Glan, Katja von: Rembrandts Garten

ungekürzte Lesung
Sprecher:
Uta Kroener
Verlag: Radioropa
erschienen:
2007
Ausgabe:
CD (2 MP3)
Laufzeit:
14:58 Std.
ISBN:
3866678371

Klappentext:

Eine verschwundene Zeichnung Rembrandts veranlasst 1628 einen jungen Holländer zu einer ereignisreichen und gefährlichen Suche, die ihn bis in die von Wallenstein belagerte Hansestadt Stralsund führt. Unversehens wird Flora, die Tochter der städtischen Hebamme, in das Geheimnis, das die Zeichnung umgibt, hineingezogen. Unerschrocken hilft sie, das Rätsel zu entwirren, trifft den jungen Rembrandt und entdeckt nicht nur die Kraft der Farben und des Wechselspiels des Lichts, sondern auch die Liebe. Katja von Glan verwebt eine atmosphärisch dichte Schilderung der Welt Rembrandts mit der spannenden Suche nach einem verloren geglaubten Testament und einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte.

Rezension:

Dieses Buch wird wirklich sehr gut vorgelesen von Uta Kroener. Die Stimme, das Lesetempo und die Betonung ist wunderbar und ich habe so manches mal gedacht: Hätte man dieser Sprecherin ein anderes Buch gegeben, es wäre ein sensationeller Hörgenuß geworden.

Aber man hat dieser fantastischen Sprecherin ein Buch gegeben, in dem es kaum interessante Passagen gab,  die Frau Kroener mit ihrer Stimme zum Leben erwecken konnte. Das große Kopfkino kam jedoch bei dieser flachen Handlung wirklich nicht in Schwung und da konnte auch Frau Kroener nichts retten.

Die Handlung beginnt jedoch zunächst sehr hoffnungsvoll. Ein junger Mann, Marten, sitzt mit seinem Freund Rembrandt in einem Wirtshaus und betrauert den Tod seines Vaters mit sehr viel Bier. Das rätselhafte Testament seines Vaters bespricht er mit seinem Freund Rembrandt und beide grübeln wie sie das Rätsel lösen können. Am nächsten Morgen wacht Marten in dem Wirtshaus auf und das Testament ist weg und die einzige Spur führt nach Stralsund. Dort begegnet der Zuhörer dann Flora. Sie ist die Tochter der Stadthebamme und soll eines Tages in die Fußstapfen der Mutter treten. Das widerstrebt Flora jedoch und an dieser Stelle ist es dann auch mit dem flotten und interessanten Plot vorbei.

In Stralsund sind die Kaiserlichen Heere direkt vor den Stadtmauern und die Ereignisse die mit dem dreißig jährigem Krieg zusammen hängen sind sehr korrekt recherchiert. Die Beschreibungen der Kleidung, der Waffen und des Heerlagers sind sehr ausführlich, was aber irgendwann auch langweilig wird da die Autorin vieles wiederholt. Ähnlich ist es dann auch bei den Beschreibungen der Charaktereigenschaften der Hauptdarsteller, auch hier wiederholt sich die Autorin. Man kann wirklich nicht davon sprechen, dass die Autorin einen wortgewaltigen Schreibstil pflegt der die Szenen lebendig werden lässt. Facettenreiche Charakter sucht man vergebens in diesem Werk.

Aber man kann der Autorin auch nicht vorwerfen, dass sie den Sprachgebrauch bei den Dialogen nicht korrekt der damaligen Zeit angepasst hätte. In diesem Punkt kommt jeder Historienfan auf seine Kosten. In dem ganzen Buch ist meiner Meinung nach nur eine Figur richtig gut charakterisiert worden und das ist Frederike. Sie sollte wohl nur eine Nebenrolle spielen und wurde durch einige kurze Dialoge und Beschreibungen ihrer Person gezeichnet. Genau das hat diese Figur richtig lebendig wirken lassen, während die schwülstigen Beschreibungen der Gefühle von Marten, Lukas und Flora nur langweilig und zäh wurden.

Wer in diesem Buch eine spannende Handlung und eine dramatische Liebesgeschichte erwartet wird schwer enttäuscht. Flora braucht immer viel zu lange um zu wissen was sie will und Marten sucht ständig nach Worten um dann am Ende gar nichts zu sagen. Die Momente in denen Gefühle angesprochen werden müssten, verstrichen, da die Hauptdarsteller erst mal nachdenken müssen und meistens zu spät begreifen, dass sie etwas hätten sagen sollen.

Dieses ewige: „Flora war überwältigt von ihren Gefühlen – oder Flora verstand nicht was er ihr sagen wollte – oder Marten suchte nach Worten – oder Marten war wie betäubt bei ihrem Anblick – oder Flora war wie betäubt… “ u.s.w.   Das war nur noch nervig ab der Mitte des Hörbuches. Eine großartige Liebesgeschichte muss für mich schon etwas mehr Intelligenz, Schwung und Stil haben.

Ich war am Ende froh als das Hörbuch zu Ende war, denn auch das Ende war keine Überraschung. Nach den ersten 3 Stunden wusste ich wer sich hinter Lukas Wollenweber verbirgt, ich wusste auch wie sich die Geschichte weiter entwickeln würde und ich ahnte auch wie sie enden würde. Nur das es so zäh und nervig bis zum Schluss erzählt würde, dass wusste ich nicht!

Tja und Rembrandt … der ist so selten in der Handlung aufgetaucht, dass man ihn sich auch ganz hätte sparen können. Wer sich für Malerei und Maltechniken interessiert greift bestimmt nicht zu einem Liebesroman um sich zu informieren. Die ganzen Beschreibungen zu den Malereien, Farben und Bildern haben den Handlungablauf oft gestört.

Schade, die Idee war wirklich gut, aber die Umsetzung sehr schwach.

Note: 4

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