Monats-LR Oktober 2017: Die Geliebte des gelben Mondes von Susanne Pilastro

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Offline mowala

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  • Lieber barfuß als ohne Buch.(Isländ. Sprichwort)
So, ich habe jetzt Teil 1 beendet und fange einfach mal an, ein paar Eindrücke loszuwerden.

Min-Tao tut mir von herzen leid, herausgerissen aus ihre unbeschwerten Kindheit mit romantischen Vorstellung zu Liebe und Ehe landet sie recht unverhofft in einer Welt, in die sie nie wollte und in die sie auch nicht passt.
Schon wegen der großen Füße :->
Nein, Spaß beiseite, lieber "große Füße" und sie hat bestimmt ehr größe 36 als 40 + , als diese Tortur des Füße verkrüppels über sich ergehen lassen zu müssen.

Ihr Leben bei Hofe ist offenbar auch sterbenslangweilig. Nur plaudern und handarbeiten ist ja auch nicht die Erfüllung. Und die "Beziehung" zum Kaiser hat auch so gar nicht mit Romantik zu tun-

Die erste Begegnung mit Bao hat mich das Prickeln zwischen den beiden fast spüren lassen.

Bao kannte bisher offenbar auch nicht als Pflicht und VBerfeinerung seiner Kampfkünste (obwohl scheinbar recht sexy :schmacht:)

Umso faszinierender finde ich dies Seelenverwandschat zwischen den beiden. Schade, dass so viel Zeit vertrödelt wird durch die Umstände und die verständliche Angst vor Entdeckung.

Die  erste ( und wohl vorerst auch letzte  :heul:) körperliche Vereinigung der beiden dürfte Min-Taos sämliche romatische Vorstellungen übertroffen haben.

Es ist so traurig, dass die Umstände sind wie sie nun mal sind und die beiden keine Erfüllung in ihrer Liebe finden können, sind sie doch geradezu füreinander gemacht.

Ganz am Rande - bin ich froh nicht im 11. Jahrhundert zu leben (abgesehen von den von mir sehr geschätzten sanitären Anlagen etc :rotwerd:)
mit 45 schon ein alter Mann ( s.Wang Anshi) respektive eine alte Frau zu sein, finde ich gerade etwas deprimierend  :tempo:
Das Leben ist zu kurz für später

Offline Kathrin

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Hallo zusammen,

da bin ich und ich hoffe, dass ich Euch nicht enteile, weil ich bereits Kapitel 17 beendet hab. Aber ich bin so froh, dass es gerade gut läuft und sich das Buch wirklich super lesen lässt – und dass obwohl ich es bekanntlich mit Liebesgeschichten nicht so habe und auch in letzter Zeit wenig Historisches gelesen habe. Ich habe noch nicht mal Probleme mit den chinesischen Namen, auch wenn ich sie beim Laut-Lesen sicherlich falsch aussprechen würde, trotz Personenregister und Aussprache-Hinweisen. Läuft!

Ich habe mir ganz gut Notizen gemacht und versuche immer zu markieren, bis zu welchem Kapitel sich mein Geschreibsel bezieht, dann könnt Ihr zumindest Teile meines Postings vielleicht schon lesen.

Teil I (bis einschließlich Kapitel 4)

Min-Tao tut mir von herzen leid, herausgerissen aus ihre unbeschwerten Kindheit mit romantischen Vorstellung zu Liebe und Ehe landet sie recht unverhofft in einer Welt, in die sie nie wollte und in die sie auch nicht passt.
Schon wegen der großen Füße :->
Nein, Spaß beiseite, lieber "große Füße" und sie hat bestimmt ehr größe 36 als 40 + , als diese Tortur des Füße verkrüppels über sich ergehen lassen zu müssen.
Das geht mir sehr ähnlich. Das ist im Palast bzw. Haus der Frauen schon eine komplett andere Welt und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie sich da nicht wirklich wohl fühlt. Die Tradition des Füßebrechens ist wirklich grausam. Ich habe mir Bilder im  Internet angeschaut mit solch verkrüppelten Füßen und das tut schon beim Anschauen weh.
Was Du in meinen Augen super umgesetzt hast, Susanne, war Min Taos erste Nacht mit dem Kaiser, weil es wirklich sehr sehr deutlich wird, dass Min Tao noch sehr jung ist mit ihren 13 Jahren und sie sich ihres Alters entsprechend benimmt bzw. passende Gedanken hat, z.B. an das „Ding.“ Ich finde das passt einfach…und dass obwohl es eine Sex-Szene war, auf die ich oft genug verzichten kann.

Teil II (bis einschließlich Kapitel 9)
Die erste Begegnung mit Bao hat mich das Prickeln zwischen den beiden fast spüren lassen.
Bao kannte bisher offenbar auch nicht als Pflicht und VBerfeinerung seiner Kampfkünste (obwohl scheinbar recht sexy :schmacht:)
Hmmm, Bao, ich habe es befürchtet, aber mit dem kann ich so gar nichts anfangen bislang. Der ist mir echt zu perfekt. Ich bin gespannt, ob er noch ein paar Ecken und Kanten abbekommt. Gut, er fängt was mit einer der verbotenen Frauen an, das ist jetzt nicht wirklich schlau, aber ansonsten ist er leider wirklich weniger mein Fall. Auch die von Moni erwähnte Seelenverwandtschaft zwischen ihm und Min Tao ist mir etwas zu viel und dann die erste Nacht der beiden…..uuuuuh, nein, sorry, aber das war mir zu schwülstig. Schon allein der erste Blickkontakt beim Essen…schüttel. Es tut mir leid, wenn ich das so sagen muss, Susanne, aber ich befürchte, ich werde auf meine alten Tage einfach kein Freund mehr von Liebesgedöns 
Wie hast Du die Kampfsportarten recherchiert? Gibt es die „Lektion des magischen Mantels“ wirklich? Ich kann mir gut vorstellen, dass man sich mit Meditation und der richtigen Technik (vielleicht Atemtechnik?)  in gewisser Weise gegen Tritte und Hiebe „taub“ stellen kann, aber dass die Verletzungen auf die Angreifer übergehen, das fand ich dann ehrlich gesagt etwas zu extrem. Fast schon magisch-fantastisch.

