Brooks,Geraldine: Die Hochzeitsgabe

Originaltitel: People of the Book
Verlag:
btb
erschienen:
2010
Seiten:
448
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3442738822
Übersetzung:
Almuth Carstens

Klappentext:

Eine ehrgeizige Wissenschaftlerin, ein geheimnisvolles Buch aus dem 15. Jahrhundert – und ein Auftrag, der ihr Leben für immer verändert.

Die Leidenschaft der jungen begabten Wissenschaftlerin Hanna gilt alten Büchern, auf menschliche Beziehungen legt sie keinen großen Wert. Als sie eines Tages nach Sarajevo gerufen wird, wo sie eine kostbare Haggadah, ein jüdisches religiöses Buch aus dem 15. Jahrhundert untersuchen soll, ahnt sie nicht, dass dieser Auftrag ihr Leben verändern wird. Denn kaum kommt sie mit dieser kostbaren Schrift in Berührung, wird sie hineingezogen in die Geheimnisse, die sie birgt: Jeder Fleck auf dem Einband, jeder Pinselstrich, jedes Haar, das darin liegt, gehört zu der Geschichte eines Menschen, letztlich zu der bewegten Geschichte Europas um Liebe, Glaubenskriege und politische Intrigen: Das Buch wurde, kurz nachdem es als Hochzeitsgeschenk angefertigt wurde, vor der Spanischen Inquisition versteckt und befand sich seitdem auf einer abenteuerlichen Odyssee durch Europa. Hannah findet im Zuge der Arbeit an dem historischen Dokument mehr und mehr zu sich selbst und erkennt eines Tages, dass auch sie bereits längst ein Teil dieser Geschichte geworden ist.

Rezension:

“Die Hochzeitsgabe” ist ein Buch das sich mit der Geschichte des jüdischen Volkes und ihres Glaubens beschäftigt. Geschickt spannt die Autorin schrittweise den geschichtlichen Bogen vom heutigen, stellenweise noch immer blutigen Glaubenskampf, zurück bis ins finstere Mittelalter.

Die Hauptfigur Hannah lebt in Sydney und beschäftigt sich beruflich mit alten Schriften. Ihre persönliche Lebensgeschichte wird immer wieder eingeflochten in die Handlung und auch in die  Recherche, die sie zu einem sehr alten jüdischen Buch, der Haggadah, durchführt. Von der Herstellung der original Haggadah 1480, bis zur Fälschung des Buches, beschreibt die Autorin nicht nur die Techniken der Buchgestaltung sondern auch die politischen Anfeindungen der Juden in den verschieden Ländern.

Weder die Sarazanen, die Inquisition in Spanien und schon gar nicht die Nationalsozialisten im dritten Reich, sind mit den Juden zimperlich umgegangen. Diese Grausamkeiten konnte die Autorin nicht ausklammern und daher gibt es tatsächlich die eine oder andere grausame Szene in diesem Buch. Ich muss aber zugeben, dass sich diese Szenen in erträglichen Grenzen halten. Ich habe schon wesentlich grausamere historische Romane gelesen.

Im Wesentlichen bemüht sich die Autorin die unterschiedlichen Menschen und die verschieden Glaubensrichtungen, in den jeweiligen Zeitepochen darzustellen. Auch die Lebensumstände der Menschen in den muslimischen Ländern wurden anschaulich  beschreiben. In dieser Hinsicht hat mich die Autorin nicht enttäuscht. Die Charaktere  die sie erschuf sind sehr facettenreich und gefühlvoll beschrieben. Egal in welchem Land oder welcher Zeit sie gerade agieren. Ich könnte nun nicht genau sagen welche Kapitel mir besser gefallen haben, die Kapitel in der Gegenwart oder die Kapitel in der Vergangenheit. Sie waren alle gut geschrieben und auch fesselnd.

Ich würde sagen, man kann dieses Buch jedem Leser empfehlen, der sich tolerant den unterschiedlichen Glaubensrichtungen und ihrer Geschichte öffnen will. Der Titel des Buches erklärt sich erst etwas spät. Wer das Buch in die Hand nimmt und erwartet das er etwas von einem tollen Hochzeitsfest liest, wird zunächst enttäuscht. Wer aber die Geduld hat sich von der Autorin sanft zu den Vorbereitungen des Hochzeitsfestes im Jahre 1480 führen zu lassen, der wird sich mit diesem Buch wohlfühlen.

Dieses Buch hat es verdient das man sich Zeit nimmt um es zu lesen, denn es ist sehr gut recherchiert und die geschichtlichen Hintergründe der Haggadah sind beeindruckend erzählt worden. Die Gestaltung des Romans und der einzelnen Kapitel gefällt mir wirklich gut. Besonders schön finde ich den Einband der Clubausgabe und auch die alten Landkarten im Buchdeckel am Anfang und am Ende. Ein erklärendes Nachwort rundet dieses Buch angenehm ab.

Note: 2

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