Schacht, Andrea: Jägermond – Im Reich der Katzenkönigin

Verlag: Penhaligon
erschienen:
2011
Seiten:
448
Ausgabe:
Klappenbroschur
ISBN:
3764530723

Klappentext:

Bastet Merit, die Königin des Katzenreichs Trefélin, besucht unsere Welt, um von ihrer sterbenden Menschenfreundin Gesa Abschied zu nehmen. Doch bei dem Besuch kommt es zur Katastrophe. Bastet verliert ihr magisches Ankh und ist nicht nur in unserer Welt gefangen, sondern auch im Körper einer wehrlosen Hauskatze. Ihre einzige Chance ist der Ohrring, den sie einst Gesa schenkte und der über die gleichen Fähigkeiten verfügt wie das Ankh. Aber Gesa hat den Talisman ihrer Enkelin Feli hinterlassen – und es nicht mehr geschafft, die junge Frau auf ihr Erbe vorzubereiten.

Feli ahnt nicht, was auf sie zukommt. Bis drei ziemlich unerfahrene Kater in Menschengestalt auf der Suche nach ihrer Königin unvermittelt bei ihr auftauchen. Außerdem ist Finn, der Bruder von Felis bester Freundin, ebenfalls in die Sache verwickelt. Und obendrein ist er auch noch in sie verliebt! Als ob Feli nicht schon genug eigene Probleme hätte …

Rezension:

Wer die Katzenromane von Andrea Schacht kennt, hat schon des Öfteren die Umschreibung „Welt der Katzenkönigin“ oder „Die goldenen Steppen“ gelesen. In diesem Buch nun erklärt die Autorin ganz differenziert was die goldenen Steppen sind und gibt der Welt der Katzenkönigin auch einen Namen: „Trefélin“.

Trefélin heißt nun die Welt aus der die magischen Katzen kamen, die uns in den Weihnachtsgeschichten von Andrea Schacht schon begegnet sind oder wo besonders kluge Katzenfreunde auch schon mal ein Abenteuer erleben durften. So geschehen in dem Buch „Vor Wundern flieht man nicht“ erschienen 1998.

Als ich nun in die Welt der Katzenkönigin entführt wurde, war ich begeistert das ich schon den Eingang und auch das Laubental  direkt wieder erkennen konnte. Frau Schacht hat 1998 in meinem Kopf ein Bild von Trefélin entworfen und dieses Bild hat sie genauso auch immer wieder in ihren Katzenromanen beibehalten. Das hat mir sehr gut gefallen und es hat mir den Einstieg in die Handlung sehr erleichtert.

Aber auch wenn man die anderen Katzenromane der Autorin nicht kennt, dürfte es nicht schwer sein in die Geschichte einzutauchen. Was der Leser der Katzenromane bisher immer nur ausschnittsweise erleben durfte, wurde nun zu einem magischen Fantasiebuch weiter entwickelt. Es gibt in Trefélin viele unterschiedliche Bereiche und natürlich hat auch jeder Bereich seine eigenen Bewohner, angefangen von den Katzen, Waschbären. Tigern , bis hin zu Menschen. Es ist spannend zu lesen wie die Welt der Katzenkönigin entstanden ist und die Entwicklungsphasen erinnern irgendwie an die Entwicklung unserer eigenen Menschheitsgeschichte, nur mit dem Unterschied, dass es hier Katzen sind, die diese Entwicklungsgeschichte erzählen.

Die Hauptrollen in unserer Welt hat die Autorin auf zwei Teenager verteilt, die beide mit ihrer Identität kämpfen. Feli hat immer wieder mit Angstattacken zu kämpfen und wird von ihren Eltern in Watte gepackt, weil man einen Herzfehler vermutet, und Finn lebt bei seiner alleinerziehenden Mutter, die sehr selbstbewusst und dominant ist. Auf der Suche nach Freunden gerät Finn in die falsche Clique und kann eine kleine graue Katze noch so gerade eben vor einem grausamen Tod bewahren.

Die Autorin spricht an diesem Punkt sehr deutlich die Themen: Vandalismus, Umweltverschmutzung, Alkohol bei
Jugendlichen und Tierquälerei an. So witzig und humorvoll die Handlung auch geschrieben ist, so ernst sind aber auch die Themen die angesprochen werden. Ich denke, dass dieses Buch nicht nur für Erwachsene und Katzenfreunde eine tolle Unterhaltung bietet, sondern auch für Jugendliche in der Pubertät, die versuchen ihren Weg ins Leben zu finden.

