Man Booker Prize 2013

Der Man Booker Prize geht dieses Jahr an die Neuseeländerin Eleanor Catton und ihren Roman „The Luminaries“. Sie ist nach Keri Hulme die zweite Autorin aus diesem Land, die den Preis gewinnen konnte. Zudem ist Catton mit ihren 28 Jahren die jüngste Gewinnerin aller Zeiten. Außerdem wurde noch nie ein Roman auszgezeichnet, der so lang ist (832 Seiten).

Eine deutsche Ausgabe zu diesem Roman gibt es noch nicht und ist auch noch nicht angekündigt. Anbei der englische Klappentext samt Cover:

It is 1866, and Walter Moody has come to make his fortune upon the New Zealand goldfields. On arrival, he stumbles across a tense gathering of twelve local men, who have met in secret to discuss a series of unsolved crimes. A wealthy man has vanished, a whore has tried to end her life, and an enormous fortune has been discovered in the home of a luckless drunk. Moody is soon drawn into the mystery: a network of fates and fortunes that is as complex and exquisitely patterned as the night sky. The Luminaries is an extraordinary piece of fiction. It is full of narrative, linguistic and psychological pleasures, and has a fiendishly clever and original structuring device. Written in pitch-perfect historical register, richly evoking a mid-19th century world of shipping and banking and goldrush boom and bust, it is also a ghost story, and a gripping mystery. It is a thrilling achievement for someone still in her mid-20s, and will confirm for critics and readers that Catton is one of the brightest stars in the international writing firmament.

 

Outlander Casting News

Caitriona Balfe

Sam Heughan – Jamie Fraser
Caitriona Balfe –  Claire Randall
Tobias Menzie – Jack Jack Randall / Frank Randall
Lotte Verbeek – Geillis Duncan
James Fleet – Reverend Wakefield
Annette Badlan – Mrs Fitzgibbons
Duncan Lacroix – Murtag Fraser
Gary Lewis – Colum MacKenzie
Graham McTavish – Dougal MacKenzie
Stephen Walters – Angus Mhor
Roderick Gilkison – Hamish MacKenzie

Die ein oder andere Besetzung steht zwar schon etwas länger fest, aber Geillis Duncan und Reverend Wakefield wurden erst heute offiziell bekannt gegeben.

Bisher noch nicht bestätigt, aber ein recht lautes Gerücht ist die Besetzung von Laura Donnelly als Jenny Fraser.

Sam Heughan

James Fleet kenne ich aus „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ und Tobias Menzie gehört zum Cast von „Game of Thrones“, aber alle anderen Schauspieler waren mir gänzlich ubekannt, aber ich bin gelinde gesagt entzückt, wie einige von ihnen optisch meinen Vorstellungen entsprechen. Laura Donnelly ist für mich die fleischgewordene Jenny Fraser und sowohl Sam Heughan als auch Caitriona Balfe wirken perfekt. Als ich das erste Mal Caitriona in dieser Schottenbluse gesehen habe, wusste ich, da sitzen anscheinend tatsächlich einige Leute hinter den Kulissen, denen diese Produktion am Herzen liegt.

Sam Heughans Haare wurden mittlerweile standesgemäß in Jamies zimtfarbenen Rotschopf getönt. Dazu gibt es bereits auch ein paar unscharfe Bilder von einem Outlander Starz Event vom letzten Wochenende. Dazu aber in einem gesonderten Posting mehr.

Wer sich weitgehender über die Darsteller informieren will, ist bei imdb.com an der richtigen Stelle. Dort gibt es auch Fotos und man kann sich anschauen, was die Besetzung bisher so an Filmen und Serien gedreht hat.

Bücherkiste goes Outlander

Wie der ein oder wahrscheinlich schon mitbekommen hat, wird nun endlich Diana Gabaldons Highland-Saga verfilmt und zwar als großangelegte TV Serie „Outlander“ beim Bezahlsender Starz. Nach den vielen großen Serien der amerikanischen Bezahlsender HBO („Game of Thrones, „The Tudors“, etc.) ist die Vorfreude, aber auch die Erwartung groß.

