Slaughter, Karin: Zerstört

Band 5 Grand County Serie

Originaltitel: Beyond Reach
Verlag:
Blanvalet
erschienen:
2009
Seiten:
512 Seiten
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3442372003
Übersetzung:
Klaus Berr

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Was nur hat Lena Adams veranlasst, nach Reese, in ihre Heimatstadt, zurückzukehren, an der sie beinahe zerbrochen wäre? Sara Linton ist wütend. Ihr Mann, Chief Tolliver, lässt alles stehen und liegen, um Lena, seiner besten, aber gefährlich labilen Mitarbeiterin, die als Hauptverdächtige eines bizarren Mordes in Reese verhört wird, aus der Patsche zu helfen. Wieder einmal. Dabei hätte Sara selbst jede Unterstützung gerade bitter nötig. Doch sie begleitet den Chief in eine Stadt, in der Gewalt, Drogen und Lügen so alltäglich sind, dass es selbst die beiden erfahrenen Ermittler schockiert.Und einer scheint hinter den Kulissen die Fäden zu ziehen: Lenas Ex-Freund Ethan Green. Seine Verbindungen reichen weit aus dem Gefängnis heraus – und weiter in ihr eigenes Leben hinein, als Sara und Jeffrey es sich in ihren schlimmsten Alpträumen hätten vorstellen können …


Rezension:

Mit dem neuen Band um Sara Linton und Jeffrey Tolliver wird zum ersten Mal ein Grand County Roman bei Blanvalet veröffentlicht. Dies erwähne ich deswegen, weil sich mit dem Verlag auch der Übersetzer geändert hat und dies ist mir nach wenigen Seiten bereits aufgefallen. Ich kann es nicht wirklich an einer bestimmten Sache festmachen, aber „Zerstört“ liest sich irgendwie anders, als die früheren Romane. Obwohl auch der sechste Teil spannend ist, fehlte mir manchmal der Zugang zu den Personen. Allerdings liegt die Andersartigkeit sicherlich nicht nur an dem Übersetzer. Karin Slaughter ist definitiv ausschweifender geworden, was gerade im ersten Drittel des Romans zu Lasten der Spannung geht. Zwar ist es löblich wie die Autorin sich Zeit für ihre Charaktere nimmt und z.B. auch erklärt, was die Droge Meth mit einem Menschen machen kann, doch irgendwann wirkt dies langatmig und man wünscht sich ein Fortschreiten der Handlung. Überraschend wird gerade Sara in diesem Band eher schwächer dargestellt als sonst. Der Kunstfehlerprozess nagt überdeutlich an ihr und sie klammert sich förmlich an Jeffrey. Zwar kann Slaughter dies glaubwürdig darlegen, aber im Vergleich zu den anderen Bänden, ist die unsichere Sara schon eine krasse Veränderung. Lenas Geschichte bleibt verzwickt, bringt aber auch die nötige Spannung in den Roman. Im letzten Drittel zieht Slaughter dermaßen das Tempo an, dass es unmöglich ist das Buch wegzulegen. Gerade hier macht sie doch einiges an Schwermut und Langatmigkeit wett. Über das Ende möchte ich hier absolut gar nicht eingehen, denn jeder Leser selbst muss für sich entscheiden, was er davon zu halten hat.

Note: 2-

Beckett: Simon: Die Chemie des Todes

Band 1 David Hunter Serie

Originaltitel: The Chemistry of Death
Verlag:
Rowohlt
erschienen:
2006
Seiten:
432 Seiten
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3499241978
Übersetzung:
Andree Hesse

Klappentext:

David Hunter war einst Englands berühmtester Rechtsmediziner. Nach dem Unfalltod seiner Frau und der gemeinsamen Tochter hat er London den Rücken gekehrt und sich in Manham, einem kleinen Dorf in der Grafschaft Devon, als einfacher Allgemeinmediziner niedergelassen. Weder sein Arbeitgeber, der alte Dr. Maitland, noch die Dorfbewohner wissen etwas von seiner Vergangenheit.Drei Jahre sind seitdem vergangen, als von zwei Jungen die Leiche der ortsansässigen Schriftstellerin Sally Palmer entdeckt wird. Die Ermordete wurde mit zwei angesteckten Schwanenflügeln aufgefunden. Auf Drängen des örtlichen Chief Inspector Mackenzie obduziert Hunter den Leichnam. Währenddessen verschwindet eine zweite Bewohnerin des Dorfes. Die Verdächtigungen der Einheimischen richten sich zuallererst gegen David Hunter, den in ihren Augen immer noch Fremden…


