Link, Charlotte: Die Sterne von Marmalon

Verlag: Goldmann
erschienen:
1987
Seiten:
544
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3442097762

Klappentext:

Maria Askews wächst im England des 16. Jahrhunderts in bitterer Armut auf. Ihre Verhältnisse sind trostlos: der Vater, Aufseher im Armenhaus, versäuft das Geld, der ältere Bruder schikaniert sie, die Mutter begegnet ihr mit Kälte und Lieblosigkeit. Die einzige zuflucht für Mary sind ihr Spielgefährte Frederic Belville und sein einsamer Gutshof inmitten der Wälder und Wiesen von Kent – Marmalon.

Doch dann verläßt Frederic das Gut, und Mary verdingt sich bei Lady Cathleen, einer jungen Adeligen, in der sie eine Vertraute und Freundin findet. Ihr folgt sie nach London, wo sie bald in den Strudel wechselvoller Ereignisse und in die Stürme einer turbulenten Epoche gerät. Nachdem sie unwillentlich zur Mitwisserin eines entsetzlichen Mordes geworden ist, flieht sie aus London und sucht Zuflucht in dem Dorf ihrer Kindheit. Dort muß sie miterleben, wie ihr katholischer Jugendfreund Frederic Opfer der religiösen Pogrome nach Heinrich VIII. Abfall von Rom wird und wie Marmalon in Flammen aufgeht. Unermüdlich kämpft sie um Erfüllung ihres alten Traumes: Marmalon neu zu errichten und dort eines Tages Wohlstand und Frieden zu finden.

Rezension:

Im Gegensatz zu Charlotte Links sehr erfolgreichen Gesellschaftsromanen (Das Haus der Schwestern, Die Rosenzüchterin, etc.), hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Zwar muss die Autorin auf den ersten 30 Seiten einige stilistische Schwierigkeiten überwinden (der Roman klingt ziemlich hölzern, aber da es glaube ich damals ihr zweites Buch war, kann man ihr das ruhig mal verzeihen), aber dann lässt sich das Buch doch sehr gut lesen.

Viele sind von dem Buch nicht so begeistert, weil sie Marys Verhalten und ihren ausgeprägten Egoismus im Verlauf des Buches nicht verstehen können. Ich finde es jedoch logisch, das ein Mädchen, das immer nur ausgenutzt wurde und in tiefster Armut und Unterdrückung aufgewachsen ist und dann auch noch die Liebe ihres Lebens verliert zu so einem Menschen wird.

Außerdem ist sie ja nicht boshaft, sondern sie will nur mit allen Mitteln ihre kleine Familie schützen. Das sie dabei viel zu viel Wert auf Geld und Besitz liegt ist da nur all zu verständlich. Irgendwie hat mich das Ganze übrigens ein wenig an Scarlett erinnert, die sich nach dem Krieg auch geschworen hat nie wieder zu Hungern und sich mit jedem Mittel, was ihr gerade recht war, nach oben geboxt hat.

Note: 2

Fabre, Caroline: Das Haus Astonbury

Originaltitel: Our Father’s House
Verlag:
Bastei Luebbe
erschienen:
1998
Seiten:
525
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3404127838
Übersetzung:
Eva Bauche-Eppers

auch erschienen unter dem Titel „Glanz und Ruin des Hauses Astonbury“

Klappentext:

Auf Follyfoot Manor, dem prachtvollen Anwesen der angesehenen und millionenschweren Familie Astonbury, ist Sir Edward Astonbury der uneingeschränkte Herrscher. Der überaus erfolgreiche Industrielle verlangt nicht nur von sich selbst äußerste Disziplin, sondern auch von seinen vier Kindern, denen es seit dem frühen Tod ihrer Mutter an Liebe und Zuwendung fehlt. Die dominierende Persönlichkeit des Vaters überschattet die Lebenswege von Richard, William, Elizabeth und Edwin, die ständig hin- und hergerissen sind zwischen Faszination und Bewunderung, Angst und Haß. Als sich dunkle Wolken über dem Hause Astonbury zusammenziehen und Follyfoot unter den Hammer zu geraten droht, scheint zumindest ein der Kinder daran nicht unschuldig sein.

