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#31
Rezensionen / Hannah Häffner: Die Riesinnen
Letzter Beitrag von Kathrin - 29. Juli 2026, 16:32:53
Eines meiner Jahres-Highlights!!!

ZitatDrei Frauen trotzen der Enge ihres Dorfes - eine generationsübergreifende Hymne auf weibliche Freiheit

Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald, ist die Heimat dreier Frauen, alle groß und dünn, sie überragen die meisten Dorfbewohner und wollen so gar nicht in die Gemeinschaft passen. Und doch sind sie hier verwurzelt und müssen ihren eigenen Weg in den engen Grenzen des Dorfes finden. Liese, die in den 60er Jahren still und unerbittlich die Metzgerei führt. Cora, ihre Tochter, die Wütende, die ausbrechen wird und lernen muss, dass Heimkehr keine Niederlage ist. Und Eva, Coras Tochter, die den Wald liebt und als Försterin in und mit ihm lebt.

Wohin gehören wir? Was ist Heimat? Und was bedeutet wirkliche Freiheit?

In dunkler, satter, aber auch zarter Poesie erzählt Hannah Häffner mit stilistischer Präzision, feinem Humor und einer subtilen Beobachtungsgabe die Geschichte dreier Frauen, die lange nachhallt.

Meine Meinung:
,,Es ist wie es ist."

Gerne, nicht immer, beginne ich meine persönliche Meinung zu einem Roman mit einem Zitat aus dem Buch. Bei ,,Die Riesinnen" von Hannah Häffner fällt mir die Wahl schwer, gleichzeitig aber auch leicht. ,,Schwer", weil es so viele tolle Sätze, Passagen verdient gehabt hätten, hier aufgeschrieben zu werden, ,,leicht", weil ,,Es ist wie es ist" zwar kein Satz ist, den ich mir markiert habe, der aber immer wieder in diesem Buch fällt und so perfekt zu der Geschichte passt.
 
,,Die Riesinnen" ist Wohlfühlbuch, wie ich es liebe. Mit etwas Tiefe und wunderbaren, tollen, starken, lebensnahen Protagonistinnen, die man nicht vergisst. Die immer bei einem bleiben. Und war für eine wundervoller Sprache. Schnell und flüssig zu lesen, bildgewaltig, teilweise aber auch mal nüchtern und on the point und trotzdem poetisch und atmosphärisch, ruhig und voller Leben. Sicherlich eines der Bücher mit den meisten markierten Sätzen, Abschnitten, Beschreibungen in meinem Bücherregal. Und der Wald! Immer wieder der Wald, der wunderschöne Schwarzwald, die Heimat ... wenn auch nicht meine Heimat, aber genau so fühlt sich Heimat an.

,,Heimat ist ein Wort, das ihr nicht über Lippen kommt, aber in den Knochen steckt es ihr schon."

,,Falls es etwas wie Heimat gibt, dann ist ihre (Coras) mächtig und alt. Keine lächerliche Stadt von Menschenhand gemacht, sondern atmend und wachsend, voller Tod und Leben."

Es hat keine zwei Minuten gedauert, und ich war mitten drin im Wald, in der Geschichte, bei Liese, der ersten Generation der ,,Riesinnen." Liese, Cora und Eva Riesberger sind Menschen wie Du und ich, die man gefühlt überall antreffen kann, auf ihre Art einzigartig, aber auch ,,normal" sind in ihrer Andersartigkeit. Andersartig, weil sie groß und spindeldürr sind und leuchtend rotes Haar haben und nicht in das Schwarzwald-Dorf zu passen scheinen. Aber dort gehören sie hin, da sind sie Zuhaus, auch wenn sie das teilweise erst noch begreifen müssen. Jede von ihnen hat ihre eigenen Themen mit ihrer Heimat, ihrer Familie, ihrem Leben und Lebensweg. Ich liebe die Entwicklung, die jeweilige Geschichte der drei Riesbergerinnen, die so sehr für ihre Generation stehen, ohne dass es ins Klischee driften würde.

Aber auch die Nebenfiguren, deren jeweilige Geschichte naturgemäß nur angerissen oder auch teilweise ausgeschwiegen wird, haben so viele Tiefe und Wärme und Herzlichkeit. Und wenn sie unsere Protagonistinnen vielleicht auch nur für kurze Zeit begleiten, so weiß man anhand der Beschreibungen/ Charakterisierungen, wie sie sind. Besser geht nicht!
,,Jasper ist wie Honig, an ihm kleben die Menschen, um ihn herum ist das Licht wärmer, und alle werden zu Fliegen. "
,,Falk kann einem das Gefühl geben, dass schon alles gut wird, der nicht so hell brennt wie Jasper, dafür beständig leuchtet."
,,Die Frau ist hübsch und laut und ein bisschen viel."

