir jedenfalls, als ich mich mal näher mit Wirtschaft und Wirtschaftspolitik beschäftigt habe. 

Oder wenn es Einzlne merken, dann können sie aber nicht erklären bzw. begründen warum, weil es sich nur als diffuses Gefühl äussert.

Tja, da fehlt halt wieder die philosophische Grundlage, von der wir es bereits hatten.
Nicht nur. Oftmals (vor allem in wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Fragen) fehlt es auch an Grundlagenwissen über Zusammenhänge. Sobald das aber gegeben ist, kommt die Philosophie ins Spiel, weil die in letzter Konsequenz den Grund für die verschiedenen Wege zur Lösung von Sachproblemen liefert.

"Gut Ding will Weile haben" sagt der Volksmund.  :-> Also könnte es durchaus sein, dass Deine Zeit zum Unterrichten noch nicht gekommen ist.

Ja, da magst du Recht haben. Geduld ist nicht wirklich meine Stärke..
Das solltest Du aber doch beim Yoga gelernt haben, also Dich in Geduld zu üben. Oder nicht?   :cool1:

Die Fortbildung diente also letztlich dazu, etwas darüber herauszufinden, was ich nicht will.

Die gleiche Erfahrung hab ich bei meiner Yogalehrerausbildung gemacht. Eine wichtige, aber doch ziemlich teure Erkenntnis.
Interessant. Aber gemäss dem Wikipediaartikel zum Yoga gibt es da doch rund ein Dutzend (oder mehr) verschiedene Wege und Schwerpunkte. Die reichen von der reinen "Gymnastik" ohne jeglichen philosophischen Hintergrund (da sich das praktizierte auch alles medizinisch erklären lässt) bis hin zur rein philosophischen Lehre, die ohne jegliche Körperliche Übung daher kommt. Natürlich mit allen möglichen Abstufungen dazwischen. Aus dieser Perspektive heraus spekulier ich jetzt mal, dass Du nur an den falschen Lehrkurs geraten bist. Aber tatsächlich kann ich das natürlich nicht beurteilen.

Laster
Hm, also die Veden listen das schon mit gutem Grund in dieser Reihenfolge auf. Eben ursächlicher Natur. Aus Lust entsteht Zorn (kann man oft gut an der Supermarktkasse beobachten, wenn der Wunsch eines Kindes (Lust) nicht erfüllt wird, gibt's ein Riesentheater (Zorn)).
Ja okay, das ergibt einen Sinn. Zumindest in diesem Beispiel.

Lust in diesem Sinne nicht nur sexueller Natur, sondern alles, was "Ich will XY haben..." beinhaltet.
Ah ja. - Aber das der Begriff "Lust" nicht nur sexueller Natur ist, ist mir schon klar.  :-> Er ist hierzulande aber, wissenschaftlich ausgedrückt, wohl am stärksten damit konnotiert. Und, um mal beim sexuellen Beispiel zu bleiben: Oftmals zeigt sich ja, dass man augenblickliche Lust besser auf später verschiebt, weil man mehr davon hat, wenn man sie später auslebt, dann aber in gebündelter Form. (Wobei die genaue Interpretation von "gebündelter Form" jedem selbst überlassen sei.  :-> )

Soweit mal wieder diese, unter anderen  :meditate1: entstandenen Anmerkungen.

:winken:
Hans
 
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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #18 am: 31. August 2014, 12:04:19 »
Hallo Hans,

ich glaube, da ist schon wieder ein konzeptioneller Unterschied. Denn in den Veden scheint der Begriff "Spritualität" nicht vorzukommen, oder jedenfalls nicht in dem Sinne, wie ich ihn verstehe. Ich verstehe unter Spiritualität ein Verhalten oder Verhaltensmuster im irdisches Leben. Dabei geht es darum, das Leben anhand der jeweiligen heiligen Schrift auszurichten und Gott zu dienen, wodurch nach christlicher Lehre dann zunächst einmal auch den Menschen der näheren Umgebung und im grösseren Zusammenhang auch der Menschheit als ganzer gedient wird.

Joa, das wäre dann Bhakti Yoga, worum es in der Bhagavad Gita ja hauptsächlich geht.

Die jenseitige Perspektive dagegen, ist tatsächlich eine solche, die der Mensch bzw. die Seele während der irdischen Inkarnation nicht oder nur begrenzt einnehmen kann, weil es da ein paar Blockaden gibt.

Diese Sichtweise ist es ja eigentlich, die uns die Schriften (z.B. Krishna in der Bhagavad Gita) vermitteln wollen. Wenn man lange genug praktiziert, kann man diese Blockaden durchaus überwinden und Fehler/Vorurteile hinter sich lassen. Die Praxis soll uns ja genau an diesen Punkt bringen, weil das die Voraussetzung ist, um in die spirituelle Welt zurückzukehren. Dh. Menschen, die kurz davor stehen, zurückzugehen (nach diesem Leben) haben diese Sichtweise durchaus auch schon im diesseitigen Leben.

Der inkarnierte Mensch kann sich dazu bestenfalls auf seine Gefühle verlassen. Und auf seinen Verstand, der die Erkenntnisse aus der Lehre mit den Erfahrungen des (irdischen) Lebens und den Erfahrungen aus der spirituellen Praxis kombiniert.

Sich auf seine Gefühle (also auf den Geist) zu verlassen, ist meistens keine so gute Idee. Und auch der Verstand ist meist noch sehr materiell verunreinigt. Genau dazu haben wir ja die Schriften, als Anleitung.
Und klar, es reicht nicht, nur etwas auswendig zu lernen, sondern man muss es, wie du schreibst, auch anwenden, sonst kann man nur wenig Nutzen daraus ziehen.

Von dieser Warte betrachtet, ist das, was Du "Spirituelle Sichtweise" nennst, dann doch was anderes, als das, was ich unter "jenseitiger Perspektive" verstehe. 

Die spirituelle Sichtweise, von der ich schreibe, sollte all das, was du erwähnt hast, einschließen. Aber es stimmt, dass wir uns die spirituelle Welt in unserem jetzigen Zustand nicht vorstellen können, aber dazu gibt's ja Beschreibungen in den Schriften.

Der Doppelgänger begleitet den Menschen während seines gesammten irdischen Lebens und verlässt ihn erst, wenn der Mensch stirbt und die Seele ins Jenseits zurück kehrt. Das gleiche tut auch der Schutzengel.

Ah ja, diese beiden Funktionen werden in der vedischen Literatur auch erklärt. Der "Gute" ist die Überseele, die jeden Menschen begleitet und der "Schlechte" ist Maya (die Person, durch die Krishna illusionierende Energie wirkt).
Maya wirkt nur in der materiellen Welt und die Überseele hat auch ihren Zweck erfüllt, wenn die Seele zurück in die spirituelle Welt geht.

Aber anders als der Doppelgänger ist der Schutzengel immer noch im Dienste Gottes tätig und versucht zusammen mit diversen anderen Engeln, den Menschen auf die Wege Gottes zu bringen (oder zu halten) und ihn vor den Einflüsterungen des Doppelgängers zu schützen.

Dieses Wissen ist übrigens auch bei den Indianern Amerikas vorhanden. Dort gibt es den Vergleich mit einem guten und einem schlechten Hund in uns und je nachdem, welchen man füttert, wird derjenige stärker.

Ja, mit der Objektivität ist es immer so eine Sache. Und Paradigmenwechsel setzen meisst dann ein, wenn sich eine Theorie durchsetzt, weil sie einen Sachverhalt genauer beschreibt als andere.

Ich finde es echt erstaunlich, wieviel Vertrauen die meisten Menschen in die Wissenschaft haben, wo es doch eigentlich auf der Hand liegt, dass das alles von Menschen fabrizierte Theorien sind (und irren ist nunmal menschlich  :->). Dazu kommt, dass die "Fakten" teilweise widerlegt werden und dann das Gegenteil zur wissenschaftlichen Basis wird (da fällt mir als Beispiel grade die Erde als Scheibe/Kugel ein). Sehr "wissenschaftlich" muss ich sagen...
Wer weiß, was wir gerade als wissenschaftlich bewiesen ansehen, was in den nächsten paar Jahrzehnten widerlegt wird?

(Letzteres kann man derzeit in der Wirtschaftspolitik verfolgen, wo man krampfhaft versucht, die Wirklichkeit an die Theorie anzupassen, Erstere sich aber konsequent weigert nach dieser Theorie zu funktionieren.)

Tja, genau dann sollte man sich über die Theorie vielleicht doch nochmal Gedanken machen...  :-)
Die Veden empfehlen übrigens einen einfachen, nachhaltigen Lebensstil im Einklang mit der Natur. Also genau das Gegenteil von dem, worauf wir gerade aus sind.

Naja, Konsum allein macht nicht glücklich, aber ich denke, ich verstehe schon was Du meinst.

Konsum beruht im Grunde auf dem Erfüllen von unseren Wünschen und nachdem der Geist davon unendlich viele produziert, ist es ein ziemlich sinnloses Unterfangen, so glücklich werden zu wollen.

Stimmt. Die meissten machen sich dann Sorgen darüber, wie sie ihr Geld behalten können oder sogar noch mehr bekommen, obwohl sie eh schon viel zuviel davon haben.

Genau, womit wir damit wieder bei deiner Frage zum Thema "Ab wann ist man reich?" wären. Man denkt immer, man bräuchte nur noch ein kleines bisschen mehr, um glücklich zu sein...
Mein Lehrer hat mal eine Rede im House of Lords in London gehalten und gesagt: "You can tell how rich you are by trying to find how many things you have that money can't buy."

Zumindest, wenn man auf bestimmte Medien oder Kanäle fixiert bleibt. Aber sich umfassend zu informieren ist auch eine Frage des Willens und der Kompetenz im Umgang mit den Medien.

Stimmt, ich nutze ja auch das Internet (und sogar Facebook), um mich z.B. über die vedische Philosophie zu informieren. Es kommt immer darauf an, wie man etwas verwendet.

