Thomas, Charlotte: Die Madonna von Murano

Verlag: Ehrenwirth
erschienen:
2007
Seiten:
414
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3431036996

Klappentext:

Venedig im Jahre 1475: Die Stadt feiert Karneval. In den verwinkelten Gassen der Serenissima versucht eine junge Frau verzweifelt ihren Verfolgern zu entkommen. Sie ist hochschwanger, und sie weiß, die drei maskierten Männer wollen ihren Tod. Die Häscher holen sie ein, doch bevor sie stirbt, bringt sie das Kind zur Welt … So beginnt das Leben von Sanchia, Ziehtochter des Glasmachers, die schon in ihrer frühen Jugend von der gefährlichen Vergangenheit ihrer Mutter eingeholt wird. Als sie Jahre später mit Lorenzo, dem wohlhabenden Spross eines Patriziers, eine verbotene Affäre beginnt, spitzen sich die Ereignisse auf dramatische Weise zu …

Rezension:

Wie immer bei den Ehrenwirth-Hardcovern bin ich begeistert von der Gestaltung des Buches, ein tolles Cover, Lesebändchen, feines, weiches Papier, Zeichnungen von Jan Balaz, Personenregister und ein Glossar und Nachwort der Autorin, da bin ich immer wieder mit zu begeistern. Da lohnt sich jeder Cent, den man für ein teures Hardcover ausgibt und ein Blick in mein Bücherregal dankt es mir!

Der Einstieg in das Buch fällt sehr leicht! Eine junge, hochschwangere Frau mit auffallend blonden Haaren wird auf den Straßen Venedigs verfolgt und tödlich verletzt. Ein Glasbläsermeister aus Murano und seine Gehilfen Vittorio und Pasquale versuchen der jungen Frau zu helfen, allerdings kann lediglich das Kind gerettet werden, die Mutter stirbt ihnen unter den Händen weg. Das kleine Mädchen wächst bei der Familie des Glasbläsers auf und findet dort ihre Heimat, der sie allerdings nach wenigen Jahren schon wieder durch den grausamen Mord an den Zieheltern entrissen wird.

Dieser Mord an den Zieheltern der kleinen Sanchia ist erst der Anfang vieler wüster Spekulationen meinerseits rund um Sanchias Vergangenheit bzw. ihrer Mutter und in alles scheint die Adelsfamilie Caloprini verstrickt zu sein. Nur wie, das erfährt der Leser erst auf den letzten Seiten ganz genau und hat mich vollkommen auf dem falschen Fuß erwischt. Ich hab wirklich mit allem gerechnet, aber nicht mit dieser Auflösung der Geschichte. Bis es soweit ist, stellt die Autorin einige Fallen und lockt den Leser auf die falschen Fährte, was die Geschichte zu einem wirklich sehr spannenden Roman werden lässt und mit dieser Art von Spannung hab ich weiß Gott nicht gerechnet. Ich hab gedacht, ich bekomme einen normalen historischen Roman, doch „Die Madonna von Murano“œ bietet wirklich viel mehr. Die Spannung des Buches ist gepaart mit zwei schönen Liebesgeschichten, tiefer Freundschaft und den Wirren in Italien gegen Ende des 15. Jahrhundert. Historische Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci oder auch Mitglieder der Familien Medici und Borgia sind geschickt in die Handlung eingewoben und der Leser erhält ein lebhaftes, farbenfrohes aber teilweise auch sehr düsteres Bild der damaligen Zeit.

Nicht nur die Geschichte selbst ist sehr abwechslungsreich, auch die Figuren gefallen mir äußerst gut. Wie heißt es so schön: „Der Herrgott hat einen großen Tiergarten“ und das trifft auf dieses Buch auch zu. Es sind so viele liebenswerte Figuren in die Geschichte verwickelt, dass einem der Abschied nach 1000 Seiten doch sehr schwer fällt. Sanchia, die weibliche Hauptfigur mag ich sehr gern, vor allem als Kind ist sie sehr knuffig in ihrer Wissbegierigkeit und auch später geht sie mutig ihren Weg, wobei sie nicht zur Super-Woman mutiert, sondern durchaus auch ihre Probleme hat und lernen muss, wie sie damit umgehen soll. Aber auch bei den Nebenfiguren sind sehr viele Sympathieträger zu finden, allerdings auch solche, die zu Sanchias Gegenspielern gehören und die man als Leser wirklich verabscheuen und hassen kann, aber solche Charaktere dürfen ja auch nicht fehlen. In diesem Buch hat jeder Charakter sein Päckchen zu tragen und seine eigene Geschichte und eigentlich ist das Buch viel zu dünn, um allen Figuren gerecht zu werden. Ob ich Sanchias Auserwählten so toll finden soll, weiß ich allerdings nicht wirklich, ich bin da eher für Pasquale zu begeistern, der das gesamte Buch über mein Liebling war.

