Wigge, Michael: Ohne Geld bis ans Ende der Welt

Verlag: Kiepenheuer & Witsch
erschienen:
2010
Seiten:
198
Ausgabe: Broschiert
ISBN: 3462041819

Klappentext:

Michael Wigge erzählt von Couch-Surfern, Freeganism-Anhängern und amerikanischen Eisenbahn-Vagabunden, die eigentlich seit John Steinbeck als ausgestorben gelten. Er nimmt den Leser mit auf eine ungewöhnliche und unterhaltsame Reise, die beweist, dass die Welt doch nicht schlecht und vieles möglich ist, wenn man ein klares Ziel hat.

Rezension:

Das Buch ist sehr lustig zu lesen, vor allem wenn man selbst auf der bequemen Couch liegt, sich genüsslich mit Schokolade vollstopft und dabei liest wie Michael Wigge gerade versucht in Lebensmittelläden an Essbares ranzukommen. Geld hat er ja keines zur Verfügung, also geht er in die Läden betteln oder bietet an, im Geschäft zu helfen. Meistens bekommt er aber ohne Arbeit was zu essen. Zumindest noch in Europa. Je weiter er in den Süden kommt, desto schwieriger wird es für ihn. Je ärmer die Länder werden, die er bereist umso härter muss er für sein Essen schuften.

Zumal er natürlich auch immer wieder Geld braucht: für Bahnfahrten oder das Flugzeug. Daher veranstaltet er mit den gestressten Amerikanern Kissenschlachten, schleppt Proviant auf den Macchu Picchu hinauf und versucht bei den Couch-Surfern neben der gratis Übernachtung auch ein Essen zu bekommen.

Am meisten beeindruckt hat mich aber seine Erzählung über ein Amish-Dorf, wo er in einer Scheune übernachtet hat. Die Menschen haben ihm nicht nur eine Bibel geschenkt sondern auch ein Fahrrad, dass er in Ohio gegen ein Busticket nach New Mexiko eingetauscht hat.
Auf seiner Reise hat er viele Menschen getroffen, die wirklich arm waren und die dennoch meistens mit ihm geteilt haben. Beim Lesen stellt man sich unweigerlich die Frage, ob wir in unserer Konsumgesellschaft nicht komplett übersättigt sind und ob uns weniger Luxus nicht manchmal ganz gut tun würde.

Michael Wigge hat mich mit seinem Bericht sehr beeindruckt, er hat ohne einen Cent in der Tasche die halbe Welt bereist und hat gezeigt, dass man auch ohne den ganz normalen Luxus ein paar Monate durchaus gut leben kann.

Zum Nachmachen aber nur bedingt geeignet, denn nicht alle von uns sind solche Abenteurer wie er einer ist.

Note: 2

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