Mit Hilfe der Katzen und ihrer Welt Trefélin, lernen Feli und Finn worauf es im Leben wirklich ankommt. Nach einigen urkomischen und auch bitteren Erfahrungen, haben beide ihren Weg in die Zukunft gefunden. Die Vorgänge in Trefélin sind bis zum Schluss mysteriös und schwer zu durchschauen. Die Charaktere der Katzen sind dabei so unterschiedlich wie die der Menschen. Besonders gut haben mir zwei Nebenfiguren gefallen: Nathan der Förster und Che-Nupet, die gemütliche
Katze.

Am Ende des Buches blieben für mich jedoch noch einige Fragen offen und daher hoffe ich, dass Frau Schacht ein weiteres Werk mit diesen Helden plant. Ich würde es sehr begrüßen, denn es hat wirklich Spaß gemacht Feli, Finn und die Katzen aus Trefélin kennen zu lernen.

Bei der Aufmachung des Buches haben der Verlag und die Autorin offenbar alle Register gezogen. Nicht nur das Cover passt perfekt zum Inhalt, sondern auch die Karte im Einband. Das am Ende des Buches auch noch ein Personenregister ist, rundet dieses Werk wunderbar ab. Bravo, so ein Schmuckstück bekommt man nur selten für sein Sammlerregal.

Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Katzenroman von Andrea Schacht und hoffe, dass mir dort vielleicht auch eine Katze aus Trefélin entgegen schnurrt.

 Note: 1

André, Martina: Die Teufelshure

Verlag: Aufbau
erschienen:
2011
Seiten:
664
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3746627265

Klappentext:

Das Rätsel der Unsterblichkeit Schottland 1647: Der Highlander John Cameron verliebt sich in Madlen, die Mätresse einer zwielichtigen Lords. Fast vierhundert Jahre später forscht die Biologin Lilian Stahl über menschliche Gene. In einer Vision begegnet ihr der Highlander. Wenig später steht sie ihm leibhaftig gegenüber. Welches Geheimnis hegt der Schotte – und warum schwebt er angeblich in tödlicher Gefahr? Mystery pur – Martina André erzählt von einer geheimen Bruderschaft und dem gefährlichen Versuch, den Tod zu überwinden.

Rezension

„Die Teufelshure“ ist bereits mein drittes Buch, welches ich von Martina André gelesen habe. Ihre Bücher sind so unterschiedlich geschrieben, dass man sie nur schwer miteinander vergleichen kann. Jedes war auf seine Weise faszinierend, fesselnd und nur schwer aus der Hand zu legen.

„Die Teufelshure“ ist in zwei Teile gegliedert. Es fängt an im Jahre 1647/48 und erzählt die Geschichte von John Cameron und Madlen MacDonald. Er ist ein Highlander durch und durch und sie stammt aus Glencoe. Sie verlieben sich in einander und kämpfen dann miteinander gegen das Böse. Sie haben allerhand Hindernisse zu überwinden und drohen Gefahr zu laufen ihre unsterbliche Seele zu verlieren.

Der anschließende zweite Teil setzt an im Jahre 2009 in Edinburgh. Hier begegnet die Biologin Lilian von Stahl John Cameron in einer Vision und wenige Zeit später trifft sie ihn real. Lilian experimentiert mit einer seltenen Droge ohne zu ahnen auf was für ein Spiel sie sich eingelassen hat. Schnell wird klar, dass sie mit John irgendetwas verbindet.

Der historische Teil ist sehr gut recherchiert und liebvoll gestaltet worden. Bei jeder Zeile spürt man deutlich die Liebe der Autorin zu Schottland und ihre Verbundenheit mit dem Land. Die Charaktere wie John Cameron sind gut ausgearbeitet. Sie  haben ihre Ecken und Kanten und positive Charaktere haben hier nicht nur gute Eigenschaften sondern auch hin und wieder einen schlechten Charakterzug, so dass man sie zwischendurch doch mal schütteln möchte.

Martina André hat Schottland  auf eine Weise beschrieben die Lust macht sofort dort Urlaub zu machen und auf den Spuren von John zu wandern.

Der zweite Teil der im modernen Edinburgh beginnt und dann den Leser auch wieder quer durchs Land führt ist ziemlich tempogeladen geschrieben und lässt kaum Zeit zum Luftholen soviel geschieht in nur wenigen Tagen und  Stunden. Und so wird es kaum verwundern, habe ich „Die Teufelshure“ in nur wenigen Tagen ausgelesen. Am Ende war ich traurig das es schon vorbei war. Sind mir die Protagonisten wie John und Madlen sowie Lilian und einige andere doch sehr an mein Leseherz gewachsen. Der Erzählstil von Martin André lässt sich einfach gut lesen und die Seiten fliegen nur so dahin.

