Hardebusch, Christoph: Sturmwelten

Band 1 Sturmwelten Trilogie

Verlag:
Heyne
erschienen:
2008
Seiten:
720
Ausgabe: Broschiert
ISBN: 3453523857

Klappentext:

Ein Reich inmitten der Weltmeere, besiedelt von riesigen Meeresschildkröten, feuerspeienden Drachen und schillernden Wassermagiern. Stürmische Ozeane, gepeitscht von Wind und Wellen, befahren von kaiserlichen Armeen, blutrünstigen Piraten und geheimnisvollen Zauberern. Als wie aus dem Nichts ein legendäres Kolonialschiff mit einer magischen Ladung auftaucht, schlägt die Stunde des Freibeuters Jaquento – und es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

Rezension:

Man kann zu dem Buch eigentlich nur eines sagen: Ich bin begeistert! Da ich „Die Trolle-Trilogie“ von Hardebusch geradezu verschlungen habe, habe ich mich lange nicht an die „Sturmwelten-Trilogie“ heran getraut, aus Angst in nautischen Gewässern wäre der Stil des Autors nicht so gut. Aber weit gefehlt. Auch hier beweist Hardebusch sein Talent Geschichten zu erzählen.

Was mir an seinen Romanen so gut gefällt sind die kurzen Kapitel, die seine Bücher noch um einiges rasanter machen und eigentlich möchte man immer wissen wie es mit der jeweiligen Figur denn nun weitergeht. Auch die unterschiedlichen Sichtweisen die man von verschiedenen Personen in einer Schlacht bekommt bereichern das Buch ungemein.

Besonders gefallen haben mir im ersten Band der Sturmwelten einerseits der freie „Händler“ alias Freibeuter Jaquento mit seiner coolen Echse und andererseits die Offizierin Roxanne. Im ersten Band werden die Figuren eingeführt, man lebt und leidet mit ihnen mit und man kann schon bald feststellen wer auf welcher Seite steht und bei wem es zu Kämpfen kommen wird. Das Ende ist abgerundet, aber es bleiben viele Fragen offen, die mit einem Schiff davongesegelt sind.

Es gibt im Grunde nur einen Kritikpunkt von mir: nämlich einen Handlungsstrang mit dem ich nichts anzufangen wusste. Der Poet Franigo wird mit keinem der anderen Stränge verknüpft und steht für sich alleine da. Irgendwie finde ich seine Erlebnisse komplett unnötig. Vielleicht klärt sich das aber im zweiten Teil „Sturmwelten – Unter schwarzen Segeln“ auf.

Note: 2+

Eco, Umberto: Baudolino

Originaltitel: Baudolino
Verlag:
dtv
erschienen:
2003
Seiten:
640
Ausgabe: Taschenbuch
ISBN: 3423131381
Übersetzung:
Burkhart Kroeber

Klappentext:

Das Buch erzählt die Geschichte des (fiktiven) Bauernsohns Baudolino aus dem Piemont, der um 1155 als Kind von Kaiser Friedrich Barbarossa aufgelesen wird und in den folgenden 50 Jahren überall dabei ist, wo Geschichte gemacht wird: Die historischen Ereignisse von Barbarossas Kämpfen gegen die aufständischen Städte der „Lega Lombarda“ bis zu seinem Kreuzzug ins Heilige Land dienen Eco dazu, mit leichter Hand in die politischen und geistesgeschichtlichen Hintergründe dieser Epoche einzuführen, und ermöglichen ihm, originelle Antworten auf bisher ungelöste Fragen der Geschichtsschreibung zu geben. Bis Friedrich stirbt und Baudolino sich auf die Suche des Mörders macht.

