Geht nicht raus, aber kauft Bücher!

Gefühlt ist alles gerade in der Schwebe. Wir sitzen zu Hause, oft getrennt von Familien und Freunden und wenn wir in Quarantäne sind, können wir nicht mal für einen kurzen Spaziergang nach draußen um die Sonne der letzten Tage zu genießen. 

Ich bin ja von Haus aus eher so Marke Stubenhocker, aber auch der Stubenhocker merkt in diesen Tagen, dass er doch ganz schön viel außerhalb benötigt. Keine Besuche bei den Eltern, da meine Mutter zu den Risikopatienten zählt. Kein Treffen mit Freunden, um bei zu teurem Latte Macchiato über die Welt zu klönen und danach die Buchhandlungen zu überfallen (im übertragenen Sinn natürlich), kein Westfalenstadion (live oder im TV), kein Essen gehen, kein Kino.

weiterlesen

Reed, Ava: Alles.Nicht. Und ganz viel dazwischen

Verlag: Ueberreuter
erschienen:
2019
Seiten:
320
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3764170891

Klappentext:

Der Abschluss. So viele Dinge, die zu tun sind.
Und danach? Ein Studium? Eine Ausbildung? Reisen?
Leni ist ein normales und glückliches Mädchen voller Träume. Bis ein Moment alles verändert und etwas in ihr aus dem Gleichgewicht gerät. Es beginnt mit zu vielen Gedanken und wächst zu Übelkeit, Panikattacken, Angst vor der Angst. All das ist plötzlich da und führt zu einer Diagnose, die Leni zu zerbrechen droht. Sie weiß, sie muss Hilfe annehmen, aber sie verliert Tag um Tag mehr Hoffnung. Nichts scheint zu funktionieren, keine Therapie, keine Medikation. Bis sie Matti trifft, der ein ganz anderes Päckchen zu tragen hat, und ihn auf eine Reise begleitet, die sie nie antreten wollte …

Rezension:

Es ist löblich, wenn sich Autoren mit ernsten Themen beschäftigen und sie dann sogar altersgerecht in einem Jugendbuch verarbeiten wollen. Tatsächlich habe ich mir von diesem Roman viel versprochen, weil die Autorin selbst unter einer Angsterkrankung und Depressionen leidet und somit weiß, wovon sie da schreibt. Und gerade deswegen finde den Roman an manchen Stellen so ärgerlich.

weiterlesen

Verlagsvorschau Januar 2020

Zum Anfang des neuen Jahrzehnts – jaja… ich weiß, das beginnt eigentlich erst 2021 ihr Spielverderber! :-) – möchte ich gerne eine alte Reihe wieder aufleben lassen und zwar die monatlichen Neuerscheinungs-Tipps. Wie immer wird es eine bunte Mischung aus Hardcovern, Klappenbroschuren und Taschenbüchern aus ganz unterschiedlichen Verlagen und Genres. Und wie immer gibt es keine Verlinkung zu einem Online-Shop, weil ich denke, ihr alle schafft es Euch den Titel zu kopieren oder auf einen Zettel zu schreiben, um es bei eurem Buchhändler offline oder online zu kaufen. Die Bücher erscheinen übrigens teilweise erst Mitte oder Ende Januar. Ob Belletristik oder Sachbuch, ob Jugendbuch oder Erwachsenenbuch, ob anspruchsvoll oder unterhaltend – ich hoffe, es ist für jeden etwas dabei!

weiterlesen

Hausmann, Romy: Liebes Kind

Verlag: dtv
erschienen:
2019
Seiten:
432
Ausgabe:
Klappenbroschur
ISBN:
342326229X

Klappentext:

Eine fensterlose Hütte im Wald. Lenas Leben und das ihrer zwei Kinder folgt strengen Regeln: Mahlzeiten, Toilettengänge, Lernzeiten werden minutiös eingehalten. Sauerstoff bekommen sie über einen »Zirkulationsapparat«. Der Vater versorgt seine Familie mit Lebensmitteln, er beschützt sie vor den Gefahren der Welt da draußen, er kümmert sich darum, dass seine Kinder immer eine Mutter haben. Doch eines Tages gelingt ihnen die Flucht – und nun geht der Albtraum erst richtig los. Denn vieles deutet darauf hin, dass der Entführer sich zurückholen will, was ihm gehört.

Rezension:

Romy Hausmanns Debütoman “Liebes Kind” war in diesem Frühjahr in aller Munde und wir wählten es dann schließlich in unserem kleinen Buchclub für unsere Monatslektüre aus. Das Problem mit diesen Hypes ist ja immer, dass man nicht weiß, ob man an das Buch zu hohe Erwartungen hat, von daher kann ich nicht mit Sicherheit sagen, ob ich nicht ohne dieses Wissen begeisterter gewesen wäre.

Aber auch so, ist “Liebes Kind” durchaus ein gelungener Thriller, der mich jedoch vor allen Dingen auf einer anderen Ebene gefesselt hat.  Der Roman beginnt mit der Flucht von Lena und ihrer Tochter, also mit dem vermeintlichen Ende des Thrillers und wird am Anfang und auch immer wieder während der Handlung aus der Sicht der kleinen Tochter Hannah erzählt. Und hier liegt für mich auch direkt die Stärke des Romans.

weiterlesen