Manche der Nebenfiguren hätte ich gerne weiter begleitet, näher kennengelernt und war ein wenig traurig, dass manche dieser Menschen-Fäden etwas lose in der Luft hängen geblieben sind. Aber es zeigt auch, dass die Autorin mit wenig Worten großartige Figuren entwerfen kann und noch viel Potential in ihr für weitere Geschichten und tolle Figuren steckt.

Ich freue mich unbändig auf neue Romane von Hannah Häffner, hoffe, nicht allzu lange warten zu müssen und kann ,,Die Riesinnen" allen empfehlen, die Bücher z.B. von Ewald Arenz oder Dörte Hansen lieben. Und ein letztes Zitat muss noch sein:

,,Die Schultern gestrafft, Kopf zurück. Komm nur, Leben, wenn du dich traust."

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#32
Rezensionen / Aw: Charlie Lovett - Das Buch ...
Letzter Beitrag von Kathrin - 29. Juli 2026, 15:11:48
Im Prinzip kann ich mich Inges Worten zu dem Buch anschließen, nur bei der Bewertung laufen wir etwas auseinander. Inge spricht an, was auch ich angemerkt habe, aber ich sehe das Buch deutlich kritischer. Daher hier nun meine Meinung:

,,Das Buch der Fälscher" von Charlie Lovett habe ich aufgrund einer begeisterten Empfehlung einer lieben Lesefreundin bei mir einziehen lassen und inzwischen auch beendet. Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen, was dem Buch und meiner Einstellung zum Buch ggf. geschadet haben könnte. Die Pausen zwischen den einzelnen Leserunden-Abschnitten waren nicht wirklich lang, aber letztlich hatte mich das Buch tatsächlich schon im zweiten Leserunden-Abschnitt verloren, weil der Sog verpufft war. Evtl. wäre das anders gewesen, wenn ich es in einem Stück gelesen hätte, aber mit Sicherheit kann ich das nicht sagen.

Ich hatte mehrere kleine Kritikpunkte, die aber irgendwann zu viel wurden. So konnte ich z.b. überhaupt keine Nähe zu den Protagonisten verspüren. Wir erleben das Kennenlernen, Zusammenkommen, die Ehe von Amanda und Peter erzählt und wir wissen aus dem Klappentext, dass Amanda sterben wird. Aber ich habe weder die Liebesgeschichte zwischen Amanda und Peter gefühlt noch konnte ich Peters Trauer richtig fühlen. Und ja, wieder einmal war ich von der körperlichen Anziehung genervt. Ich hatte irgendwann kapiert, dass sie unfassbar heiß aufeinander waren und muss nicht auf gefühlt jeder fünften Seite mitbekommen, wie sie ,,es getan" haben. Das hat mich wirklich genervt, und dass obwohl das Buch wirklich nicht mit spicy Szenen aufwarten kann. Aber auch die Andeutungen können irgendwann zu viel sein.

Auch das eigentliche Rätsel um das ominöse Pandosto fand ich nur mäßig spannend. Die Auflösung war keine große Überraschung und war mir zu gewollt klassisch gelöst. Ich hatte deutliche Agatha Christie Vibes, allerdings gehöre ich zu der seltenen Spezies, die mir ihren Kriminal-Romanen nicht viel anfangen können. Ich sehe was sie (oder auch eine Jane Austen) zu ihrer Zeit geleistet haben, aber ich lese ,,Klassiker" trotzdem nicht gerne und lasse es in der Regel auch. Hier war es zwar eine Mischung aus Liebesgeschichte und Spurensuche, aber mich hat beides nicht vom Hocker hauen können.

Das Buch und der Autor haben sicherlich begeisterte Lese und es mag auch ein Wohlfühlbuch für Buchlieber*innen sein (bin ich ja auch). Aber letztlich war es mir zu viel Unterhaltung und zu wenig Tiefgang. Ich mag Wohlfühlbücher, auch Bücher, die für mich reine Unterhaltung sind, aber eine gewisse Tiefe oder aber zumindest spannendere/ faszinierender Figuren sollte so ein Buch schon haben.