Teil III (bis einschließlich Kapitel 17)
In diesem Teil fällt mir extrem auf, dass ich Wang-Anshi und Cheng-Si als Roman-Figuren bislang am liebsten mag. Auch wenn ich Cheng-Sis Sinneswandel gegen Ende des Teils nicht ganz nachvollziehen kann. Bzw. nachvollziehen kann ich es irgendwie schon, schließlich hat sie selbst eine unglückliche Liebe erlebt und weiß wie sich Min-Tao fühlen muss, aber gerade weil sie das weiß und weil sie weiß, dass das niemals gut gehen kann zwischen ihrem Schützling und Bao müsste sie gegen die Umsiedlung des gesamten Hofes nah Qin sein, gerade um Min-Tao weiteres Leid zu ersparen.
Ich muss übrigens immer mehr über den Kaiser schmunzeln. Es ist jetzt ja nicht das erste Mal, dass der die Ideen einer anderen Person umsetzen lässt und so tut, als wäre es seine Idee gewesen. Wang-Anshi hat ihn ganz gut  im Griff und weiß, was er ihm wie einflüstern muss, um gewisse Dinge – wie jetzt den Umzug nach Qin – anzustoßen. Und Min-Tao hat das ja auch schon erfolgreich genutzt.
Spannend finde ich bislang auch die Hauptfrau des Kaisers. Ich schätze mal, ihre Begegnung mit Min Tao, nach deren Befreiung, wird noch eine größere Bedeutung erlangen.

So, das war es jetzt erstmal.
Bis die Tage.

LG
Kathrin
Rock the Night!

Offline SusanneP.

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Re: Monats-LR Okt '17: Die Geliebte des gelben Mondes (Pilastro)_Teil I
« Antwort #17 am: 04. Oktober 2017, 16:25:57 »
Hallo zusammen,

da bin ich und ich hoffe, dass ich Euch nicht enteile, weil ich bereits Kapitel 17 beendet hab. Aber ich bin so froh, dass es gerade gut läuft und sich das Buch wirklich super lesen lässt – und dass obwohl ich es bekanntlich mit Liebesgeschichten nicht so habe und auch in letzter Zeit wenig Historisches gelesen habe. Ich habe noch nicht mal Probleme mit den chinesischen Namen, auch wenn ich sie beim Laut-Lesen sicherlich falsch aussprechen würde, trotz Personenregister und Aussprache-Hinweisen. Läuft!
Das mit dem Namensregister war mir ein persönliches Anliegen, weil ich mir schon vorstellen konnte, dass das westliche Auge und Ohr Schwierigkeiten mit den Namen in Schrift und Sprache haben wird. In erster Linie geht es mir nämlich so und ich habe das bei vielen Büchern vermisst, habe mir stets selbst Kompendien zu Büchern geschrieben mit Personenregister und Stammbäumen. Ich mags einfach gerne strukturiert. Von daher freut es mich, wenn das wohlwollend angenommen wird.


Teil I (bis einschließlich Kapitel 4)
Min-Tao tut mir von herzen leid, herausgerissen aus ihre unbeschwerten Kindheit mit romantischen Vorstellung zu Liebe und Ehe landet sie recht unverhofft in einer Welt, in die sie nie wollte und in die sie auch nicht passt.
Schon wegen der großen Füße :->
Nein, Spaß beiseite, lieber "große Füße" und sie hat bestimmt ehr größe 36 als 40 + , als diese Tortur des Füße verkrüppels über sich ergehen lassen zu müssen.

Das geht mir sehr ähnlich. Das ist im Palast bzw. Haus der Frauen schon eine komplett andere Welt und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie sich da nicht wirklich wohl fühlt. Die Tradition des Füßebrechens ist wirklich grausam. Ich habe mir Bilder im  Internet angeschaut mit solch verkrüppelten Füßen und das tut schon beim Anschauen weh.
Was Du in meinen Augen super umgesetzt hast, Susanne, war Min Taos erste Nacht mit dem Kaiser, weil es wirklich sehr sehr deutlich wird, dass Min Tao noch sehr jung ist mit ihren 13 Jahren und sie sich ihres Alters entsprechend benimmt bzw. passende Gedanken hat, z.B. an das „Ding.“ Ich finde das passt einfach…und dass obwohl es eine Sex-Szene war, auf die ich oft genug verzichten kann.

Diese Beschreibung ist im Übrigen tatsächlich von mir...  :->


Teil II (bis einschließlich Kapitel 9)
Die erste Begegnung mit Bao hat mich das Prickeln zwischen den beiden fast spüren lassen.
Bao kannte bisher offenbar auch nicht als Pflicht und Verfeinerung seiner Kampfkünste (obwohl scheinbar recht sexy :schmacht:) (...)
Die  erste ( und wohl vorerst auch letzte  :heul:) körperliche Vereinigung der beiden dürfte Min-Taos sämliche romatische Vorstellungen übertroffen haben.