Charlotte Thomas erzählt uns Sanchias Geschichte in einem wirklich schönen Stil, die Seiten blättern sich nahezu von alleine um, einzig die vielen italienischen Begriffe haben mich anfangs etwas irritiert, aber für die nicht italienisch-sprechende Bevölkerung gibt es ja einen Glossar am Ende des Buches und außerdem reißt einen die Geschichte dermaßen schnell in ihren Bann, dass die italienischen Begriffe irgendwann gar nicht mehr auffallen.

„Die Madonna von Murano“ ist ein wirklich wundervolles Buch und macht definitiv Lust auf mehr! Wie schön, dass das nächste Buch von Charlotte Thomas schon in Aussicht gestellt ist und wir bald wieder in Venedig „sein“ dürfen.

Note: 1

Jaeckel, Birgit: Die Druidin

Band 1 Druiden Serie

Verlag:
Knaur
erschienen:
2008
Seiten:
414
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3426663171

Klappentext:

Süddeutschland, 120 v. Chr. Talia wächst als Ziehkind unter Druiden auf, wo sie die Heilkunst erlernt. Bald entdeckt sie, dass ihre Fähigkeiten viel weiter reichen: Sie kann die Seelen der Menschen sehen und sie vor Schrecklichem bewahren. Als der oberste Druide ihre Gabe entdeckt, gerät sie in höchste Gefahr. Rettung bietet ihr nur die Flucht in die Alte-Stadt. Dort regiert das Oberhaupt des vindelikischen Volks: der mächtige Caran, ihr leiblicher Vater. Doch wird er sie beschützen und sie in seine Sippe aufnehmen? Denn einst hatte er befohlen, sie nach ihrer Geburt töten zu lassen …

Rezension:

„Die Druidin“ ist als erster Roman von Birgit Jaeckel als Clubpremiere erschienen und spielt 120 Jahre v. Chr. im Süden Deutschland. Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen, auch wenn die Namen der Figuren und Orte zunächst etwas seltsam anmuten. Da ich mir aber direkt vor Lesestart mit Hilfe des Personenregisters am Ende des Buches einen kleinen Stammbaum gemalt habe, der die verwandtschaftlichen Beziehungen aufzeigt, konnte ich die Figuren sehr schnell zuordnen und das Buch liest sich wirklich flüssig an und vor allem die Seiten des ersten Teils blättern sich wie von alleine um. Im Hinblick auf das gesamte Buch hätte mir eine Karte sehr geholfen, die die verschiedenen Gebiete, Völker, Stämme und ihre Standorte aufgezeigt hätte, da ich mich im Altertum nicht gut auskenne und eigentlich immer nachvollziehen will, wer sich wo befindet bzw. wo wer hingehört. Ich persönlich habe der Autorin irgendwann nicht mehr folgen können, welcher Stamm jetzt wohin zieht und wer gegen wen kämpft. Da mich das Geschichtliche sehr interessiert, hätte ich es gerne, neben der fehlenden Karte, einfach auch besser und ausführlich erklärt und beschrieben bekommen, was damals in Süddeutschland mit den ganzen Stämmen und Völker wirklich los war.

Der Schreibstil der Autorin ist unkompliziert und einfach gehalten, wodurch sich das Buch sehr gut weglesen lässt, allerdings war mir die Sprache (manche Ausdrücke) etwas zu modern. Ich habe z.B. nicht wirklich nachvollziehen können, warum Flüsse und Ortschaften mit den alten Namen der damaligen Zeit benannt wurden, gleichzeitig aber von Italien als ganzem, der Grippe oder einer Trompete die Rede war. Irgendwie haben diese Begriffe nicht zum „Danuius“ oder „Altimoennis“ gepasst. Vielleicht auch auf Grund der teilweise modernen Begriffe fühlte ich mich nicht immer ins Altertum und in die Zeit vor Christus versetzt. Wenn die Druiden nicht aufgetaucht wären, dann hätten wir uns irgendwie schon fast im Mittelalter befinden können, der Unterschied wird erst mit dem Glauben, der Religion der Druiden/ Kelten deutlicher.

