Hayman: James: The Cutting

Band 1 Michael McCabe Serie

Originaltitel: The Cutting
Verlag:
Blanvalet
erschienen:
2011
Seiten:
512
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3442373573
Übersetzung:
Leo Strohm

Klappentext:

Als die nackte Leiche eines 16-jährigen Mädchens gefunden wird, deren Herz mit chirurgischer Präzision entfernt wurde, wird Detective Sergeant Michael McCabe, vor einiger Zeit von New York City in die vermeintliche Idylle der Kleinstadt gezogen, um ein neues Leben zu beginnen, mit dem Fall betraut. Unter Hochdruck machen McCabe und seine Partnerin, die toughe Maggie Savage, sich an die Arbeit. Doch mit der Entführung einer weiteren Frau hat das Grauen Portland endgültig erreicht: Jemand stiehlt die Herzen schöner junger Frauen …

Rezension: folgt

Powell, Dawn: Das Glücksrad

Originaltitel: Turn, Magic Wheel
Verlag:
Malik
erschienen:
1999
Seiten:
288
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
9783890291284
Übersetzung:
Karen Lauer

Klappentext:

New York in den dreißger Jahren:  Dennis ist einer jener hoffnungsvollen jungen Autoren, die den ganzen Tag in einem Café in Greenwich Villlage herumsitzen und auf ihren Ruhm warten. Seine beste Freundin und Verraute ist die unglückliche Effie, die ihrer dahingeschwundenen Jugend und ihrem Ex-Mann nachtrauert. Gemeinsam kommentieren und genießen sie die New Yorker Künstlerszene. Doch dann begeht Dennis einen Faux-Pas: Ausgerechnet über Effis Ehe und ihren untreuen Ex muss er sein neues Buch schreiben und dabei so manches pikante Detail ausplaudern.

Effie ist entsetzt, doch es kommt noch schlimmer. Sie wird ans Krankenbett ihrer ärgsten Rivalin gerufen – die Frau, die ihr Andy weggenommen hat, sucht jetzt ihren Beistand, denn Andy hat sich schon wieder aus dem Staub gemacht. In dieser komischen und zugleich tragischen Situation wächst Effie über sich hinaus, ohne ihren Humor zu verlieren.

Rezension:
folgt

Armstrong, Kelley: Schattenstunde

Band 1 „Die dunklen Mächte“

Originaltitel: The Summoning
Verlag:
Pan
erschienen:
2010
Seiten:
416
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3426283417
Übersetzung:
Christine Gaspard

Klappentext:

„Ich heiße Chloe Saunders, und mein Leben wird nie mehr so sein, wie es einmal war. Ich wollte immer eine ganz normale Jugendliche sein. Doch heute weiß ich nicht einmal mehr, was das ist, normal sein. Alles begann an dem Tag, an dem ich meinen ersten Geist sah und er mich. Nun kommen immer mehr Tote auf mich zu, die irgendetwas von mir wollen. Und da das alles andere als normal ist, wurde ich nach Lyle House geschickt angeblich ein Heim für verhaltensauffällige Jugendliche. Aber da steckt mehr dahinter. Und die anderen Jugendlichen hier sind auch nicht einfach nur durchgeknallt. Irgendetwas stimmt hier nicht. Ich muss versuchen, den dunklen Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Denn nur so kann ich die Toten, die immer näher kommen, zum Schweigen bringen „

Rezension:

Kelley Armstrongs erster Band der Reihe „Die dunklen Mächte“ ist ein wunderbares Beispiel für perfekte All-Age-Unterhaltung. Sowohl Teenager, als auch Erwachsene werden sich mit diesem Buch wohlfühlen, weil die Autorin die Nöte und Sorgen der jungen Chloe ernst nimmt, dem ganzen aber eine düstere Stimmung verleiht und auf Kitsch gänzlich verzichtet.

In „Schattenstunde“ sind alle Figuren sehr real, was aufgrund ihrer Fähigkeiten vielleicht jetzt etwas komisch klingt, aber die Autorin charakterisiert sie so facettenreich, dass sie einem wie echte Menschen vorkommen. Besonders die Entwicklung von Chloe ist bemerkenswert und mit sehr viel Liebe zum Detail geschildert. So können junge Erwachsene immer ihre Entscheidungen, Ängste und Hoffnung nachvollziehen und sich ältere Leser an der superb ausgearbeiteten Charakterentwicklung erfreuen.

