Hausmann, Romy: Liebes Kind

Verlag: dtv
erschienen:
2019
Seiten:
432
Ausgabe:
Klappenbroschur
ISBN:
342326229X

Klappentext:

Eine fensterlose Hütte im Wald. Lenas Leben und das ihrer zwei Kinder folgt strengen Regeln: Mahlzeiten, Toilettengänge, Lernzeiten werden minutiös eingehalten. Sauerstoff bekommen sie über einen »Zirkulationsapparat«. Der Vater versorgt seine Familie mit Lebensmitteln, er beschützt sie vor den Gefahren der Welt da draußen, er kümmert sich darum, dass seine Kinder immer eine Mutter haben. Doch eines Tages gelingt ihnen die Flucht – und nun geht der Albtraum erst richtig los. Denn vieles deutet darauf hin, dass der Entführer sich zurückholen will, was ihm gehört.

Rezension:

Romy Hausmanns Debütoman “Liebes Kind” war in diesem Frühjahr in aller Munde und wir wählten es dann schließlich in unserem kleinen Buchclub für unsere Monatslektüre aus. Das Problem mit diesen Hypes ist ja immer, dass man nicht weiß, ob man an das Buch zu hohe Erwartungen hat, von daher kann ich nicht mit Sicherheit sagen, ob ich nicht ohne dieses Wissen begeisterter gewesen wäre.

Aber auch so, ist “Liebes Kind” durchaus ein gelungener Thriller, der mich jedoch vor allen Dingen auf einer anderen Ebene gefesselt hat.  Der Roman beginnt mit der Flucht von Lena und ihrer Tochter, also mit dem vermeintlichen Ende des Thrillers und wird am Anfang und auch immer wieder während der Handlung aus der Sicht der kleinen Tochter Hannah erzählt. Und hier liegt für mich auch direkt die Stärke des Romans.

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Die Buchrebellin bloggt wieder …

Hallo ihr lieben Menschen, Leser, Verlagsleute, Buchrebellen-Freunde da draußen,

die letzten zwei Jahre lag das Blog ganz schön brach. Ab und zu mal ein Beitrag, eine Rezension, aber doch nicht so, wie ihr es gewohnt seid. Oft habe ich mir vorgenommen, meine Zeit besser einzuteilen, um neben meiner Ausbildung doch noch genügend Zeit für das Blog zu finden, aber daran bin ich – wie man sieht – kläglich gescheitert. Sagen wir es so, Sozialversicherungsrecht ist vielleicht nicht die einfachste Ausbildung (Untertreibung des Jahres) und ich nicht mehr jung und knackig, sondern nur noch “und”.  ;-)

Hinzu kommt, dass in den letzten zwei Jahren, sowohl meine Oma, als auch mein Opa gestorben sind und meine Mutter 2018 an Krebs erkrankt ist und nun Anfang des Jahres wieder.  Bei letzterem fragt sich der ein oder andere, wieso ich das jetzt so der Welt mitteile und ich sag dazu nur – DAS ist das Leben Leute. Nicht immer das Blinki-Blinki-Instagram-Leben, also warum sollte man darüber schweigen? Wir sind heutzutage gut darin, alles Unangenehme wegzuschieben, aber es gehört dazu und ich wüsste nicht, warum das keiner wissen sollte.

Nun ist die Ausbildung seit Anfang Juli abgeschlossen und ich fange am 1. August meinen neuen Job an. Das Leben geht also wieder in geregelten Bahnen weiter und ich muss meine Wochenenden und Abenden nicht mehr mit Lernen verbringen. Gelesen habe ich übrigens immer, nur die Zeit und Muße zum Rezensieren und Bloggen hat gefehlt.

Im Gegensatz dazu haben die Jungs und Mädels vom Buchrebellen-Forum die letzten zwei Jahr das Forum mit tollen Diskussionen und Buchtipps gerockt. So gesehen war also doch eigentlich immer was los hier.

Ich hoffe, ihr seid noch immer dabei und freut euch auf neue Beiträge, Rezensionen, Kolumnen und so weiter. Und ansonsten möchte ich euch zurufen, ihr seid alle stärker und klüger, als ihr glaubt. Ihr könnt alles schaffen, egal wie alt ihr seid. Ich bin 41 Jahre alt und bin neun Punkte an einer Gesamt 1 in der Abschlussprüfung vorbeigerauscht. In einer Ausbildung, wo einen sämtliche Dozenten sagen, “4” sticht. Lasst euch niemals von irgendjemanden einreden, dass ihr irgendetwas nicht könnt. Man kann nämlich ganz schön viel, wenn man es einfach tut! Und dabei merkt man auch ziemlich schnell, dass es unfassbar Spaß macht. Und zwar so viel, dass ich mir jetzt irgendwas anderes zum Lernen suchen muss. :-) Vielleicht lerne ich eine neue Sprache oder vertiefe mich hobbytechnisch in historische Fachbücher. Ich überlege noch.