Es ist so traurig, dass die Umstände sind wie sie nun mal sind und die beiden keine Erfüllung in ihrer Liebe finden können, sind sie doch geradezu füreinander gemacht.
... und das ist die Überarbeitung einer geschätzten Erotikroman-Kollegin, nachdem ich ihr meine "IKEA-Anleitung für Beischlaf" vorgelegt hatte und wusste, dass ich da defintiv Hilfe brauche, weil das eigentlich auch überhaupt nicht mein Ding ist. Ihr werdet also von mir keinen (weiteren) Liebesroman erwarten dürfen (auch wenn GdgM von amazon als ebensolcher eingestuft wurde).

Sollte Dir ein Bild über den Weg laufen, das deinem Bao entspricht, nur her damit :-D

Hmmm, Bao, ich habe es befürchtet, aber mit dem kann ich so gar nichts anfangen bislang. Der ist mir echt zu perfekt. Ich bin gespannt, ob er noch ein paar Ecken und Kanten abbekommt. Gut, er fängt was mit einer der verbotenen Frauen an, das ist jetzt nicht wirklich schlau, aber ansonsten ist er leider wirklich weniger mein Fall. Auch die von Moni erwähnte Seelenverwandtschaft zwischen ihm und Min Tao ist mir etwas zu viel und dann die erste Nacht der beiden…..uuuuuh, nein, sorry, aber das war mir zu schwülstig. Schon allein der erste Blickkontakt beim Essen…schüttel. Es tut mir leid, wenn ich das so sagen muss, Susanne, aber ich befürchte, ich werde auf meine alten Tage einfach kein Freund mehr von Liebesgedöns 
Dann kommst du wahrscheinlich künftig mit meinen Erotikszenen besser klar. Wobei ich nicht wissen will, was mir beim Schreiben von Dantez noch an Erotikszenen bevorstehen wird. Mein Lektor wird sich freuen...

Wie hast Du die Kampfsportarten recherchiert? Gibt es die „Lektion des magischen Mantels“ wirklich? Ich kann mir gut vorstellen, dass man sich mit Meditation und der richtigen Technik (vielleicht Atemtechnik?)  in gewisser Weise gegen Tritte und Hiebe „taub“ stellen kann, aber dass die Verletzungen auf die Angreifer übergehen, das fand ich dann ehrlich gesagt etwas zu extrem. Fast schon magisch-fantastisch.
Ich hatte ein Buch aus dem persönlichen Besitz meines Mannes als Quelle, da ging es um Wissen, das die Karate-Meister den Amerikanern damals, als die Kampkunst bekannt wurde, nicht weitergaben. Sie haben nur das physische Wissen weitergegeben, lange war im Westen nicht bekannt, dass es auch noch eine psychische Kraft gab. Insofern gibt es die Lektion des magischen Mantels wirklich. Aber man hat einen sehr hohen Dan, wenn man das kann.
Manches habe ich mir dann vormachen lassen, damit ich es beschreiben kann. Das war eine interessante Zeit damals.

Das moderne Jujut-Su basiert auf dem Prinzip der Enerieumwandlung. Du nimmst die Energie deines Angreifers auf und kehrst sie durch Bewegungen um, wenn ich das jetzt so platt ausdrücken darf.

LG
Susanne
« Letzte Änderung: 04. Oktober 2017, 20:03:10 von SusanneP. »

Offline SusanneP.

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Re: Monats-LR Okt '17: Die Geliebte des gelben Mondes (Pilastro)_Teil I
« Antwort #18 am: 04. Oktober 2017, 19:55:31 »
Sollte Dir ein Bild über den Weg laufen, das deinem Bao entspricht, nur her damit :-D

Ähm, Lacher des Tages. Ich habe google bedient mit dem Schlagwort "asiatischer" und als erster Vorschlag kam "asiatischer Grunzochse" mit diesem Bild:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f8/Schwarzer_Yakbulle.JPG

Das ist nicht fair, finde ich...

Aber ich bin fündig geworden, was einen anderen Charakter anbelangt, der auch schon aufgetaucht sein dürfte, wer Kampfszenen mit Bao und seinem Schüler gelesen hat.
http://www.horror-page.de/wp-content/uploads/2007/03/1.jpg.

Und ist das ein Bao?
https://i.pinimg.com/originals/88/2a/36/882a364183ae6bc9a0a885187897ff7d.jpg (Natürlich nicht so sauber...)
« Letzte Änderung: 04. Oktober 2017, 20:02:50 von SusanneP. »

Offline Inge78

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Hallo zusammen

Dank Urlaub und krankem Mann habe ich viel Zeit zum Lesen ... und nun auch zum posten
Ich habe gerade Kapitel 19 beendet
Und das Buch liest sich super weg auch wenn es nicht immer ganz einfach ist mit den sperrigen Namen an die ich mich auch bestimmt nie gewöhnen werde
Asien ist einfach ein Kulturkreis der mich irgendwie nicht reizt und ohne die Lesung und ohne diese Leserunde wäre ich sicherlich nicht ans Buch heran gegangen

Zitat
Teil I (bis einschließlich Kapitel 4)
Zitat von: mowala am 03. Oktober 2017, 09:20:51

    Min-Tao tut mir von herzen leid, herausgerissen aus ihre unbeschwerten Kindheit mit romantischen Vorstellung zu Liebe und Ehe landet sie recht unverhofft in einer Welt, in die sie nie wollte und in die sie auch nicht passt.
    Schon wegen der großen Füße :->
    Nein, Spaß beiseite, lieber "große Füße" und sie hat bestimmt ehr größe 36 als 40 + , als diese Tortur des Füße verkrüppels über sich ergehen lassen zu müssen.