Positiv ist mir Birgit Jaeckels Umgang mit der keltischen/ druidischen Kultur und Religion aufgefallen. Auch der kleine „übersinnliche“ Touch mit Talias Gabe, Seelen sehen zu können, hat mich keineswegs gestört, zumal er auch wohl dosiert und nicht übertrieben dargestellt war. Grundsätzlich mag ich übersinnliche Aspekte in historischen Romanen nicht unbedingt, aber in einem Buch, das „Die Druidin“ heißt, musste ich wohl eh damit rechnen und für mich hat die Autorin das genau richtig dosiert eingesetzt und mit schönen Ideen für den Glauben der Menschen der damaligen Zeit geschmückt. Dennoch gab es auch im Hinblick auf den Glauben eine Szene, die mir zu lang geraten ist. Wenn die Autorin da gekürzt hätte, dafür aber Talias Entwicklung, wie sie und später auch Sumelis lernen mit ihrer Gabe umzugehen, etwas ausführlicher beschrieben hätte, hätte mir das Buch deutlich besser gefallen. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dass an den falschen Stellen gekürzt worden ist.

Die Figuren habe ich eigentlich gleich zu Beginn sehr lebendig empfunden, weil sie agieren, intrigieren und Pläne schmieden, auch wenn sie vielleicht teilweise ein wenig zu eindimensional sind. Sie sind entweder nur „böse“ oder nur „gut“, wobei ich die bösen Charaktere erstmal faszinierender finde. Vor allem Atharic war mir oftmals viel zu viel der strahlende Held, der die weibliche Hauptfigur zu oft aus brenzligen Situationen rettet. Grundsätzlich war er mir zu glatt, zu perfekt, ohne Ecken und Kanten. Talia, die weibliche Hauptfigur, mochte ich eigentlich recht gerne, allerdings ist sie mir fast ein wenig zu blass geblieben, vielleicht auch dadurch bedingt, dass in meinen Augen wichtige Phasen ihres Lebens zu kurz oder gar nicht beschrieben wurden. Ihr Vater Caran ist eigentlich der einzige, der so richtig aus der Masse raussticht, er ist nicht nur sympathisch und gut, manchmal agiert er auch auf eine Art und Weise, die mich echt wütend auf ihn machen. Er ist eindeutig mein Held des Buches!

Note: 2-

Norman, Diana: Die Brautgabe

Originaltitel: The Morning Gift
Verlag:
dtv
erschienen:
1997
Seiten:
351
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3423201460
Übersetzung:
Hanna Neves/Barbara Ostrop

Klappentext:

Hat Matilda de Risle eine Wahl? Sie ist fünfzehn, besitzt nach dem Tod ihrer Brüder ausgedehnte Ländereien in der Normandie, ein Lehen von König Henry I. – also muß sie, den Regularien der Zeit entsprechend, verheiratet werden. Der fette Sigward, ein Freund des Regenten, ist der Auserwählte. Er schenkt ihr aus Freude über die gelungene Hochzeitsnacht die Insel Dungesey, eine fast unzugängliche Moorlandschaft an der englischen Ostküste. In diese uwirtliche Gegend zieht sich Matilda zurück. Von hier aus verfolgt sie die rücksichtslosen Kämpfe um den Thron von England nach dem Tod Henrys I. Ihre Trauer ist maßvoll, als Sigward von der Geburt ihres Sohnes erfährt und vor Aufregung stirbt. Matilda wird ernuet gegen ihren Willen verheiratet. Der neue Herrscher Stephen von Blois, der widerrechtlich den Thron erobert hat, verspricht sie dem kränklichen Vincent of Luards. Dieser kennt nur ein Ziel: Er muß mit ihr einen Sohn zeugen, um an Matildas Landbesitz zu gelangen. Matilda aber wird um das Erbe ihres einzigen Sohnes kämpfen… 

Rezension:

„Die Brautgabe“ ist endlich mal wieder ein historischer Roman mit historischen Fakten und Persönlichkeiten und auch Kriegen. Die Zeit fand ich sehr gelungen gewählt, behandelt sie einen Bürgerkrieg in England, der uns nicht so bekannt ist. Ich zumindest wusste nicht, wer nach Wilhelm dem Eroberer auf dem Thron saß bis Heinrich II., der erste Plantagenet, England regierte. Und woher stammt der Begriff „Plantagenet“ Auch das erfährt man in diesem Roman.

