Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY

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Offline Christiane

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Re: Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY
« Antwort #15 am: 08. März 2017, 12:59:45 »
Ja, Vanessa, diese und ähnliche Geschichten kenn ich auch mehr als genug. Es ist ja schön, dass das Gesundheitsamt darauf achtet, dass die Hygiene in Sachen Lebensmittel nicht zu kurz kommt. Aber wann immer man solche Bestimmungen rausgibt hat das eben auch negative Auswirkungen, macht das Müllsparen oder solche Aktionen von Privat für Schulen, Vereine,... schwieriger bis unmögliche.

Zitat
Beispiel b): Eine Grundschule hat im Kreis Korbach schon immer zu Weihnachten Kekse gebacken. Also die Schüler mit den Lehrern. Diese Kekse sollten für 1 Euro / Tüte auf dem Weihnachtsmarkt verkauft werden, um mit dem Geld ein bißchen was für die Schule neu zu kaufen / was für die Schüler anzuschaffen. Nette Idee.
Jetzt kommt das Gesundheitsamt daher und will wissen wo und von wem die Kekse gebacken wurden. Die Schulküche ist noch vom Gesundheitsamt abgenommen, aber die Kinder und Lehrer haben keine "Belehrung zum Seuchenschutzgesetz". Ergo: Die Kekse dürfen nicht mehr verkauft werden. Wird das noch einmal auffällig, wird gegen die entsprechenden Personen ermittelt werden.
ABER es steht frei die Kekse zu verschenken und dabei um eine kleine Spende für die Schule zu bitten. Vielleicht 1 Euro / Tüte?!...

Und nun finde den Fehler...

Kein 'Fehler' sondern eine Frage der Haftung. Wenn Du das Zeug verkaufst bist Du für alles verantwortlich was da passiert. Dann muss alles behördlich abgesegnet sein: Küche, Verpackung, Gesundheitszeugnis der Bäcker uvm. Und wenn dann was nicht in Ordnung ist bist Du haftbar. Wenn aber das GEsundheitsamt nicht richtig geprüft hat oder so dann bekommen die (auch) Ärger und das wollen sie natürlich vermeiden und setzen die Bestimmungen durch.
Wenn Du aber Kekse, Marmelade etc gegen eine freiwillige Spende quasi verschenkst, dann lassen die Beschenkten sich darauf ein, das Zeug auf eigene Gefahr mitzunehmen. Wenn dann was passiert: selbst schuld.
So einfach ist das - da wird schlicht Verantwortung abgeschoben.
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Offline Vanessa

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Re: Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY
« Antwort #16 am: 08. März 2017, 13:32:49 »
Zitat
da wird schlicht Verantwortung abgeschoben.

Eben. Das meinte ich mit dem Fehler.

Alles muss in D-Land bis ins letzte durch organisiert sein. Für alle Eventualtitäten wird irgendwo irgendwer haftbar gemacht. Und wenn es nicht geht - dann "spielt" man eben doch mit der Gesundheit der Menschen und wenn man es auf diese Art der abgeschobenen Verantwortung macht.

Das ist es, was ich an unserem System so verdamme. Es schmeißt dir für alles was du an Ideen hast Steine in den Weg um dich ja irgendwie zur Kasse bitten zu können (und ganz ehrlich: diese Belehrung zum Seuchenschutz ist ein Witz! Ich darf mir  den Scheiß 1x im Jahr geben, der Mensch vom Gesundheitsamt kontrolliert nicht mal ob du wirklich zuhörst. Du bekommst nen Merkblatt, dass du bitte lesen möchtest, dir wird ein 20 Minuten Filmchen gezeigt das so überspitzt gedreht ist, dass du dir als Zuschauer wirklich verarscht vorkommst und an deiner eigenen Intelligenz zweifelst und darfst dafür 40 Euronen löhnen - es sei denn du nimmst deine Angestellten mit, dann wird es deutlich teurer) und wenn das nicht geht - dann bist du eben selbst schuld. Kann irgendwie vom Grundsatz her schon nicht stimmen...
« Letzte Änderung: 08. März 2017, 13:34:53 von Vanessa »
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Offline SilkeS.