Liebe Grüße,
Steffi

Keglevic, Peter: Ich war Hitlers Trauzeuge

Verlag: Knaus
erschienen:
2017
Seiten:
576
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3813507270

Klappentext:

Ostersonntag 1945. In Berchtesgaden wird zum 13. Mal “Wir laufen für den Führer” gestartet: eintausend Kilometer in 20 Etappen durch das Tausendjährige Reich. Der Sieger darf Adolf Hitler am 20. April persönlich zum Geburtstag gratulieren. Dank Leni Riefenstahl, die den großen Durchhaltefilm drehen soll, gerät der untergetauchte Harry Freudenthal in den Pulk der Läufer und entrinnt damit seinen Häschern. Der irrwitzige Lauf nach Berlin führt Harry schließlich bis in den Führerbunker, wo er Geschichte schreibt.‎

Rezension:

Peter Keglevic hat eigenen Angaben zu folge fast 20 Jahre für dieses Buch recherchiert. Dafür gebührt ihm auf jeden Fall erstmal Anerkennung. Der Klappentext hat mich sofort angesprochen, denn wie absurd ist es, dass ein blonder Jude am Lauf für den Führer teilnimmt?

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Frohes neues Jahr von der Buchrebellin

2018 war ein turbulentes Jahr. Ein Jahr voll mit Freundschaften, viel Lernerei, guten Büchern, viel Familie, viel Lachen und Spaß. Aber es war auch ein Jahr mit Angst, Krankheit (wenn auch nicht bei mir selbst) und einigen Abschieden. Irgendwie also das pralle Leben in all seinen Facetten. Und vor allen Dingen ein Jahr mit sehr sehr wenig Zeit für das Blog.

Ich liebe meinen Blog, der dieses Jahr leider sehr brach gelegen hat. Meine Ausbildung, die jetzt im Mai zu Ende gehen wird, nimmt doch sehr viel Zeit in Anspruch, dann ist mein Großvater gestorben und meine Mutter ist an Krebs erkrankt. Es war für unsere Familie also auch ein hartes Jahr, das uns aber auch noch mehr zusammengeschweißt hat.

2019 ist wie jedes Jahr wieder ein Neuanfang, aber auch die Chance das vergangene Jahr zu reflektieren und daraus zu lernen. Ich habe mir vorgenommen, mit meiner Zeit achtsamer umzugehen. Heißt, mehr sinnvolles tun und nicht meine Zeit zu verplempern. Auch wenn im letzten Jahr viel zu tun war, hätte ich sicherlich etwas mehr Zeit für das Blog freischaufeln können, hätte ich meine Prioritäten anders gelegt. Ich hoffe, dies kann ich trotz Prüfungsstress in den kommenden Monaten verwirklichen.

Ansonsten nehme ich mir persönlich nichts vor. Ich halte von diesen Vorhaben für das neue Jahr nicht sehr viel. Es braucht kein bestimmtes Datum um etwas zu ändern. Und irgendwie kommt doch alles anders, als man plant. Von daher nehme ich mir nur vor, weiterhin so gelassen zu sein, wie ich es in den letzten drei Jahren war. Dinge weiterhin nicht zu ernst nehmen, weil meistens sind sie es wirklich nicht.

Ich wünsche Euch allen ein wunderbares ereignisreiches 2019 und natürlich jede Menge gute Literatur. Habe ich erwähnt, dass ich für dieses Jahr eine 9-seitige Liste mit interessant klingenden Neuerscheinungen zusammengetippt habe? Stay tuned!

Fallwickl, Mareike: Dunkelgrün fast schwarz

Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt
erschienen:
2018
Seiten:
480
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3627002482

Klappentext:

Raffael, der Selbstbewusste mit dem entwaffnenden Lächeln, und Moritz, der Bumerang in Raffaels Hand: Seit ihrer ersten Begegnung als Kinder sind sie unzertrennlich, Raffael geht voran, Moritz folgt. Moritz und seine Mutter Marie sind Zugezogene in dem einsamen Bergdorf, über die Freundschaft der beiden sollte Marie sich eigentlich freuen. Doch sie erkennt das Zerstörerische, das hinter Raffaels stahlblauen Augen lauert. Als Moritz eines Tages aufgeregt von der Neuen in der Schule berichtet, passiert es: Johanna weitet das Band zwischen Moritz und Raffael zu einem fatalen Dreieck, dessen scharfe Kanten keinen unverwundet lassen. Sechzehn Jahre später hat die Vergangenheit die drei plötzlich wieder im Griff, und alles, was so lange ungesagt war, bricht sich Bahn – mit unberechenbarer Wucht. Mareike Fallwickl erzählt von Schatten und Licht, Verzweiflung und Sehnsucht, Verrat und Vergebung. Ihr packendes Debüt bringt alle Facetten der Freundschaft zum Leuchten, die Leidenschaft, die Sanftheit – und die Liebe, in ihrer heilsamen, aber auch funkelnd grausamen Pracht.

Rezension:

Manchmal gibt es so Bücher, die fühlen sich so an, als wären sie nur für mich geschrieben. Manchmal gibt es so Bücher, die schlägt man auf und liest ein paar Zeilen und ist noch nicht mal am Ende der ersten Seite angelegt und man weiß, dieses Buch werde ich lieben. So ging es mir mit “Dunkelgrün fast schwarz” von Mareike Fallwickl. Ich glaube, ich habe Mareike nach der ersten Seite auf Instagram einen Heiratsantrag gemacht. ;-)

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