Mein Fazit: „Die Teufelshure“ ist ein hervorragend ausgearbeiteter historischer Roman und gleichzeitig ein fesselnder Mysterythriller mit einem guten Schuss Fantasy, der alles hat, was einen guten Roman ausmacht. Es gibt jede Menge Action, einiges an geschichtlichem Wissen, ausreichend Bösewichte und eine Liebesgeschichte die ans Herz geht. Ich hatte einfach nur tolle Lesestunden und würde es nach mir gehen darf es auch sehr gern noch einen zweiten Teil geben.

Note: 1-

 

Buthe, Hef : Im Schatten des Münsters

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen:
2007
Seiten:
320
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
  3404157834

Klappentext:

Otto ist ein Stadtstreicher, der sein Holzwägelchen über den Münsterplatz schiebt. Die Anlieger beobachten ihn mit einer Mischung aus Widerwillen und Mitleid. Doch als der Organist des Münsters einem mysteriösen Unfall zum Opfer fällt, rückt Otto in den Mittelpunkt des Interesses. Ein Journalist deckt Zusammenhänge auf, welche die Kirche lieber verschweigen möchte. Es geht um ein Konkordat aus dem 19. Jahrhundert, das Erbe einer alten italienischen Adelsfamilie und die Frage: Wem gehört der Münsterplatz? Die Antwort könnte lebenswichtig sein. Nicht nur für Otto.

Rezension:

Dies ist einer der seltenen Thriller der mich durch seine angenehme Atmosphäre und Realitätsnähe sehr beeindruckt hat. Der Autor beschreibt in diesem Buch das Leben rund um den Münster so lebendig und bodenständig das ich mich wirklich sofort mitten drin wiederfand. Da ich selbst schon mehrfach am Münster war, gab es für mich absolut gar keine Schwierigkeiten in die Handlung einzutauchen. Das mag aber auch an dem flüssigen und leicht verständlichen Schreibstil des Autors gelegen haben. So genau kann ich das gar nicht sagen, warum mir die Menschen und Orte in diesem Buch sofort vertraut waren. Mit Sicherheit kann ich aber sagen, dass der Autor hier Personen beschreibt, die mir genauso jeden Tag begegnen. Der Stadtstreicher Otto ist mir genauso vertraut gewesen wie auch der Grieche in seinem Lokal oder die Bedienung in dem Café. Diese Menschen hat der Autor mit einer sehr bildhaften Sprache genauso beschrieben wie sie wirklich sind. Besonders gut hat mir gefallen, wie der Autor von Anfang an die Spannung aufbaut und ich als Leser schon ab dem dritten Kapitel miträtseln konnte.

Der Journalist mit dem unaussprechlichen Namen >Krzcywanowski<, der eigentlich nur Urlaub machen wollte und dabei in eine rätselhafte Geschichte verwickelt wird, reagiert genauso wie ich es auch
getan hätte. Er macht Fehler, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort ist, oder er schlindert in eine gefährliche Situation hinein und begreift erst hinterher das er Details übersehen hat die ihm eine Warnung hätten sein müssen. Das zeichnet diesen Krimi aus, dass die Protagonisten allesamt Fehler machen und erst später erkennen das sie sich getäuscht haben.

Was mich auch sehr beeindruckt hat an diesem Buch, ist die Tatsache das dieser Thriller ohne Gewaltszenen und großes Blutvergießen eine enorme Spannung aufbaut. Man ist als Leser förmlich gefangen in den Geheimnissen der Menschen und versucht sie zu erraten, aber was am Ende dann in der Auflösung alles ans Licht kommt, da wäre ich nie drauf gekommen! Ich hatte schon viele abenteuerliche Theorien entwickelt, aber auf die Lösung die der Autor gefunden hat, bin ich nicht gekommen.

Es ist nicht so, dass es in diesem Thriller bzw. Krimi keine Leichen gibt, aber der Autor verzichtet darauf den Leser mit ausführlichen Beschreibungen der Leichen oder mit einer direkten Beschreibung der Tötung zu schockieren. In diesem Punkt hat der Autor den Weg der leisen und eindringlichen Töne gewählt.

Es gäbe noch vieles zu den Beschreibungen der Charakter und der Handlung zu sagen, aber damit würde ich hier zu viel verraten und daher lautet mein Rat an alle Krimi und Thriller Leser: Kauft euch das Buch und genießt es in ruhigen Lesestunden. Es lohnt sich in dieses Buch Geld und Zeit zu investieren. Ich bin wunderbar unterhalten worden und konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen nachdem ich es angefangen hatte.

