Darius, Beate: In einer Sternenacht

Verlag: Blanvalet
erschienen:
2006
Seiten:
224 Seiten
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3442365201

Klappentext:

Die junge Sandra Mangold steht vor den Scherben einer langjährigen Beziehung. Um über die Trennung hinweg zu kommen, nimmt sie dankbar das Angebot ihrer Freundin Julia an, in deren Ferienhaus in Stresa nach dem Rechten zu sehen. Doch dann taucht plötzlich Julias Ex-Freund, der äußerst attraktive Maler Sascha auf und nistet sich frech im Haus ein – was in Sandra einen wahren Taumel der Gefühle auslöst…

Rezension:

Der Erstling von Nora Darius ist für mich ein glatter Reinfall gewesen. Ganz ehrlich – ich habe selten einen so uninspirierten, platten und schlecht geschriebenen Liebesroman gelesen. Wer bei seinem ersten Liebesromanversuch nach „In einer Sternennacht“ greift, wird wahrscheinlich nie wieder einen Roman dieses Genres anfassen. Die Figuren sind oberflächlich gezeichnet, die Geschichte absolut hanebüchen und wird zudem auf knapp über 200 Seiten heruntergeleiert, wie ein schlecht geschriebener Heftchenroman. Sandra muss sich alten Freunden erwehren, kriegt es mit einem italienischen Conte zu tun, wird fast getötet und erlebt auch noch allerlei andere unrealistische Dinge in kürzester Zeit.

Bitter aufgestoßen ist mir zudem die Verlagspolitik von Blanvalet. Im Innenteil des Buches wird die Autorin als deutsche Liebesromanqueen mit Millionenaufläge angepriesen, aber es hat bisher keinen Roman von Nora Darius gegeben. Dieser Roman ist ihr Erstling. Vielleicht hat die Autorin bereits unter Pseudonym geschrieben, aber hier werden von der Verlagsseite einfach falsche Tatsachen vorgegaukelt.

Note: 6

Eckler, Rebecca: Kleine Überraschung

Originaltitel: Knocked Up
Verlag:
Rowohlt
erschienen:
2006
Seiten:
414 Seiten
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3499237822
Übersetzung:
Catrin Fischer

Klappentext:

Klar, dass Rebecca auf ihrer Verlobung ein paar Gläser Champagner und ein paar Cosmos mehr trinkt als üblich. Am Morgen danach schrillen in Rebeccas Kopf alle Alarmglocken. Sie hatte Sex. Gut. Ohne zu verhüten. Was?! Bald schon werden Ultraschall, Still-BHs und Schwangerschaftshosen eine handfeste Herausforderung.

Rezension:

Rebecca Eckler erzählt hier von ihrer eigenen Schwangerschaft und das tut sie so charmant und unverblümt, dass man dieses Buch einfach lieben muss. Ihr Stil ist witzig, aber auch elegant und es gibt viele kleine nette Ideen, wie z.B. Rebeccas Freund, der während des ganzen Buches immer nur „der Verlobte“ genannt wird. Das verleiht dem Roman an vielen Stellen einen satirischen Touch, der aber eher die liebevolle Beziehung zwischen Rebecca und dem Verlobten darstellt, als sie bissig zu kommentieren.

Der Vergleich mit „Sex and the City“ drängt sich zwar auf, weil Rebecca ebenfalls Kolumnistin ist und ihr Leben zwischen Freundinnen und Cocktails dem von Carrie Bradshaw gleicht, aber trotzdem habe ich während des Lesens den Vergleich nie gezogen. Rebecca ist zwar auch leicht neurotisch und verrückt, aber sie ist ein sehr warmherziger Mensch und sie ist trotz allem jemand mit dem man sich identifizieren kann. Sie ist zum ersten Mal schwanger und das auch noch ungewollt und sie macht alles falsch, was man falsch machen kann. Sie ist launisch, sie ist zickig, aber sie schämt sich nicht sämtliche Peinlichkeiten mit dem Leser zu teilen.

Als kleines Manko gibt es ein paar Dinge, die leider in den Societykreisen Gang und Gebe werden. Zum Beispiel die geplante Kaiserschnittgeburt, was bedeutet, das man zu einem Termin geht (als würde man zum Friseur gehen) und dort ohne medizinische Notwendigkeit sein Baby per Kaiserschnitt bekommt. Diese Dinge sollte man in Ecklers Tagebuch-Roman sicher mit Vorsicht genießen. Allerdings sind sie auch nicht so bedeutend, dass sie einem den Lesespaß verderben. Und der Schluss ist sowieso so herzerwärmend, dass man Rebecca und „den Verlobten“ einfach ins Herz schließen muss.