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Re: Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY
« Antwort #17 am: 08. März 2017, 15:19:55 »
Hallo zusammen!

Danke Vanessa für deine wirklich ausführliche Erklärung. Das wußte ich alles echt nicht und das ist ja wirklich alles ziemlich komplex.
Ich finde es super traurig, dass Deutschland da so schwierige und sperrige Erlasse rausgibt, denn um auf mein Tüten-&Wegwerf-Problem Bezug zu nehmen, ist ja z.B. die Tüte nun Kostenpflichtig geworden, als Hemmschwelle.
ABer da ist dann Dein Beispiel mit dem Bierglas...
Ja auch das ist hier auf dem Campus bekannt.
Unser Reinigungspersonal sammelt hier Körbeweise Pfandflaschen, die sie dann in den wirklich 3 Minuten entfernten Rewe City Markt abgibt und das Pfandgeld dann quasi als Kaffeskassengeld unter sich aufteilt.

Das mit den Plätzchen finde ich auch schade. Früher in meiner Schulzeit haben wir bei Schulfesten sowas immer gemacht.
Kann aber verstehen, dass man da zu Seiten von Salmonellen und anderen Erkrankungen da scheinbar schärfere REgelungen einführen "musste"...

Zitat
Ich kann mir also durchaus vorstellen, dass man eine Art "Pfand" auf Rewe Geschirr erheben könnte, wenn man diese Salatbar als Beispiel nehmen möchte. Aber ich weiß nicht wie groß der Aufwand wäre, den Rewe dafür bringen müsste. Nicht nur finanziell. Ich vermute es müsste eine entsprechende Küche eingerichtet werden, mit entsprechend geschulten Personal, das sich dann um das zurück gegebene Geschirr kümmert, bevor es erneut neben den Salaten ankommt.
ich denke mal mit Laufbändern und evtl 450 € Kräften (z.B. Jobs für Studies) könnte man da doch bestimmt was machen.
Aber das wäre in der Tat eine Geldfrage und bei dem Rewe Markt, den ich meine auch eine Platzfrage...



Gruß Silke


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Offline Vanessa

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Re: Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY
« Antwort #18 am: 08. März 2017, 16:00:04 »
Huhu!

Ja, leider. Man könnte soviel machen, auch mit verhältnismäßig wenig Aufwand an Ressourcen und / oder Finanzen. Aber es ist wirklich einfach nicht möglich, weil viele Änderungen entweder Vater Staat Geld kosten würden - und sei es nur in der Form, dass irgendwas an Steuern wegfällt - oder weil ganze Industriezweige dran hängen, die eventuell dann auch einfach ne Krise bekommen würden. 

Und ganz ganz ganz viel hängt wirklich an den Leuten. Es fängt mit dem Pfand an und hört beim Einkauf der Dinge nicht auf. Praktisch muss die Lösung sein.

Ich habe gestern erst noch mit meiner Tante darüber geredet, dass sie ihre Ernährung im Moment komplett umstellen. In erster Linie gezwungen durch die Gesundheit meines Onkels. Meine Tante kauft ihren überwiegenden Teil an Lebensmitteln mittlerweile in diversen Bioläden und / oder direkt beim Erzeuger. Gut, wir wohnen ja nun wirklich nicht in einer Großstadt. Im Umland gibt es tausendundeinen Bauernhof der die Möglichkeit bietet direkt vor Ort einige Dinge zu erwerben.

Meinen Honig bekomme ich auch hier im Dorf von einem Hobbyimker. Auch eine total spannende Sache und seit ich weiß, dass ich mir ein Volk quasi auch auf dem Balkon halten könnte  :dong: Nein, das wäre nicht vereinbar mit meinen Katern. Das muss ich weder den Tieren noch den Bienen oder mir antun.

Unverpackt Läden fände ich eine tolle Sache! Aber für sowas sind wir wohl (noch) zu klein als Stadt.


