Moyes, Jojo: Eine Handvoll Worte

Originaltitel: The last letter from your lover
Verlag:
Rowohlt Polaris
erschienen:
2013
Seiten:
592
Ausgabe:
großformatiges TB
ISBN:
3499267764
Übersetzung:
Marion Balkenhol

Klappentext:

Du sollst wissen, dass du mein Herz in deinen Händen hältst. 1960. Jennifer Stirling müsste eigentlich glücklich sein: Sie führt ein sorgloses Leben an der Seite ihres wohlhabenden Mannes. Doch ihr Herz gehört einem anderen – und er bittet sie, alles für ihn aufzugeben. 2003. Ellie Haworth hat ihren Traumjob gefunden: Sie ist Journalistin bei einer der führenden Zeitungen Londons. Eigentlich müsste sie glücklich sein. Doch der Mann, den sie liebt, gehört einer anderen. Eines Tages fällt Ellie im Archiv ein Jahrzehnte alter Brief in die Hände: Der unbekannte Absender bittet seine Geliebte, ihren Ehemann zu verlassen und mit ihm nach New York zu gehen. Als Ellie diese Zeilen liest, ist sie erschüttert. Was ist aus den beiden und ihrer Liebe geworden? Sie stellt Nachforschungen an und stößt auf Jennifer: eine Frau, die alles verloren hat. Alles, außer einer Handvoll kostbarer Worte. Wer die Liebe nicht kennt, kennt nichts. Wer sie hat, hat alles.

Rezension:

Die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Zum einen hat mir die Idee mit dem Gedächtnisverlust von Jennifer gefallen. Sie wacht im Krankenhaus auf und kann sich an nichts mehr erinnern, auch nicht an ihren Ehemann. Da ich den Klappentext des Buches nicht gelesen habe, hatte ich keine Ahnung was für eine dramatische und traurige Geschichte da auf mich zukommt.

Genauso interessant fand ich das Sittengemälde der Zeit um 1960, das die Autorin hier zeichnet. Dieses Zeitporträt hat Jojo Moyes geschickt mit dem Schicksal ihrer Protagonistin verknüpft, wodurch die Reaktionen und das Verhalten von Jennifer für mich viel nachvollziehbarer wurden. Damals war eine Frau einfach nicht so frei in ihren Entscheidungen, wie heute.

Anfangs hatte ich Probleme damit, einzuordnen in welcher Reihenfolge die Ereignisse erzählt werden, bis ich merkte, dass zum einen die Vorgeschichte bis zu dem verhängnisvollen Unfall geschildert wird, abwechselnd mit Jennifers verzweifelten Versuchen sich wieder in ihrem Leben zurechtzufinden und ihre Gedächtnislücken zu füllen.

Besonders traurig fand ich die Seite vor jedem neuen Kapitel. Dort waren echte letzte Worte zu lesen. Diese wurden der Autorin von Männern und Frauen zur Verfügung gestellt, die diese Nachrichten über das Ende ihrer Beziehung genau in dieser Form erhalten haben.

Die zweite Handlungsebene rund um Ellie hatte für mich nicht die gleiche bedrückende Atmosphäre, wie die Hauptstory, auch wenn es hier erneut um eine unglückliche Liebe geht. Doch Ellie lebt im hier und jetzt und kann frei entscheiden, wie sie leben möchte und mit wem.

Mit ihren genauen Beschreibungen der Menschen, der Gefühle, Gedanken und der Orte ließ die Autorin mich regelrecht in die Handlung eintauchen. Sie hat das dichte Drama rund um Jennifers Vergangenheit geschickt mit der etwas leichteren Handlung um Ellie verbunden. Der zweite Teil ließ sich leichter und unbeschwerter lesen.

Fazit: Ein Roman über zwei Frauen, die eine unglückliche Liebe in ganz unterschiedlichen Zeiten erleben.

Note: 2+

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