Nicht nur. Oftmals (vor allem in wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Fragen) fehlt es auch an Grundlagenwissen über Zusammenhänge. Sobald das aber gegeben ist, kommt die Philosophie ins Spiel, weil die in letzter Konsequenz den Grund für die verschiedenen Wege zur Lösung von Sachproblemen liefert.

Meiner Erfahrung nach zeigt die vedische Philosophie viel größere Zusammenhänge auf, als wir normalerweise gewohnt sind.

Das solltest Du aber doch beim Yoga gelernt haben, also Dich in Geduld zu üben. Oder nicht?   :cool1:

Tja, vielleicht sollte ich doch wieder mehr Yoga machen...  :-)

Interessant. Aber gemäss dem Wikipediaartikel zum Yoga gibt es da doch rund ein Dutzend (oder mehr) verschiedene Wege und Schwerpunkte. Die reichen von der reinen "Gymnastik" ohne jeglichen philosophischen Hintergrund (da sich das praktizierte auch alles medizinisch erklären lässt) bis hin zur rein philosophischen Lehre, die ohne jegliche Körperliche Übung daher kommt. Natürlich mit allen möglichen Abstufungen dazwischen. Aus dieser Perspektive heraus spekulier ich jetzt mal, dass Du nur an den falschen Lehrkurs geraten bist. Aber tatsächlich kann ich das natürlich nicht beurteilen.

Ich habe die Ausbildung in einer Richtung gemacht, die beides beinhaltet (also sowohl Asanas als auch Philosophie) und musste leider im Bereich Philosophie feststellen, dass da ziemlich wenig Ahnung vorhanden ist (der Asanateil war ziemlich gut). Und genau da sehe ich das Problem in der Yogaszene, viele schreiben sich auf die Fahnen, ach wir sind ja so spirituell und die Philosophie ist uns so wichtig, verbreiten aber bestenfalls Halbwissen.
Gut, letztendlich habe ich ja doch noch das gefunden, was ich jetzt mache und Bhakti Yoga ist schließlich auch Yoga (wenn auch an dem Ende des Spektrums, das ohne Asanas auskommt).

Und, um mal beim sexuellen Beispiel zu bleiben: Oftmals zeigt sich ja, dass man augenblickliche Lust besser auf später verschiebt, weil man mehr davon hat, wenn man sie später auslebt, dann aber in gebündelter Form. (Wobei die genaue Interpretation von "gebündelter Form" jedem selbst überlassen sei.  :-> )

Nun ja, die vedische Auffassung bezüglich sexuellen Aktivitäten ist ziemlich deutlich: Sex is for procreation, not for recreation. Was ja auch die Bedeutung der Enthaltsamkeit in den meisten mir bekannten spirituellen Praktiken bestätigt.

LG, Mobi

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #19 am: 01. September 2014, 03:35:20 »
Hi Mobi,

Joa, das wäre dann Bhakti Yoga, worum es in der Bhagavad Gita ja hauptsächlich geht.
Ah ja.

Die jenseitige Perspektive
Diese Sichtweise ist es ja eigentlich, die uns die Schriften (z.B. Krishna in der Bhagavad Gita) vermitteln wollen. Wenn man lange genug praktiziert, kann man diese Blockaden durchaus überwinden und Fehler/Vorurteile hinter sich lassen.
Soweit einverstanden.

Die Praxis soll uns ja genau an diesen Punkt bringen, weil das die Voraussetzung ist, um in die spirituelle Welt zurückzukehren. Dh. Menschen, die kurz davor stehen, zurückzugehen (nach diesem Leben) haben diese Sichtweise durchaus auch schon im diesseitigen Leben.
Menschen, die eine derartige Sichtweise auch schon in diesem Leben entwickeln, die nicht nur auf Theorie beruht, gibt es aber wahrscheinlich nicht sehr viele. Aber davon abgesehen, kehrt die Seele laut christlicher Mystik nach einem irdischen Leben sowie in die jenseitige, bzw. spirituelle Welt zurück und bleibt dort eine Weile.

Sich auf seine Gefühle (also auf den Geist) zu verlassen, ist meistens keine so gute Idee. Und auch der Verstand ist meist noch sehr materiell verunreinigt. Genau dazu haben wir ja die Schriften, als Anleitung.

Und klar, es reicht nicht, nur etwas auswendig zu lernen, sondern man muss es, wie du schreibst, auch anwenden, sonst kann man nur wenig Nutzen daraus ziehen.
Klar muss man das Spirituelle auch machen, sonst wird man bestenfalls verwirrt, aber findet keine Klarheit.
Aber selbst wenn man das nur Teilweise macht, so gibt es doch eine Anzeige, die einem sagt, ob man auf einem guten Weg ist, oder nicht. Wenn man nämlich im Sinne einer Ethik lebt, die sich für ein nachhaltiges Leben im Umgang mit der Umwelt und den Mitmenschen ausspricht, immer mehr oder weniger dem Gemeinwohl verpflichtet handelt, und sich dabei wohl fühlt, bzw. ganz allgemein immer das Gefühl hat, anderen zu helfen und ganz allgemein etwas zum Wohle der Allgemeinheit zu tun, dann kann man auch davon ausgehen, dass das so ist.
Dann handelt man im Sinne des Himmels und dieser unterstützt einen dabei auch.


Aber es stimmt, dass wir uns die spirituelle Welt in unserem jetzigen Zustand nicht vorstellen können, aber dazu gibt's ja Beschreibungen in den Schriften.
Äh ja, und da steht dann, dass kein Auge je gesehen hat und kein Ohr je gehört hat, was den Vater im Himmel jenen bereitet hat, die seinen Geboten folgen...
Aber gut, das steht in der Bibel irgendwo als Beschreibung des Paradieses, hat also nichts mir vedischer Philosophie zu tun.

Der Doppelgänger begleitet den Menschen während seines gesammten irdischen Lebens und verlässt ihn erst, wenn der Mensch stirbt und die Seele ins Jenseits zurück kehrt. Das gleiche tut auch der Schutzengel.

Ah ja, diese beiden Funktionen werden in der vedischen Literatur auch erklärt. Der "Gute" ist die Überseele, die jeden Menschen begleitet und der "Schlechte" ist Maya (die Person, durch die Krishna illusionierende Energie wirkt).
Maya wirkt nur in der materiellen Welt und die Überseele hat auch ihren Zweck erfüllt, wenn die Seele zurück in die spirituelle Welt geht.
Eine "Überssele" oder besser ein "Über-ich" gibt es in der christlichen Mystik auch, das ist aber noch mal was anderes als die bisher beschrieben Engel. Nämlich ein weiterer Engel auf einer höheren Hirachiestufe als die anderen. Und der ist genauso Unsterblich wie die Seele selbst und "wacht" über seine Menschen (12 an der Zahl) sowohl während einer irdischen Inkarnation als auch im Jenseits.
Und "illusionierende Energie" bewirkt der christiliche Gott nicht. Illusionen erschaffen nur die gefallenen Engel, die einem dazu bringen wollen, sich von Gott abzuwenden.
 
Dieses Wissen ist übrigens auch bei den Indianern Amerikas vorhanden. Dort gibt es den Vergleich mit einem guten und einem schlechten Hund in uns und je nachdem, welchen man füttert, wird derjenige stärker.
Klar, die vergleichende Religionswissenschaft kennt viele Überschneidungen der verschiedensten Religionen auf der Welt.

Wissenschaft, bzw. wissenschaftliche Theorien
Ich finde es echt erstaunlich, wieviel Vertrauen die meisten Menschen in die Wissenschaft haben, wo es doch eigentlich auf der Hand liegt, dass das alles von Menschen fabrizierte Theorien sind (und irren ist nunmal menschlich  :->).
Also auf die Naturwissenschaften bezogen, machst Du mit dieser Aussage den Eindruck, dass Du keine Ahnung von Wissenschaftstheorie hast. Danach ist eine Theorie im Naturwissenschaftlichen Sinne ein Modell, das einem die Natur, bzw. die darin vorgefundenen Phänomene erklären kann. Aber nicht nur dass. Damit eine Theorie den Namen auch verdient, muss sie experimentel überprüfbar sein. Das heisst, die Aussagen, die sie über eine Sache macht müssen mit den Ergebnissen der Experimente übereinstimmen und zwar unabhängig von Zeit und Ort. Und ein bestimmtes Experiment muss immer die gleichen Ergebnisse liefern. Erst wenn all das zutrifft, dann darf in der Naturwissenschaft von einer Theorie gesprochen werden. Sonst nicht! Eine ausführlichere Erklärung findest Du hier.

Dazu kommt, dass die "Fakten" teilweise widerlegt werden und dann das Gegenteil zur wissenschaftlichen Basis wird (da fällt mir als Beispiel grade die Erde als Scheibe/Kugel ein). Sehr "wissenschaftlich" muss ich sagen...
Dazu wäre zu sagen, dass die Naturwissenschaft, so wie sie heute verstanden wird, auch gerade mal 400 Jahre alt ist und erst durch einem gewissen Galileo Galilei eingeführt wurde. Die Idee von der Welt als Scheibe ist dagegen wesentlich älter und beruht nicht auf Naturwissenschaft, sondern auf Naturphilosophie. Dem entsprechnd waren die alten Griechen etwa alle keine Naturwissenschaftler sondern Naturphilosophen.  Dagegen ist auch erst mal nichts einzuwenden. Problematisch wird es erst dann, wenn das Experiment zur Überprüfung einer Hypothese abgelehnt wird. Ich weis nicht, wie die entsprechende Strömung hies, aber die gab es.

