Schacht, Andrea: Pantoufle – Ein Kater zur See

Verlag: Blanvalet
erschienen:
2009
Seiten:
352
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
344237054X

Klappentext:

Ein verschreckter kleiner Kater auf hoher See? Ob das gutgeht? Doch Pantoufle hat keine Wahl, ist er doch seiner Menschenfreundin Janed auf immer treu, seit sie ihn einst aus dem Schnabel einer Möwe gerettet hat. Und Janed will in der neuen Welt ein neues Leben beginnen. An Bord des Dampfschiffs, das auf New York zusteuert, sucht Pantoufle Zerstreuung – und deckt einen Sabotageakt auf, der den Lebenstraum eines ganz besonderen Menschen zu zerschlagen droht …

Rezension:

Mit diesem Roman hat Andrea Schacht wieder einmal eine wunderbare Handlung aus der Sicht einer kleinen Katze geschrieben. Pantoufle ist ein kleiner Kater, der in seinem jungen Leben schon die eine oder andere unangenehme Erfahrung gemacht hat und daher eine große Angst vor Möwen und Wasser entwickelt hat. Seine Menschenfreundin Janed, die in einem kleinen Fischerdorf in Frankreich Ende des 19 Jh. lebt, hat ebenfalls schon viel Leid erfahren und so kommt es, dass Pantoufle und Janed sich gegenseitig trösten und verwöhnen. Frau Schacht beschreibt die Gefühle dieser beiden Protagonisten mit so herzlichen und warmen Worten, dass man als Leser direkt in ein Buch zum Wohlfühlen eintauchen darf.

Natürlich muss Pantoufle, der gerade erst ein mal Winter und zwei mal Frühling erlebt hat, noch viel lernen. Besonders muss er lernen seine Angst zu bezwingen, denn jede andere Katze erkennt in ihm sofort den „Schisskater“, was ihn natürlich sehr ärgert und nervt. Aber er kann einfach nichts gegen diese Ängste machen, bis ihm dann kluge Menschen und Tiere begegnen.

Ich habe das Buch in zwei Tagen förmlich verschlungen und der kleine „Schisskater“ Pantoufele ist mir schon nach den ersten 30 Seiten sehr ans Herz gewachsen. Frau Schacht versteht es wirklich, Menschen und Tieren viele schöne Eigenschaften und Charakterzüge zu verleihen. Dabei erzählt die Autorin eine so schöne Geschichte, dass man total vom Alltag abschalten kann und die Welt nur noch mit Katzenaugen betrachtet.

Natürlich gibt es eine zarte Love-Story für Mensch und Tier, aber es gibt auch Fanatismus, Kummer und Leid. Dies alles gewürzt mit einer großen Portion Herzlichkeit und Humor. Dieser Roman hat mich wirklich verzaubert und ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der sich gerne mal aus dem Alltag entführen lassen will. Ich bin mir jetzt schon sicher, dass ich dieses Buch bestimmt noch ein paar mal lesen werden, nämlich immer dann, wenn ich mal eine Leseflaute habe oder ein Stimmungstief erreicht habe, bei dem mir nur noch ein Wohlfühlroman die nötige Ablenkung garantiert.

Die kleine Anekdote im Nachwort zu Enrico Caruso und den Löwen, die Andrea Schacht im Nachwort erzählt, runden diesen Roman wundervoll ab.

Note: 1

Safier, David: Plötzlich Shakespeare

Verlag: Kindler
erschienen:
2010
Seiten:
320 Seiten
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3463405539

Klappentext:

Wenn ein Mann und eine Frau sich das Leben teilen, ist das ja schon schwierig. Aber wenn Mann und Frau sich auch noch ein und denselben Körper teilen müssen, dann ist das Chaos perfekt! Die liebeskranke Rosa wird per Hypnose in ein früheres Leben versetzt, in den Körper eines Mannes, der sich gerade duelliert. Wir schreiben das Jahr 1594, und der Mann heißt William Shakespeare. Rosa darf erst wieder zurück in die Gegenwart, wenn sie herausfindet, was die wahre Liebe ist. Keine einfache Aufgabe: Sie muss sich als Mann im London des 16. Jahrhunderts nicht nur mit liebestollen Verehrerinnen rumschlagen, sondern auch mit Shakespeare selber, der nicht begeistert ist, dass eine Frau seinen Körper kontrolliert. Der Barde hat zwar „Romeo und Julia“ geschrieben, aber von der wahren Liebe versteht er noch weniger als Rosa. Und während sich die beiden in ihrem gemeinsamen Körper kabbeln, entwickelt sich zwischen ihnen die merkwürdigste Lovestory der Weltgeschichte.