Note: 1

Link, Charlotte: Die Insel

Verlag: Rowohlt
erschienen:
2006
Seiten:
80
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3499242974

Klappentext:

Er hat der Glitzerwelt nie getraut. Sylt, die Insel der Schönen und Reichen, ist für einen wie ihn, einen Mann mit bescheidenen Ansprüchen, nicht der rechte Platz. Doch seiner Clara zuliebe verbringt er hier Jahr für Jahr seine Ferien. Aber nun ist Clara verschwunden, durchgebrannt mit einem dieser reichen Playboys. Oder doch nicht? Die Suche nach ihr führt ihn geradewegs in den Abgrund …

Rezension:

„Die Insel“ bietet typische Kost á la Charlotte Link. Eine kurze Geschichte über eine verhängnisvolle Beziehung, verlorene Träume und falsche Hoffnungen. Dazu die üblich kaputten oder spleenigen Figuren. Das Ende der Geschichte ist zwar sogar recht überraschend, aber so richtig überzeugen, kann mich diese kleine Geschichte nicht.

Im Übrigen weiß ich nicht, ob sich die Autorin mit dieser Kurzgeschichte einen Gefallen getan hat. In einer Anthologie hätte ich sie vielleicht noch passend gefunden, als eigenes Buch (wenn auch mit sehr stimmungsvollen Illustrationen) finde ich das Buch ein wenig überflüssig und trotz des für ein Taschenbuch niedrigen Preises (5 Euro) überteuert. Um sich allerdings für den kommenden neuen Thriller im Herbst 2006 bei Blanvalet (Titel: Das Echo der Schuld ) wieder ins Gedächtnis der Leser zu bringen, eignet sich das Buch natürlich.

Note: 3-

Roberts, Nora: Töchter des Windes

Band 2 Concannon Trilogie

Originaltitel: Born in Ice
Verlag:
Blanvalet
erschienen:
1998
Seiten:
414 Seiten
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3442350131
Übersetzung:
Uta Hege

Klappentext:

Wenn die wilden Winterstürme über die Hügel des westlichen Irlands hinwegtosen, bleiben die Einheimischen gern unter sich. Und die Touristen ziehen es ohnehin vor, den Inselfrühling abzuwarten. So ist denn auch die kleine, behagliche Bed-and-Breakfast-Pension von Brianna Concannon um die Winterzeit wie ausgestorben. Aber das ist Brianna gerade recht. Sie mag es, wenn das Haus ruhig und friedvoll ist und der eisige Wind vor ihren Fenstern tobt. Doch in diesem Jahr ist alles anders, denn Brianna erwartet einen ungewöhnlichen Gast: den berühmten Krimiautor Grayson Thane aus Amerika. Thane ist ein Getriebener – ein ruheloser Weltenbummler mit einer Vergangenheit, die er lieber vergessen würde. In das einsame Haus in Kilmihil will er sich zurückziehen, um den Winter allein zu verbringen. Aber manchmal macht das Schicksal seine eigenen Pläne. Und manchmal wird aus dem Eis ein Feuer geboren.

Rezension:

Der zweite Teil der Irland Trilogie hat mir besser gefallen wie der erste Teil. Warum ist ein wenig schwer zu sagen. Ich fand es einfach sehr gelungen, wie langsam und behutsam Nora Roberts die Geschichte um die zweite Concannon Schwester Brianna entwickelt. Die beherrschte, ordentliche Brianna kümmert sich ganz alleine um ihre Pension, die sie im Cottage ihrer Eltern eingerichtet hat. Als sich der amerikanische Schriftsteller Grayson Thane für einige Monate in eines der Zimmer einquartiert, um sein neues Buch zu schreiben, ist Gray schnell von der schönen Brianna fasziniert. Doch beide haben mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Es dauert sehr lange, bis beide ihre Trauer und Ängste überwinden können und das passiert so realistisch, dass der Roman einfach Spaß macht. Einziges Manko ist die kleine Geschichte um den Aktienbetrug und das Betrügerpärchen. Ich fand die ganze Sache ein wenig lächerlich und es passte auch überhaupt nicht in die Geschichte.

Note: 1-

weitere Rezension:

von Silke S.