Wer weiß, was wir gerade als wissenschaftlich bewiesen ansehen, was in den nächsten paar Jahrzehnten widerlegt wird?
Genau wie das übrige Leben auch, ist auch die Wissenschaft im ständigen Fluss. Es werden Hypothesen aufgestellt und überprüft, (wobei so eine Überprüfung auch gern mal ein paar Jahrzehnte dauern kann). Wenn die Hypothesen sich als zutreffend erweisen, bekommen sie den Rang einer Theorie. Wenn sie sich nicht als zutreffend heraus stellen, dann bleiben sie Hypothesen. 
Und nebenbei: Wenn so manche Theorie, die die Wissenschaft in den letzten 400 Jahren hervor gebracht hat, nicht stimmen würde, dann müsstest Du Deine Reisen nach Indien mit dem Segelschiff unternehmen anstatt mit dem Flugzeug und diese Diskussion hier könnten wir gar nicht führen, weil wir uns wahrscheinlich nie begegnen würden. (Die tatsächliche Begegnung vor inzwischen schon 6 Jahren war ja auch eine geplante Angelegenheit und keine Zufällige.)

(Letzteres kann man derzeit in der Wirtschaftspolitik verfolgen, wo man krampfhaft versucht, die Wirklichkeit an die Theorie anzupassen, Erstere sich aber konsequent weigert nach dieser Theorie zu funktionieren.)
Tja, genau dann sollte man sich über die Theorie vielleicht doch nochmal Gedanken machen...  :-)
Das machen ja viele, und publizieren das auch. Aber die anderen haben momentan noch die Übermacht und benutzen diese auch, um ihre Ansichten präsent zu halten. Denn diese blöde "Theorie" (die im Naturwissenschaftlichen Sinne nur eine Hypothese ist), ist genau jene Wirtschaftsideologie, die ich im vorletzten Beitrag schon angesprochen habe.


Naja, Konsum allein macht nicht glücklich, aber ich denke, ich verstehe schon was Du meinst.

Konsum beruht im Grunde auf dem Erfüllen von unseren Wünschen und nachdem der Geist davon unendlich viele produziert, ist es ein ziemlich sinnloses Unterfangen, so glücklich werden zu wollen.
Ich hatte "Konsum" hier so verstanden, dass darunter auch die Beschaffung der zum Leben notwendigen Dinge verstanden wird, also das tägliche Brot oder Müsli, Kleidung, Hygieneartikel wie die Zahnbürste und das Duschgel (oder die Seife) und natürlich auch die Bücher, die wir lesen.
Die Frage, die man sich dann irgendwann stellen sollte ist die, ob man bestimmte Artikel wirklich braucht oder nicht. Oftmals kommt man dann zu dem Schluss, dass man vieles gar nicht braucht und deshalb gut drauf verzichten kann.


Genau, womit wir damit wieder bei deiner Frage zum Thema "Ab wann ist man reich?" wären. Man denkt immer, man bräuchte nur noch ein kleines bisschen mehr, um glücklich zu sein...
Ja, dass ist das, was uns u.a. die Werbung eintrichtern will, dass man irgendwelches materielle Gedöns  braucht, um glücklich zu werden. Oder man soll durch das essen oder trinken irgendwelcher speziellen Produkte glücklich werden.
Alles Unfug!

Mein Lehrer hat mal eine Rede im House of Lords in London gehalten und gesagt: "You can tell how rich you are by trying to find how many things you have that money can't buy."
Ah ja, und erntete lange Gesichter, schätze ich mal.


Umgang mit den Medien.
Stimmt, ich nutze ja auch das Internet (und sogar Facebook), um mich z.B. über die vedische Philosophie zu informieren. Es kommt immer darauf an, wie man etwas verwendet.
Eben.

Wege zur Lösung von Sachproblemen liefert.
Meiner Erfahrung nach zeigt die vedische Philosophie viel größere Zusammenhänge auf, als wir normalerweise gewohnt sind.
Schon möglich. Aber ich denke mal, als gelernte Lehrerin solltest Du doch auch wissen, dass unser Bildungssystem derzeit nicht darauf ausgerichtet ist, alles in grösseren Zusammenhängen zu sehen. Im Gegenteil wird doch oftmals nur Teilwissen vermittelt. Aber das, was es braucht, um überhaupt erst mal in grösseren Zusammenhängen denken zu können, bleibt auf der Strecke. Und das scheint mir in manchen Fällen auch politisch gewollt zu sein, um uns als Volk blöd zu halten, bzw. auch weiter für Blöd verkaufen zu können.  :meckern:

Tja, vielleicht sollte ich doch wieder mehr Yoga machen...  :-)
Wahrscheinlich.  :->

... Aus dieser Perspektive heraus spekulier ich jetzt mal, dass Du nur an den falschen Lehrkurs geraten bist. ...

Ich habe die Ausbildung in einer Richtung gemacht, die beides beinhaltet (also sowohl Asanas als auch Philosophie) und musste leider im Bereich Philosophie feststellen, dass da ziemlich wenig Ahnung vorhanden ist (der Asanateil war ziemlich gut). Und genau da sehe ich das Problem in der Yogaszene, viele schreiben sich auf die Fahnen, ach wir sind ja so spirituell und die Philosophie ist uns so wichtig, verbreiten aber bestenfalls Halbwissen.
Das gibt es aber doch überall, was nätürlich keine Entschuldigung ist, aber eine Feststellung.

Gut, letztendlich habe ich ja doch noch das gefunden, was ich jetzt mache und Bhakti Yoga ist schließlich auch Yoga (wenn auch an dem Ende des Spektrums, das ohne Asanas auskommt).
So aus der Ferne betrachtet, aufgrund dessen, was ich bisher so von Dir gelesen habe, scheinst Du aber trotzdem beides zu brauchen. Zur Zeit mag Dir die Philosophie wichtiger sein, aber ganz ohne Asanas wird es langfristig wohl doch nicht klappen. Und wenn es keine Asanas sind, dann eine andere Art von Sport.

Nun ja, die vedische Auffassung bezüglich sexuellen Aktivitäten ist ziemlich deutlich: Sex is for procreation, not for recreation.
Diese Auffassung haben die Kirchen ja auch lange vertreten, bzw. vertreten sie zum Teil immer noch. Das sehe ich aber längst nicht so eng. Sondern so, dass Sex der höchste Beweis für gegenseitige Liebe ist und u.a. auch das Ziel hat, das die Partner miteinander Eins werden, was natürlich nur auf der Spirituellen Ebene geht. Und dieses Eins werden erleben sie in der Regel mit dem Orgasmus und dauert real folglich nicht sehr lange. Gefühlt kann das aber völlig anders aussehen. Und in dem Sinne praktizierte Sexualität ist es eben nicht nur Fortpflanzung, sondern intimster oder besser persönlichster Ausdruck davon, das zwei zusammen gehören.

:winken:
Hans

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #20 am: 02. September 2014, 14:01:11 »
Hallo Hans,

ich komme im Moment leider nicht dazu zu antworten, heute ist ein wichtiges Festival und wir stecken schon seit gestern in den Vorbereitungen. Aber keine Sorge, du kriegst schon noch eine Antwort!

LG, Mobi

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #21 am: 03. September 2014, 22:03:26 »
Hi Mobi,

kein Problem.  :flirt:
Dann antwortest Du halt, wenn Du wieder Zeit hast.

:winken:
Hans
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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #22 am: 04. September 2014, 12:10:12 »
Hallo Hans,

so... weiter geht's!

Menschen, die eine derartige Sichtweise auch schon in diesem Leben entwickeln, die nicht nur auf Theorie beruht, gibt es aber wahrscheinlich nicht sehr viele.

Ja, das stimmt.

Aber davon abgesehen, kehrt die Seele laut christlicher Mystik nach einem irdischen Leben sowie in die jenseitige, bzw. spirituelle Welt zurück und bleibt dort eine Weile.

Hm, das ist aber nicht die spirituelle Welt (auch wenn sie das vielleicht ähnlich bezeichnen mögen), denn aus der kehrt man nie wieder in die materielle Welt zurück, wenn man es mal zurück geschafft hat. Das wird wohl ein Ort in dieser Dimension sein (und in den Veden wird ebenfalls beschrieben, dass es einige Zeit dauert, bis die Seele wieder reinkarniert, meistens anscheinend ein paar Monate).

Aber selbst wenn man das nur Teilweise macht, so gibt es doch eine Anzeige, die einem sagt, ob man auf einem guten Weg ist, oder nicht. Wenn man nämlich im Sinne einer Ethik lebt, die sich für ein nachhaltiges Leben im Umgang mit der Umwelt und den Mitmenschen ausspricht, immer mehr oder weniger dem Gemeinwohl verpflichtet handelt, und sich dabei wohl fühlt, bzw. ganz allgemein immer das Gefühl hat, anderen zu helfen und ganz allgemein etwas zum Wohle der Allgemeinheit zu tun, dann kann man auch davon ausgehen, dass das so ist.
Dann handelt man im Sinne des Himmels und dieser unterstützt einen dabei auch.

Das ist nicht das, was normalerweise als spirituell bezeichnet wird (denn der Bezug zu Gott fehlt hier). Das sind halt fromme Taten (die gutes Karma produzieren, aber das hilft einem ja nicht, aus der materiellen Welt herauszukommen). Das kann aber durchaus der Anfang sein, denn um ein spirituelles Leben zu beginnen, braucht man normalerweise einen gewissen "Vorrat" an guten Taten.

Äh ja, und da steht dann, dass kein Auge je gesehen hat und kein Ohr je gehört hat, was den Vater im Himmel jenen bereitet hat, die seinen Geboten folgen...
Aber gut, das steht in der Bibel irgendwo als Beschreibung des Paradieses, hat also nichts mir vedischer Philosophie zu tun.

Das stimmt durchaus, dass diese Dinge mit unseren materiellen Sinnen nicht erfassbar sind. In den Veden gibt es diesbezüglich aber sehr genaue Beschreibungen (z.B. bis hin zu einem detaillierten Tagesablauf von Krishna, was er wann wo mit wem macht etc.).

Eine "Überssele" oder besser ein "Über-ich" gibt es in der christlichen Mystik auch, das ist aber noch mal was anderes als die bisher beschrieben Engel.