Rezension:

David Safiers neuer Roman hat alles das, was seine Fans an ihm mögen und noch ein kleines bisschen mehr. In Sachen Humor wird es „Plötzlich Shakespeare“ vielleicht nicht ganz mit „Jesus liebt mich“ aufnehmen können, aber ich empfinde dies eigentlich als positiv, denn Safier versucht nicht krampfhaft Witze einzubauen. Sein Humor fällt dahin, wo er ganz natürlich hingehört und wo er sich aus der Handlung heraus hergibt.
Der Roman beginnt ganz klischeehaft mit einer Frau, deren Exfreund heiraten will. Und plötzlich bemerkt sie, dass sie immer noch Gefühle für ihn hat. Das Gute daran ist, dass Safier sich dieser Klischees durchaus bewusst ist, weswegen er sein Buch auch direkt mit „Au Mann, ich war ja so was von einem Frauenklischee“ beginnt und damit direkt alle Sympathien auf seiner Seite hat.
Mit Rosa kann man sich sofort identifizieren. Sie ist weder besonders schön, noch besonders schlank, noch auf dem ersten Blick sonst irgendwie außergewöhnlich, aber sie folgt ihrem Herzen, auch wenn das manchmal in großen Peinlichkeiten resultiert.
Nach ca. 50 Seiten geht es jedoch richtig los. Shakespeare und Rosa in einem Körper sind einfach köstlich, aber komischerweise gar nicht grotesk. Das ist das Wunderliche an David Safier. Er denkt sich immer absolut unsinnige und unlogische Plots aus, aber sie funktionieren immer und sind überhaupt nicht hanebüchen.  Klingt paradox, aber es ist so. Dies liegt definitiv aber auch an Safiers Gabe seine weiblichen Protagonistinnen so feinfühlig und glaubhaft zu charakteresieren. Etwas, was nur wenige männliche Autoren können, Safier aber schon in seinen beiden anderen Romanen bewiesen hat.
Das Ende ist wie üblich eine kleine Überraschung und hat mich persönlich vollkommen überzeugt. Die kleine Schlussbotschaft des Autors sollte sich jedenfalls so manche Frau zu Herzen nehmen. Und die Queen auf dem Donnerbalken werde ich nie vergessen! ;-)

Note: 1

Wolff, Steffi von: ReeperWahn

Verlag: Fischer
erschienen:
2005
Seiten:
320
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3596165881

Klappentext:

Uschi, Tiffy, Ella, Katharina und Brigitte arbeiten beim Kiez-Report, dem Sex-Kult-Magazin von Deutschland. Tagaus, tagein suchen sie scharfe Nacktfotos aus, schreiben genervt Texte und frusten dabei vor sich hin. Chefredakteur Herbert macht ihnen das Leben zur Hölle, und privat gibt’s mit den Männern auch nur Probleme. Die Mädels fassen einen mörderischen Plan …

Rezension:

Dieses Buch ist mit Abstand das überflüssigste Buch, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Die Story ist wirklich so was von schlecht, da kann man leider absolut gar nichts mehr schön reden. Ich meine was will mir die Autorin damit sagen, wenn ihre Heldin eine Beule zwischen den Augen kriegt, wenn sie sich aufregt, und deren Haustier Kontaktlinsen braucht und Rückenprobleme hat und wieso fehlen in Wohnungen Türen, so dass der Nachbar erst durch die Wohnung der Nachbarin und dann durch eine Falltür in die eigene Wohnung kann? Die Freundinnen haben zudem alle so was von einen an der Waffel. Hach, im Prinzip macht man mit dieser Rezension noch zu viel Gewese um das Buch. Es ist schlecht geschrieben und einfach strunzdoof – tut mir leid.