Die Geschichte selbst ist sehr wendungsreich und überraschend. Immer wieder tauchen neue Rätsel auf, die es zu lösen gilt und es macht wirklich Spaß mit Chloe und ihren Freunden die Geheimnisse des Lyle Hauses zu ergründen.

Man merkt dem Buch am Anfang an, dass es der erste Band einer Serie ist, weil die Autorin sich sehr viel Zeit nimmt, um Atmosphäre aufzubauen und den Leser mit den Figuren vertraut zu machen. Allerdings wird das Geschehen ab der Hälfte so spannend, dass ich mich frage, wie man da im zweiten Band noch einen drauf legen will. Ich lasse mich da allerdings gerne positiv überraschen. ;-)

Im Gegenzug zu vielen anderen paranormalen All-Age-Titeln, die oft nur leicht phantastische angehauchte Liebesgschichten darstellen, bekommt man in „Schattenstunde“ wirklich das, was hinten drauf steht. Das Buch ist durchaus düster und teilweise gruselig. Nicht so schlimm, dass man vor dem Löschen der Lampe unters Bett schauen muss, aber schon so, dass es einen packt und nicht mehr los lässt.

Das Loslassen wird uns besonders am Ende schwer gemacht, denn Armstrong beendet das Buch mit einem gehörigen Cliffhanger. Deswegen mein Rat: gleich die Fortsetzung „Seelennacht“ mitbestellen.

Note: 2

Bertram, Gerit: Die Goldspinnerin

Verlag: Blanvalet
erschienen:
2010
Seiten:
512
Ausgabe:
Klappenbroschur
ISBN:
9783764503710

Klappentext:

Lübeck, anno 1397. Die Goldspinnerin Cristin Bremer führt mit ihrem Mann Lukas eine angesehene Werkstatt in der florierenden Hansestadt. Mit der Geburt ihrer ersten Tochter scheint das Glück des Ehepaars perfekt. Doch kurz darauf wird Lukas vergiftet und die junge Mutter von ihrer eigenen Schwägerin des Mordes und der Hexerei beschuldigt – und dem Henker übergeben. Nur dessen Sohn Baldo glaubt an ihre Unschuld. Gemeinsam fliehen sie aus der Stadt, doch nichts wird Cristin daran hindern heimzukehren, um die hinterlistigen Mörder ihres Mannes zu überführen und ihre Tochter wiederzufinden …

Rezension:

Berit Bertram ist das Pseudonym eines Autorenpaares names Ines Klockmann und  Peter Hoeft. Nun sieht man gerade am Beispiel von Iny Lorentz, dass Autorenduos nicht gerade die schlechteste Wahl sind, um erfolgreiche Bestseller zu schreiben und auch Gerit Betram verschafft ihren Lesern einen süffigen und spannenden Historienschinken, mit dem man sich am besten an einem Wochenende irgendwo ohne Störungen einschließen sollte.

Der Roman fängt durchaus brutal mit einer Hinrichtung an, was aber auch dazu führt, dass man sofort mitten drin ist im mittelalterlichen Lübeck. Egal wie man zu diesem doch eher drastsichen Anfang stehen mag, kalt lässt er einen nicht und dieses Schüren von Gefühlen ist die große Stärke von Gerit Betram. Mit Cristin und Saldo nicht mitzufiebern ist unmöglich, weil der Leser immer einen tiefen Einblick in das Seelenleben des Paares bekommt. Angst und Freunde sind ihnen förmlich ins Gesicht geschrieben. Da verzeiht man auch die ein oder andere zu konstruierte Wendung.

Historische Details sind gut recherchiert und werden immer wieder in die Handlung eingestreut, um die nötige Atmosphäre zu erzeugen. Dabei wählt das Autorenpaar das richtige Maß. Weder wird die Spannungskurve für ausschweifende historische Abhandlungen unterbrochen, noch erzählen sie eine Geschichte, die jegliche Merkmale der damaligen Zeit außer acht lässt. Ich habe auf jeder Seite gespürt, dass ich mich im 14. Jahrhundert befinde und das weder alles eitel Sonnenschein, noch düster „mittealterlich“ ist.

Der Schreibstil ist für einen Debütroman durchaus beachtlich. Schwungvoll und ohne Längen oder Wiederholungen, fällt es leicht den sympathischen Figuren in ihrem Kampf für Gerechtigkeit zu folgen. Zwischendurch gibt es auch immer mal wieder der Zeit angemessene Begriffe, die aber niemals Überhand nehmen. So wirkt der Stil glücklicherweise nicht gesteltzt oder zu konstruiert.

