Haig, Francesca: Das Feuerzeichen

Band 1 Feuerzeichen Trilogie

Originaltitel: The Fire Sermon
Verlag:
Heyne fliegt
erschienen:
2015
Seiten:
480
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3453270134
Übersetzung:
Kathrin Wolf

Klappentext:

Vierhundert Jahre in der Zukunft: Durch eine nukleare Katastrophe wurde die Menschheit zurück ins Mittelalter katapultiert. Es ist eine Welt, in der nur noch Zwillinge geboren werden. Zwillinge, die so eng miteinander verbunden sind, dass sie ohne einander nicht überleben können. Allerdings hat immer einer von beiden einen Makel. Diese sogenannten Omegas werden gebrandmarkt und verstoßen.

Es ist die Welt der jungen Cass, die selbst eine Omega ist, weil sie das zweite Gesicht besitzt. Während sie Verbannung, Armut und Demütigung erdulden muss, macht ihr Zwillingsbruder Zach Karriere in der Politik. Cass kann und will diese Ungerechtigkeit nicht länger ertragen und beschließt zu kämpfen. Für Freiheit. Für Gerechtigkeit. Für eine Welt, in der niemand mehr ausgegrenzt wird. Doch die Rebellion hat ihren Preis, denn sollte Zach dabei sterben, kostet das auch Cass das Leben …

Rezension:

Mit dem Erfolg von “Die Tribute von Panem” gab es eine Schwemme von Dystopien auf dem Buchmarkt. So ist das nun mal leider mit erfolgreichen Trends. Siehe Stephenie Meyers Vampire oder die Erotikromane von E.L. James. Bei diesen beiden Beispielen gab es jede Menge Nachahmer, die es glücklicherweise besser gemacht haben. In Sachen Panem wird es da schon schwieriger, da Suzanne Collins die Latte sowohl in Sachen Sprache, als auch in Sachen Handlung sehr hoch gelegt hat. Von daher war ich manchmal schon enttäuscht und habe in den letzten Monaten auch viele Romane in dieser Richtung gar nicht mehr angepackt.

Beim Trilogie-Auftakt von Francesca Haig hatte der Klappentext jedoch für mich so viel eigenes, dass ich es mal wieder gewagt habe und ich wurde nicht enttäuscht. Natürlich erwarte ich nicht die Neuerfindung des viel bemühten Rades. Wo Dystopie drauf steht, ist düsterer Weltenbau und ein eher pessimistisches Zukunftsbild der Gesellschaft drin. Das ist auch bei Haig so. Allerdings ist ihre Idee mit den Zwillingspärchen unverbraucht und wirklich aufregend.

Die verschiedenen Lebenssituationen des jeweiligen Zwillings schildert Haig sehr eindrücklich. Auf der einen Seite ist da Zach, dem es an nichts fehlt und der eine große Karriere vor sich hat und dann eben Cass, der Zwillingspart mit dem Makel. Bis an ihr Lebensende wird sie ausgestoßen sein, ein Mensch am Rande der Gesellschaft.

Diese Gegensätze sind extrem und werden auch in dieser Form im Buch ungeschönt dargestellt. Das sich einige Omegas schließlich zur Wehr setzen und eine Widerstandsgruppe bilden, ist nach dem furiosen Auftakt wenig verwunderlich. Die schreiende Ungerechtigkeit macht einen beim Lesen richtig wütend und es fällt leicht sich in die Figuren hineinzuversetzen.

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Gelungen fand ich dabei, wie Haig mit dem Tempo des Buches spielt. Es gibt Kapitel, wo sich alles förmlich überschlägt. Es gibt viele unvorhergesehene Wendungen, aber dann auch wieder leise Momente und eher gemächliche Passagen, wo sich die Autorin viel Zeit lässt für die Charakterisierung ihrer Figuren und sie ihnen Raum lässt ihre Gefühle und Gedanken zu offenbaren. Auch in Bezug auf den Weltenbau nimmt sich Haig die Zeit, um alles nach und nach zu erklären.

Cass ist anfangs eine etwas sperrige Protagonistin, was aber daran liegen mag, dass die Autorin zu Beginn mit vielen Rückblenden arbeitet. Das gibt sich aber mit der Zeit und ihre hellseherische Gabe und auch ihren Glauben an das Gute im Menschen, sind verantwortlich für so manche Überraschung.

Obwohl es sich bei “Das Feuerzeichen” um den Beginn einer Trilogie handelt, gibt es doch einen recht guten Abschluss und keinen übermäßigen riesen Cliffhanger, was ich persönlich immer hasse. Natürlich muss es bei einer Trilogie oder Serie offene Punkte geben, aber die erste Geschichte sollte schon ein vernünftiges Ende haben. In diesem Fall ist es sogar ein ziemlicher Paukenschlag, der einen förmlich vom Stuhl reißt. Eine Liebesgeschichte gibt es selbstverständlich auch, aber sie ist wohl dosiert und nicht das Hauptaugenmerk der Handlung.

Wer mal wieder richtig Lust hat auf eine Dystopie, dem kann ich “Das Feuerzeichen” nur wärmstens empfehlen!

Note: 2+

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