So im Fazit würde ich einfach mal meinen: Man kann bestimmt ne Menge (Plastik) Müll sparen, wenn man einfach mal ein bißchen bewußter einkaufen geht. Genauer schaut was man wo kauft. Alleine diese Änderung im eigenen Verhalten wird sicherlich einiges im Rattenschwanz mit sich bringen. Anderes einkaufen zieht - so könnte ich mir vorstellen - auch andere Geschäfte einzubeziehen mit ein. Vielleicht schaut man sich wirklich mal beim Bauernhof in der Gegend um, viele haben ja einen angeschlossenen Hofladen.

Dazu fällt mir ein: Einer unserer Marktkollegen hat so einen Bauernhof mit Hofladen und halt seinen Stand auf den Wochenmärkten. Statt Papiertüten oder dünne Plastikbeutel verkauft er jetzt stabile Einkaufsbeutel aus recycelten Plastiktüten und Flaschen. Die Beutel kosten irgendwas um 1 Euro, ja. Aber ob ich 50 Cent für die Papiertüte im Rewe hinlege (die ich tatsächlich nicht wieder verwenden kann, weil sie daheim direkt von den Katern annektiert und zerspielt werden) oder eben diese Beutel kaufe, da finde ich den Beutel praktischer. Die Dinger sind wirklich stabil, sehen gar nicht mal so hässlich aus und lassen sich prima immer wieder verwenden - als Einkaufstüten oder auch im Haushalt zum Sammeln von Altpapier / Altglas... Und sie haben im Gegensatz zu Papiertüten den tollen Vorteil: Läuft was aus, musst du sie nicht wegschmeißen. Klar, sie haben ne Halbwertszeit. Aber bis sie hin sind, haben sie über einen langen Zeitraum gute Dienste geleistet. Das finde ich eine tolle Sache!
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Re: Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY
« Antwort #19 am: 08. März 2017, 16:40:01 »
Hallo Vanessa!

Ich habe gestern erst noch mit meiner Tante darüber geredet, dass sie ihre Ernährung im Moment komplett umstellen. In erster Linie gezwungen durch die Gesundheit meines Onkels. Meine Tante kauft ihren überwiegenden Teil an Lebensmitteln mittlerweile in diversen Bioläden und / oder direkt beim Erzeuger. Gut, wir wohnen ja nun wirklich nicht in einer Großstadt. Im Umland gibt es tausendundeinen Bauernhof der die Möglichkeit bietet direkt vor Ort einige Dinge zu erwerben.
Sowas ist praktisch.
Wir haben hier ca 8 km weiter  mehrere Spargelbauern.
Die vekaufen auch frisches Bauernbrot. Ich vertrage es nicht, bekomme furtbare Bauchschmerzen und Blähungen davon.
Die Hofeigenen Kartoffeln sind 3 mal so teuer wie es damals der Obstladen verkauft hat und nur halb so groß und schmecken nach NIX!!!
Warum soll ich also so weit fahren, wenn mir die Produkte nicht zusagen...?
ABer andere Alternative ist echt hier nur Supermarkt mit viel Plastik oder Türken Supermarkt zu dem ich es nur Freitags schaffe, wenn ich früher heimkomme.


Meinen Honig bekomme ich auch hier im Dorf von einem Hobbyimker. Auch eine total spannende Sache und seit ich weiß, dass ich mir ein Volk quasi auch auf dem Balkon halten könnte  :dong: Nein, das wäre nicht vereinbar mit meinen Katern. Das muss ich weder den Tieren noch den Bienen oder mir antun.
Honig bekommen wir häufig geschenkt und unser Verbrauch ist sooooo gering, dass der sich ewig und drei Tage hält.
Als Veganerin greife ich aber vorzugsweise eh zu Agavendicksaft oder Ahornsirup

Unverpackt Läden fände ich eine tolle Sache! Aber für sowas sind wir wohl (noch) zu klein als Stadt.
Ich habe gesehen, dass es in der Stadt in der ich Arbeite seit Herbst einen hat. Zu dem ist es 20 Minuten mit den Öffis.
Dann einkaufen und dann wieder zurück.
Da reicht meine Mittagspause leider nicht.
Anonsten sind noch jeweils einer ca 30 km in die ein oder andere Richtung von unserem Wohnort entfernt.
Da kann man auch nicht "eben mal" einkaufen und es geht ja selten immer alles gleichzeitig leer  :heul:

So im Fazit würde ich einfach mal meinen: Man kann bestimmt ne Menge (Plastik) Müll sparen, wenn man einfach mal ein bißchen bewußter einkaufen geht. Genauer schaut was man wo kauft. Alleine diese Änderung im eigenen Verhalten wird sicherlich einiges im Rattenschwanz mit sich bringen. Anderes einkaufen zieht - so könnte ich mir vorstellen - auch andere Geschäfte einzubeziehen mit ein. Vielleicht schaut man sich wirklich mal beim Bauernhof in der Gegend um, viele haben ja einen angeschlossenen Hofladen.
Das ganz große, fängt bei jedem einzelnen an!
Wenn jeder z.b. sein Essen für Beruf, Studium, Schule etc von zu HAuse mitbrächte, bräuchte man keine Salatbars, Pizzen, Döhner, Würstchen oder ähnliche was zu Müll macht. Aber wie du richtig sagt, die Menschen sind Faul (geworden!
Oder der Pappbecher mit dem Kaffe für die Fahrt morgens... Es gibt sooo schöne, stylistische, günstige Thermobecher
Dazu fällt mir ein: Einer unserer Marktkollegen hat so einen Bauernhof mit Hofladen und halt seinen Stand auf den Wochenmärkten. Statt Papiertüten oder dünne Plastikbeutel verkauft er jetzt stabile Einkaufsbeutel aus recycelten Plastiktüten und Flaschen. Die Beutel kosten irgendwas um 1 Euro, ja. Aber ob ich 50 Cent für die Papiertüte im Rewe hinlege (die ich tatsächlich nicht wieder verwenden kann, weil sie daheim direkt von den Katern annektiert und zerspielt werden) oder eben diese Beutel kaufe, da finde ich den Beutel praktischer. Die Dinger sind wirklich stabil, sehen gar nicht mal so hässlich aus und lassen sich prima immer wieder verwenden - als Einkaufstüten oder auch im Haushalt zum Sammeln von Altpapier / Altglas... Und sie haben im Gegensatz zu Papiertüten den tollen Vorteil: Läuft was aus, musst du sie nicht wegschmeißen. Klar, sie haben ne Halbwertszeit. Aber bis sie hin sind, haben sie über einen langen Zeitraum gute Dienste geleistet. Das finde ich eine tolle Sache!
Ja ich glaube ich weiß was Du meinst.
Sowas habe ich auch zu Hause.
Als die eingeführt wurden, gab es die bei uns in diversen supermärkten Anfangs geschenkt.
Jetzt sind  preisbelegt. Keine Ahnung was die kosten, denn ich habe immer einen odern zwei Körbe dabei und eine Handvoll Leinentaschen...
Ich wüsste garnicht wann ich das letzte Mal eine Plastiktüte gekauft oder benutzt habe...
Okay beim Türkischen Supermarkt, aber dahin bringe ich die gesammelten Werke von zu Hause mit, bzw packe die Ware dort auch in Taschen... die dann mitgewogen werden...


Gruß Silke
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Offline SilkeS.

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Re: Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY
« Antwort #20 am: 08. März 2017, 16:40:50 »
Hallo!

Ich habe im Netz eine tolle Geschichte gefunden, die eigentlich alles sagt...

