Andrews, V.C.: Dunkle Umarmung

Band 5 Casteel Saga

Originaltitel: Web of Dreams
Verlag:
Goldmann
erschienen:
1990
Seiten:
414
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3442357969
Übersetzung:
Ursula Gnade

Klappentext:

Die zwölfjährige Leigh van Voreen, Tochter eines vermögenden Schiffseigners und seiner erheblich jüngeren, kapriziösen Frau Jillian, versteht die Welt nicht mehr, weil ihre Eltern sich scheiden lassen. Als ihre Mutter bald darauf den attraktiven und erfolgreichen Fabrikanten Tony Tatterton heiratet. gerät Leigh endgültig in einen Zwiespalt der Gefühle. So gern möchte sie endlich erwachsen werden, und doch spürt sie instinktiv, wie gefährlich ihr dies werden kann; das von ihrer Mutter um sie gesponnene Netz wird Leigh zum Verhängnis. Tony Tatterton hegt verhängnisvolle Phantasien, in deren Mittelpunkt seine Stieftochter steht. Als Leigh dies entdeckt, ist es zu spät. der dunklen Umarmung zu entgehen…

Erst als sie den Lebenskünstler Luke Casteel trifft, lernt Leigh einen Menschen kennen, dem sie wieder vertrauen kann. Der ihr geben kann, was sie lange vermissen mußte: Liebe und Geborgenheit.

Rezension:

Das Problem mit diesem Buch ist, das es die Vorgeschichte von Band 1 erzählt. Es wäre unsinnig ihn als ersten Band dieser Saga zu lesen, denn dann wüsste man bereits alles über die familiären Intrigen und Verstrickungen der Familie Casteel und könnte sich Band 1-4 sparen. Liest man es aber (wie man es auf jeden Fall tun sollte) als Band 5, dann regt einen das Buch an einigen Stellen unwiederbringlich auf, weil man mehr weiß als de Hauptfiguren. Wer sich damit abgefunden hat, darf sich auf den trotzdem recht unterhaltsamen Abschluss der Casteel-Saga freuen.

Ich möchte jedoch kurz noch etwas allgemeines zu V.C. Andrews sagen. Ich habe jetzt die Casteel-Saga, die Cutler-Saga und die Orphan-Saga der Autorin gelesen und die Parallelen sind so offensichtlich, dass man das Marketing der Bücher mit dem Holzhammer zu spüren kriegt. Die jeweilige Saga läuft immer so ab: Band 1-3 wird das leidgeprüfte Leben einer bestimmten weiblichen Person geschildert. Am Ende von Band 3 findet sie endlich ihr Glück. In Band 4 geht es grundsätzlich um deren Tochter, die natürlich behütet aufgewachsen ist, aber immer am Anfang von Band 4 mit dem Tod (wie auch immer) ihrer Eltern fertig werden muss und den ganzen Schmus ihrer Mutter selber noch einmal durchleiden muss. Band 5 ist dann grundsätzlich eine Vorgeschichte zu Band 1-4.

Besonders innovativ ist das natürlich nicht und gerade deswegen frage ich mich, warum vor allen Dingen Band 1-3 immer so unheimlich spannend sind. Im Prinzip geht es immer um Intrigen, Inzest und Verstrickungen (Mrs. Andrews muss eine sehr absonderliche Phantasie gehabt haben), aber trotzdem ist dies immer so eindringlich geschrieben, dass man die schlechteren Bände 4 und 5 lautlos hinnimmt. Dabei ist natürlich vieles sehr klischeehaft, denn es gibt in V.C. Andrews Romanen selten Figuren, die nicht nur gut oder böse sind. Zweifellos macht sie dies durch einen wirklich sehr guten Schreibstil und einer spannenden Geschichte wieder wett. Allerdings sollte man sich fragen, was man davon zu halten hat, das nur die Foxworth-Hall-Saga und ein Teil der Casteel-Saga von V.C. Andrews selber stammt. Der Rest wurde von einem ausgesuchten Autor nach ihrem Tod weiter geschrieben.

Note: 3

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