Ich gestehe, mich hat in den letzten Tagen durch Twitter und Facebook wieder die Gabaldon-Mania erfasst und so möchte ich der Autorin, ihren Büchern, aber auch der kommenden Serie wieder einen eigenen Bereich auf der Bücherkiste einräumen. Von nun werdet Ihr von uns also bestens informiert und wir versuchen jede neue Info, Videos, Fotos, etc. von den Dreharbeiten zu verlinken und Euch zur Verfügung zur stellen. Außerdem werde ich in den nächsten Tagen ältere Artikel der früheren Bücherkiste einpflegen. Darunter ein vor Jahren geführtes Interview mit der Autorin. Stay tuned! ;-)

Neuhaus, Nele: Eine unbeliebte Frau

Band 1 Bodenstein & Kirchhoff Reihe

Verlag: List
erschienen:
2009
Seiten:
414
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3548608876

Klappentext:

Eine Ladung Schrot aus dem eigenen Jagdgewehr beschert dem Frankfurter Oberstaatsanwalt ein schnelles, wenn auch sehr hässliches Ende. Die schöne junge Frau, die tot am Fuß eines Aussichtsturms im Taunus liegt, ist viel zu unversehrt, um an den Folgen eines Sturzes gestorben zu sein. Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine neue Kollegin Pia Kirchhoff sind sich einig: Der erste Todesfall war ein Selbstmord, der zweite jedoch ein Mord. Bald häufen sich sowohl die Motive als auch die Verdächtigen. Doch was hat den Staatsanwalt in den Tod getrieben?

Rezension:

Schon lange wollte ich die Krimireihe von Nele Neuhaus einmal ausprobieren. Mit ihrer mittlerweile sechs Bände umfassenden Serie ist die Autorin ein Phänomen im deutschen Buchhandel. Bestsellerlisten und Auslandslizenzen haben aus Nele Neuhaus eine Überfliegerin gemacht. Dabei veröffentlichte sie ihre ersten zwei Romane sogar im Eigenverlag und hat sich mit viel Engagement und Herzblut hochgearbeitet, um dann bei Ullsten/List eine märchenhafte Karriere zu starten.

Allein dieser Werdegang hat mich beeindruckt und nun sitze ich vor dem ausgelesenen Buch und versuche den Hype um diese Reihe zu verstehen. Wird die Serie in den weiteren Bänden so viel besser? Liegt es an mir? Oder ist es doch mal wieder so, dass die Spiegel Bestsellerliste die qualitative Aussagekraft eines Toastbrotes hat?

Aber fangen wir von vorne an. Es geht gleich gut los in „Eine unbeliebte Frau“. Ein Selbstmord und ein vermeintlicher Mord, zudem bekommen alle Protagonisten eine kleine Einführung spendiert. Über die familiäre Situation im Hause Kirchhoff und Bodenstein ist man also erstmal informiert. Im Laufe des Romans merkt man aber, da kommt ansonsten keinerlei Input mehr in Sachen Charaktertiefe und das führt sich bei den zahlreichen Nebenfiguren fort. Zwei drei Sätze über den Familienstand und die berufliche Situation und das war es und da der Roman sehr dialoglastig ist, gibt es auch keinerlei Gedankengänge oder Beschreibungen, die irgendeiner Figur so etwas wie eine Persönlichkeit verleihen. Bei den Nebenfiguren ist dies vielleicht noch verzeihbar, bei Pia und Oliver, die auf ihren Schultern eine ganze Serie tragen sollen, ist es einfach ein grober Fehler.

Hinzu kommt die Angewohnheit viele Figuren nur mit Nachnamen zu beschreiben. Besonders bei Oliver Bodenstein fällt das sehr unangenehm auf. Bodenstein tut dies, tut jenes, Bodenstein schmachtet Inka an, etc. etc. Manchmal steht in jedem Satz ein Bodenstein, so als wäre Neuhaus kein Synonym eingefallen. Es macht den Text jedenfalls unnötig hart und unpersönlich.