Das ist  ein Buch was absolut ans Herz geht. Nach dem letzten gelesenen Satz muß man einen von Herzen kommenden Seufzer ausstoßen und einfach nur bedauern, dass das Buch zu Ende ist. Es der zweite der Irland-Triologie um die Glasbläserin Maggie, allerdings spielt in diesem Teil eher Maggies Schwester Brianna die Hauptrolle. Rührend schön und sehr realistisch ist die Story geschrieben und nimmt einen gleich nach dem ersten Satz gefangen. Ich konnte erst nach knapp 120 Seiten das Buch aus der Hand zu legen. Einen kleinen Betrüger-Fall, der den Hauch einen Krimis aufweist wurde von der Autorin eingeflochten. Er dient aber eher zur Unterhaltung, als der Spannung. Ich kann dieses Buch nur empfehlen für zwischendurch, wenn man mal aus der Gegenwart flüchten will und einfach ein paar schöne Stunden mit lesen verbringen will!

Note: 1

Patterson, James: Die 4. Frau

Band 4 Women’s Murder Club

Originaltitel: The 4th July
Verlag:
Limes
erschienen:
2006
Seiten:
384
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3809024988
Übersetzung:
Andreas Jäger

Klappentext:

Eine Routinekontrolle entwickelt sich für Detective Lindsay Boxer zum Fiasko. Nach einer Autojagd durch San Francisco schießt sie in Notwehr auf zwei Jugendliche: Ein Mädchen stirbt, ihr Bruder ist für den Rest seines Lebens an den Rollstuhl gefesselt, und Lindsay sieht sich einem Prozess gegenüber, der ihre Existenz bedroht.

Für die Dauer des Verfahrens zieht sie sich zu ihrer Schwester nach Half Moon Bay zurück. Kaum angekommen, geschehen dort mehrere Morde nach einem Muster, das Lindsay schon einmal begegnet ist – in einem Fall, den sie bis heute nicht lösen konnte: Die Opfer wurden mit durchtrennter Kehle und blutigen Striemen auf dem Gesäß aufgefunden.

Während die örtliche Polizei im Dunkeln tappt, stößt Lindsay mit Hilfe ihres Geliebten Joe Molinari und ihrer Freundinnen Cindy und Claire auf Hinweise, die sie selbst in höchste Gefahr bringen. Schon bald kämpft sie an zwei Fronten: Hier der Prozess mit unsicherem Ausgang, dort ein mörderisches Trio, das sich zum Rächer misshandelter Kinder ernannt hat…


Rezension:

Mit Pattersons Lindsay Boxer Serie kann immer ein spannendes Wochenende verbringen. Länger „halten“ die Bücher meist nicht, weil es der Autor mit seinen kurzen Kapiteln dem Leser unmöglich macht, das Buch zwischendurch weg zu legen. Und so hastet man auch bei „Die 4. Frau“ erneut durch ultrakurze Kapitel, aber leider durch eine diesmal nur mäßig spannende Handlung.

Lindsay aus ihrer gewohnten Umgebung heraus zu reißen, funktioniert für mich einfach nicht. Lindsays Gerichtsverhandlung ist zwar spannend, aber sie nimmt zu großen Raum ein. Der Rest und somit auch der eigentliche Kriminalfall sind  nur im diesen Termin herum arrangiert. Der Mordfall ist leider nicht besonders fesselnd und so lebt der vierte Roman der Serie  nur von seiner sympathischen Hauptfigur. Lindsay ist bereits vom ersten Band an, ein Mitgrund, warum diese Serie so lesenswert ist. Auch in „Die 4. Frau“ fühlt man mit ihr mit. Sie muss sich damit auseinandersetzen, vielleicht ihre ganze Karriere und ihr ganzes bisheriges Leben zu verlieren und Patterson gelingt es hier sehr gut, Lindsays Gefühle darzustellen. Auch ihre schwierige Beziehung zu Joe Molinari, den sie nur alle paar Wochen einmal für ein paar verstohlene Stunden sehen kann, wird erneut thematisiert. Die Szenen zwischen den Beiden zeigen sehr einfühlsam, was diese Beziehung für Lindsay bedeutet.

Obwohl der Leser hier also schon emotional eingebunden wird, fehlt einfach die Spannung. Zum ersten Mal hat mich Patterson auch am Ende des Romans nicht überrumpelt. Die Auflösung war zwar schlüssig, im Vergleich zu den anderen Romanen aber recht einfallslos und uninspiriert.

Note: 3