Note: 1

Bartz, Dennis: Flankengott

Verlag: Blanvalet
erschienen:
2011
Seiten:
384
Ausgabe:
Klappenbroschur
ISBN:
3764504064

Klappentext:

Paul und Tina sind seit sieben Jahren ein Paar. Und so verliebt wie am ersten Tag. Sie sind schnell zusammengezogen und haben seitdem etwas ganz Besonderes geschaffen: Paulina. Wie Brangelina, nur nicht so erfolgreich. Nun, wie geht es weiter? Als immer mehr Freunde Eltern werden, wächst in Tina der Wunsch nach einem Kind. Für Paul kommt das allerdings total überraschend – und viel zu früh! Als Tina während des Sex leidenschaftlich fordert: »Mach mir ein Kind, Paul!«, bekommt er es mit der Angst zu tun. Doch bald wird ihm eins klar: Seine Entscheidung für oder gegen Nachwuchs ist auch eine Entscheidung für oder gegen Tina …

Rezension:

Wer mich ein wenig näher kennt, der weiß Steffi und Fußball, das sind zwei Dinge, die gehören zusammen wie Butter und Brot. Von daher war ich fast ein wenig traurig, als ich den dicken Aufdruck „Kein Fußballroman“ auf dem Cover von „Flankengott“ erblickte. Gott sei Dank, ist Dennis Bartz‘ Debüt dann eben doch ein bisschen ein Fußballroman. Wenig genug, damit es jedem gefallen kann (auch fußballdesinteressierten Frauen und  – soll es ja auch geben – Männern), aber doch genügend, um sich wiederzuerkennen, wenn Werder Fan Paul sich in die Höhle des Löwen wagt und bei den gegnerischen Fans im Stadion Platz nimmt, um überhaupt reinzukommen. Hier sei erwähnt, als BVB Fan macht es in der Schalke Kurve nich sooo viel Spaß! ;-)

Aber kehren wir zum Buch zurück. Warum ich es jedem empfehle, der etwas übrig hat für amüsante und lockere Unterhaltung ist Paul selbst. Ein liebenswerter Chaot mit flotter Zunge, den Frau einfach liebhaben muss. Einer der weiß, was Freundschaft bedeutet, mit dem man Pferde stehlen kann und der nichts und niemanden jemals im Stich lassen würde. Aber trotz allem eben ein Mann, der für ein Stelldichein mit seiner Liebsten auch die ihm aufgetragenen Hausarbeit erledigt (oder es zumindest versucht), für ein Bier oder ein Playstation-Match mit den Kumpels alles liegen lässt und auch ansonsten so manches Klischee eines potenten jungen Mannes erfüllt.

Nun ist „Klischee“ für einen Roman eigentlich ein schlechtes Wort, aber seien wir doch mal ehrlich. Es gibt einfach Klischees in Bezug auf Männer und auch Frauen, die meistens stimmen und Bartz verkauft dies einfach so charmant und liebenswert, dass man manchmal glaubt die eigene Beziehung zu betrachten.

Etwas zwiegespalten bin ich allerdings bei Tina, die mir über weite Strecken des Romans nicht richtig sympathisch war. Ihr Kinderwunsch in allen Ehren und natürlich musste sich da sowohl Paul, als auch sie selbst zu einer Entscheidung durchringen, aber auch in anderen Dingen ist Tina eine ganz schöne Meckerliese. Aber vielleicht liegt es auch nur daran, dass man Paul bereits nach wenigen Seiten zum persönlichen Teddybär erkoren hat und es nicht haben kann, wenn ihm jemand von der Seite anraunzt. Ansonsten scheint Tina ein töfftes Mädchen zu sein, wie sonst könnte sie Paul sonst so vergöttern. 

Letztlich lebt „Flankengott“ aber von seiner lebendigen Sprache und einem unglaublichen Wortwitz. Manchmal führt dies zu kleinen Schmunzlern, zwischendurch aber auch zu wahren Lachsalven, wenn Paul mal wieder in ein besonders großes Fettnäpfchen tritt.

Am Ende habe ich das Buch mit Bedauern zugeklappt und hoffe schon bald auf ein weiteres Buch von Dennis Bartz. Gern auch wieder mit Paul.