Ja, ich merke schon, dass teilweise die gleichen Begriffe für verschiedene Sachen verwendet werden, was das Ganze natürlich etwas kompliziert macht.

Also auf die Naturwissenschaften bezogen, machst Du mit dieser Aussage den Eindruck, dass Du keine Ahnung von Wissenschaftstheorie hast. Danach ist eine Theorie im Naturwissenschaftlichen Sinne ein Modell, das einem die Natur, bzw. die darin vorgefundenen Phänomene erklären kann. Aber nicht nur dass. Damit eine Theorie den Namen auch verdient, muss sie experimentel überprüfbar sein. Das heisst, die Aussagen, die sie über eine Sache macht müssen mit den Ergebnissen der Experimente übereinstimmen und zwar unabhängig von Zeit und Ort. Und ein bestimmtes Experiment muss immer die gleichen Ergebnisse liefern. Erst wenn all das zutrifft, dann darf in der Naturwissenschaft von einer Theorie gesprochen werden. Sonst nicht! Eine ausführlichere Erklärung findest Du hier.

Ja, so arbeitet die Wissenschaft. Was ich meine, ist dass eben diese Experimente immer von unseren Sinnen abhängig sind. Und alle Gerätschaften, die verwendet werden, nur eine Erweiterung unserer Sinne (z.B. ein Mikroskop für den Sehsinn).
Deshalb basiert das alles auf unseren unzulänglichen Sinnen (und nur weil ein ebenfalls unzulänglicher Sinn dasselbe Ergebnis woanders nachmachen kann, ist eigentlich noch nichts bewiesen, außer dass die Sinne ähnlich funktionieren).
Das mag bei materiellen Dingen halbwegs funktionieren, aber spirituelle Dinge liegen eben außerhalb unserer materiellen Wahrnehmung, deshalb ist es auch kein Wunder, dass Wissenschaftler oft an sowas nicht "glauben" (weil man es nicht wahrnehmen kann, aber das liegt eben in der Natur der Sache).

Und nebenbei: Wenn so manche Theorie, die die Wissenschaft in den letzten 400 Jahren hervor gebracht hat, nicht stimmen würde, dann müsstest Du Deine Reisen nach Indien mit dem Segelschiff unternehmen anstatt mit dem Flugzeug und diese Diskussion hier könnten wir gar nicht führen, weil wir uns wahrscheinlich nie begegnen würden. (Die tatsächliche Begegnung vor inzwischen schon 6 Jahren war ja auch eine geplante Angelegenheit und keine Zufällige.)

Stimmt, ich habe auch nie behauptet, dass die Wissenschaft (für materielle Dinge!) keinen Nutzen hat. Und ja, man kann sie sogar für spirituelle Dinge verwenden (z.B. wenn ich in einen Flieger steige, um zu einem heiligen Ort zu reisen). Oder hier über solche Themen zu diskutieren...
Das Problem ist nur, dass die Wissenschaft in unserer Gesellschaft im Grunde das Nonplusultra ist (denn dadurch wird der Konsum und Luxus ja erst ermöglicht) und nur weniger darüber hinausdenken.

Das machen ja viele, und publizieren das auch. Aber die anderen haben momentan noch die Übermacht und benutzen diese auch, um ihre Ansichten präsent zu halten.

Ja, genau da liegt der Knackpunkt: Nämlich dass die Wissenschaftler nicht unabhängig sind. Sie werden ja zu einem großen Teil von der Wirtschaft finanziert. Hört man von der Uni öfter, dass eben Projekt, von denen die Wirtschaft was hat, sich keine Sorgen über Fördergelder machen müssen. Besonders auffällig wohl in Bereichen, in denen wirklich Geld verdient wird, also z.B. Bereiche, die für die Pharmaindustrie interessant sind.

Ich hatte "Konsum" hier so verstanden, dass darunter auch die Beschaffung der zum Leben notwendigen Dinge verstanden wird, also das tägliche Brot oder Müsli, Kleidung, Hygieneartikel wie die Zahnbürste und das Duschgel (oder die Seife) und natürlich auch die Bücher, die wir lesen.

Ok, ich hatte Konsum eher so verwendet als alles, was man außer den lebensnotwendigen Dingen braucht. (Also z.B. das neue Handy, obwohl das alte noch funktioniert.)

Die Frage, die man sich dann irgendwann stellen sollte ist die, ob man bestimmte Artikel wirklich braucht oder nicht. Oftmals kommt man dann zu dem Schluss, dass man vieles gar nicht braucht und deshalb gut drauf verzichten kann.

Die Erfahrung hab ich auch gemacht und teilweise drastisch reduziert. Z.B. im Bereich der Kosmetik (was aber vor allem auch dadurch motiviert war, dass ich Produkte vermeiden wollte, die an Tieren getestet werden und außerdem natürlichere Sachen verwenden wollte, also Öl statt Bodylotion etc.)

Ja, dass ist das, was uns u.a. die Werbung eintrichtern will, dass man irgendwelches materielle Gedöns  braucht, um glücklich zu werden. Oder man soll durch das essen oder trinken irgendwelcher speziellen Produkte glücklich werden.
Alles Unfug!

Jep, ganz genau!  :doof:

Ah ja, und erntete lange Gesichter, schätze ich mal.

Interessanterweise erntete er genau das Gegenteil. Die waren richtig berührt, weil ihnen das wahrscheinlich im Leben noch keiner gesagt hatte. In solchen Kreisen zählt ja oft nur, wieviel Kohle man hat.

Schon möglich. Aber ich denke mal, als gelernte Lehrerin solltest Du doch auch wissen, dass unser Bildungssystem derzeit nicht darauf ausgerichtet ist, alles in grösseren Zusammenhängen zu sehen. Im Gegenteil wird doch oftmals nur Teilwissen vermittelt. Aber das, was es braucht, um überhaupt erst mal in grösseren Zusammenhängen denken zu können, bleibt auf der Strecke. Und das scheint mir in manchen Fällen auch politisch gewollt zu sein, um uns als Volk blöd zu halten, bzw. auch weiter für Blöd verkaufen zu können.  :meckern:

Ja, das ist einer der vielen Gründe, warum ich unserem Bildungssystem den Rücken gekehrt habe... Der Anspruch "In der Schule lernt man was fürs Leben" ist immer weniger gegeben.

So aus der Ferne betrachtet, aufgrund dessen, was ich bisher so von Dir gelesen habe, scheinst Du aber trotzdem beides zu brauchen. Zur Zeit mag Dir die Philosophie wichtiger sein, aber ganz ohne Asanas wird es langfristig wohl doch nicht klappen. Und wenn es keine Asanas sind, dann eine andere Art von Sport.

Nun, ich habe ja auch noch meine tägliche Praxis der Mantrameditation (und seit ich das mache, gibt mir Yoga lang nicht mehr so viel wie früher). Um den Körper gesund zu halten, ist Yoga gut geeignet (besser als jeder Sport, weswegen ich damit auch nix mehr am Hut habe). Und auch um den Geist zu beruhigen und ausgeglichener zu sein (was aber auch durch Bhakti Yoga erreicht werden kann, und das effektiver).
Insofern ist es nur noch Mittel zum Zweck (gesund zu bleiben) und nicht mehr der Zweck an sich. Aber es spricht ja nichts dagegen, es einzusetzen, solange es dem höheren Zweck dient.

Diese Auffassung haben die Kirchen ja auch lange vertreten, bzw. vertreten sie zum Teil immer noch.

Ja, ein Hinweis darauf, dass es sich dabei um ein spirituelles Prinzip handelt.

Sondern so, dass Sex der höchste Beweis für gegenseitige Liebe ist und u.a. auch das Ziel hat, das die Partner miteinander Eins werden, was natürlich nur auf der Spirituellen Ebene geht.

Nun, das mit dem Einswerden ist so ein spirituelles Missverständnis (wahrscheinlich DAS Missverständnis schlechthin...). Es ist möglich, aber wohl kaum Ziel eines ernsthaften spirituellen Weges.
Und die körperliche Vereinigung hat damit herzlich wenig zu tun, das ist einfach auf der materiellen Ebene.

Und dieses Eins werden erleben sie in der Regel mit dem Orgasmus und dauert real folglich nicht sehr lange.

Genau, wirkliche Nähe und eine tiefe Beziehung entsteht dadurch eben nicht. Und wenn ich nochmal an die "Lust => Zorn" Sache (aus Lust entsteht Zorn) erinnern darf, ist es wohl einer harmonischen Beziehung eher abträglich.
Eine wirkliche Beziehung beruht auf gegenseitigem Dienst und nicht darauf, dass man nur etwas für den Anderen tut, weil der etwas für einen selber macht.
Im Grunde braucht man sich nur die Scheidungsraten anschauen, um zu sehen, dass es so wie wir es machen (und davon ausgehen, dass es so funktioniert), eben nicht geht.

Und in dem Sinne praktizierte Sexualität ist es eben nicht nur Fortpflanzung, sondern intimster oder besser persönlichster Ausdruck davon, das zwei zusammen gehören.

Wenn Gott im Zentrum des Ganzen steht (also wenn Sex zur Fortpflanzung dient und man auch die Verantwortung übernimmt, den Kindern beizubringen, wie man ein spirituelles Leben führt) kann es genau dazu werden.
Also wenn vorher schon eine tiefe Beziehung vorhanden ist und man auf dieser Basis handelt.

Und ja, meistens ist Sex der Ausdruck davon, dass man zusammen gehört, denn das allein ist es, worauf die meisten Beziehungen basieren. Sie fangen mit körperlicher Attraktivität an und hören auf, wenn diese sich totgelaufen hat.