Rezension:

Am Beginn des Buches erfährt man sehr viel über die damaligen Zustände. Man lernt Kaiser Friedrich, genannt Barbarossa kennen und man sieht wie ein Kaiser lebt und welche schweren Entscheidungen er zu treffen hat. Bis zur Mitte des Buches liest man einen netten Historienroman, bei dem man sich des öfteren fragt was denn der liebe Baudolino bei seiner Geschichte gerade erfindet und was davon stimmt.

Dann stirbt Friedrich und als Leser fragt man sich wie das ganze vonstatten gegangen ist und von da an kippt die Geschichte komplett. Baudolino und seine Gefährten machen sich nämlich auf um das Land des sagenumwobenen Priesters Johannes zu finden. Und auf dieser Reise begegnen sie Wesen in fernen Ländern des Orients die einem Gruselkabinett entsprungen sein könnten. Man hat das Gefühl ein Fantasybuch aber keinen historischen Roman zu lesen.

Erst gegen Ende des Buches normalisiert sich alles wieder. Und wenn man dann die Auflösung geliefert bekommt was mit Friedrich tatsächlich passiert ist, wird man für seitenweise Fantasy belohnt. Ein spannendes Buch ist Baudolino allemal, vor allem da immer wieder philosophische Debatten geführt werden. Zum Beispiel über das Aussehen der Erde oder ob es die „Leere“ tatsächlich gibt. An die „Name der Rose“ kommt das Buch aber bei weitem nicht ran.

Note: 3+

Kingsbury, Karen: …denn er weiß nicht, was er tut

Band 1 Baxter Serie

Originaltitel: Redemption
Verlag:
Francke
erschienen:
2007
Seiten:
416
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3861228742
Übersetzung:
Silvia Lutz

Klappentext:

Ein anonymer Anruf genügt und Kari Baxter weiß von der Affäre ihres Mannes. Allerdings reagiert keiner der beiden so, wie man es von ihm erwartet hätte: Tim geht aufs Ganze und treibt die Scheidung voran. Kari jedoch will sich an den Ehebund halten, den sie vor Gott und der Gemeinde geschlossen hat. Wie aber soll sie es einordnen, dass mitten in ihren Kämpfen ausgerechnet der Mann auftaucht, mit dem sie einmal so viel verband – Ryan? Plötzlich gerät alles ins Rollen …

Rezension:

Karen Kingsbury hat eine bemerkenswerte Gabe menschliche Gefühle zu beschreiben. Während des ganzen Romans ist man ganz bei ihren Figuren und ihre Sorgen und Nöte wirken real und werden feinfühlig beschrieben.

Dennoch hatte ich ein großes Problem mit dem Buch und zwar aufgrund dessen wie Kingsbury den christlichen Glauben mit der Handlung verwoben hat. Ich lese gerne christliche Romane und für mich bedeutet das durchaus auch, dass der Glaube eine wichtige Stellung für die Figuren einnimmt. Romane in denen zwei mal gebetet wird, sind für mich keine Inspirationals.

Aber was Karen Kingsbury in diesem Roman veranstaltet grenzte teilweise an Lächerlichkeit und hat mich an einigen Stellen fast ein wenig abgestoßen. Aus heiterem Himmel kommen den Figuren Bibelzitate in den Kopf geflattert und Gott antwortet auch noch. Auch die seltsamen Vorausahnungen von Karis Vater fand ich übertrieben, zumal sie für die Handlung absolut unwichtig sind.

Sauer aufgestoßen ist mir auch die Art wie die Autorin mit dem Thema Alkoholismus umgeht. Das der Ehebrecher nach einem Abend mit ein paar Gläsern Wein auf den Geschmack kommt und prompt zum Alkoholiker mutiert ist einfach lächerlich. Zumal Tim so ein weiteres Mal als schlimmer Sünder denunziert wird.

Es ist allerdings nicht so, als hätte der Leser Mitleid mit Tim, denn er hat sich die Suppe schon selbst eingebrockt, aber man muss ihn nicht schlimmer darstellen, als er ist. Ich hab mich jedoch wie Karis Geschwister den ganzen Roman über gefragt, wieso die Gute ihren treulosen Ehemann nicht einfach verlässt.