Rezension:

Der erste Teil der David Hunter Serie hat mich stilistisch sehr überzeugt. Beckett gelingt es seine Spannung langsam aufzubauen und seinen Charakteren ein Gesicht zu verleihen. Gerade David Hunter, der Ich-Erzähler, kämpft mit seinen inneren Dämonen und seiner Vergangenheit und dies wird dem Leser sehr eindringlich geschildert. Mir hat jedoch der Kriminalfall nicht unbedingt zugesagt. Die Auflösung am Ende ist doch ziemlich konstruiert und hat mich nicht überzeugt. Auch ist Davids Arbeit eigentlich vollkommen unwichtig. Seine Untersuchungen der Leichen sind zwar interessant, führen jedoch weder zum Täter, noch bringen sie ein wenig Licht ins Dunkle.
Wer übrigens mit etwas ekligen Szenen nicht umgehen kann, dem ist „Die Chemie des Todes“ nicht zu empfehlen. Beckett suhlt sich zwar nicht in ekligen Dingen, aber er beschreibt sie schon sehr detailliert. Ich muss gestehen, beim Fund der toten Karnickelbabys im Bauch eines der Opfer, ist mir wirklich übel geworden und das ist mir bisher noch nie passiert, sprich, ich bin eigentlich keine zimperliche Leserin.
Sehr gut ist Beckett jedoch die Beschreibung des sich steigernden Misstrauens der Dorfbewohner gelungen. Die Stimmung heizt sich zunehmend auf und niemand vertraut mehr dem anderen, obwohl er jahrelang mit ihm Tür an Tür gewohnt hat. Allerdings muss ich sagen, das die Atmosphäre mich mehr an ein schwüles kleines Südstaaten-Kaff erinnert hat. Besonders englisch ist „Die Chemie des Todes“ nicht.
Das Schicksal von David Hunter, aber eben auch besonders Becketts Sprachstil lassen auf einen besseren zweiten Fall hoffen und so werde ich „Kalte Asche“ auf jeden Fall bald lesen.

Note: 2-

weitere Rezension:

von Meike

Ich muss sagen, dass ich das Buch wirklich nur widerwillig aus der Hand gelegt habe und ich besonders abends nicht wirklich aufhören konnte und diese bekannte innere Stimme „Gut, noch ein Kapitel! Aber nur noch eins“ immer öfter zu mir sprach. Man wird sofort in die Geschichte geschleudert und ein bisschen überraschend war für mich zuerst der männliche Ich-Erzähler, davon gibt es doch irgendwie nicht so viele in den Büchern. Aber gerade das hat für mich die Spannung auch immer hoch gehalten, denn durch das angedeuteten Wissen (z.B. „aber da sollte ich mich schwer irren“) wird man immer neugieriger wie die Geschichte weiter geht und wer hinter den Verbrechen steckt.
Obwohl das Buch teilweise schon heftige Beschreibungen bietet (z.B. von Maden an Leichen) und somit nichts für sanfte Gemüter ist, fand ich das Buch nie ganz eklig, es gibt vielmehr einen Einblick in die Arbeit eines forensischen Anthropologen, obwohl ich mich hier schon oft an Kathy Reichs erinnert fühlte und man nicht ganz so detailliert alles über Methoden, etc. erfährt. Aber das ist für den Roman auch irgendwie nur zweitrangig, meiner Meinung nach, denn es lebt eher von der psychologischen Beschreibung des zunehmenden Misstrauens und der Angst die in einem Dorf umgehen und wo alle Fremden zu Verdächtigen werden.
Die Protagonisten sind allesamt interessant und haben ihre eigene Geschichten und Geheimnisse. Allen voran natürlich der Hauptakteur David Hunter, den ich sehr sympathisch, gerade wegen seinem Schicksal, fand! Gerade durch die Undurchsichtigkeit der Protagonisten und die Verschwiegenheit des englischen Dorfes wird der Fokus des Lesers auf immer andere Verdächtige gelenkt und man kann sich nie sicher sein, ob man nun den Richtigen verdächtigt. Das lässt eine atemlose Spannung aufkommen, die das ganze Buch über anhält und am Ende natürlich in einem großen Show-Down endet. Für manche wird das Ende zu dick aufgetragen sein, aber mir hat es dennoch gefallen und ich fand es stark, spannend und unvorhersehbar, was einen guten Thriller für mich ausmacht! Das ganze Buch ist flüssig geschrieben und ich halte es für einen echten Page-Turner. Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Fälle von Dr. David Hunter!