Sprachlich und stilistisch habe ich gar nichts zu bemängeln. Im Gegenteil, in so manchem Diana Norman Roman hatte ich einige Zeit benötigt, um mich einzulesen, hier war ich sofort im Geschehen und die Seiten flogen nur so dahin.Ein wenig blutig und stellenweise sehr grausam geht es zu und ist unter Umständen nichts für die sehr zart besaitete Seele, aber es gibt auch schöne Momente, gelungene Landschaftsbeschreibungen und die Geschichte um Matilda de Risle, die versucht in diesem Krieg nicht unterzugehen, hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte ist schonungslos und nicht durch eine rosarote Brille betrachtet, was Matildas Leben sehr glaubwürdig macht.

Die Figuren sind sehr vielfältig, entwickeln sich – je nach Charakter auch nicht – und sind zum Glück nicht schwarz-weiß gezeichnet. Matilda de Risle ist dafür das allerbeste Beispiel. Sie ist keine Figur, die man am Anfang mag, sie ist herrisch, machthungrig und gnadenlos, schlichtweg unsympathisch. Aber sie wächst an den schweren Zeiten, sieht das Wesentliche und die Welt und das Leben Stück für Stück mit anderen Augen. Matilda wird zu einer sehr beeindruckenden Frau, die ich am Ende des Romans ungern hab gehen lassen. Das Leben hat sie gezeichnet, sie verändert…

Allerdings ist der Roman zu kurz, das Ende (für mich persönlich) zu offen, zu unbefriedigend. Auf 350 Seiten beschreibt Diana Norman 20 Jahre aus Matildas Leben und des Krieges zwischen König Stephan und Kaiserin Matilda. Das war definitiv zu wenig und vieles bleibt ungesagt und damit auf der Strecke. Ich vermute, dass die Autorin an manchen Stellen gezwungen war zu kürzen, denn oftmals erschloss sich mir der Sinn des Gelesenen nicht auf Anhieb, es schien als würde etwas fehlen, eine Erklärung oder ähnliches.

Note:
2-

Trodler, Dagmar: Die Waldgräfin

Band 1 Alienor & Eric Trilogie

Verlag:
Blanvalet
erschienen:
2001
Seiten:
608
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3764501251

Klappentext:

Die Chronisten schreiben das Jahr des Heern 1066, und auf einer Burg in der Eifel hadert Alienor, die Tochter des verwitweten Freigrafen zu Sassenberg, mit ihrem Schicksal als Burgherrin. Die Eintönigkeit ihres Daseins zwischen Webrahmen, Speisekammer und Almosenkorb endet jedoch jäh, als den Jägern zu Sankt Barbara ein seltsamer Wilderer in die Hände fällt – zerlumpt, von edler Statur und der deutschen Sprache offenbar nicht mächtig. Sein Schweigen selbst auf der streckbank macht den Freigrafen rasend, und der Fremde scheint dem Tod geweiht; da findet Alienor beim weihnachtlichen Almosengang im Kerker heraus, das er Normannisch, die Sprache ihrer verstorbenen Mutter, spricht. Nach dieser Enthüllung hofft der Freigraf darauf, dass seine Tochter auch die Herkunft des rätselhaften Fremden aufdecken kann, und er macht ihn ihr – gebrandmarkt und in Halseisen gelegt – als Reitknecht zum Geschenk.

Obwohl Alienor sich vor dem Mann fürchtet, lernt sie bald schon seine Stärke und sein Gespür für Gefahren zu schätzen. Beim Versuch, einen feindlichen Überfall auf die väterliche Burg zu vereiteln, kommen die beiden sich wider Erwarten näher. Doch am Ende scheint der Fremde den letzten Auftrag des Freigrafen mit dem Leben bezahlen zu müssen.

Auf dem Sterbebett konfrontiert er Alienor mit seiner wahren Herkunft, seinem heidnischen Glauben und einer Abstammung, wie sie edler nicht sein könnte. Hin- und hergerissen zwischen Schuldgefühlen und wachsender zuneigung, nimmt Alienor den Kampf auf gegen Wundbrand, heidnische Götter und mörderische Intrigen. Bis ihr nur eine Wahl bleibt: Sie wechselt die Seiten und lässt ihr Leben hinter sich, um nicht nur ihn, sondern auch sich selbst aus der Abhängigkeit zu befreien…

Rezension:

Die Waldgräfin“ ist ein schöner, leicht zu lesender historischer Roman, der in Deutschland Mitte des 11. Jahrhunderts spielt. Aus der Sicht der jungen Grafentochter Alienor wird zunächst das typische Leben einer Frau im Mittelalter geschildert. Doch Alienor ist – manchmal – anders, denn sittsames Benehmen und züchtige Kleidung sind nichts für die für ihre Zeit recht emanzipierte junge Frau.