Ich kann nachvollziehen, wenn jemand seine Beziehung nicht so schnell aufgeben will und ich denke, jeder muss für sich entscheiden, ob er fähig ist im Laufe der Zeit einen Seitensprung des Partners zu verzeihen, aber Kari hält nicht (nur) aus Liebe an der Ehe fest, sondern auch weil sie glaubt, es sei ihre von Gott auferlegte Pflicht. Auch dies kann ich anfangs gerade eben in einem christlichen Roman nachvollziehen, aber irgendwann gibt es einfach keine erklärbaren Gründe mehr für Karis Verhalten.

Gegen Ende des Romans bekommt die Autorin jedoch glücklicherweise die Kurve, in dem sie aufzeigt, dass auch Kari Fehler gemacht hat. Dennoch bleibt sie die Über-Frau, die jeder mag, die wunderschön ist (sie arbeitet als Modell) und immer das Richtige zu tun scheint.

Diese Perfektheit ist es auch, die mich zwiespältig zurücklässt. Auch Karis Eltern führen ein so vorbildliches, gottesfürchtiges Leben und sind überall beliebt und geachtet, dass ihre teilweise aufmüpfigen Geschwister (besonders ihre Schwester Ashley) wie Balsam wirken. Endlich einmal normale Figuren, die nicht wie Abziehbilder einer amerikanischen Vorzeigefamilie aussehen.

Dennoch fällt es nach 404 Seiten schwer die Familie Baxter zu verlassen, was ich besonders Kingsleys wirklich superbem Schreibstil und ihrer Begabung für Beziehungen  zuschreibe. Im Übrigen endet Karis Geschichte recht offen und ich möchte wissen, wie es mit ihr weitergeht. Zumal die anderen Kinder der Baxters interessanter erscheinen als Kari und ich mir somit eine realistischere Handlung erhoffe.

Note: 3-

Flinn, Alex: Beastly

Originaltitel: Beastly
Verlag:
Baunmhaus
erschienen:
Juli 2010
Seiten:
336
Ausgabe: Taschenbuch
ISBN: 3833938447
Übersetzung: Sonja Häußler

Klappentext:

Kyle Kingsbury ist eine Bestie, die nachts durch New York streift – ein hässliches Monstrum. Doch Kyle war nicht immer so. Er war mal ein Junge, mit dem jeder andere gerne getauscht hätte, ein gutaussehender, reicher und bei vielen Mädchen beliebter Kerl. Doch er war auch arrogant, eingebildet und überheblich. Zur Strafe wurde er dazu verflucht, dieses grässliche Biest zu sein – jetzt kann nur noch die Liebe diesen Fluch brechen.Ich bin eine Bestie. Eine Bestie. Kein Wolf oder Bär, kein Gorilla oder Hund, sondern eine entsetzliche Kreatur mit aufrechtem Gang – ein Wesen mit Reißzähnen und Klauen. Aus jeder Pore sprießen mir Haare. Ich bin ein Monster. Du glaubst wohl, ich erzähle Märchen? Falsch. Ich lebe in New York. In der Gegenwart. Ich bin keine Missbildung, bin nicht krank. Aber ich werde für immer so bleiben – bin ruiniert – es sei denn …

Rezension:

Die Meisten werden es erkannt haben, der Plot ist im Grunde der Gleiche wie in „Die Schöne und das Biest“. Kyle, ein oberflächlicher, arroganter Schnösel wird von einer Hexe in ein Biest verwandelt. Und er hat zwei Jahre Zeit den Fluch zu brechen, ansonsten wird er für immer ein Biest bleiben.

Das Buch ist eine schöne romantische, aber nicht kitschige Geschichte, in der es um die wahre Liebe geht. Denn auch wenn Kyle ein Biest ist, so ist er dennoch liebenswert. Und Lindy, das Mädchen, das er bezirzen will ihn zu lieben, ist mir ebenfalls vom ersten Moment ans Herz gewachsen.