Note: 1

Link, Charlotte: Der fremde Gast

Verlag: Goldmann
erschienen:
2005
Seiten:
414 Seiten
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3789132187

Klappentext:

Rebecca Brandt hat beschlossen, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Nichts kann die junge Witwe über den Tod ihres Mannes hinwegtrösten. Da lernt sie durch Zufall in Südfrankreich die beiden Studenten Inga und Marius kennen und schöpft durch die Freundschaft mit dem jungen Paar neuen Lebensmut. Während eines Segeltörns kommt es zu einem schrecklichen Unfall: Marius fällt über Bord, und schließlich muss davon ausgegangen werden, dass er ertrunken ist. Wochen später erscheint sein Bild in der Zeitung. Im Zusammenhang mit einem furchtbaren Verbrechen in Deutschland wird nach ihm gesucht.

Rezension:

Ich kapier es nicht und werde es in diesem Leben wohl auch nicht mehr. Warum in Gottes Namen schießt jedes neues Buch von Charlotte Link direkt auf den Spitzenplatz der Bestsellerliste und macht es sich dort erstmal über Wochen bequem? „Der fremde Gast“ ist vieles. Unter anderem ist dieses Buch haarsträubend, total überzogen und überschreitet gegen Ende die Grenzen des guten Geschmacks und es ist mit Sicherheit kein Buch, das auf den vordersten Rang einer Bestsellerliste gehört. Nun, daran merkt man mal wieder was von Bestsellerlisten zu halten ist.

Die Zusammenhänge in diesem Roman sind allesamt total erzwungen, teilweise zufällig. Alle Figuren in diesem Roman, haben wie inzwischen üblich bei Charlotte Link einen an der Waffel. Nicht einer ist normal oder in einer glücklichen Beziehung. Alle sind unglücklich verheiratet und psychisch angeknackst. Man möchte sie alle zwischenzeitlich in eine große Klappsmühle stecken und drauf hauen.

Und warum bauscht Charlotte Link vermeindliche Nebenfiguren so dermaßen auf? Als Beispiel wird das Leben einer Hausfrau geschildert, die unglücklich ist in ihrer Ehe und in ihrer Mutterrolle und die sich überflüssig vorkommt. Sie ist total überfordert, psychotisch und könnte bei jedem Geräusch in Tränen ausbrechen. Das ganze wird detailliert und ausführlich beschrieben. Auch wie das Ehepaar sich immer mehr voneinander entfernt und am Ende des Romans? Tja, Pech gehabt. Da die Geschichte dieses Ehepaars eigentlich nicht wirklich etwas mit dem Roman zu tun hat, wird dieser Erzählstrang einfach irgendwann fallen gelassen und man kan sich selbst überlegen, was aus den beiden geworden ist.

Was die Autorin dann auf den letzten 60 Seiten fabriziert hat, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Dabei überschreitet sie meiner Meinung nach völlig unnötig die Grenzen des guten Geschmacks. Billige Effekthascherei – mehr nicht!