LG, Mobi

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #23 am: 06. September 2014, 08:37:41 »
Hi Mobi,

sorry, dass ich jetzt mit antworten spät dran bin, aber ich muss erst noch mal was nachlesen, bevor ich antworte. Bin da aber noch nicht zu gekommen...  :wuschig:

:winken:
Hans
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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #24 am: 06. September 2014, 17:05:37 »
Hallo Hans,

kein Problem, bin schon gespannt, was du nachliest...   :flirt:

LG, Mobi

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #25 am: 08. September 2014, 02:46:44 »
Hi Mobi,

so... weiter geht's!
genau.  :->

Aber davon abgesehen, kehrt die Seele laut christlicher Mystik nach einem irdischen Leben sowie in die jenseitige, bzw. spirituelle Welt zurück und bleibt dort eine Weile.

Hm, das ist aber nicht die spirituelle Welt (auch wenn sie das vielleicht ähnlich bezeichnen mögen), denn aus der kehrt man nie wieder in die materielle Welt zurück, wenn man es mal zurück geschafft hat.
Das wäre nach den Abrahamitischen Religionen das Paradies, das zu erreichen das "Endziel" allen Daseins ist, also die endgültige Rückkehr zu Gott. Das wird aber erst am Ende der Zeiten erreicht, wenn mit den Menschen auch die gesamte übrige Schöpfung zum Schöpfer zurück kehrt. 

Das wird wohl ein Ort in dieser Dimension sein (und in den Veden wird ebenfalls beschrieben, dass es einige Zeit dauert, bis die Seele wieder reinkarniert, meistens anscheinend ein paar Monate).
Das was ich (und wohl auch die meissten anhänger der Abrahmitischen Religionen) unter dem Jenseits verstehe, ist mehr oder weniger der Himmel, welcher im englischen mit "heaven" bezeichnet wird, im Gegensatz zu "sky". Jener Ort, wohin die Seele nach dem Tod des Körpers zurück kehrt. Sie kann dort ein paar Monate bleiben, auch ein paar Jahre oder Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte, bis sie sich das nächste mal wieder inkarniert. Es kann aber auch sein, dass sie schon wenige Tage nach dem Tod des einen Körpers sofort in einen neuen inkarniert, wenn sie es für angebracht hält. Eine interessante Geschichte dazu findet sich bei Bernard Jakoby ziemlich am Ende des Buches "Auch Du lebst Ewig".
 
Das ist nicht das, was normalerweise als spirituell bezeichnet wird (denn der Bezug zu Gott fehlt hier).
Das stimmt allerdings, aber darum ging es mir in dem Abschnitt auch nicht. Damit wollte ich nur andeuten, dass man auch im Sinne des Himmels handeln kann, wenn man mit Religion nicht viel am Hut hat.

Äh ja, und da steht dann, dass kein Auge je gesehen hat und kein Ohr je gehört hat, was den Vater im Himmel jenen bereitet hat, die seinen Geboten folgen...
Aber gut, das steht in der Bibel irgendwo als Beschreibung des Paradieses, hat also nichts mir vedischer Philosophie zu tun.
Das stimmt durchaus, dass diese Dinge mit unseren materiellen Sinnen nicht erfassbar sind.
Ja, aber zumindest eine Ahnung oder eine vage Vorstellung davon können wir mit unserem Fühlen erfassen.

In den Veden gibt es diesbezüglich aber sehr genaue Beschreibungen (z.B. bis hin zu einem detaillierten Tagesablauf von Krishna, was er wann wo mit wem macht etc.).

Hm... also ein "detaillierter Tagesablauf von Krishna" erinnert mich dann doch eher an die griechische Mythologie, soweit ich sie kenne. Und die antiken Griechischen Götter halte ich für Projektionen menschlichen Verhaltens.
In der Bibel gibt es meines Wissens nach keine Beschreibung des Tagesablaufes Gottes. Das würde auch keinen Sinn ergeben, weil er als Schöpfer selbst bestimmen kann, wie lang oder kurz ein Tag sein soll. Deshalb würde ich diese Beschreibungen des Tagesablaufes von Krishna als Allegorie deuten, die uns zeigen soll, wie man seinen Tagesablauf optimal gestaltet. Und dann ist immer noch die Frage, ob dieses Beispiel auch auf alle Situationen im Leben übertragbar ist? - Damit sind wir aber an einem Punkt angekommen, den jede Generation erneut für sich klären muss, weil sich die Verhältnisse ja ständig ändern. 

Eine "Überssele" oder besser ein "Über-ich" gibt es in der christlichen Mystik auch, das ist aber noch mal was anderes als die bisher beschrieben Engel.

Ja, ich merke schon, dass teilweise die gleichen Begriffe für verschiedene Sachen verwendet werden, was das Ganze natürlich etwas kompliziert macht.
Nun ja, man muss ja auch miteinander ins Gespräch kommen, und sich dann auch erst mal über Begriffe und Bedeutungen einigen. - Genau wie in der Wissenschaft.  :->

Also auf die Naturwissenschaften bezogen, machst Du mit dieser Aussage den Eindruck, dass Du keine Ahnung von Wissenschaftstheorie hast.
Hier muss ich etwas zurück rudern, weil ich festgestellt habe, dass ich von Wissenschaftstheorie als philosophischer Disziplin auch kaum Ahnung habe.  :wah: 

Danach ist eine Theorie im Naturwissenschaftlichen Sinne ein Modell, ...

Ja, so arbeitet die Wissenschaft. Was ich meine, ist dass eben diese Experimente immer von unseren Sinnen abhängig sind. Und alle Gerätschaften, die verwendet werden, nur eine Erweiterung unserer Sinne (z.B. ein Mikroskop für den Sehsinn).
Deshalb basiert das alles auf unseren unzulänglichen Sinnen (und nur weil ein ebenfalls unzulänglicher Sinn dasselbe Ergebnis woanders nachmachen kann, ist eigentlich noch nichts bewiesen, außer dass die Sinne ähnlich funktionieren).
:hmschild:  :gruebel:

Das mag bei materiellen Dingen halbwegs funktionieren, aber spirituelle Dinge liegen eben außerhalb unserer materiellen Wahrnehmung, deshalb ist es auch kein Wunder, dass Wissenschaftler oft an sowas nicht "glauben" (weil man es nicht wahrnehmen kann, aber das liegt eben in der Natur der Sache).
Vom rein (natur)wissenschaftlichen Standpunkt aus geht es ja auch nicht anders. Aber darüber ist sich jede vernünftige Wissenschaftlerin im klaren, dass es sich eben nur um Modelle der Wirklichkeit handelt, die diese aber nie vollständig beschreiben.

Das Problem ist nur, dass die Wissenschaft in unserer Gesellschaft im Grunde das Nonplusultra ist (denn dadurch wird der Konsum und Luxus ja erst ermöglicht) und nur weniger darüber hinausdenken.
Als das Nonplusultra würde ich die Wissenschaft nicht einstufen. Auch nicht in unserer Gesellschaft. Denn da gibt es doch noch eine grosse Skepsis gegenüber der Wissenschaft und oft auch eine Wissenschaftsfeindlichkeit, die eigentlich absurd ist. Denn einerseits nutzt man die Dinge, die aus wissenschaftlichen Erkenntnissen heraus entwickelt wurden, andererseits verteufelt man sie aus irgendwelchen irrationalen Gründen. Meiner Ansicht nach ist eine Folge schlechter Bildung, bzw. mangelhafter Prioritätensetzung derselben.

Das machen ja viele, und publizieren das auch. Aber die anderen haben momentan noch die Übermacht und benutzen diese auch, um ihre Ansichten präsent zu halten.

Ja, genau da liegt der Knackpunkt: Nämlich dass die Wissenschaftler nicht unabhängig sind. Sie werden ja zu einem großen Teil von der Wirtschaft finanziert.
Ja, dass ist der grosse Fehler unserer Zeit. Das wird sich noch bitter rächen, fürchte ich. Wobei man aber auch dazu sagen muss, dass nicht alle Wissenschaftler von der Industrie abhängig sind und sich ihre Unabhängigkeit noch bewahrt haben. Aber das wird derzeit immer schwerer.

Hört man von der Uni öfter, dass eben Projekt, von denen die Wirtschaft was hat, sich keine Sorgen über Fördergelder machen müssen. Besonders auffällig wohl in Bereichen, in denen wirklich Geld verdient wird, also z.B. Bereiche, die für die Pharmaindustrie interessant sind.
Um das beispiel mit der Pharmaindustie mal aufzunehmen: hier zeigt sich nämlich, dass ausschliessliche orientierung am Profit die Prioritäten oftmals falsch setzt, wie die Ebolaepidemie in Afrika gerade demonstriert. Diese Viren waren wohl nicht interessant genug um sie intensiver zu erforschen. Bzw. man glaubte, man wisse schon genug um damit fertig zu werden. Fataler Irrtum.
Aber nicht nur die Pharmaindustrie, sondern leider in allen Bereichen, die was mit Natur- bzw.  Ingenieurwissenschaft zu tun haben, ist es so, dass jene sich keine sorgen machen müssen, die für die Wirtschaft (oder das Militär) interessant sind, d.h. aus deren Erkenntissen schneller Profit zu schlagen ist. Langfristige (und oftmals auch langweilige) Grundlagenforschung hat es da schon wesentlich schwerer.

Ja, dass ist das, was uns u.a. die Werbung eintrichtern will, dass man irgendwelches materielle Gedöns  braucht, um glücklich zu werden. Oder man soll durch das essen oder trinken irgendwelcher speziellen Produkte glücklich werden.
Alles Unfug!

Jep, ganz genau!  :doof:
Schön, dass wir uns auch mal einig sind.  :->  :-)

Ah ja, und erntete lange Gesichter, schätze ich mal.

Interessanterweise erntete er genau das Gegenteil. Die waren richtig berührt, weil ihnen das wahrscheinlich im Leben noch keiner gesagt hatte. In solchen Kreisen zählt ja oft nur, wieviel Kohle man hat. 
Interessant. - Kommt dann aber vielleicht auch darauf an, wer das sagt, und wie man das anstellt, um die Seele auch wirklich zu erreichen.