Hervorzuheben ist noch die schöne Ausstattung der Klappenbroschur. Eine hilfreiche Karte im Innenteil und ein Glossar mit vielen Hintergrundinformationen runden den Lesespaß ab.

Note: 2

Mer, Lilach: Der siebte Schwan

Verlag: Heyne
erschienen:
2011
Seiten:
560
Ausgabe:
großes TB
ISBN:
3453527496

Klappentext:

Schleswig-Holstein im Jahr 1913: Die vierzehnjährige Mina lebt mit ihren Eltern auf einem einsamen Gutshof. Ihr liebster Zeitvertreib ist es, auf dem Dachboden zur Melodie einer halbzerbrochenen Spieluhr zu tanzen. Diese Uhr jedoch birgt ein Geheimnis, das Minas Welt für immer auf den Kopf stellt und sie auf eine Reise schickt, auf der die Sagen des Nordens und die Magie der Freundschaft lebendig werden …

Rezension:

Ich habe mir das Buch aufgrund des sehr schönen Covers und des geheimnsivollen Klappentextes gekauft, aber ich war doch vollkommen überrascht, je weiter ich in den Roman vordrang. Der Erstling der Autorin Lilach Mer, die mit „Der siebte Schwan“ den zweiten Platz des von Heyne ausgeschriebenen Wettbewerbs „Magische Bestseller“gewonnen hat, ist vollkommen anders, als alles, was ich jemals gelesen habe.

Die Autorin verknüpft auf geschickte Weise alte Mythen und Märchen, Fabelwesen, einen sprechenden Kater, die Tater (ein norddeutscher Ausdruck für Fahrensleute wie z.B. Zigeuner), Naturbeschreibungen, und noch so viel mehr mit einer wunderschönen Sprache, die bereits nach wenigen Seiten zum Träumen animiert. Nicht immer ist der Roman leicht zu lesen und es gibt durchaus auch traurige und düstere Szenen, aber immer wird die Handlung von Mers gekonntem Schreibstil umschmeichelt wie Musik.

Das Schaffen von Atmosphäre und die Charakterisierung ihrer Figuren sind Mers große Stärke. Die verträumte und sanfte Mina hat sofort sämtliche Sympathien auf ihrer Seite. Immer sind ihre Gefühle und Sehnsüchte nachvollziehbar und es gibt viele sehr berührende Szenen, in denen ich fast ein Tränchen verdrückt habe. Aber auch die vielen Nebenfiguren haben ein eigenes unverwechselbares Gesicht, das sie real wirken lässt.

Die vielen Bezüge zu bekannten und auch weniger bekannten Märchen durchziehen die ganze Handlung und hier ist definitiv auch aufmerksames Lesen angebracht, denn viele kleine Dinge entpuppen sich später als wichtig und fügen sich irgendwann zu einem Ganzen zusammen.

Das Ende ist sehr schlüssig und rund und hat mir auch deswegen so gut gefallen, weil die Autorin auf ein Friede-Freude-Eierkuchen-Ende verzichtet. Nicht alles geht gut aus und auch die Weltkriege haben es nicht immer gut gemeint mit liebgewonnenden Charakteren. Auf der anderen Seite verzichtet Mer hier auch auf zu deutliche Aussagen. Der Leser kann hier selbst entscheiden, in wie weit er sich das Schicksal der Figuren ausmalen will. So bleibt „Der siebte Schwan“ doch zu jeder Zeit ein All-Age-Roman, auch wenn ich persönlich das Buch nur wirklich belesenen Jugendlichen empfehlen würde, weil die vielen Handlungsstränge und die zwar schöne, aber doch recht anspruchsvolle Sprache, einige sicher überfordern dürfte.

Wie die Autorin in unserer gemeinsamen Leserunde verriet, wird es keine Fortsetzung vom „Schwänchen“ geben, was ich persönlich sehr gut finde, denn die Geschichte ist wirklich abgeschlossen und es ist erfrischend im Fantasygenre endlich auch mal einen Einzelroman lesen zu dürfen. Aber ich bin gespannt, auf jedes weitere Werk dieser talentierten Autorin. Egal, worüber sie schreiben wird, ich werde es kaufen und lesen.

Note: 1