Ich sehe es bei uns in der Buchhandlung. Es sind wirklich ausschließlich Frauen, die Charlotte Link lesen und wenn sie nach etwas ähnlichem fragen und man ihnen einen guten Krimi empfehlen will, dann verziehen sie das Gesicht, weil sie nämlich normalerweise keine Krimis lesen. Und ohne jetzt jemandem auf die Füße treten zu wollen, genau da liegt der Knackpunkt. Charlotte Link lesen alle. Auch die, die wirklich so gut wie gar nicht lesen und die sich anscheinend schon mit sehr wenig begeistern lassen. Vielleicht würde ich Charlotte Link auch besser finden, wenn ich nicht Krimis von Patricia Cornwell, James Patterson, Karin Slaughter, etc. lesen würde. Alle diese Autoren sind ebenfalls Unterhaltungsschriftsteller, aber sie unterhalten mich eben auch wirklich und zwar ohne bemühte Konstruktionen, die so offensichtlich sind das man sich an ihnen entlang hangeln kann wie an einem Klettergerüst!

Ich kann nur immer wieder sagen, ich trauere ihren historischen Romanen hinterher und hoffe immer wieder, das sie dahin zurückfindet. Vielleicht versuche ich es deswegen auch immer wieder mit ihren neuen Büchern, auch wenn ich es mittlerweile besser wissen müsste.

Note: 5

Barclay, Linwood: Ohne ein Wort

Originaltitel: No time for goodbye
Verlag:
Ullstein
erschienen:
2007
Seiten:
492
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3548267432
Übersetzung:
Nina Pallandt

Klappentext:

„Ich wollte, Ihr wärt tot!“ Das wünscht die 14-jährige Cynthia ihren Eltern. Als sie am nächsten Tag aufwacht, sind ihr Vater und ihre Mutter verschwunden. Auch ihr Bruder ist weg. Spurlos. Ohne ein Wort. Kein Hinweis, keine Nachricht bleiben für Cynthia zurück. Erst 25 Jahre später, als sie selbst eine Familie hat, tauchen geheimnisvolle Hinweise aus ihrer Vergangenheit auf. Mysteriös, gefährlich, tödlich – etwas Böses kehrt zurück.

Rezension:

Die erste deutsche Übersetzung des Autors Lynwood Barclay macht auf den ersten Blick alles richtig. Einprägsamer Titel in riesigen Lettern auf dem Cover, dazu ein vielversprechender Klappentext, Fernsehspots und viele gute Rezensionen. Dummerweise ist das alles meiner Meinung nach eine Mogelpackung.

Mir ist schleierhaft, wieso die halbe Welt diesen Thriller über den grünen Klee lobt. Die Geschichte ist weder besonders spannend, noch am Ende glaubwürdig. Leider kann ich hier auf das Ende des Romans nicht eingehen, doch die Lösung von Cynthias Problemen ist dermaßen an den Haaren herbeigezogen – so was haben nur die Amis drauf!

Cynthia selbst ist ein schwer zu mögender Charakter. Sicherlich muss sie ein kaum zu ertragendes Schicksal erleiden, doch sie bringt mit ihrer Panik und ihrem übertriebenen Beschützerinstinkt gegenüber ihrer Tochter die ganze Familie schier in den Wahnsinn. Wie ihr Ehemann das auf Dauer aushält, ist für mich unverständlichl.

Der Roman selbst ist aus der Sicht von Cynthias Ehemann Terry geschrieben. Leider bleibt dadurch der ganze Roman eher gefühlsarm. Cynthias Handlungen werden oft nicht schlüssig, da der Leser nicht in ihre Gefühlswelt eintauchen kann. Warum der Autor diese Art der Perspektive gewählt hat, wird schnell klar. Der Leser beginnt Cynthia zu verdächtigen. Hatte sie etwas mit dem Verschwinden ihrer Familie zu tun? Kann sie sich nicht mehr erinnern oder ist sie gar eine kaltblütige Mörderin? Hätte Cynthia ihre Geschichte selbst erzählt, wäre sie als Verdächtige für den Leser direkt weggefallen. So beobachtet man sie hingegen mit Argwohn.