Zitat
Beim Bezahlen an der Kasse im Supermarkt schlägt die Kassiererin der vor mir bezahlenden alten Dame vor, sie möge doch beim nächsten Einkauf ihre Einkaufstasche mitbringen, denn Plastiktüten seien schlecht für die Umwelt.
„Da haben Sie Recht“ entschuldigt sich die alte Dame „doch leider war ich in Eile und habe meine Einkaufstasche entgegen meiner Gewohnheit zu Hause vergessen". Die junge Frau erwidert:
„Ja wissen sie, unser Problem ist nämlich, dass Ihre Generation sich keine Gedanken darüber gemacht hat, in welch schlechtem Zustand sie die Umwelt uns und den zukünftigen Generationen hinterlässt. Umweltschutz ist sicherlich ein Fremdwort für Sie".
„Das stimmt. Unsere Generation kannte keinen Umweltschutz – war auch gar nicht nötig, denn Sprudel- und Bierflaschen gaben wir an den Laden zurück in dem wir sie gekauft hatten. Von dort gingen sie an den Hersteller, der die Flaschen wusch, sterilisierte und auffüllte, so dass jede Flasche unzählige Male benutzt wurde. Die Milch holten wir beim Milchhändler in unserer eigenen Milchkanne ab. Aber Umweltschutz kannten wir nicht.
Für unsere Gemüseeinkäufe benutzten wir Einkaufsnetze, für den Resteinkauf unsere Einkaufstaschen. Vergaßen wir sie, so packte uns der Händler den Einkauf in braune Papiertüten, die wir zu Hause für viele Zwecke weiter verwendeten, z.B. zum Einpacken der Schulbücher, die uns von der Schule unter der Auflage, dass wir sie gut behandeln, kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Nach Beendigung des Schuljahres wurden sie wieder eingesammelt und in gutem Zustand an den nachfolgenden Jahrgang weiter gereicht. Aber Umweltschutz kannten wir nicht.
Wir stiegen Treppen hoch, denn Aufzüge oder Rolltreppen gab es nicht so wie heute in jedem Kaufhaus oder Bürogebäude. Wir gingen zu Fuß die paar Schritte zum nächsten Lebensmittelgeschäft und benutzten dazu keinen 300 PS starken Geländewagen. Sie haben Recht, Umweltschutz kannten wir nicht.
Damals wuschen wir die Babywindeln, weil es keine Einwegwindeln gab. Wir trockneten die Wäsche nicht in einem Strom fressenden Trockner, sondern mit Wind- und Solarenergie auf der Wäscheleine aus Hanf. Die Kleidung der Kinder ging stets an die jüngeren Geschwister, denn immer neue Kinderkleidung konnten wir uns nicht leisten. Aber Umweltschutz kannten wir nicht.
Im Haus hatten wir ein einziges Radio und später einen kleinen Fernseher mit einem Bildschirm in Taschentuchgröße. In der Küche gab es keine elektrischen Maschinen. Alles wurde von Hand geschnitten, geraspelt, geschält. Als Polstermaterial für Päckchen oder Pakete benutzten wir alte Zeitungen, kein Styropor oder Plastikblasen. Der Rasenmäher wurde mit der Hand geschoben, machte keinen Krach und keinen Gestank. Das war unser Fitnesstraining, weshalb wir keine Fitnessstudios mit elektrischen Laufbändern und anderem Energie fressenden Unsinn benötigten. Aber Umweltschutz kannten wir nicht.
Das Wasser tranken wir aus der Leitung und benötigten dazu keine Plastiktasse oder Plastikflasche. Unsere leeren Schreibfüller wurden wieder mit Tinte gefüllt, anstatt neue zu kaufen. Papier wurde beidseitig beschrieben. Stumpfe Rasierklingen wurden ersetzt, und nicht gleich ein neuer Rasierapparat gekauft. Aber Umweltschutz kannten wir nicht.
Damals fuhren unsere Kinder mit dem Bus, der Straßenbahn, dem Fahrrad oder gingen zu Fuß zur Schule. Einen 24-stündigen Taxiservice der Mutter mit dem 50.000 EUR teuerem Auto gab es nicht. Aber Umweltschutz kannten wir nicht.
In jedem Zimmer gab es eine Steckdose und keine Steckdosenleisten für unzählige Stromfresser, und wir benötigten auch kein von einem 35.000 Kilometer entfernten Satelliten gesteuertes System, um die nächste Imbissbude zu finden. Jedoch Umweltschutz kannten wir nicht.
Aber bedenken Sie:
Es ist traurig, wenn die junge Generation sich darüber beklagt, wie verschwenderisch wir Alten gelebt haben, nur weil wir keinen Umweltschutz kannten? Glaubt sie wirklich, wir Alten benötigen eine Belehrung von euch Grünschnäbeln? Und dann auch von einem Mädchen,das mir noch nicht einmal das Wechselgeld heraus geben kann, ohne die elektronische Kasse zu befragen.
Schönen Tag noch – und vergiss den Umweltschutz nicht!“
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Offline Christiane

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Re: Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY
« Antwort #21 am: 08. März 2017, 17:11:47 »
Sehr schöne Geschichte, Silke!!
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Offline Firnsarnwen

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Re: Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY
« Antwort #22 am: 08. März 2017, 23:21:09 »

Ich versuche leere Plastikverpackungen anderweitig zu verwenden.In Flaschen von Glasreiniger/Allzweckreiniger mit Sprühaufsatz u.s.w. mische ich neue Sachen an. Generell bin ich gerade dabei, alles zu verbrauchen, was an gekauftem Zeug da ist und nichts Neues mehr nachzukaufen.