Das geht mir sehr ähnlich. Das ist im Palast bzw. Haus der Frauen schon eine komplett andere Welt und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie sich da nicht wirklich wohl fühlt. Die Tradition des Füßebrechens ist wirklich grausam. Ich habe mir Bilder im  Internet angeschaut mit solch verkrüppelten Füßen und das tut schon beim Anschauen weh.
Was Du in meinen Augen super umgesetzt hast, Susanne, war Min Taos erste Nacht mit dem Kaiser, weil es wirklich sehr sehr deutlich wird, dass Min Tao noch sehr jung ist mit ihren 13 Jahren und sie sich ihres Alters entsprechend benimmt bzw. passende Gedanken hat, z.B. an das „Ding.“ Ich finde das passt einfach…und dass obwohl es eine Sex-Szene war, auf die ich oft genug verzichten kann.

Diese Tradition finde ich wirklich ganz schrecklich. Mode - und Körperideale kann ich ja wirklich ganz oft nicht nachvollziehen aber das ist ja wirklich Körperverletzung. Absolut unmenschlich, die armen Frauen.

Bei Min Taos erster Nacht mit dem Kaiser hatte ich richtig Mitleid mit dem Mädchen, sie ist ja wirklich noch ein Kind. Aber so befremdlich dieses "vorbereiten" auch ist, es wird sie vor schlimmeren Schmerzen bewahrt haben

Zitat
Teil II (bis einschließlich Kapitel 9)
Zitat von: mowala am 03. Oktober 2017, 09:20:51

    Die erste Begegnung mit Bao hat mich das Prickeln zwischen den beiden fast spüren lassen.
    Bao kannte bisher offenbar auch nicht als Pflicht und VBerfeinerung seiner Kampfkünste (obwohl scheinbar recht sexy :schmacht:)

Hmmm, Bao, ich habe es befürchtet, aber mit dem kann ich so gar nichts anfangen bislang. Der ist mir echt zu perfekt. Ich bin gespannt, ob er noch ein paar Ecken und Kanten abbekommt. Gut, er fängt was mit einer der verbotenen Frauen an, das ist jetzt nicht wirklich schlau, aber ansonsten ist er leider wirklich weniger mein Fall. Auch die von Moni erwähnte Seelenverwandtschaft zwischen ihm und Min Tao ist mir etwas zu viel und dann die erste Nacht der beiden…..uuuuuh, nein, sorry, aber das war mir zu schwülstig. Schon allein der erste Blickkontakt beim Essen…schüttel. Es tut mir leid, wenn ich das so sagen muss, Susanne, aber ich befürchte, ich werde auf meine alten Tage einfach kein Freund mehr von Liebesgedöns 
Wie hast Du die Kampfsportarten recherchiert? Gibt es die „Lektion des magischen Mantels“ wirklich? Ich kann mir gut vorstellen, dass man sich mit Meditation und der richtigen Technik (vielleicht Atemtechnik?)  in gewisser Weise gegen Tritte und Hiebe „taub“ stellen kann, aber dass die Verletzungen auf die Angreifer übergehen, das fand ich dann ehrlich gesagt etwas zu extrem. Fast schon magisch-fantastisch.

Ich nehme die ganze Geschichte als magisch-fantastisch, oder eher mystisch wahr. An diese Seelenverwandtschaft mag ich gerne glaube auch wenn die Beziehung der Beiden wirklich extrem ausgeprägt ist. Und ja, es ist kitschig, aber ich mag es ja gerne in bisschen kitschig. Und die erste Nacht war, dafür dass es von einer Erotik-Schreiberin aufgearbeitet wurde, dann doch recht harmlos für mich. Ich bin da, auch aus einigen Fantasy Romanen, echt anderes gewohnt und bekomme dabei noch nicht mal rote Ohren. Allerdings fehlte mir auch etwas "Prickeln" dabei, der Funke ist für mich nicht richtig übergesprungen.
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Offline Inge78

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Zitat
Teil III (bis einschließlich Kapitel 17)
In diesem Teil fällt mir extrem auf, dass ich Wang-Anshi und Cheng-Si als Roman-Figuren bislang am liebsten mag. Auch wenn ich Cheng-Sis Sinneswandel gegen Ende des Teils nicht ganz nachvollziehen kann. Bzw. nachvollziehen kann ich es irgendwie schon, schließlich hat sie selbst eine unglückliche Liebe erlebt und weiß wie sich Min-Tao fühlen muss, aber gerade weil sie das weiß und weil sie weiß, dass das niemals gut gehen kann zwischen ihrem Schützling und Bao müsste sie gegen die Umsiedlung des gesamten Hofes nah Qin sein, gerade um Min-Tao weiteres Leid zu ersparen.
Ich muss übrigens immer mehr über den Kaiser schmunzeln. Es ist jetzt ja nicht das erste Mal, dass der die Ideen einer anderen Person umsetzen lässt und so tut, als wäre es seine Idee gewesen. Wang-Anshi hat ihn ganz gut  im Griff und weiß, was er ihm wie einflüstern muss, um gewisse Dinge – wie jetzt den Umzug nach Qin – anzustoßen. Und Min-Tao hat das ja auch schon erfolgreich genutzt.
Spannend finde ich bislang auch die Hauptfrau des Kaisers. Ich schätze mal, ihre Begegnung mit Min Tao, nach deren Befreiung, wird noch eine größere Bedeutung erlangen.

Den Kanzler mag ich nicht, wobei ich gar nicht genau sagen woran das liegt. Schon die Szene wie Arbeiter davon "überzeugt" werden für den Kaiser zu arbeiten. Wahrscheinlich war das früher total normal, ich verurteile es trotzdem. Und ich kann ihn mir nicht in einer Liebesbeziehung mit Cheng-Si vorstellen. Die mag ich nämlich gerne. Wobei ich ihren Sinneswandel auch etwas unverständlich fand.
Zitat
Spannend finde ich bislang auch die Hauptfrau des Kaisers. Ich schätze mal, ihre Begegnung mit Min Tao, nach deren Befreiung, wird noch eine größere Bedeutung erlangen.
Da war sie mir richtig symphatisch, ich bin sehr gespannt was mit ihr noch sein wird, denn dass sie noch eine größere Rolle spielen wird, davon gehe ich nach dieser Begegnung auch aus.