Note: 2

Caspari, Sofia: Im Land des Korallenbaums

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen:
2011
Seiten:
704
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3404166019

Klappentext:

Im Sommer 1863 lernen sich die jungen Deutschen Anna Weinbrenner und Viktoria Santos auf der Überfahrt nach Buenos Aires kennen. Beide Frauen sind auf dem Weg zu ihren Ehemännern, die ihnen vorausgereist sind. Viktorias Mann haben dringende Geschäfte schon früher zu seiner Estancia im Norden Argentiniens gerufen. Annas Familie hingegen konnte die Kosten für die gemeinsame Überfahrt nicht aufbringen. In dem fernen Land, das für die Reisenden mit großen Hoffnungen verbunden ist, trennen sich ihre Wege zunächst. Doch Viktorias vermeintlich rosige Zukunft gestaltet sich anders als erhofft, und Anna erwartet bei der Ankunft eine schreckliche Nachricht …

Rezension:

Anna Weinbrenner und Victoria Santos, zwei Frauen aus Deutschland die Mitte des 19Jahrhunderts nach Argentinien auswandern. Sie machen sich auf den Weg ihren Ehemännern zu folgen. Die beiden Frauen lernen sich auf dem Schiff kennen und freunden sich an. Auch der Kaufmannsohn Julius Meyer reist mit diesem Schiff und so entwickelt sich schon zarte Bande. In Argentinien angekommen trennen sich ihre Wege. Anna lebt nun bei ihrem Mann und ihren Eltern in Buones Aires und muss lernen mit der neuen Armut zu Recht zu kommen. Victoria reist zu ihrem Mann nach Salta auf dessen Estancia und findet dort auch nicht das vor was sie sich erhofft hat. Später begibt Anna sich ebenfalls auf das Anwesen von Victoria weil sie deren Hilfe benötigt

In zwei nebeneinander herlaufenden Erzählsträngen gewährt die Autorin dem Leser Einblick in das Leben der Protagonisten Anna die zur ärmeren Bevölkerungsschicht gehört und hart arbeiten muss um ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familie zu verdienen. Sie muss ihren kranken Ehemann pflegen und sich gleichzeitig auch um Vater und Mutter kümmern, die nur wenig zum Lebenserhalt der Familie beitragen.
Im zweiten Erzählstrang erfährt der Leser wie es Viktoria Santos ergeht, da ihr Ehemann der Erbe einer großen Estancia ist braucht sie nicht zu arbeiten. Deswegen ist ihr Leben aber nicht unbedingt einfacher. Sie hat andere Sorgen und Nöte. Sofia Caspari hat es geschafft mit ihrem leichten facettenreichen Erzählstil dieser Geschichte leben einzuhauchen.

Sie erzählt von den Ängsten und Nöten dieser Zeit in der Unterschicht genauso wie in der Oberschicht. Zunächst laufen die beiden Leben parallel nebeneinander her um sich dann aber immer mal wieder zu kreuzen und sich schließlich miteinander zu verbinden.
Die Orte und Landschaften die Anna oder auch Viktoria aufsuchten und durchquerten konnte ich mir sehr schnell lebhaft vorstellen. Auch die Lebensweisen der beiden Frauen sowie ihre Art zu handeln waren gut dargestellt.
Es hat Spaß gemacht Victoria auf ihren Ausritten auf der Estancia  zu begleiten. Oder Anna dabei zuzuschauen wie sie ihren Lebenstraum verwirklicht.

Die Autorin hat hier liebenswerte Charaktere geschaffen. Nicht nur die beiden Frauen auch etliche Charaktere am Rande sind gut ausgearbeitet und lebhaft. Dies gilt auch für die Charaktere, die nicht unbedingt zu den Guten zu zählen sind. Gerade das es hier auch böse Mitmenschen gibt macht die Geschichte glaubwürdiger. Sie alle sind mir schnell ans Leseherz gewachsen. Sie durch ihr Leben zu begleiten war ein tolles Leseerlebnis auch wenn ich mir zwischendurch ein bisschen mehr Spannung und vielleicht mehr Initiative der Protagonisten  gewünscht hätte. Auch hätte die Autorin auf einige Szenen gern etwas näher eingehen können. Es hätte für mich das Gesamtbild stimmiger gemacht, aber wahrscheinlich würde dies die Seitenzahlen des Buch sprengen.

Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut. Es hat schöne aufeinander abgestimmte Farben und das Bild lässt die Weite Argentiniens erahnen. Mein Fazit: „Im Land des Korallenbaums“ ist ein romantisch, verträumter, historischer Roman der ans Herz geht. Er kommt ohne übertriebene Gewalt aus und malt ein farbenprächtiges Bild Argentiniens im 19 Jahrhundert. Ich hatte unterhaltsame Lesestunden.

Note: 2-