...das, was es braucht, um überhaupt erst mal in grösseren Zusammenhängen denken zu können, bleibt auf der Strecke. Und das scheint mir in manchen Fällen auch politisch gewollt zu sein, um uns als Volk blöd zu halten, bzw. auch weiter für Blöd verkaufen zu können.  :meckern:

Ja, das ist einer der vielen Gründe, warum ich unserem Bildungssystem den Rücken gekehrt habe... Der Anspruch "In der Schule lernt man was fürs Leben" ist immer weniger gegeben.
Dem stimme ich zu, und ich denke, dagegen hilft nur eine gesellschaftliche Rückbesinnung auf das Humboldtsche Bildungsideal, das in der Bildungspolitik derzeit ja kaum eine Rolle spielt. Das Problem ist blos, dass sich auch erst mal weit herum sprechen muss, was man sich darunter vorzustellen hat, und anschliessend diskutiert werden muss, wie man das entsprechend umsetzt. Und das kann sehr schwer werden, wie der Hamburger Schulstreit von 2008/2009 gezeigt hat.

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Um den Körper gesund zu halten, ist Yoga gut geeignet (besser als jeder Sport, weswegen ich damit auch nix mehr am Hut habe). Und auch um den Geist zu beruhigen und ausgeglichener zu sein (was aber auch durch Bhakti Yoga erreicht werden kann, und das effektiver).
Insofern ist es nur noch Mittel zum Zweck (gesund zu bleiben) und nicht mehr der Zweck an sich. Aber es spricht ja nichts dagegen, es einzusetzen, solange es dem höheren Zweck dient.
Es ging mir hier ja letztlich auch nur darum, gesund zu bleiben. Und dazu benötigt der Körper eben auch ein gewisses Pensum an Bewegung bzw. Belastung. Wie man das erreicht ist zweitrangig, wichtig ist ja nur, dass man nicht nur "herum sitzt", sondern auch mal was tut, dass den Körper fordert. 


Diese Auffassung haben die Kirchen ja auch lange vertreten, bzw. vertreten sie zum Teil immer noch.

Ja, ein Hinweis darauf, dass es sich dabei um ein spirituelles Prinzip handelt.

Was ich auch nicht grundsätzlich bestreite.


Sondern so, dass Sex der höchste Beweis für gegenseitige Liebe ist und u.a. auch das Ziel hat, das die Partner miteinander Eins werden, was natürlich nur auf der Spirituellen Ebene geht.

Nun, das mit dem Einswerden ist so ein spirituelles Missverständnis (wahrscheinlich DAS Missverständnis schlechthin...). Es ist möglich, aber wohl kaum Ziel eines ernsthaften spirituellen Weges.
Das soll ja auch kein spirituelles Ziel in dem Sinne sein, dass man sein Leben so ausrichtet, als ob eine körperliche Vereinigung das Ziel des Lebens wäre.

Und die körperliche Vereinigung hat damit herzlich wenig zu tun, das ist einfach auf der materiellen Ebene.
Eine körperliche Vereinigung wie ich sie hier verstehe ist ja auch nicht einfach nur Sex. Sondern die beruht auf einer Einstellung und Entwicklung eines Gefühls der Zusammengehörigkeit, das erst wachsen muss und anschliessend gepflegt werden will, um bestehen zu bleiben. Und erst wenn dieses Zusammengehörigkeitsgefühl gewachsen ist und eine gewisse Stabilität erreicht hat, kann man beim Sex auch diese Vereinigung auf spiriueller oder besser vielleicht auf "geistiger" Ebene erleben. Die Entwicklung dahin kann Jahre dauern, wenn sich die falschen Partner zusammen getan haben aber auch nie eintreten.


wirkliche Nähe und eine tiefe Beziehung entsteht dadurch eben nicht. Und wenn ich nochmal an die "Lust => Zorn" Sache (aus Lust entsteht Zorn) erinnern darf, ist es wohl einer harmonischen Beziehung eher abträglich.
Du darfst. Dazu wende ich ein, dass man sich nicht völlig von der Lust bestimmen lassen darf, also seine Grenzen kennen sollte. Wenn die Lust so ausgelebt wird, entsteht daraus kein Zorn sondern Befriedigung. Die Frage ist natürlich, wann das umschlägt, also wann man es zu weit treibt. Aber das dürfte einem die Umwelt schon mitteilen. Man muss die Mitteilung dann aber auch annehmen und seine Gelüste dem entsprechend zurück fahren. - Was aber auch gelernt werden kann.

Eine wirkliche Beziehung beruht auf gegenseitigem Dienst und nicht darauf, dass man nur etwas für den Anderen tut, weil der etwas für einen selber macht.
Da widerspreche ich auch gar nicht. - Liebe ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, wobei der Schwerpunkt bei allen Beteiligten auf dem Geben liegen sollte. Sonst geht die Sache schief.

Und in dem Sinne praktizierte Sexualität ist es eben nicht nur Fortpflanzung, sondern intimster oder besser persönlichster Ausdruck davon, das zwei zusammen gehören.

Wenn Gott im Zentrum des Ganzen steht (also wenn Sex zur Fortpflanzung dient und man auch die Verantwortung übernimmt, den Kindern beizubringen, wie man ein spirituelles Leben führt) kann es genau dazu werden.
Also wenn vorher schon eine tiefe Beziehung vorhanden ist und man auf dieser Basis handelt.
Äh ja, ich glaube, dass hab ich da oben mit anderen Worten auch so geschrieben. Wobei Du hier noch einen Schritt weiter gehst und dann auch die Verantwortung für eventuelle Kinder mit einbeziehst. Die hatte ich aber erst mal aussen vor gelassen.

Und ja, meistens ist Sex der Ausdruck davon, dass man zusammen gehört, denn das allein ist es, worauf die meisten Beziehungen basieren. Sie fangen mit körperlicher Attraktivität an und hören auf, wenn diese sich totgelaufen hat.
Das ist der Fehler der in unserer Zeit wohl am meissten gemacht wird, nämlich das man sich auf körperliche Attraktivität beschränkt und dem Charakter nur untergeordnete Priorität beimisst, obwohl der langfristig das ausschlag gebende Kriterium für eine dauerhafte Beziehung ist. Aber in dem Fall ist Sex kein wirklichlicher Ausdruck von Zusammengehörigkeit, sondern nur das Ausleben der biologischen Triebe. Und wenn die Befriedigt sind und die Attraktivität damit verschwindet, zeigt das doch, dass man eben nicht zusammen gehört.

:winken:
Hans


P.S. Das was ich noch mal genauer nachlesen will, muss ich immer noch suchen, weil ich die genaue Stelle oder auch das richtige Buch noch nicht wieder gefunden habe.  :wah: :rollen:
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Offline Hans

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #26 am: 13. September 2014, 01:12:17 »
Hi Mobi,

da Du bisher noch nicht geantwortet hast, vermute ich mal, Du wartest auf das, was ich noch nachlesen wollte, (sofern Du an dieser Diskussion noch interessiert bist.) Nun, ich hab das Buch inzwischen gefunden, und auch die Dinge, die ich noch mal genauer wissen wollte. Also fangen wir mal mit dem Buch selbst an: Das ist ein weiteres "Engelbuch" von Alexa Kriele mit dem Titel: "Engel weisen Wege zur Heilung", Untertitel:  "Gesund werden - gesund bleiben". (Erschien 2007 im Knaur-Verlag, ISBN: 978-3-426-65603-7)
Darin werden diverse seelische Ursachen für körperliche Probleme behandelt, und wie man sein Leben gestalten sollte, damit man mit seinem Körper in einer harmonischen Beziehung lebt, also auch gesund bleibt. Auf die Details geh ich jetzt nicht ein, denn das wird zu lang; - allein der Abschnitt, den ich noch mal nachlesen wollte umfasst 13 Seiten. Das kann ich nicht alles zitieren. - Aber worum geht es mir denn genau? - Nun, dass ist die Sache mit der Sexualität. Da schriebst Du auf meine Aussage:

Sondern so, dass Sex der höchste Beweis für gegenseitige Liebe ist und u.a. auch das Ziel hat, das die Partner miteinander Eins werden, was natürlich nur auf der Spirituellen Ebene geht.

Nun, das mit dem Einswerden ist so ein spirituelles Missverständnis (wahrscheinlich DAS Missverständnis schlechthin...). Es ist möglich, aber wohl kaum Ziel eines ernsthaften spirituellen Weges.
Und die körperliche Vereinigung hat damit herzlich wenig zu tun, das ist einfach auf der materiellen Ebene.

Darauf hab ich im letzten Beitrag zwar schon geschrieben:
Das soll ja auch kein spirituelles Ziel in dem Sinne sein, dass man sein Leben so ausrichtet, als ob eine körperliche Vereinigung das Ziel des Lebens wäre.

Aber dazu gibt es noch mehr zu sagen, was die Sache in ein umfassenderes Licht stellt. Das hab ich in dem Buch noch mal genauer nachgelesen und werde versuchen, es hier jetzt in einer kürzeren Form darzustellen. Das Erste, das ich aus dem Buch dazu zitiere ist:
Zitat von: Engelbuch
Entscheidend ist, dass sich der Mensch insgesamt als ein sexuelles Wesen versteht und ihm das angenehm ist, dass er gern als Mann oder Frau lebt und seine Sinnlichkeit bejaht, auch wenn er sie nur reserviert und zurückgenommen auslebt.
(Seite 228)

Etwas weiter im Text steht dann u.a. auch:
Zitat von: Engelbuch
es gibt eben auch Sexualität ohne Liebe. Aber darin erfüllt sich nicht der Sinn der Sexualität.
(Seite 229)
Ich glaube, darin sind wir uns einig, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
Aber dann wird der Bogen zum Himmel und zum Göttlichen gespannt, indem u.a. die Bibel zitiert wird, genauer die Sprüche, Kapitel 8, Verse 22-30. (Genaue verlinkung funktioniert irgendwie nicht.) Darauf hin heisst es dann:
Zitat von: Engelbuch
Das Spiel war eine tanzende Bewegung, die auf den Vater [Gott] abgestimmt war, so dass sich eine Kommunikation ergab mit Frage und Antwort, Spannung und Entspannung, Entfernung und Annäherung. Dieser Tanz ist das Urbild der geschlechtlichen Liebe.
(Seite 230)
Das wird dann noch weiter erklärt, wobei man die Erklärung zwar auch so auffassen kann, als ob es dabei nur um Zeugung, bzw. Erschaffung geht, aber das ist zu kurz gedacht. Darum geht es zwar auch, wenn es heisst:
Zitat von: Engelbuch
Der Beischlaf, die Zeugung, die Schwangerschaft, die Geburt sind auf die irdische materielle Ebene geronnene Szenen dieser himmlischen Gefährtenschaft. Deshalb ist die Sexualität letztlich eine heilige Grösse. Denn das Nachspielen eines heiligen Aktes ist selbst ein heiliger Akt.
(Seite 231)
Man beachte, das Beischlaf und Zeugung getrennt aufgeführt werden.