Was mich im Lesefluss übrigens stört ist der Sichtwechsel innerhalb des Buches. Min-Taos Ich -Erzäglungen wechseln sich ja ab mit allwissenden Erzählern und irgendwie bleibe ich immer daran hängen wenn die Sichtweise wechselt

Zitat
Aber ich bin fündig geworden, was einen anderen Charakter anbelangt, der auch schon aufgetaucht sein dürfte, wer Kampfszenen mit Bao und seinem Schüler gelesen hat.
http://www.horror-page.de/wp-content/uploads/2007/03/1.jpg.

Ketun? Ja  das passt

Zitat
Und ist das ein Bao?
https://i.pinimg.com/originals/88/2a/36/882a364183ae6bc9a0a885187897ff7d.jpg (Natürlich nicht so sauber...)

Irgendwie ist Bao für mich die ganze Keano Reeves auch wenn der nicht chinesisch ist
So ungefähr
https://i.amz.mshcdn.com/UZ27XrY_gtuH2H3bugnsaxSpeB8=/1438x0/https%3A%2F%2Fblueprint-api-production.s3.amazonaws.com%2Fuploads%2Fstory%2Fthumbnail%2F12923%2FAP_692765709073.jpg

Zitat
Ich hatte ein Buch aus dem persönlichen Besitz meines Mannes als Quelle, da ging es um Wissen, das die Karate-Meister den Amerikanern damals, als die Kampkunst bekannt wurde, nicht weitergaben. Sie haben nur das physische Wissen weitergegeben, lange war im Westen nicht bekannt, dass es auch noch eine psychische Kraft gab. Insofern gibt es die Lektion des magischen Mantels wirklich. Aber man hat einen sehr hohen Dan, wenn man das kann.
Manches habe ich mir dann vormachen lassen, damit ich es beschreiben kann. Das war eine interessante Zeit damals.

Das moderne Jujut-Su basiert auf dem Prinzip der Enerieumwandlung. Du nimmst die Energie deines Angreifers auf und kehrst sie durch Bewegungen um, wenn ich das jetzt so platt ausdrücken darf.

Die Kampfszenen finde ich faszinierend, vor Allem diese Vorführung als Min-Tao Bao das erste Mal sieht. So wie Schattenboxen stelle ich mir das vor. Und wie Min-Tao sagt, wie einen Tanz.

Gab es eigentlich wirklich schon fließendes Wassern in Gebäuden in China des 11. Jahrhunderts? Und Fußbodenheizung?
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Offline SusanneP.

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Ich hab mich ja gestern so richtig mit Buch hingesetzt und mein eigenes Werk nach Jahren wirklich gelesen... War überrascht, wie oft ich gelacht hab, weil ich es (noch immer) witzig fand und bin dann stellenweise durch das Buch gerannt und muss Kathrin und auch Inge Recht geben:

Kitschig! Mei, aber so war das halt damals, meine Schreibe. Heute würde ich das auch anders machen und ich denke, das ist gut so. Ihr müsst bedenken, das ist jetzt zehn Jahre her, dass ich mit der Urform von Min-Tao begonnen habe. Die Urfassung war komplett in Dritter Person, aber ich hab das mit dem Allwissenden Erzähler nicht so drauf auch heute nicht. Schreibe daher immer gerne in der Ersten Person. Da das aber nicht für alle Charaktäre und alle Situationen passt, bleibt mir nichts anderes, als für solche Passagen die Dritte Person zu wählen. Vielleicht ist es noch nicht aufgefallen, aber immer wenn ein Erzählstil-Wechsel stattfindet mitten im Kapitel gibt es drei Sternchen ***

Liebe Kathrin u.a., ich kann dich daher wirklich verstehen, wenn du mit den Augen rollst, diese Seelenverwandschaft ist stellenweise wirklich ein wenig dick; da hilft es auch wenig, dass ich bekräftigten muss, so eine Verbindung selbst schon erlebt zu haben über mehrere hundert Kilometer hinweg. Nur würde ich es heute anderes beschreiben oder einfach für mich behalten :-D

Und dass die Erotik-Szene so ist, wie sie ist, ist natürlich dem Umstand geschuldet, dass ich auf keinen Fall komplett übernehmen konnte, was meine Kollegin mir vorgegeben hat. Da bin ich schon beim Durchlesen rot geworden  :wuschig:.
Es wäre darüber hinaus ein absoluter Stilbruch gewesen zu den restlichen Szenen und so haben wir uns geeinigt, es so zu machen, dass wir beide damit zufrieden sind.

Das war´s für´s erste. Ich melde mich später nochmal.

LG
Susanne

« Letzte Änderung: 05. Oktober 2017, 16:38:20 von SusanneP. »

Offline SusanneP.

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Gab es eigentlich wirklich schon fließendes Wassern in Gebäuden in China des 11. Jahrhunderts? Und Fußbodenheizung?

Das haben wir damals diskutiert und haben abgewägt, ob man mit den damals vorhandenen Materialien fließendes Wasser hinbekäme. Dann hab ich in irgendeinem Film ein Bambuskonstrukt gesehen und befunden: Ja, das geht.

Und mit der Fußbodenheizung war ich der Meinung, was die Römer konnten, mussten die Chinesen auch hinbekommen haben.

LG

Offline Inge78

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Zitat
Und mit der Fußbodenheizung war ich der Meinung, was die Römer konnten, mussten die Chinesen auch hinbekommen haben.