Note 3  :Box1:  :Box1:  :Box1:  :Box_grau1:  :Box_grau1:
#33
Kaffeekränzchen / Aw: Selbsthilfegruppe der Buch...
Letzter Beitrag von Kathrin - 29. Juli 2026, 11:06:49
Oh, danke für die Tipp, silke. Den Podcast kenne ich noch nicht. Schau ich mir gleich mal an.
#34
Kaffeekränzchen / Aw: Selbsthilfegruppe der Buch...
Letzter Beitrag von SilkeS. - 29. Juli 2026, 10:45:03
Zitat von: Kathrin in 29. Juli 2026, 09:44:35Ich wurde bei den neuen Büchern ge-influenced, böser, böser Podcast.
Auf Youtube findet man den Podcast von dtv "Dora Heldt trifft" und inzwischen trifft sie sich mind. 1x im Monat mit dem "Literarischen Nerd" (den findet man auf insta) und die beiden sind extrem schlimm mit ihren Buchtipps. Zumindest habe ich das Gefühl, dass ich von 10 Büchern, die sie vorstellen, 8 haben muss, 1 gelesen habe und 10. Buch dann ein Krimi ist. Von dem Podcast habe ich die alle auf die WuLi gepackt und jetzt hal auf den SUB.
Oja, kenne ich! ICH mag es dass es ein Videopodcast ist, denn ich kann mir Cover merken als geprochenene Titel. Und ja die beiden zusammen sind echt sehr verführend.

Diese Videopodcast mag ich auch sehr gerne: Exbuchhändlerin, inzwischen Autorin und eine Buchhändlerin. Sie treffen sich in der Buchhandlung, die ich sehr schnuckelig finde und treffen noch bei Außeneinsätzen andere Büchermenschen . Schön finde ich auch, dass sie nicht nur neue Titel vorstellen, sondern auch älter, die den Hype schon hinter sich haben, deswegen aber nicht schlechter sind.


#35
Kaffeekränzchen / Aw: Selbsthilfegruppe der Buch...
Letzter Beitrag von Kathrin - 29. Juli 2026, 09:44:35
Ich wurde bei den neuen Büchern ge-influenced, böser, böser Podcast.
Auf Youtube findet man den Podcast von dtv "Dora Heldt trifft" und inzwischen trifft sie sich mind. 1x im Monat mit dem "Literarischen Nerd" (den findet man auf insta) und die beiden sind extrem schlimm mit ihren Buchtipps. Zumindest habe ich das Gefühl, dass ich von 10 Büchern, die sie vorstellen, 8 haben muss, 1 gelesen habe und 10. Buch dann ein Krimi ist. Von dem Podcast habe ich die alle auf die WuLi gepackt und jetzt hal auf den SUB.
#36
Kaffeekränzchen / Aw: Selbsthilfegruppe der Buch...
Letzter Beitrag von Esmeralda - 29. Juli 2026, 08:48:02
Zitat von: Kathrin in 28. Juli 2026, 18:36:57Ich habe heute und morgen Urlaub und habe mir heute einen ausgiebigen Shopping-Tag, nur für mich und nur mit mir alleine, gegönnt. Neben ein paar Klamotten und zwei Parfums sind auch ein paar Bücher eingezogen ... Die mussten sein :)
:schmacht:

Zitat von: Kathrin in 28. Juli 2026, 18:36:57Das schönste aller Leben von Betty Boras
Das subt bei mir auch noch.  :dong:
#37
Rezensionen / Aw: Taylor Jenkins Reid - Die...
Letzter Beitrag von SilkeS. - 29. Juli 2026, 07:24:40
Hey,

Ich bin bei dem Buch auf Seite 336 /460 und das Buch begleitet mich schon den ganzen Monat.
So richtig will es mich nicht packen.
Finde alles so oberflächlich und wiederholend. Hoffe es kommt noch etwas was mich überrashct, wie es bei "Daisy & the Six war"...
#38
Kaffeekränzchen / Aw: Selbsthilfegruppe der Buch...
Letzter Beitrag von SilkeS. - 29. Juli 2026, 07:04:20
Guten Morgen

Zitat von: Kathrin in 28. Juli 2026, 18:36:57Ich habe heute und morgen Urlaub und habe mir heute einen ausgiebigen Shopping-Tag, nur für mich und nur mit mir alleine, gegönnt.
Das klingt traumhaft

Von "Sanditz" habe ich schonmal glaube ich gehört. Die anderen Titel sagen mir nichts und das wo ich vor einer Woche in einer Buchhandlung gefühlt jedes Buch gestreichelt habe  :wah:

#39
Kaffeekränzchen / Aw: Selbsthilfegruppe der Buch...
Letzter Beitrag von sisquinanamook - 28. Juli 2026, 19:31:46
Wie Schiffe auf stürmischer See subt bei mir auch noch.
#40
Kaffeekränzchen / Aw: Selbsthilfegruppe der Buch...
Letzter Beitrag von Kathrin - 28. Juli 2026, 18:36:57
Ich habe heute und morgen Urlaub und habe mir heute einen ausgiebigen Shopping-Tag, nur für mich und nur mit mir alleine, gegönnt. Neben ein paar Klamotten und zwei Parfums sind auch ein paar Bücher eingezogen ... Die mussten sein :)

Sanditz von Lukas Ritzschel
ZitatSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler, Orgelbauer, Fliesensammler, Lokaljournalistinnen, selbsternannte Widerständler, Träumerinnen, Frührentner, Kinder, Liebespaare, verhuschte Archivare und die Familie Wenzel.