Ich versuch ja auch, z.B. Duschgel im Nachfüllpack zu holen, weil das immerhin in der Summe weniger Plastik ist. Aber nehmt ihr kein Duschgel oder bekommt ihr welches ohne Plastikumverpackung??


In meinem Zitat habe ich von Reinigungsmitteln für Bad, Küche u.s.w. gesprochen. Duschgel ohne Plastik habe ich noch nie gesehen.  :nixweiss1: Zumindest nicht zu kaufen. Vor langer Zeit hatte ich mal eine Phase, in der so ziemlich alles rund um Körperpflege selber hergestellt und damit nicht nur meine Familie, sondern auch Freunde/Bekannte mit Gesichtscremes, Duschcremes, Haarspray, Bodylotion u.s.w.  versorgt habe. Ich habe auch vor Lippenpflegestiften, Mascara und Rouge nicht haltgemacht.  :-> Abgefüllt wurde das dann je nach Anwendungsart überwiegend in schönen Glasgefäßen.
Was mich aber gerade bei Duschgel, Cremes u.s.w. mehr beschäftigt: über irgendeinem von Silkes Links bin ich auf das Thema "Mikroplastik in Kosmetikprodukten" gestoßen. Das ist bisher völlig an mir vorbeigegangen.  :rotwerd: Die Liste beim BUND mit den Produkten, in denen das drin ist, hat mir dann den Rest gegeben.  :umfall:
Ich bin so ein Duftjunkie und kann an keinem gut riechenden Duschgel vorbeigehen. Da mich aber selber der anfallende Plastikmüll stört, wollte ich (wenn die Vorräte aufgebraucht sind) mal wieder eine Seife verwenden. Für das Händewaschen wird die bei uns eh schon benutzt. Und vieles spricht auch aus anderen Gründen wieder für Seife.

Ich werde mich zukünftig mehr bei der Naturkosmetik umsehen.
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Offline Christiane

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Re: Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY
« Antwort #23 am: 08. März 2017, 23:47:43 »
Beim Duschgel ist wohl das einzige was man tun kann, die Großpackung kaufen und daheim in handliche Flasche umfüllen. Das reduziert die Plastikmenge zwar nur ein bisschen, aber besser als nix  :nixweiss1:.

Die BUND-Liste hab ich gleich mal angesehen - meine Güte, das ist ja total kraß in wievielen Produkten dies Mikroplastik enthalten ist  :umfall:. Natürlich hatte ich mein Hauptaugenmerk auf den Sachen, die ich hier rumstehen hab. Da hatte ich Glück: nichts davon findet sich auf der Liste. Allerdings bin ich da auch echt minimalistisch unterwegs und hab sehr wenige Produkte. Duschgel, Haarshampoo, Handcreme. Und das war es schon von diesen Dingen, die der BUND da aufgelistet hat. Und wie es aussieht ist das auch eine gute Art Plastik zu sparen indem man den ganzen Kosmetikkram auf ein Minimum reduziert  :->. Seife bekomm ich schon seit Jahren handgemacht von einer Freundin.
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Offline Vanessa

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Re: Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY
« Antwort #24 am: 09. März 2017, 07:27:40 »
Zitat
Da mich aber selber der anfallende Plastikmüll stört, wollte ich (wenn die Vorräte aufgebraucht sind) mal wieder eine Seife verwenden. Für das Händewaschen wird die bei uns eh schon benutzt. Und vieles spricht auch aus anderen Gründen wieder für Seife.