Gutes Argument  :->

Ich habe mir Amazon Rezis durchgelesen (und ja, ich habe vor eine Rezi zu schreiben wenn ich mit dem Buch durch bin) und musste ein wenig lächeln als jemand schrieb das Buch wäre gut recherchiert. Nachdem was Du bei der Lesung erzählt hast und nach diesem Satz kann ich dem Rezensenten nicht unbedingt recht geben  :-)

Zitat
Die Urfassung war komplett in Dritter Person, aber ich hab das mit dem Allwissenden Erzähler nicht so drauf auch heute nicht. Schreibe daher immer gerne in der Ersten Person. Da das aber nicht für alle Charaktäre und alle Situationen passt, bleibt mir nichts anderes, als für solche Passagen die Dritte Person zu wählen. Vielleicht ist es noch nicht aufgefallen, aber immer wenn ein Erzählstil-Wechsel stattfindet mitten im Kapitel gibt es drei Sternchen ***

Aufgefallen ist mir das, wobei ich da auch schon fehlende Sternchen bemerkt habe. Aber auch trotz dieser Vorwarnung bin ich meistens kurz irritiert. Ich mochte ja früher ICH Erzähler nie so gerne, mittlerweile mag ich diese Perspektive sehr.

Und ja, Witz hat das Buch, auf jeden Fall. Und den Kitsch, den mag ich ja, ich kann da ganz gut mit und eigentlich habe ich ja auch nichts gegen kitschige Happy Endings  :gr:
 
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Offline SusanneP.

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Re: Witz und Kitsch
« Antwort #24 am: 05. Oktober 2017, 17:39:49 »
Zitat
Und mit der Fußbodenheizung war ich der Meinung, was die Römer konnten, mussten die Chinesen auch hinbekommen haben.

Gutes Argument  :->

Ich habe mir Amazon Rezis durchgelesen (und ja, ich habe vor eine Rezi zu schreiben wenn ich mit dem Buch durch bin) und musste ein wenig lächeln als jemand schrieb das Buch wäre gut recherchiert. Nachdem was Du bei der Lesung erzählt hast und nach diesem Satz kann ich dem Rezensenten nicht unbedingt recht geben  :-)
Nicht gut recherchiert ist der Krieg zwischen Xia und Song. Was heißt, nicht gut recherchiert - er ist teilweise einfach der Situation angepasst. Ich hatte damals überhaupt keine Ahnung von Kriegskunst. Min-Tao ist die erste intensive "Phantasie". Mittlerweile könnte ich viel authentischer über Krieg schreiben, Dolchstöße durch die Kehle z.B. oder Schwerthieb in die Schulter, Pfeilschuss durch die Schulter oder in die Seite, Splitterbruch...

Wenn ich davon ausgehe, dass jedes meiner Bücher eine Schlüsselszene hat, in der bei mir der "Knoten" platzt, dann ist diese definitv an dieser Stelle noch nicht erreicht. Ich will nichts vorwegnehmen, wobei ich es während der Lesung schon angedeutet habe: Es gibt eine Szene - als diese geschrieben war, war für mich persönlich alles niedergeschrieben und es war ein Stück harte Arbeit, mich zu motivieren, das Ding zu Ende zu schreiben...

Zitat
Zitat
Die Urfassung war komplett in Dritter Person, aber ich hab das mit dem Allwissenden Erzähler nicht so drauf auch heute nicht. Schreibe daher immer gerne in der Ersten Person. Da das aber nicht für alle Charaktäre und alle Situationen passt, bleibt mir nichts anderes, als für solche Passagen die Dritte Person zu wählen. Vielleicht ist es noch nicht aufgefallen, aber immer wenn ein Erzählstil-Wechsel stattfindet mitten im Kapitel gibt es drei Sternchen ***

Aufgefallen ist mir das, wobei ich da auch schon fehlende Sternchen bemerkt habe. Aber auch trotz dieser Vorwarnung bin ich meistens kurz irritiert. Ich mochte ja früher ICH Erzähler nie so gerne, mittlerweile mag ich diese Perspektive sehr.

Und ja, Witz hat das Buch, auf jeden Fall. Und den Kitsch, den mag ich ja, ich kann da ganz gut mit und eigentlich habe ich ja auch nichts gegen kitschige Happy Endings  :gr:

Du weißt aber schon, dass das Buch nicht gut ausgeht...

Meine absolute Lieblingsszene ist und bleibt die erste Begegnung in der Thujenhecke. Ich könnte mich da immernoch beömmeln. Dieses Knochentrockene von Bao, ich find das herrlich (darf ich das überhaupt über mich selbst sagen?)
« Letzte Änderung: 05. Oktober 2017, 17:42:37 von SusanneP. »

Offline SusanneP.

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Filmische Umsetzungsansätze
« Antwort #25 am: 05. Oktober 2017, 17:50:54 »
Als das Buch fertig war, habe ich den Film "House of Flying Daggers" gesehen und fühlte mich dort filmisch sehr wohl. Die Farbgebung gefällt mir, die Gewandung der Personen. Hier und da hatte ich ein Déja-vu-Erlebnius, aber wie gesagt, das Buch hatte ich da schon fertig.

https://www.google.de/search?biw=1366&bih=614&tbm=isch&q=house+of+flying+daggers+schauspieler&sa=X&ved=0ahUKEwiR7MqJ29nWAhXpLsAKHYcdDi0QhyYIJw

Und ich könnte mir vorstellen, dass mein Bao in etwa so aussieht:
https://i.pinimg.com/originals/8a/3b/42/8a3b429d5bdaf8249aceed3aeb968d23.jpg

Edit: Spoiler







https://i.pinimg.com/originals/3f/93/ed/3f93ed701d4fa77b3270c7ac3c8fe099.jpg
« Letzte Änderung: 05. Oktober 2017, 20:13:44 von SusanneP. »

Offline SusanneP.

