Pablo d'Ors - Die Wanderjahre des August Zollinger

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Offline Christiane

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Pablo d'Ors - Die Wanderjahre des August Zollinger
« am: 19. September 2019, 09:07:46 »
Die Wanderjahre des August Zollinger – Pablo d‘Ors
ISBN 9783803113085

Klappentext:
Der junge August Zollinger sucht nach seiner Berufung – und versucht sich in verschiedenen Berufen. Seinen Traum, Bücher zu drucken, kann er in seinem Heimatort nicht verwirklichen. Deshalb zieht er hinaus in die Welt: Er arbeitet als Bahnwärter (und erliegt der Stimme einer Telefonistin), verdingt sich als Soldat in der Armee (und erhört die Stimme der Bäume), fertigt Stempel und Schuhe (und erkennt sie an ihrem Klang). Am Ende seiner Lehr- und Wanderjahre findet er - tatsächlich – das große Glück in den ganz kleinen Dingen.
Der Weg der Vollkommenheit, auf den sich August Zollinger begibt, ist zwar gesäumt von Hindernissen – doch alle sind sie zu überwinden. Pablo d’Ors hat einen anrührenden, fein ziselierten Roman geschrieben, der in einem zeitlosen, märchenhaften Österreich mit Schweizer Ortsnamen und deutschen Dichtern und Denkern spielt: einer Welt, in der Klopstock, Goethe und Hesse mit Roth, Walser und Ramuz zusammenkommen.
‚Eine wunderbare Geschichte von nur scheinbarer Einfachheit – voller überraschender Vorfällt und geistreicher Einfälle.‘     El Cultural

Mein Eindruck:
Dies ist ein Buch, das ich nur durch das Bücherbingo in die Hand genommen habe. Ein kleines Bändchen mit nur 135 schmalen Seiten. Eine Art altmodische Roadstory, die gemächlich erzählt wird. Da gibt es keinen Spannungsbogen, das ist kein Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen kann. Nein, dies Buch hat so eine ruhige Art, sein Protagonist August Zollinger ist so unaufgeregt, dass man auch als Leser keine Eile hat und gemütlich vor sich hin liest. Erstaunlicherweise ist das Buch aber trotzdem nicht langweilig, obwohl es mich stilistisch am ehesten an die ein oder andere Schullektüre erinnert hat. Und das passt auch in dieser Hinsicht: es ist ein Buch, das sicher eine schöne Leserunde gäbe, in der man über das Leben philosophieren könnte. Letztlich ist es ein Lob der kleinen Dinge, eine Anleitung zur Achtsamkeit.
Das klingt nun alles recht gut. Letztlich ist es aber auch ein wenig banal und diese im Klappentext hervorgehobenen Ideen, die Regionen verschiedener Länder zusammen zu klauben, diverse deutsche Dichter mal am Rande zu erwähnen oder ihre Namen zu benutzen, sind so originell nicht. Daher reicht es nicht zu einer wirklich guten Note.

Note:
Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
 Ray Bradbury (1920 - 2012)