Britta und Christian Habekost: Elwenfels 3 - Kräutertee im Dubbeglas

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Offline Christiane

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Elwenfels 3 von B & C Habekost   -   [isbn]978-3876293622[/isbn]

Klappentext:
Der dritte Teil der erfolgreichen Elwenfels-Saga.
Mundart-Kabarettist Chako hat zusammen mit seiner Frau, Schriftstellerin Britta Habekost, wieder einen Regionalkrimi geschrieben, der auf lustvoll-pfälzische Art die Grenzen des Genres sprengt. Der Hamburger Privatdetektiv Carlos Herb hat sich in seiner Heimatstadt mit der Mafia angelegt und sucht Zuflucht in Elwenfels. Gleichzeitig ist auch eine Gruppe spiritueller Aussteiger aus dem fernen Indien angereist, um hier die Erleuchtung zu suchen. Einer von ihnen ist in dem Dorf kein Unbekannter. Zuerst sieht es so aus, als könnten sich die Elwenfelser mit Yoga und Räucherstäbchen durchaus anfreunden. Aber dann ereignet sich ein schreckliches Unglück. Alles sieht nach einem Unfall aus, doch bald schon kommen Carlos Zweifel. Sind die spirituell gesinnten Besucher wirklich so harmlos? Oder verbirgt sich unter der friedlichen Oberfläche eine grausame Lüge, die die Elwenfelser Dorfgemeinschaft zu entzweien droht?



Mein Eindruck:
Als ich in der Bibliothek den 3. Band dieser Reihe von Regionalkrimis entdeckte, dachte ich, dass das doch eine angenehme Art sein würde, mein Bingokreuz für ‚das Buch aus der Region in der ich wohne‘ zu bekommen. Leider war das Leseerlebnis nicht ganz so angenehme wie erwartet.
In Teilen kann ich in dieser Rezi nur wiederholen was ich zu den ersten beiden Bänden schon schrieb und verweise daher bezüglich Lokalkolorit und Mystik auf diese erste Rezi: https://www.buchrebellin.de/bkf/index.php?topic=3572.msg56906#msg56906
Allerdings muss ich leider sagen, dass die Pfälzer Selbstgefälligkeit hier teils wirklich so nervt, dass ich manches nur quergelesen hab.

Der Krimiplot kann auch nicht mit denen der beiden ersten Bände mithalten. Die Grundidee ist eigentlich echt gut,  Leider wird sie so oberflächlich und teils auch unglaubwürdig in Szene gesetzt, dass der Lesespaß sich in Grenzen hält. Wo in den anderen Büchern Verschrobenheit und Mutterwitz noch für Vergnügen sorgten, sind die Charaktere hier doch eher platt und etwas lieblos dargestellt.
Klar, es gibt auch wirklich witzige Szenen, z.B. als die Pfälzer Mädels sich in indische Gewänder zwängen und die Verdächtige in die Enge treiben. Und gegen Ende wird es tatsächlich ein wenig spannend. Aber so recht raureißen kann es das nicht.
Die Mafiageschichte, die Carlos wieder nach Elwenfels treibt, fristet ein karges Dasein am Rande des Geschehens – und verspricht damit quasi schon den 4. Band (auch wenn davon nirgends die Rede ist).

Fazit: So plump macht Elwenfels nicht so richtig Spaß und dafür gibt es von mir nur 3 mickrige Bücherkisten.


Note:

Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
 Ray Bradbury (1920 - 2012)