Margret, Stefanie: Bona Fide – In Treu und Glauben

Verlag: Amazon Publishing
erschienen:
2015
Seiten:
810
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
1503949796

Klappentext:

England 1066: In den Wirren der normannischen Eroberung rettet die angelsächsische Adelige Evaine dem normannischen Ritter Robert das Leben. In einem von Krieg zerrütteten Land steht Robert ihr bei der gefahrvollen Suche nach ihrem Vater bei und wird bald mehr als ihr Beschützer. Doch im Kampf um eine gemeinsame Zukunft müssen sie nicht nur den Hass ihrer Völker, sondern auch die Geister ihrer Vergangenheit besiegen.

Rezension:

Es ist die Zeit der Eroberung Englands. Die Normannen stürmen das Land und die angelsächsische Adelige Evaine muss um ihr Überleben kämpfen, um ihr eigenes Leben, und um das Leben ihrer Leute. Denn viele tapfere Männer sind bei der entscheidenden Schlacht von Hastings im Jahre 1066 gefallen. Sie müssen mit den Eroberern leben und so trifft sie auf den normannischen Ritter Robert. Bald stehen die Beiden vor einem großen Problem, sie sind Feinde und doch entwickeln sie Gefühle füreinander.

„Oh Herr, bewahre uns vor dem Zorn der Nordmänner!“ Mit diesem Anfang eines altenglischen Gebets beginnt das erste Kapitel und bringt den Leser direkt nach Allingham, der Heimat von Evaine. Hier nun lernt man die junge Frau und ihre Leute kennen. Die Autorin schafft es scheinbar mühelos, sofort eine Beziehung zu diesen Menschen aufzubauen, unwillkürlich ist man bei den Bewohnern dieser Ortschaft. Sie erzählt von dem Leben in dieser Zeit, von den Menschen und ihren Ängsten. Evaine ist einem sofort sympathisch. Die schweren Zeiten werden gut beschrieben und man möchte schnell wissen, wie es nun weitergeht. Dann kommt das zweite Kapitel und nun ist der Leser mitten im Heerlager der Normannen, lernt dort Robert kennen. Auch seine Beweggründe an diesem Krieg teilzunehmen werden glaubhaft beschrieben. Auf welche Seite soll ich mich als Leser nun stellen? Auf die Seite der Eroberer oder auf die Seite der einheimischen Bevölkerung? Mit Robert auf der einen Seite und Evaine auf der Anderen hat Margret es geschafft eben beide Seiten glaubhaft zu schildern und eine Verbindung geschaffen. Nun erzählt sie die Geschichte wie die Besatzer sich einrichten und wie die Menschen damit umgingen. Gewissenskonflikte inklusive.

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Schier, Petra: Die Bastardtochter

Band 3 Kreuz-Trilogie

Verlag: Rowohlt
erschienen:
2015
Seiten:
544
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3499268019

Klappentext:

Koblenz, 1362. Die schöne Enneleyn lebt mit einem Makel: Sie ist unehelich geboren. Zwar hat Graf von Manten sie als Tochter anerkannt, die gesellschaftliche Akzeptanz jedoch bleibt ihr verwehrt. Als Ritter Guntram von Eggern um ihre Hand anhält, zögert sie deshalb nicht lange.
Schon bald stellt sich heraus: Sie hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Nach außen ganz liebevoller Gatte, verbirgt Guntram geschickt seine dunklen Seiten. Nur Enneleyn weiß um seine Brutalität und Machtgier. Und um seinen großen Plan, der sie alle ins Unglück stürzen kann …

Rezension:

Mit einer Hochzeit beginnt dieser dritte Teil der Kreuztrilogie von Petra Schier. Enneleyn ist die uneheliche Tochter des Grafen Johann von Manten. Er hat sie zwar anerkannt, aber trotzdem bleibt der Makel ein Bastard zu sein bestehen. So ist sie dann auch froh, als der Ritter Guntram von Eggern um sie wirbt. Sie willigt ein, seine Frau zu werden. Alles scheint also gut zu werden. Aber der schöne Schein trügt, schon bald muss Enneleyn hinter die Fassade ihres Mannes schauen und ihr Schicksal annehmen.

Mit ihrem leicht zu lesenden Erzählstil entführt die Autorin ihre Leser einmal mehr ins 14. Jahrhundert nach Koblenz. In die Bastardtochter erzählt sie diesmal von Enneleyn, der unehelichen Tochter des Grafen. Enneleyn hat in dem Ritter zwar einen Mann gefunden, der sie zur Frau genommen hat, aber das warum hat er ihr verschwiegen. Aber was der Ritter genau bezweckt, erschließt sich der Protagonistin und auch dem Leser erst so nach und nach. Eine spannende Intrige entwickelt sich.

In einem zweiten Handlungsstrang tritt dann Anton Bongert auf. Er ist nach Italien gegangen und dort Kaufmann geworden. Jetzt macht er sich auf den Heimweg nach Koblenz, um wieder in der Nähe seiner Schwester zu leben. Nicht zu Letzt auch um das geheimnisvolle Kreuz wieder zu einem ganzen zusammen zufügen. Anton fasst in Koblenz schnell Fuß und trifft auch wieder auf Enneleyn, die er nur als kleines Mädchen kannte. Nun sieht er sich einer erwachsenen Frau gegenüber, die Hilfe braucht. Hilfe die er ihr nicht verweigert.

Die Bastardtochter ist der dritte Band der Kreuztrilogie, spielt aber schon ein paar Jahre nach „die Gewürzhändlerin“ und „die Eifelgräfin“ und ist somit durchaus auch einzeln lesbar. Kleine Rückblenden sorgen dafür, dass das Gedächtnis aus den Vorgängerbänden aufgefrischt wird, oder dass Leser, die die Geschichte noch nicht kennen, die Zusammenhänge verstehen. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet worden und man ist automatisch bei ihnen. Fühlt mit Enneleyn und sucht mit Anton nach Lösungen. Aber auch die Protagonisten der Vergangenheit haben ihre Auftritte und erzählen aus ihrem Leben.

Es bleibt auch hier wieder ein bisschen mystisch, denn auch hier wirkt das Kreuz auf seine wundersame Weise. Es summt und leuchtet und manchmal ist es auch recht laut. Es warnt seine Besitzer auch wenn diese noch immer nicht richtig deuten können was dieses Kreuz ihnen sagen will. Durch das Kreuz bekommt die gesamte Trilogie zwar einen Hauch von Fantasy, aber Hauptaugenmerk liegt weiterhin auf dem historischen Teil. Das Leben dieser Zeit hat die Autorin wunderbar eingefangen. Einblicke in das Leben und den Glauben der Zeit sind gut wiedergegeben und wirken authentisch und echt.

Das Buch endet mit einem Personenregister, einigen Anmerkungen der Autorin und einem mittelalterlichen Kochrezept für Griechische Hühner. Außerdem gibt es noch einen kleinen Stadtplan von Koblenz, wer also mag, kann sich die Plätze und Straßen der Handlung durchaus auch heute noch anschauen und vielleicht einmal die Wege nachgehen die Enneleyn gegangen ist.

Note: 2-