Warmherzig und multiperspektivisch verwebt Lukas Rietzschel die Erzählung der Familie und der Sanditzer Stadtbewohner zu einem Panorama deutscher Geschichten – vom Ende der DDR bis in die jüngste Gegenwart, vom Besetzen der örtlichen Stasi-Zentrale bis zum Kampf eines Freiwilligen in der Ukraine, vom Abrackern auf westdeutschen Baustellen bis zum isolierten Inseldasein während der Corona-Epidemie.

All die Farben, all das Licht von Cora Wucherer
ZitatJuna ist siebzehn und will trotz ihres schwindenden Augenlichts um jeden Preis Malerin werden. Martha ist dreizehn und versucht alles, um aus dem Schatten ihrer begabten Schwester zu treten. Die zwei wechseln kaum ein Wort miteinander. Doch dann verschlechtert sich Junas Diagnose, und sie erkennen, dass sie sich nur gemeinsam gegen die Welt wappnen können. Einfühlsam und kraftvoll erzählt Cora Wucherer vom unstillbaren Hunger auf das Leben und von einem Sommer, der alles verändert.
Seit sie denken können, teilen sich Juna und Martha ein Zimmer in ihrer engen Familienwohnung in München-Giesing. Doch das ist auch schon alles, was die beiden Schwestern gemeinsam haben. Juna, außergewöhnlich begabt und bedroht von einer seltenen Krankheit, erfährt, dass ihr wohl nur noch wenige Monate bleiben, bis sie ihr Sehvermögen verliert. Ihr Traum, einmal eine ebenso bedeutende Künstlerin zu werden wie ihr großes Vorbild Lotte Laserstein, scheint zu zerbrechen. Ihre jüngere Schwester Martha hingegen kämpft darum, überhaupt gesehen zu werden. Mit Junas Ausweis in der Tasche ergattert sie sich einen Nebenjob in einem Kino – und damit eine völlig neue Unabhängigkeit. Als Juna unbedingt ihr Lieblingsgemälde von Lotte Laserstein in Malmö sehen will, ergreift Martha ihre Chance und organisiert eine heimliche Reise für die beiden. Was als Abenteuer beginnt, wird zu einer ungeahnten Herausforderung – und die Schwestern geraten an die Grenzen dessen, was sie voneinander zu wissen glaubten.

Das schönste aller Leben von Betty Boras
ZitatKurz nach dem Sturz der Diktatur flieht Vio mit ihren Eltern aus dem rumänischen Banat nach Deutschland. Sich anpassen, bloß nicht auffallen – das ist der Preis des Ankommens. Fleiß und Schönheit seine Währung. Trotz aller Widerstände findet Vio ihren Platz in der Gesellschaft. Als jedoch Jahre später ihre zweijährige Tochter bei einem Unfall Narben davonträgt, droht sie, an ihren Selbstvorwürfen zu zerbrechen. Im 18. Jahrhundert muss Theresia einen hohen Preis dafür zahlen, als begehrenswert zu gelten. Sie gerät ins Visier der Keuschheitskommission, wird entrechtet und verschleppt.
Beiden Frauen ist die Banater Erde eingeschrieben, die zwischen den Jahrhunderten ein Band aus Schmerz und Schönheit spinnt.

Wie Schiffe auf stürmischer See von Kathy Biggs
ZitatNach ihrer Scheidung zieht Grace zurück auf den elterlichen Bauernhof an der windgepeitschten Küste von Wales. Den harten Alltag bestreitet sie allein, ein Unfall auf See hat ihr vor vielen Jahren den Bruder genommen. Nur ein Ritual am Abend spendet Grace Ruhe und Trost: Wenn sie eine alte Tonaufnahme des Seewetterberichts auflegt, die ihren immer vergesslicher werdenden Vater jedes Mal aufs Neue in dem Glauben einschlafen lässt, das Meer sei ruhig und sein Sohn in Sicherheit. 

Als eines Tages eine junge Frau vor der Tür steht und behauptet, Graces Bruder sei tatsächlich noch am Leben, glaubt Grace ihr kein Wort. Doch ihr Vater lässt nicht ab von diesem Hoffnungsschimmer, und so machen die drei sich auf die Suche – eine Suche, auf der sich Grace auch ihrer eigenen schmerzhaften Geschichte stellen muss.