Terry selbst scheint bei der Geburt eine besondere Portion Geduld mitbekommen zu haben, denn er lässt sich weder von Cynthia, noch von ihrer Familiengeschichte zu stark beunruhigen. Er arbeitet als Lehrer und ist der typische normale durchschnittliche Amerikaner und gerade deswegen wird der Roman später zusätzlich unrealistisch. Terry nimmt irgendwann die Sache selbst in die Hand, geht Spuren nach, die die ganzen letzten 25 Jahre schon da waren, denen aber die Polizei komischerweise nie nachgegangen ist. Plötzlich ist alles ganz einfach und obwohl Terry ein bisschen stoffelig durch das Geschehen stolpert, kann er schließlich das Geheimnis  um Cynthias Familie lüften.

Das Buch lässt sich eigentlich ganz gut lesen. Es ist sprachlich weder besonders gut, noch besonders schlecht. Doch gerade wenn man bereits einige Thriller gelesen hat, beginnt man sich von der momentanen Flut an Thriller-Einheitsbrei abgestoßen zu fühlen. Für den Gelegenheitsleser mag „Ohne ein Wort“ spannend sein und vielleicht überliest man dann auch wohlwollend einige Mängel. Für Vielleser, die auch deutlich bessere Krimikost gewohnt sind, ist dieser Bestseller jedoch überflüssig.

Note: 4

Gerritsen, Tess: Die Chirurgin

Band 1 Rizzoli & Isle Serie

Originaltitel: The Surgeon
Verlag:
Blanvalet
erschienen:
2002
Seiten:
416
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3789132187
Übersetzung:
Andreas Jäger

Klappentext:

In Boston dringt ein Unbekannter nachts in die Wohnungen von allein stehenden Frauen ein, unterzieht sie einem gynäkologischen Eingriff und tötet sie. Die einzige Spur führt Detective Thomas Moore und Inspector Jane Rizzoli zu der jungen Chirurgin Catherine Cordell, die drei Jahre zuvor nach ähnlichem Muster überfallen wurde, den Täter aber in Notwehr erschoss. Und bald wird klar, dass Catherine erneut zur Zielscheibe eines psychopathischen Mörders geworden ist …

Rezension:

Den zumeist sehr guten Rezensionen kann ich mich hier nicht ganz anschließen. Sicher war das Buch spannend und es ist sprachlich auch gut geschrieben. Auch die Brutalität in diesem Roman ist wirklich nicht von schlechten Eltern. Man merkt, das die Autorin Medizinerin ist und weiß wovon sie da schreibt.

Doch leider arbeitet sie auch mit einer Reihe von Klischees. Der gute Polizist, der noch immer um seine tote Frau trauert, das einzige überlebende Opfer, das sich nicht geschlagen gibt und die Polizistin, die sich in einem Männerberuf behaupten muss. Trotz dieser Klischees mochte ich zum Beispiel den Polizisten Thomas Moore und auch die Ärztin Catherine Cordell. Bei der Polizistin Jane Rizzoli hatte ich jedoch arge Probleme. Ich kann mir nicht helfen, aber die Frau ging mir den ganzen Roman über auf den Senkel. Sie tat sich so was von selbst leid. Alle Welt meint es nur schlecht mit ihr und natürlich ist das eine ausreichende Begründung für ihre ewige schlechte Laune. Die Autorin macht hier auch zu wenig klar, warum es Jane sich selbst so schwer macht. Die kurzen Szenen mit ihrer Familie, bei der klar wird, das man Jane und ihren Beruf nie ernst genommen hat, genügen einfach nicht. Zudem gefällt mir Rizzolis Menschenbild einfach nicht. Für sie sind Frauen grundsätzlich Opfer und die Männer im Prinzip alles nur Jäger.

Trotzdem ist der Roman wirklich gut zu lesen und spannend, auch wenn ich das Ende ein bißchen halbgar finde. Alles viel zu schnell und zufällig, zumal ich finde, das es einen kleinen Fehler im Buch gibt. Der Mörder bringt als Ablenkung im Krankenhaus einen Patienten um. Die Polizei ahnt das er dahinter steckt, geht dieser Spur seltsamerweise aber nicht nach. Ich bin trotz allem auf jeden Fall gespannt auf weitere Fälle!

Note: 2-