Rezension:

Ein etwas eigenartiger Roman. Die Autorin schreibt ihren Roman in der Ich-Form und lässt die Geschichte von Edwin, einem der Söhne von Sir Astonbury erzählen. Dabei fängt das Buch in der Kindheit Edwins und mit dem Tod seiner Mutter an. Von Anfang an schildert Edwin dies sehr distanziert und an seiner Sprache, merkt man ihm seine gehobene Erziehung und die gefühlskalte Kindheit an. Aber es passt zu dem Roman. Auch das im Buch häufig erzählt wird, welche exquisiten Weine und Gerichte getrunken und gegessen werden, nervt einen komischerweise nicht. Es passt irgendwie zum Ambiente des Romans. Die Geschichte an sich ist über weite Strecken zwar nicht langweilig aber unspektakulär und an vielen Stellen kann ich Edwin auch nicht verstehen, aber zum Ende hin gibt es doch noch einige überraschende Wendungen, wenn ich auch finde, das der Roman keinen richtigen Abschluss findet. Sicherlich ist der Roman nicht jedermanns Geschmack, aber ich fand ihn doch sehr lesenswert und werde sicher weitere Bücher der Autorin lesen.

Note: 2-

Brown, Sandra: Nacht ohne Ende

Originaltitel: Standoff
Verlag:
Blanvalet
erschienen:
2001
Seiten:
414
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3442354471
Übersetzung:
Elke Bartels

Klappentext:

Die Fernsehreporterin Tiel McCoy sitzt gerade im Auto, als sie im Radio von der Entführung der texanischen Millionärstochter Sabra Dendy hört. Als Tiel kurz darauf an einer Raststätte hält, tauchen plötzlich der Kidnapper und sein Opfer auf und nehmen sie und einige andere Gäste als Geiseln. Bald schon wird der wahre Sachverhalt klar: Sabra ist hochschwanger und mit ihrem Freund von zu Hause geflohen. Als bei dem Mädchen unvermittelt die Wehen einsetzen und auch noch das FBI anrückt, machen die verzweifelten jungen Leute deutlich, daß sie lieber sterben würden, als aufzugeben. Nur ein einziger Mann kann Tiel helfen, das Pulverfass vor dem Explodieren zu bewahren….

Rezension:

Dieser Sandra Brown Roman hat mir wirklich wahnsinnig gut gefallen. Was man übrigens auch daran sehen kann, das ich ihn innerhalb eines Tages ausgelesen hatte. Das Buch ist zwar nicht besonders lang (etwas über 280 Seiten) und ziemlich temporeich geschrieben, aber ich finde das passt exzellent zum Thema Geiseldrama. Wie die Situation sich immer wieder in Sekunden total ändert, wie sich völlig unbedeutende Aktionen auf das Geschehen auswirken können und wie Menschen in gefährlichen Situationen über sich hinaus wachsen oder völlig versagen können, bringt die Autorin sehr authentisch rüber.

Punktabzug gibt es nur für die letzten Seiten, da ich noch gerne etwas mehr über Ronnie und Sabra erfahren hätte. Außerdem erschien mir die Sache mit Tiel am Ende etwas zu weichgespült.

Note: 2

Hendricks, Judi: Das Brot des Lebens

Originaltitel: Bread Alone
Verlag:
Heyne
erschienen:
2001
Seiten:
493
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3453196139
Übersetzung:
Gabriele Weber-Jaric/ Caroline Einhäupl/ Stefanie Mierswa

Klappentext:

Von einem Tag auf den anderen wird Wyns Leben auf den Kopf gestellt, als ihr Ehemann David sich von ihr trennt. Plötzlich ist sie nicht mehr die treusorgende Gattin eines vielbeschäftigten Managers, sondern eine alleinstehende Frau ohne Beruf, ohne Wohnung und ohne Freunde. Während sie verzweifelt und ratlos im Haus ihrer Mutter sitzt, fällt ihr ein Backbuch in die Hände. Da erinnert sie sich an ihre Zeit in einer Bäckerei in Frankreich. Sie denkt zurück an die sinnliche Arbeit mit dem weichen Teig, an das Rühren und Keten, die Hitze des Ofens, die knusprige Kruste des fertigen Brotes – und an ihre erste große Liebe. Als Wyn eine Stelle als Bäckerin angeboten wird, wagt sie den Sprung. Und sie entdeckt, dass sie damit einen Schritt in ein ganz neues Leben getan hat.