Danach geht es darum, den Körper zu schützen, und wie ritueller Tanz und andere ritualisierte Handlungen damit zusammen hängen. Und wie die dunklen Hierachien versuchen, die Sexualität zu pervertieren, bzw. wo der Hauptangriffspunkt dazu ist. Daraufhin liesst man dann schliesslich:
Zitat von: Engelbuch
Im Christentum liegt theologischer und moralischer Strenge allerdings nicht das Motiv zugrunde, Sexualität der dunklen Sphäre zuzuordnen, sondern im Gegenteil ihre Heiligeit schützen zu wollen. Das solltet ihr nicht verkennen, sondern gerecht beurteilen. Auch diese Strenge ist zwar überzogen, wenn sie die Sexualität auf Ehe und Zeugungsabsicht beschränken will. So wird sie von Himmel nicht geteilt. Sie ist gut gemeint, aber menschlichen Ursprungs. Der Himmel verurteilt weder Sexualität ohne Ehe noch jede Form von Empfängnisverhütung. Er überlässt es eurer Freiheit, würdig und liebvoll damit umzugehen.
(Seite 235)

Das ganze erklärt meiner Ansicht nach auch, dass ein "gesundes Sexualleben" das allgemeine Wohlbefinden des Menschen stärkt, während ein verdrängtes oder gar unterdrücktes Sexualleben das Gegenteil bewirkt, was ja inzwischen auch medizinischer Konsens ist.
Zu einem gesunden Sexualleben gehören freilich auch gesellschaftliche Grenzen, worauf anschliessend eingegangen wird, wobei noch mal darauf hingewiesen wird, dass das Ganze ohne diese Grenzen tatsächlich in die Richting aus- bzw. entartet, die Du schon angedeutet hast, als Du von Zorn geschrieben hast. Deshalb wird noch mal erklärt, wie es sich mit den Grenzen verhält und wie damit umzugehen ist. Der Rest handelt davon, wie man das ganze ins tägliche Leben integriert.


Jetzt noch ein Wort zum "miteinander Eins werden". Ich hatte geschrieben:
Und dieses Eins werden erleben sie in der Regel mit dem Orgasmus und dauert real folglich nicht sehr lange. ... Und in dem Sinne praktizierte Sexualität ist es eben nicht nur Fortpflanzung, sondern intimster oder besser persönlichster Ausdruck davon, das zwei zusammen gehören.

Das liesst sich in dem Buch so:
Zitat von: Engelbuch
Wenn sich ein Paar im Höhepunkt des Zeugungsaktes in innigstem Liebesglück und dem Bewusstsein unverbrüchlicher Treue in die Augen blickt, dann vermittelt ihm das wenigstens eine entfernte Ahnung von dem himmlischen Liebesbund zwischen Vater und Mutter. Es ist eine Tür, durch die der Mensch das Heiligste erspähen und erspüren kann. Im Idealfall schwingt dieses Nachspielen des himmlischen Schauspiels durch alle ebenen hindurch. Sexualität wird nicht nur körperlich erlebt, sondern auch auf der Ebene der Gefühle - mit Freude an sich und an der gelebten Beziehung  - und auch auf der geistigen und spirituellen Ebene. Sie wird erfahren als ein religiöser Akt, in dem man ganz bewusst das nachspielt, was Gott und seine Gefährtin vorgelebt haben.
(Seite 232f)

Dazu noch eine Art Annekdote am Rande: Als mein Vater mich über Sexualität aufklärte, hat er erklärt, das beim Akt so wie er im Zitat beschrieben wird, auch eine Prägung der Partner aufeinander stattfindet, die die Bindung vertieft und verschweisst. Das meinte ich u.a. auch mit "intimster oder besser persönlichster Ausdruck davon, das zwei zusammen gehören", wusste aber noch nicht so recht, wie ich das ausdrücken sollte.

Soweit mal diese Ausführungen zum Thema Sexualität, die jetzt wieder länger geraten sind, als ich ursprünglich dachte.  :wuschig:

:winken:
Hans
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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #27 am: 15. September 2014, 20:16:28 »
Hallo Hans,

sorry, dass es bei mir schon wieder so lange dauert...

da Du bisher noch nicht geantwortet hast, vermute ich mal, Du wartest auf das, was ich noch nachlesen wollte, (sofern Du an dieser Diskussion noch interessiert bist.)

Nein, eigentlich wollte ich noch antworten, bevor wir übers Wochenende weggefahren sind und habe es dann leider nicht mehr geschafft. Tut mir leid! Ich bin durchaus daran interessiert, weiterzudiskutieren und hoffe, dass ich es morgen endlich schaffe, dir zu antworten...

LG, Mobi

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #28 am: 18. September 2014, 17:08:31 »
Hallo Hans,

so, nun endlich... für solche langen Diskussionen braucht es dann doch etwas Zeit und da schaut's grad knapp aus.  :flirt:

Das wäre nach den Abrahamitischen Religionen das Paradies, das zu erreichen das "Endziel" allen Daseins ist, also die endgültige Rückkehr zu Gott. Das wird aber erst am Ende der Zeiten erreicht, wenn mit den Menschen auch die gesamte übrige Schöpfung zum Schöpfer zurück kehrt. 

Interessant. In dem Buch, das ich gerade übersetze, wird beschrieben, wie ein Yogi über körperliche Übungen/Meditation die spirituelle Welt erreichen kann und auch, dass das dauert, bis das Universum zerstört wird. Das ist bei Bhakti Yoga aber nicht so, Prabhupad hat immer betont, dass wir nach diesem Leben zurückgehen sollen. Das ist durch diesen Prozess schneller möglich.

Hm... also ein "detaillierter Tagesablauf von Krishna" erinnert mich dann doch eher an die griechische Mythologie, soweit ich sie kenne. Und die antiken Griechischen Götter halte ich für Projektionen menschlichen Verhaltens.

Ja, die erinnern mich auch eher an die Halbgötter mit ihren Zwistigkeiten untereinander...  :->

In der Bibel gibt es meines Wissens nach keine Beschreibung des Tagesablaufes Gottes. Das würde auch keinen Sinn ergeben, weil er als Schöpfer selbst bestimmen kann, wie lang oder kurz ein Tag sein soll.

Ja, das macht Krishna auch durchaus. Dann dauert manchmal eine Nacht Millionen von Jahren.

Deshalb würde ich diese Beschreibungen des Tagesablaufes von Krishna als Allegorie deuten, die uns zeigen soll, wie man seinen Tagesablauf optimal gestaltet. Und dann ist immer noch die Frage, ob dieses Beispiel auch auf alle Situationen im Leben übertragbar ist?

Nein, die sind durchaus wörtlich zu verstehen. Und auch nicht unbedingt als Grundlage für Nachahmung gedacht (und geeignet).
Krishna inkarniert aber manchmal, um ideales Verhalten vorzuleben (so z.B. als Rama, wo er das Verhalten eines idealen Sohnes, Königs und Ehemanns zeigt, mit Sita als weiblichem Pendant jeweils).

Und dann ist immer noch die Frage, ob dieses Beispiel auch auf alle Situationen im Leben übertragbar ist? - Damit sind wir aber an einem Punkt angekommen, den jede Generation erneut für sich klären muss, weil sich die Verhältnisse ja ständig ändern. 

Genau aus dem Grund lehrt die vedische Philosophie erstmal Prinzipien, um diese dann im Detail anwenden zu können. Und ich würde jetzt einfach mal behaupten, dass sich die Verhältnisse ändern und keine Stabilität vorhanden ist, weil wir den vedischen Prinzipien nicht mehr folgen.

Interessant. - Kommt dann aber vielleicht auch darauf an, wer das sagt, und wie man das anstellt, um die Seele auch wirklich zu erreichen.

Ganz genau und das macht er wirklich gut! Darf ich nächste Woche hoffentlich wieder live erleben...

Dem stimme ich zu, und ich denke, dagegen hilft nur eine gesellschaftliche Rückbesinnung auf das Humboldtsche Bildungsideal, das in der Bildungspolitik derzeit ja kaum eine Rolle spielt. Das Problem ist blos, dass sich auch erst mal weit herum sprechen muss, was man sich darunter vorzustellen hat, und anschliessend diskutiert werden muss, wie man das entsprechend umsetzt. Und das kann sehr schwer werden, wie der Hamburger Schulstreit von 2008/2009 gezeigt hat.

Hm, damit kenne ich mich nicht so aus. Aber ich habe gesehen, wie erfolgreich die vedische Schule in Mayapur ist. Das ist mit sämtlichen Schulsystemen, die ich kenne, überhaupt nicht zu vergleichen!

Das soll ja auch kein spirituelles Ziel in dem Sinne sein, dass man sein Leben so ausrichtet, als ob eine körperliche Vereinigung das Ziel des Lebens wäre.

Ja, das ist halt alles andere als ein "spirituelles" Ziel, sondern rein materiell. Aber wenn man sich so umschaut, ist das neben Geld verdienen vielleicht eines der wichtigsten Ziele der meisten Leute (bzw. helfen das Geld und die Statussymbole dann, das andere Geschlecht zu beeindrucken).

