Zevin, Gabrielle: Die Widerspenstigkeit des Glücks

Originaltitel: The Storied Life of A.J. Fikry
Verlag:
Diana
erschienen:
2015
Seiten:
288
Ausgabe:
Klappenbroschur
ISBN:
3453358627
Übersetzung:
Renate Orth-Guttmann

Klappentext:

Amelia ist Verlagsvertreterin und lernt dabei die eigenwilligsten Buchhändler kennen. Genau so einer ist A. J. Fikry. In seinem Herzen haben nur turmhohe Bücherstapel Platz. Bis er einen ungebetenen Gast entdeckt: Eines Morgens sitzt die zweijährige Waise Maya in der Kinderbuchecke seiner Buchhandlung. Gegen seinen Willen nimmt sich A. J. des kleinen Mädchens an, das sein Leben kurzerhand auf den Kopf stellt. Und auch Amelia wird er nicht so schnell vergessen können …

Rezension:

Als Buchhändlerin ist man per se immer sofort mit dem Buch an der Kasse, wenn es im selbigen um Buchhändler, Buchhandlungen und Bücher geht. Wenn der Protagonist dann noch ein Eigenbrötler mit einem winzigen Laden ist, der nur das verkauft, was er verkaufen will, dann setzt es bei uns Buchhändlerin im Oberstübchen komplett aus. Das ist nämlich Paradies, Disneyland, Weihnachten und Championsleague-Sieg in einem – um mal meine Prioritäten offen zu legen! :mrgreen:

Tatsächlich ist die keine 300 Seiten starke Geschichte richtig etwas für Nostalgiker und strotzt deswegen trotzdem nicht vor Gefühlsduseligkeit. Letzteres liegt sicherlich an A.J., der schon ziemlich verschroben ist und mit dem ich mich dann letztlich doch nicht ganz identifizieren konnte. Er ist mir manchmal zu intolerant und zu extrem, aber letztlich macht das auch ein bisschen den Charme des Romans aus. Es ist eben nicht alles glatt und zuckrig, was sich übrigens auch im Schreibstil widerspiegelt.

Dafür hält A.J. jede Menge Weisheiten und Gedanken über Bücher parat, die man sich am liebsten direkt in ein kleines Büchlein schreiben möchte. Überhaupt hat mir der Stil des Romans sehr gut gefallen. Zevin schreibt leichtfüßig und hat ein gutes Gefühl für realistische und knackige Dialoge. Die Figuren werden dadurch sehr fassbar und trotz der doch wenigen Seiten, erschafft die Autorin eine große Nähe zwischen Leser und den Protagonisten.

Das Ende wird sicherlich nicht jedem gefallen, aber ich fand gerade diese überraschende Komponente richtig gut und mal was anderes. Geradlinige Geschichten, die immer genauso ausgehen, wie man sich das vorstellt, gibt es im Unterhaltungs-Genre schon genug. Ich finde übrigens auch das Cover ganz bezaubernd mit den Buchrücken und dem Leuchtturm (A.J. lebt auf einer Insel) und kann diesen Roman nur allen Buchliebhabern empfehlen.

Note: 2

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