Judi Hendricks erster Roman scheint erfüllt vom Duft frischgebackenen Brots – eine warmherzige Geschichte über eine Frau, die ihren eigenen Weg finden muss.

Rezension:

Seit langem mal ein wieder ein Buch, in das ich für zwei Tage völlig versinken konnte. Ich habe es tatsächlich kaum aus der Hand gelegt und hatte es innerhalb von knapp 2 Tagen durch. Dabei hat mich an dem Roman nicht nur die Geschichte gut unterhalten, sondern die Atmosphäre und der Sprachstil der Autorin ebenfalls gefangen genommen.

Der Klappentext finde ich übrigens nicht so gelungen, weil man ein eher beschauliches Buch erwartet. Dabei nimmt die Heldin Wyn (sie selbst erzählt in diesem Buch) eigentlich kein Blatt vor den Mund und es gibt eine Reihe von wirklich amüsanten Stellen in dem Buch. Das Schöne ist jedoch die Echheit der Hauptperson. Sie ist eine Frau, mit der ich mich völlig identifizieren kann und mit der man durch die hässliche Trennung, durch depressive Tage, aber vor allen Dingen durch die sinnlichen Momente des Brotbackens geht.

Tatsächlich strahlen die Stellen, an denen Wyn Brot backt (eingestreut in das Buch sind charmanterweise einige Brotrezepte) einen besonderen Reiz aus. Die Autorin schreibt dies so plastisch und sinnlich, das man die ganze Zeit unbändige Lust aufs Brot backen (und essen) verspürt und ich manchmal glaubte den Geruch von frischgebackenem Brot in der Nase zu haben. Irgendwann hatte ich übrigens so einen Hunger, das ich Muffins gebacken habe! :-)

Dazu gibt es eine wirklich schöne Geschichte, in der Wyn zu sich selbst finden muss. Dabei zeichnet die Autorin so liebenswerte Charaktere wie Wyns beste Freundin CM, den Barkeeper Mac und noch einige andere Figuren. Der Erstling der Autorin ist auf jeden Fall zu empfehlen und ich freue mich schon auf weitere Bücher. Hinweisen möchte ich noch kurz auf das wirklich ausgezeichnete Cover vom Heyne-Verlag, durch das ich erst auf das Buch aufmerksam gemacht wurde.

Note: 2

Jennings, Maureen: Die Engelmacherin

Band 2 Inspector Murdoch Serie

Originaltitel: Under the Dragon’s Tail
Verlag:
Heyne
erschienen:
2000
Seiten:
414
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3453171683
Übersetzung:
Evelin Sudokowa-Blasberg

Klappentext:

Toronto, 1895: In einem heruntergekommenen Viertel der Stadt wird die Hebamme und „Engelmacherin“ Dolly Merishaw ermordet. Ihre gehörlose Tochter Lily, die von den Nachbarn für geistesschwach gehalten wird, ist geflohen und gerät in Verdacht. Inspektor William Murdoch, der noch um seine verstorbene Verlobte trauert, wird mit dem Fall beauftragt und ist bald davon überzeugt, daß Lily unschuldig ist. Dolly Merishaw hatte viele Kundinnen, und einige von ihnen haben ein Motiv. Doch Murdoch muß feststellen, daß keine der Frauen bereit ist, ihre geheimnisse zu offenbaren.

Rezension:

Obwohl dieses Buch nur 250 Seiten hatte, gefiel es mir noch besser als der erste Teil „Das Mädchen im Schnee“. Der Kriminalfall ist einfach noch viel spannender und besser konstruiert. Auch gab es einige Wendungen die mich wirklich sehr überrascht haben. Lustig war, das Murdoch in dem Roman auf ziemlich viele Frauen trifft (sei es nun den Fall betreffend oder im Alltag einfach so) und das er irgendwie alle Frauen anziehend findet. Der Gute braucht glaube ich schnellstens eine Partnerin! :-)

Für die Höchstbewertung reicht es trotzdem noch nicht, weil ich der Meinung bin, das man aus den Hauptpersonen noch mehr herausholen könnte.

Note: 2