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Re: Witz und Kitsch
« Antwort #26 am: 06. Oktober 2017, 15:33:03 »
Nicht gut recherchiert ist der Krieg zwischen Xia und Song. Was heißt, nicht gut recherchiert - er ist teilweise einfach der Situation angepasst. Ich hatte damals überhaupt keine Ahnung von Kriegskunst. Min-Tao ist die erste intensive "Phantasie". Mittlerweile könnte ich viel authentischer über Krieg schreiben, Dolchstöße durch die Kehle z.B. oder Schwerthieb in die Schulter, Pfeilschuss durch die Schulter oder in die Seite, Splitterbruch...

Ich bin jetzt schon ein Stück weiter und muss gestehen: So schlecht sind die Passagen der Kriegsumsetzung bzw nennen wir es besser Kampfhandlungen gar nicht. Ich hatte das stümperhafter in Erinnerung, aber jetzt beim Reread nach vielen Jahren hat mich das gar nicht mal mehr so gestört.

Ich bin überrascht von dem Tempo, das gegen Mitte des Buches irgendwie anzieht. Hatte ich so auch nicht mehr in Erinnerung. Außer die Bergüberquerung, die ist mir noch etwas gegenwärtiger, weil die Phase des Schreibens sehr emotional war. Ich hab teilweise weinend geschrieben.

Weil ich nicht weiß, wo ihr gerade seit, halte ich an dieser Stelle mal still, um nicht zu viel vorweg zu nehmen.


Offline mowala

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Zitat
Teil II (bis einschließlich Kapitel 9)
51

 
Ich nehme die ganze Geschichte als magisch-fantastisch, oder eher mystisch wahr. An diese Seelenverwandtschaft mag ich gerne glaube auch wenn die Beziehung der Beiden wirklich extrem ausgeprägt ist. Und ja, es ist kitschig, aber ich mag es ja gerne in bisschen kitschig. Und die erste Nacht war, dafür dass es von einer Erotik-Schreiberin aufgearbeitet wurde, dann doch recht harmlos für mich. Ich bin da, auch aus einigen Fantasy Romanen, echt anderes gewohnt und bekomme dabei noch nicht mal rote Ohren. Allerdings fehlte mir auch etwas "Prickeln" dabei, der Funke ist für mich nicht richtig übergesprungen.

Die beiden sind ja nun auch nicht gerade Fachleute auf dem Gebiet, da kann es auch so romantisch zurückhaltend rüberkommen :->
Mir gehjt es da wie dir Inge Ich sehe es auch als magisch bis mystisch-fantastisch. Realität haben wir ja auch so genug :->

Aber ob man es nun schön oder kitschig finden mag...lassen wir den beiden doch ihre eher geistige, wenn da auch wirklich sehr enge Bindung, sie haben ja soinst nicht viel voneinander :tempo:
Das Leben ist zu kurz für später

Offline Inge78

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Hallo zusammen

Also ich bin mittlerweile durch mit dem Buch.
Konnte es dann doch in einem Rutsch zu Ende lesen.

Und ja, ich wusste dass es nicht gut aus geht, das hattest Du auf der Lesung angedeutet.
Und wenn ein "Nicht-Happy-End" zum Buch passt, dann ist es auch OK für mich.
Das mit den zwei Enden ist Dir auch gut geglückt.


Zitat
Ich bin jetzt schon ein Stück weiter und muss gestehen: So schlecht sind die Passagen der Kriegsumsetzung bzw nennen wir es besser Kampfhandlungen gar nicht. Ich hatte das stümperhafter in Erinnerung, aber jetzt beim Reread nach vielen Jahren hat mich das gar nicht mal mehr so gestört.

Also ich fand sie auch nicht schlecht. Wobei die mich jetzt auch ehrlich gesagt nicht so sehr interessiert haben, ich habe das recht nebenbei gelesen  :rotwerd:

Min-Taos Schicksal ist mir da schon viel näher gegangen.
Wobei ich es doch als "zu viel" Schicksal empfand.
Erst sind ihr die Füße fast abgefroren und dann schlitzt sie sich die Füße auf ihrer verrückten Bergwanderung auf und dann fällt sie in diesen Fluss. Und dann wird sie ermordet.
Das war schon echt etwas viel.
Ich habe mich so gefreut als sie endlich bei Bao ist. Und dann entführt sie dieser doofe "Der-dessen-Namen-verdrängt-habe" (Sorry, ich habe es nicht so mit Namen und habe mein Buch gerade nicht zur Hand).

Und dass Bao dann noch Selbstmord begeht, damit habe ich dann zwar gerechnet aber die Art und Weise war dann doch recht bildlich geschrieben und nichts für auf "nüchternen Magen".

Und dass der Sohn der Beiden nun Kaiser werden soll, das ist dann doch der schön-kitschige Teil der ganzen Geschichte, das kleine Happy End. Da habe ich mich schon gefreut. Wobei es doch recht offensichtlich war dass die Hauptfrau ganz urplötzlich doch schwanger geworden sein soll und dann auch noch , abseits des Hofes, einen Jungen gebiert. Das muss doch irgendwelchen Leuten komisch vorkommen.

Alles in Allem hat mir die Geschichte gut gefallen, aber so richtig ans Herz ist sie mir leider nicht gegangen. Ich glaube das liegt auch einfach am Setting, ich kann mit Asien und den Traditionen dort einfach nicht viel anfangen und war daher recht distanziert beim Lesen.
Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

Offline Kathrin

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Das mit dem Namensregister war mir ein persönliches Anliegen, weil ich mir schon vorstellen konnte, dass das westliche Auge und Ohr Schwierigkeiten mit den Namen in Schrift und Sprache haben wird. In erster Linie geht es mir nämlich so und ich habe das bei vielen Büchern vermisst, habe mir stets selbst Kompendien zu Büchern geschrieben mit Personenregister und Stammbäumen. Ich mags einfach gerne strukturiert. Von daher freut es mich, wenn das wohlwollend angenommen wird.
Ich finde es auch immer wieder super, wenn es solche Extras gibt. Ich hätte allerdings echt gedacht, dass ich sie bei diesem Buch öfter konsultieren würde.