Ich bin mit Seife am Stück auch groß geworden. Ich kaufe auch oft selbstgemachte Seife auf diversen Märkten und bin mit der eigentlich immer zufrieden, was Duft, Pflege und dergleichen angeht. ABER zb in unseren Wagen dürfen wir gar keine Seifenstücke verwenden. Denn auf Seifenstücken bleiben immer Keime vom letzten "in die Hand nehmen" übrig und vermehren sich dort gerne, weil feuchtes Klima. Natürlich hat man die Keime auch daheim auf dem Seifenstück.
Das Problem hat man bei Flüssigseife im Spender nicht. Klar - hier geht es ums Plastiksparen, da ist das Stück Seife sicherlich deutlich die bessere Variante. Und finden lässt sich ja doch immer überall was, wenn man nur lange genug sucht... Wollte es nur kurz angemerkt haben. Denn gerade Seife ist ja auch ein Hygieneartikel.
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Re: Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY
« Antwort #25 am: 09. März 2017, 08:56:53 »
Hallo zusammen!

Ja, ich bin auch mit Seifenstücke groß geworden.
Nehme diese auch wieder, in dem Badezimmer was nur von meinem Mann und mir augesucht wird.
In der Gästetoilette, wo dann auch z.B. mal Handwerker ihre Hände waschen, Gäste da gibt es Cremeseife. Die wir auch nur mit Nachfüllpacks kaufen.

Meine Stückseife kommt von Alverde (DM) oder bei Rossmann (die vegane weiß ich grad nicht welche MArke)
die sind in Karton verpackt, also auch hier kann man Plastik vermeiden

Deoroller bin ich inzwischen umgestiegen auf den von CD. Der ist aus Glas, hat zwar auch eine Plastikkugel und einen Plastikdeckel, aber ganz ohne Plastik geht es vermutlich nicht.

Gruß Silke
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Re: Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY
« Antwort #26 am: 10. März 2017, 22:01:15 »
Hey miteinander!

Heute beim Einkauf ist mir noch was aufgefallen, das ich nirgends ohne Plastik bekomm: Backzutaten wie gemahlene oder gehackte Mandeln und Nüsse. Da wüsst ich nur die Alternative die ganzen Nüsse oder Mandeln lose  zu kaufen (wobei auch das nicht so einfach ist) und selbst zu knacken und dann zu mahlen. Aber dann wird backen zu einem abendfüllenden Programm  :rollen:.

LG, Christiane
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Offline Inge78

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Re: Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY
« Antwort #27 am: 11. März 2017, 09:42:13 »
Ich wüsste auch gar nicht wo es lose Mandeln gibt  :kopfkratz:
Walnüsse kriegt man ja hier noch, Haselnüsse vielleicht auch ... aber sonst  :kopfkratz:

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Re: Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY
« Antwort #28 am: 13. März 2017, 23:58:59 »
Denn auf Seifenstücken bleiben immer Keime vom letzten "in die Hand nehmen" übrig und vermehren sich dort gerne, weil feuchtes Klima. Natürlich hat man die Keime auch daheim auf dem Seifenstück.
Das Problem hat man bei Flüssigseife im Spender nicht. Klar - hier geht es ums Plastiksparen, da ist das Stück Seife sicherlich deutlich die bessere Variante. Und finden lässt sich ja doch immer überall was, wenn man nur lange genug sucht... Wollte es nur kurz angemerkt haben. Denn gerade Seife ist ja auch ein Hygieneartikel.

Problematisch ist die Seifenablage, die u.U. verhindert, dass die Seife trocknet. Es gibt Modelle, die dafür sorgen, dass die Seife trocken liegt und wenn man die Ablage regelmäßig wie alles im Badezimmer reinigt, gibt es kein Hygieneproblem.
Seife ist für Mikroorganismen kein idealer Lebensraum.

Die BUND-Liste hab ich gleich mal angesehen - meine Güte, das ist ja total kraß in wievielen Produkten dies Mikroplastik enthalten ist  :umfall:. Natürlich hatte ich mein Hauptaugenmerk auf den Sachen, die ich hier rumstehen hab. Da hatte ich Glück: nichts davon findet sich auf der Liste. Allerdings bin ich da auch echt minimalistisch unterwegs und hab sehr wenige Produkte. Duschgel, Haarshampoo, Handcreme. Und das war es schon von diesen Dingen, die der BUND da aufgelistet hat. Und wie es aussieht ist das auch eine gute Art Plastik zu sparen indem man den ganzen Kosmetikkram auf ein Minimum reduziert  :->. Seife bekomm ich schon seit Jahren handgemacht von einer Freundin.