Auch die Religion spielt in diesem Buch eine tragende Rolle, denn die Macht der Kirche und die Ehrfurcht bzw. Angst der Menschen vor Gottes Macht beeinflussen das Handeln der kleinen und großen Leute. Als Alienor den Heiden Erik trifft, gerät ihr Weltbild ins Wanken, denn er versucht immer wieder, ihr die Ungerechtigkeiten und Machtspiele ihrer Kirche aufzuzeigen. Ein großer Teil der Handlung ist daher bestimmt von Konflikten und religiösen Streitigkeiten.

Fazit: Für mich ist „Die Waldgräfin“ ein durchschnittlicher historischer Roman, der Spaß gemacht hat zu lesen und außerdem auch Lust auf die Fortsetzung „Freyas Töchter“. Von der Tiefe der Handlung und vom Sprachniveau her kann er jedoch nicht mit Romanen wie „Das Lächeln der Fortuna“ von Rebecca Gablé oder „Die Säulen der Erde“ von Ken Follett mithalten.

Note: 2

George, Margaret: Kleopatra

Originaltitel: The Memoirs of Kleopatra
Verlag:
Bastei Lübbe
erschienen:
1998
Seiten:
1584
Ausgabe:
TB im Schuber
ISBN:
3404144228
Übersetzung:
Rainer Schmidt

Klappentext:

Ihre Schönheit war Legende, ihr Reichtum grenzenlos und ihre Macht unwiderstehlich. Sie hatte den Ruf einer Spinne, die in ihrem Netz jeden römischen General fing, der so tollkühn war, sich in den Orient hinauszuwagen: Kleopatra VII., die letzte Pharaonin Ägyptens, die Geliebte von Julius Cäsar und Marcus Antonius. Doch Kleopatra war weit mehr als eine laszive Verführerin.

In diesem grandiosen Roman erzählt sie ihre Geschichte selbst. Es ist die Geschichte einer klugen Herrscherin, die mit List auf den Thron gelangt und mit Weitblick regiert, um ihren Untertanen die römische Knechtschaft zu ersparen. Zugleich ist es das Tagebuch einer sinnlichen Frau, die vor Lebensfreude sprüht und trotz schwerer Schicksalsschläge auch ihr privates Glück findet.

Getragen vom Vertrauen auf ihre Schutzgöttin Isis, aber auch vom Glauben an sich selbst, mehrt Kleopatra die Reichtümer ihres Landes, bis ihr mit Octavian in Rom ein Gegner wächst, den sie nicht zu besiegen vermag. Um ihre Kinder und ihr Land zu retten, plant sie den eigenen Tod – mit derselben Entschlossenheit, mit der sie lebte. 

Rezension:

Ich gebe zu, Kleopatra ist mit 1.278 Seiten ein enorm dicker Wälzer (daher wurde das Buch auch in 2 Ausgaben aufgeteilt, die zusammen in einem schönen Schober erhältlich sind), aber schließlich hat Kleopatra ja auch einen Menge erlebt in ihrem kurzem Leben.

Mir haben diese weit über 1.000 Seiten eine Frau näher gebracht, über die ich bisher nicht viel wusste, als dass sie in Eselsmilch gebadet, ein Verhältnis mit Caesar und Marcus Antonius gehabt hat und in Asterix-Filmen als verwöhntes, eigensinniges Frauchen dargestellt wird ;). Das Buch eröffnete mir einen völlig neuen Blick, denn aufgrund seiner (niemals langweilig werdenden) Ausführlichkeit, lernt man von Kleopatra neben ihrer Seite als Herrscherin auch die Seite des jungen Mädchen, verliebten Frau und beschützenden Mutter kennen.

Ich bin daher schon sehr gespannt, ob es Margaret George auch in ihren anderen historischen Erzählungen (Maria Stuart bzw. Heinrich VIII) gelingt, Geschichte so lebendig und interessant zu erzählen.

Note: 1-