Leider hat das Buch nur knap 340 Seiten, denn ich hätte noch stundenlang zusehen können wie Kyle versucht den Fluch zu brechen und Lindy  für sich zu gewinnen. Das es ein Jugendbuch ist, merkt man an der einfachen Sprache, daher ist es auch für Ungeübte ein Leichtes es auf Englisch zu lesen. Ich kann das Buch nur empfehlen. Für mich ist es ein Buchtipp, vor allem für jene, die das Träumen noch nicht verlernt haben.

Note: 1

(der Rezension liegt die englische Originalausgabe zugrunde)

Weigand, Sabine: Die Markgräfin

Verlag: Fischer
erschienen:
2005
Seiten:
480
Ausgabe: Broschiert
ISBN: 3596159350

Klappentext:

Mit zehn ist sie verheiratet. Mit zwölf Witwe. Mit fünfzehn heiratet sie den König von Böhmen. So steht es in den Chroniken. Als sie endlich ihr eigenes Leben führen will, sperren ihre Brüder sie ein. Ihre Spur verliert sich 1542. Bis in unseren Tagen ein geheimnisvoller Fund die Geschichte der Markgräfin Barbara von Ansbach enthüllt. Ein bewegendes Historienepos, eine spannende Detektivgeschichte, mitreißend beschwört Sabine Weigand Deutschland im Umbruch von Mittelalter zur Neuzeit herauf. Barbara von Ansbach hat es wirklich gegeben. Folgen Sie der Spur. Entdecken Sie das Geheimnis der Markgräfin.

Rezension:

Eine Rezension fällt mir diesmal komischerweise sehr schwer und das obwohl mir das Buch eigentlich gefallen hat. Als erstes muss ich sagen, dass ich es Sabine Weigand zu Gute halte, dass sie sich wirklich viel Mühe mit der Recherche gemacht hat. Das sieht man schon allein an den zahlreichen Briefen, die im Buch eingearbeitet sind und einen Einblick in die Zeit geben. Wer es allerdings nicht so mit seitenweisen Briefen hat, wird hier keine Freude haben.

Weigand schreibt am Ende des Buches, dass es die Markgräfin Barbara tatsächlich gab, dass sie aber einige Figuren verändert hat – aus dramaturgischen Gründen. Das kann ich noch verstehen. Was ich allerdings im Nachhinein nicht so gut finde ist die Versetzung in der Zeit um einige Jahrzehnte. Eigentlich sollte es nichts ausmachen, aber da sträubt sich in mir die Historikerin. Wenn man unbedingt eine Geschichte über eine historische Person schreiben will, dann sollte man sie nicht in der Zeit versetzen, nur um eine spannendere Kulisse zu haben.

Gut fand ich dagegen die Abwechslung zwischen historischer Geschichte und Gegenwart. Das hat das Buch aufgelockert. Anfangs fand ich die Geschichte in der Gegenwart sehr nervig, aber nach und nach hat sie an Spannung zugenommen. Was ich mit der Zeit aber ziemlich negativ fand war, dass die Autorin Ereignisse immer vorweg genommen hat. In der Gegenwart-Erzählung erfährt der Leser viele Details, die in der historischen Ebene noch gar nicht passiert sind. So ist das Buch zwar interessant zu lesen, aber manche Dinge hätte ich gerne erst später erfahren, nämlich dann wenn sie passieren und nicht schon rund 100 Seiten früher.

Aber nichts destotrotz fand ich das Buch sehr gut. Vor allem die Markgräfin und ihre Dienerinnen sind mir im Laufe der Zeit sehr ans Herz gewachsen. Ich hatte einige nette Lesestunden und auch dass es zwei Liebesgeschichten gab, hat das Buch sympathisch gemacht.

Note: 3