Der Fall an sich verliert sich im Laufe des Romans in Kleinigkeiten und Nebenhandlungen. Ehrlich gesagt, haben alle Figuren irgendwo nicht mehr alle Latten am Zaun. Menschenhandel, Geldschiebereien, Mord und Totschlag, Verstümmelung, Ehefrauen umbringen und/oder schlagen, Prostiution und Drogenhandel. Ich muss lange überlegen, bis mir eine Straftat einfällt, die nicht vorkommt. Einige Figuren begehen gleich einen ganz Strauß solcher Delikte und werden dafür anscheinend nicht mal belangt. In einer Rezension habe ich gelesen, es wäre schön gewesen mal einen Roman ohne Serienmörder zu lesen. Ich kann nur sagen, lieber einen saftigen Killer, als diese Schar an Ausgeburten der Hölle.

Wirkliche Polizeiarbeit findet man in „Die unbeliebte Frau“ auch nicht. Oliver und Pia fallen Hinweise einfach so zu. Der Fall löst sich im Prinzip von allein und hätte meine Tatort-geschulten Großeltern vor keine großen Probleme gestellt. Einen erfahrenen Krimileser schon mal gar nicht. Hinzu kommt, dass vieles nur gelöst wird, indem eine weitere austauschbare Nebenfigur auftaucht, die selbstredend auch Dreck am Stecken hat. Irgendwann weiß man in diesem Dickicht gar nicht mehr wer denn nun wer ist.

Auf zwei Dinge des Falls möchte ich noch etwas näher eingehen, weil sie mich wirklich tierisch aufgeregt haben. Mit dem Mord an Isabell verschwindet auch ihre fünfjährige Tochter, die auf den ersten 300 Seiten 1-2 mal kurz erwähnt wird, deren Befinden anscheinend aber niemanden interessiert. Tatsächlich hatte ich das Gefühl, es wird nicht mal richtig nach ihr gesucht.  Weiterhin gibt es mit Anna Lena Döring eine Figur, die ganz offensichtlich von ihrem Mann misshandelt wird, die in Angst und Schrecken lebt und diese Bedenken gegenüber Bodenstein auch klar äußert. Trotzdem bekommt sie weder Personenschutz, noch bemüht man sich in irgendeiner Form ihr wirklich zu helfen. Und letzteres führt sich unglaublich oft fort. Da können mehr oder weniger ungestraft ein paar Verbindungsbrüder als Denkzettel einem anderen den Penis abschneiden und grinsen Oliver Bodenstein danach noch frech ins Gesicht. Ich weiß nicht, was man  im Taunus so veranstalten muss, aber so besonders beschaulich ist es dort wohl nicht.

Lokalkolorit kann ich bis auf das Nennen von Städten auch keinen finden und die so gelobten Landschaftsbeschreibungen muss ich zwischen den ganzen Bodensteins übersehen haben.  Unangenehm aufgefallen ist mir auch das stetige Nennen von Markennamen und den übertriebenen Protz. Man muss seiner Figur nicht gleich einen Maybach vor die Haustür stellen, damit der Leser versteht, dass er nicht am Hungertuch nagen muss. Etwas weniger dick aufgetragen, hätte auch gereicht. Was den Fall angeht, so war es mir am Ende fast egal, wer denn nun der Täter war. Täter waren sie schließlich alle, wenn auch nicht Isabells Mörder.

Es tut mir ehrlich gesagt fast leid, dieses Buch so schlecht bewerten zu müssen, denn Nele Neuhaus ist eine sympathische Frau, der man den überragenden Erfolg wirklich gönnt. Aber es hilft ja nun nix. Ich kann mit ihrer Reihe um Pia und Oliver leider überhaupt nichts anfangen und hoffe, dass ich dies auch ausführlich genug begründet habe. Da ich Band 2-5 noch als Taschenbücher hier liegen habe (was ebenfalls aufzeigt, wie viel ich mir von der Reihe versprochen habe), weiß ich nicht, ob ich weiterlesen werde. Ich glaube, über meine Leseerfahrung muss erstmal ein bisschen Gras wachsen.

Wer Interesse an unserer kleinen Leserunde im Forum hat, der kann sie hier nachlesen. Dort wird auch deutlich, wie sehr alle Teilnehmer dieses Buch mögen wollten, sich aber am Ende geschlagen geben mussten. Die Leserunde enthält natürlich Spoiler, also bitte aufpassen, falls ihr euch die Spannung erhalten wollt.

Note: 4-