Und erst wenn dieses Zusammengehörigkeitsgefühl gewachsen ist und eine gewisse Stabilität erreicht hat, kann man beim Sex auch diese Vereinigung auf spiriueller oder besser vielleicht auf "geistiger" Ebene erleben.

Genau, Sexualität findet auf der mentalen/geistigen Ebene statt. Und die Vereinigung, die man erreicht, ist auf energetischer Ebene, dh. auch materiell (wenn auch feinstofflich).

Du darfst. Dazu wende ich ein, dass man sich nicht völlig von der Lust bestimmen lassen darf, also seine Grenzen kennen sollte. Wenn die Lust so ausgelebt wird, entsteht daraus kein Zorn sondern Befriedigung.

Das ist wohl einer der größten Trugschlüsse, dem unsere ganze Gesellschaft unterliegt. Sinnengenuss führt nicht Befriedigung, Glück oder sonstwas in der Richtung.
Wenn Lust nicht erfüllt wird, entsteht Zorn (das hatten wir ja schon) und wenn schon, dann Gier (immer noch mehr haben wollen). Insofern beides nicht wirklich erwünschte Charaktereigenschaften.

Da widerspreche ich auch gar nicht. - Liebe ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, wobei der Schwerpunkt bei allen Beteiligten auf dem Geben liegen sollte. Sonst geht die Sache schief.

Unterschwellig merkt man an dieser Aussage, dass Liebe doch größtenteils einfach als Tauschhandel angesehen wird. Wenn es schiefgeht, weil der andere nicht so viel geben will, wie ich es gerne hätte, dann war es ein missglückter Businessdeal, aber keine Liebe.

So, ich muss jetzt los. Auf deinen anderen Beitrag antworte ich morgen!
Bis dann...

LG, Mobi
« Letzte Änderung: 20. September 2014, 12:48:32 von Mobi »

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #29 am: 20. September 2014, 12:40:09 »
So, nun meine Antwort zu deinem zweiten Post:

Darin werden diverse seelische Ursachen für körperliche Probleme behandelt, und wie man sein Leben gestalten sollte, damit man mit seinem Körper in einer harmonischen Beziehung lebt, also auch gesund bleibt.

Die Seele ist sat-cid-ananda (ewig, voller Wissen und Glückseligkeit), daher sind körperliche Probleme nicht auf "seelische" Ursachen zurückzuführen, sondern auf geistige (mental/emotionale).

Zitat von: Engelbuch
Entscheidend ist, dass sich der Mensch insgesamt als ein sexuelles Wesen versteht und ihm das angenehm ist, dass er gern als Mann oder Frau lebt und seine Sinnlichkeit bejaht, auch wenn er sie nur reserviert und zurückgenommen auslebt.
(Seite 228)

Warum sollte man etwas bejahen und angenehm finden, das die Ursache von Leid ist? Aus dem Grund sind wir in der materiellen Welt, in der es vielfältige Leiden gibt.
Wenn man bejahen als ehrlich mit sich selbst sein und realistische Introspektion versteht, dann ok. Aber so kommt das in dem Abschnitt ja nicht rüber.

Zitat von: Hans link=topic=3051.msg47266#msg47266 date=1410563537
[quote author=Engelbuch
Das Spiel war eine tanzende Bewegung, die auf den Vater [Gott] abgestimmt war, so dass sich eine Kommunikation ergab mit Frage und Antwort, Spannung und Entspannung, Entfernung und Annäherung. Dieser Tanz ist das Urbild der geschlechtlichen Liebe.
[/quote]

Genau, alles was es in der spirituellen Welt gibt, existiert auch in der materiellen Welt. Allerdings umgekehrt, wie wenn sich ein Baum am Ufer im Wasser spiegelt. So wird die reine Liebe zu Gott in der materiellen Welt zu Lust (dem Gegenteil davon).

Zitat von: Hans link=topic=3051.msg47266#msg47266 date=1410563537
[quote author=Engelbuch
Der Beischlaf, die Zeugung, die Schwangerschaft, die Geburt sind auf die irdische materielle Ebene geronnene Szenen dieser himmlischen Gefährtenschaft. Deshalb ist die Sexualität letztlich eine heilige Grösse. Denn das Nachspielen eines heiligen Aktes ist selbst ein heiliger Akt.
[/quote]

Hier zeigt sich das zugrundeliegende Problem dieser Sichtweise: Denn wir können (und sollen) Gott nicht imitieren. Reines Nachspielen von dem, was Gott tut, ist noch lange kein "heiliger Akt".
Dafür gibt es sogar einen Sanskritbegriff: sahajiya. Da gibt es ganze apasampradayas (unauthorisierte Traditionen), die auf sowas basieren. Ein Beispiel dafür, was passiert, wenn die Lehre nicht so weitergegeben wird, wie sie ist, sondern an unsere materiellen Wünsche angepasst wird.

Man beachte, das Beischlaf und Zeugung getrennt aufgeführt werden.

Nun ja, das mag auch daran liegen, dass nicht jeder Beischlaf zu einer Zeugung führt.  :flirt:

Zitat von: Engelbuch
Auch diese Strenge ist zwar überzogen, wenn sie die Sexualität auf Ehe und Zeugungsabsicht beschränken will. So wird sie von Himmel nicht geteilt. Sie ist gut gemeint, aber menschlichen Ursprungs. Der Himmel verurteilt weder Sexualität ohne Ehe noch jede Form von Empfängnisverhütung. Er überlässt es eurer Freiheit, würdig und liebvoll damit umzugehen.

Genau das Gegenteil steht aber in den autorisierten Schriften, ist also vom "Himmel" so geteilt.
Ist irgendwie nicht besonders vertrauenserweckend und wirkt wenig kompetent, sich eine Schrift als Grundlage zu nehmen, nur um dann das Gegenteil zu behaupten.
Und bezüglich Freiheit: Klar, wir haben einen freien Willen und können tun und lassen, was wir wollen. Allerdings müssen wir auch mit den Konsequenzen leben, wenn wir Gottes Gesetze brechen. Es scheint, als ob wir das unterbewusst verstehen und daher diese Ausreden/Erklärungen/Rationalisierungen, durch die wir versuchen, unser Handeln zu rechtfertigen.

Das ganze erklärt meiner Ansicht nach auch, dass ein "gesundes Sexualleben" das allgemeine Wohlbefinden des Menschen stärkt, während ein verdrängtes oder gar unterdrücktes Sexualleben das Gegenteil bewirkt, was ja inzwischen auch medizinischer Konsens ist.

Da gibt es in "Prema Yoga" von Sankirtan Das ein interessantes Kapitel dazu. Da erklärt er, dass das erst in den letzten Jahren der Medizingeschichte der Fall ist und es genügend Gründe gibt, die dagegen sprechen.
Für mich eher ein Fall von "Wir legitimieren unseren Sinnengenuss"... wenn es denn auch noch medizinisch sinnvoll und "gesund" ist!  :rollen:

Zu einem gesunden Sexualleben gehören freilich auch gesellschaftliche Grenzen, worauf anschliessend eingegangen wird, wobei noch mal darauf hingewiesen wird, dass das Ganze ohne diese Grenzen tatsächlich in die Richting aus- bzw. entartet, die Du schon angedeutet hast, als Du von Zorn geschrieben hast.

Genau und die Grenze liegt (wenn man nach den autorisierten Schriften geht) eben bei Fortpflanzungsabsicht in der Ehe. Alles andere ist sündhaft und zieht karmische Reaktionen nach sich.

Das liesst sich in dem Buch so:
Zitat von: Engelbuch
Wenn sich ein Paar im Höhepunkt des Zeugungsaktes in innigstem Liebesglück und dem Bewusstsein unverbrüchlicher Treue in die Augen blickt, dann vermittelt ihm das wenigstens eine entfernte Ahnung von dem himmlischen Liebesbund zwischen Vater und Mutter. Es ist eine Tür, durch die der Mensch das Heiligste erspähen und erspüren kann. Im Idealfall schwingt dieses Nachspielen des himmlischen Schauspiels durch alle ebenen hindurch. Sexualität wird nicht nur körperlich erlebt, sondern auch auf der Ebene der Gefühle - mit Freude an sich und an der gelebten Beziehung  - und auch auf der geistigen und spirituellen Ebene. Sie wird erfahren als ein religiöser Akt, in dem man ganz bewusst das nachspielt, was Gott und seine Gefährtin vorgelebt haben.

Dazu siehe, was ich oben schon über das "Nachspielen" geschrieben habe.
Dass Sex vor allem auf der geistig-mentalen/emotionalen Ebene erfahren wird, ist klar. Eine spirituelle Dimension bekommt das Ganze aber erst, wenn es dazu dient, ein Kind zu zeugen, das man dann in spirituellen Dingen ausbildet.

Dazu noch eine Art Annekdote am Rande: Als mein Vater mich über Sexualität aufklärte, hat er erklärt, das beim Akt so wie er im Zitat beschrieben wird, auch eine Prägung der Partner aufeinander stattfindet, die die Bindung vertieft und verschweisst.

Genau, da entsteht eine sehr starke Anhaftung (wird als harter Knoten im Herzen beschrieben). Anhaftung an Sinnengenuss und an den Partner ist aber nichts, was einem im spirituellen Leben weiterhilft.

So, das war's fürs Erste mal dazu. Ich habe übrigens vor ein paar Tagen einen Vers zum Thema Lust gelesen und ob es möglich ist, diese zu befriedigen.

Bhagavad Gita wie sie ist, 3.39:
Zitat
So wird das reine Bewusstsein des weisen Lebewesens von seiner ewigen Feindin in der Form von Lust bedeckt, die niemals befriedigt werden kann und wie Feuer brennt.

LG, Mobi
« Letzte Änderung: 20. September 2014, 12:45:54 von Mobi »