Reduzieren ist ein guter Ansatz.
An dem Punkt muss ich echt noch arbeiten.  :rotwerd:

Ich habe aus Interesse letzte Woche mal bei der Arbeit einige Kollegen gefragt, ob sie wüssten, dass Mikroplastik in Kosmetikprodukten ist. Das wusste niemand. Das Thema scheint wirklich noch nicht in der Wahrnehmung der Konsumenten angekommen zu sein. Bei dem Aluminium im Deo hat es aber doch auch funktioniert.  :kopfkratz:

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Offline SilkeS.

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Re: Plastikfasten, Umweltschutz, Zerowaste, DIY
« Antwort #29 am: 14. März 2017, 08:24:04 »
Hallo zusammen!

Heute beim Einkauf ist mir noch was aufgefallen, das ich nirgends ohne Plastik bekomm: Backzutaten wie gemahlene oder gehackte Mandeln und Nüsse. Da wüsst ich nur die Alternative die ganzen Nüsse oder Mandeln lose  zu kaufen (wobei auch das nicht so einfach ist) und selbst zu knacken und dann zu mahlen. Aber dann wird backen zu einem abendfüllenden Programm  :rollen:.
Ja, Einkaufen macht mir momentan keinen Spaß.
Gestern wieder... ich kann hier zeitlich einfach nur noch in Dicounter oder Supermärkte gehen, weil ich Wochenmärkte oder türkischen Supermarkt unter der Woche zeitlich nicht packe.
Bioläden liegen total unzentral.
Tja, es war ein Topf Zitronenmelisse im Angebot Topf ist Plastik und dann ist noch ein Plastikschutz drumherum...
Champions im Angebot: in Plastikschale in Plastik eingeschweißt, mein Mann wollte Brot da die offenen Backwaren leergeräumt waren, mußte ein abgepacktes Brot in den Einkaufwagen  :rollen:
Das Apfelmus für Kartoffelpuffer war im GLas  :funkey: :bang:, die dazugehörigen Puffer in Karton  :bang: :funkey: (sorry, ich bekomme die selbstgemachten nicht hin, die zerfallen mir immer....)
Cornflakes und Müsli, sind war in Kartons, aber drinn nochmal in Plastiktüten eingeschweißt...
Die Radischen waren ohne was   :bang: :bang: :bang:
und so geht das den ganzen Einkauf...

Ich wüsste auch gar nicht wo es lose Mandeln gibt  :kopfkratz:
Walnüsse kriegt man ja hier noch, Haselnüsse vielleicht auch ... aber sonst  :kopfkratz:
Ggf im Umverpacktladen.
Walnüsse sammel ich im Herbst immer selber...

Denn auf Seifenstücken bleiben immer Keime vom letzten "in die Hand nehmen" übrig und vermehren sich dort gerne, weil feuchtes
Ich wüsste auch gar nicht wo es lose Mandeln gibt  :kopfkratz:
Walnüsse kriegt man ja hier noch, Haselnüsse vielleicht auch ... aber sonst  :kopfkratz:
Ggf im Umverpacktladen.
Walnüsse sammel ich im Herbst immer selber...

Ich habe aus Interesse letzte Woche mal bei der Arbeit einige Kollegen gefragt, ob sie wüssten, dass Mikroplastik in Kosmetikprodukten ist. Das wusste niemand. Das Thema scheint wirklich noch nicht in der Wahrnehmung der Konsumenten angekommen zu sein. Bei dem Aluminium im Deo hat es aber doch auch funktioniert.  :kopfkratz:
Was ich hier im Bekanntenkreis merke ist die Ignoranz der Thematik gegenüber.
Da wirc  :nixweiss1: und "na und" geantwortet.
man findet das Produkt gut, deswegen nimmt man es weiter... :heul:


Gruß Silke

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