Diese Beschreibung ist im Übrigen tatsächlich von mir...  :->

... und das ist die Überarbeitung einer geschätzten Erotikroman-Kollegin, nachdem ich ihr meine "IKEA-Anleitung für Beischlaf" vorgelegt hatte und wusste, dass ich da defintiv Hilfe brauche, weil das eigentlich auch überhaupt nicht mein Ding ist. Ihr werdet also von mir keinen (weiteren) Liebesroman erwarten dürfen (auch wenn GdgM von amazon als ebensolcher eingestuft wurde).
Sehr lustig, dass die erfahrene Erotikroman-Autorin bei mir so gar nicht landen kann. Und ein eindeutiges Zeichen dafür, dass Du so schreiben solltest, wie Du es für richtig empfindest.

Dann kommst du wahrscheinlich künftig mit meinen Erotikszenen besser klar. Wobei ich nicht wissen will, was mir beim Schreiben von Dantez noch an Erotikszenen bevorstehen wird. Mein Lektor wird sich freuen...
Die Frage ist doch viel eher, ob immer alles auserzählt werden muss. In 30M hast Du doch auch nicht alles soooo bildreich und detailgenau beschrieben und trotzdem war klar, was er in Ribe getrieben hat.

Ich hatte ein Buch aus dem persönlichen Besitz meines Mannes als Quelle, da ging es um Wissen, das die Karate-Meister den Amerikanern damals, als die Kampkunst bekannt wurde, nicht weitergaben. Sie haben nur das physische Wissen weitergegeben, lange war im Westen nicht bekannt, dass es auch noch eine psychische Kraft gab. Insofern gibt es die Lektion des magischen Mantels wirklich. Aber man hat einen sehr hohen Dan, wenn man das kann.
Manches habe ich mir dann vormachen lassen, damit ich es beschreiben kann. Das war eine interessante Zeit damals.
Das kann ich mir gut vorstellen. Danke für die Info.

Das Bild mit dem Grunzochsen finde ich übrigens grandios. Ein schönes Tier. Vielleicht sogar schöner als Bao. Wobei ich den Kerl von Deinem letzten Link ziemlich treffend finde und gar nicht mal so unansehlich  :->

Zitat
Spannend finde ich bislang auch die Hauptfrau des Kaisers. Ich schätze mal, ihre Begegnung mit Min Tao, nach deren Befreiung, wird noch eine größere Bedeutung erlangen.
Da war sie mir richtig symphatisch, ich bin sehr gespannt was mit ihr noch sein wird, denn dass sie noch eine größere Rolle spielen wird, davon gehe ich nach dieser Begegnung auch aus.
So sympathisch finde ich sie eigentlich nicht, aber spannend, gerade weil sie bislang noch nicht so die große Rolle spielt, ich aber vermute, dass das noch kommen könnte.

Ich nehme die ganze Geschichte als magisch-fantastisch, oder eher mystisch wahr.
Spannend, ich nehme das Buch eher als hist. Roman wahr, weshalb mich dann eben mystische Dinge darin eher stören. Auch wenn es genügen hist. Romane gibt, in denen Romanfiguren das zweite Gesicht oder so haben.

Kitschig! Mei, aber so war das halt damals, meine Schreibe. Heute würde ich das auch anders machen und ich denke, das ist gut so.
Ist ja auch nur normal, dass man sich weiterentwickelt. Das tut man ja sein ganzes Leben lang, warum sollte sich dann der Schreibstil nicht auch ändern. Oder vielleicht auch nur die Meinung zu einzelnen Passagen und dass man sie heute anders schreiben würde.

Ich komme mit den Wechseln in der Perspektive ganz gut klar. Ist vielleicht nicht mein liebstes Stilmittel und irgendwie mag ich grundsätzlich Romane, die in der dritten Person  erzählt sind, lieber als in der ersten Person, aber ich komme damit klar.

Liebe Kathrin u.a., ich kann dich daher wirklich verstehen, wenn du mit den Augen rollst, diese Seelenverwandschaft ist stellenweise wirklich ein wenig dick; da hilft es auch wenig, dass ich bekräftigten muss, so eine Verbindung selbst schon erlebt zu haben über mehrere hundert Kilometer hinweg. Nur würde ich es heute anderes beschreiben oder einfach für mich behalten :-D
Ich will auch nicht abstreiten, dass es das geben kann, aber wie Du schon schreibst, es ist vielleicht ein wenig dick aufgetragen. Ich glaube da liegt die Kunst darin, Dinge auch mal wegzulassen oder wie Du schreibst, für Dich zu behalten.
Bestes Beispiel dafür ist die beste Liebesszene in einem Buch, die ich je gelesen habe. Das war in "Das Obsidianherz" von Ju Honisch und die Szene war auch noch mit einem Vampir, wofür ich normalerweise gar nicht zu haben bin, aber das hat die Autorin sensationell schön gemacht und auch nicht alles auserzählt. Und dem Vampir bin ich letztlich total verfallen  :schmacht:

Ich bin leider in den letzten Tagen nicht so weitergekommen, wie ich wollte. Gibt andere Dinge, die mir gerade im Kopf durchgehen und dann irgendwie meine Lesezeit im Zug für sich beanspruchen.

LG
Kathrin
Rock the Night!