Note: 6

Erskine, Barbara: Der Fluch von Belheddon Hall

Originaltitel: House of Echoes
Verlag:
Heyne
erschienen:
1997
Seiten:
494
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3453136535
Übersetzung:
Ursula Wulfekamp

Klappentext:

Was bringt eine junge Mutter dazu, ihr eigenes Kind wegzugeben? Diese Frage stellt sich Joss, die als Baby zur Adoption freigegeben worden war, nach der Geburt ihres ersten Kindes. Die Suche nach ihren wahren Eltern führt sie zum Testament ihrer leiblichen Mutter und nach Belheddon Hall, einem imposanten, verwunschenen Herrensitz in Essex, in dessen Gemäuer der Leibhaftige sein Unwesen treiben soll.  Joss nimmt die Erbschaft trotzdem an und zieht mit ihrem Mann Luke und ihrem Sohn Tom ins Haus ihrer Ahnen. Doch kaum hat sich die junge Familie in Belheddon Hall eingerichtet, ereignen sich gespenstische Dinge…

Joss beginnt die Geschichte ihrer Familie zu erforschen, und Stück für Stück wird die schreckliche Wahrheit über Belheddon Hall klar: Weder Väter noch Söhne haben offensichtlich eine Chance, hier zu überleben. Luke und Tom befinden sich in größter Gefahr.

Wird es gelingen, die unerlösten Seelen – denn nicht anderes sind ja die Geister – zu bezwingen, um sowohl ihnen als auch der jungen Familie und dem alten Landsitz endlich die wohlverdiente Ruhe zu geben?

Rezension:

Die Story ist recht abwechslungsreich und realistisch gestaltet. Eine junge Frau die bei Adoptiveltern groß geworden ist. Diese junge Frau ist verheiratet und hat einen kleinen Sohn. In dieser Situation  fragt sie sich warum ihre Mutter sie zur Adoption gegeben hat. Gerade als die junge Familie in große Schwierigkeiten gerät findet die junge Frau heraus wer ihre Eltern waren. Sie sucht nun ihre Wurzeln und findet viele geheimnisvolle Informationen über ihre Eltern und Großeltern. Mit Hilfe eines befreundeten Historikers schafft sie es sogar ihren Stammbaum bis in die Zeit der Rosenkriege zurück zu verfolgen. Und genau das hat mir wirklich gut gefallen, denn viele Begebenheiten die zu diesem Geheimnis von Belheddon Hall geführt haben, hatten zu der Zeit der Rosenkriege ihren Ursprung.

Zugegeben, so richtig warm werden konnte ich nicht mit der Hauptdarstellerin Joss, denn so manches mal konnte ich ihre Handlungsweise nicht nachvollziehen. Auch erschien sie mir etwas naiv in ihrem Verhalten, obwohl doch immer wieder von der Autorin erwähnt wurde wie intelligent und klug Joss ist. Auch habe ich stellenweise die Story als sehr seicht und flach empfunden. Erst im letzten Drittel des Buches stieg die Spannung dann endlich, vorher waren viele Passagen einfach nur langatmig und zäh. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und flüssig, daher kann man locker über die zähen Passagen hinwegsehen und sich an diesem unterhaltsamen Gruselmärchen für Erwachsene erfreuen. Auch die Ideen die Barbara Erskine in diese Story einbringt um ihren Lesern das Gruseln zu lehren,sind wirklich klasse. Ich würde dieses Buch jedem empfehlen der gerne mal eine nette schaurige Geschichte über Geister lesen möchte.

Note: 2

Andrews, V.C.: Die Orphan-Saga

Band 1-4 Orphan Saga

Verlag:
Goldmann
erschienen:
2000
Seiten:
604
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3442361729
Übersetzung:
Susanne Althoetmar-Smarczyk

Klappentext:

Dieser Band enthält: „Dunkler Schmetterling“, „Geliebte Crystal“, „Spiegel der Schatten“, „Haus der Tränen“. Die Originalausgaben „Butterfly“, „Crystal“, „Brooke“, „Raven“ erschienen 1998 bei Pocket Books.

Überglücklich ist die 13-jährige Waise Janet, als sie von einem jungen Ehepaar adoptiert wird. Doch Celine Delorice hat Janet nur wegen ihres zierlichen Körperbaus ausgesucht. Sie möchte Janet zu einer berühmten Ballerina machen, ein Traum, den sie sich selbst nie erfüllen konnte. Ähnlich enttäuschende Erfahrungen müssen auch die beiden Waisen Crystal und Brooke machen: Schnell zerbrechen ihre Hoffnungen an der grausamen Wirklichkeit. Nur die 12-jährige Raven findet echte Geborgenheit bei ihrem Onkel – bis der sein wahres Gesicht zeigt …

Rezension:

Als erstes muss man sich klar darüber sein, dass dieses Buch eine Mogelpackung ist. V.C. Andrews ist schon seit einigen Jahren tot und kann höchstens ein paar Ideen, die noch in ihrer Schreibtischschublade gesteckt haben, zu diesem Buch beigetragen haben. Ich finde es auf jeden Fall etwas merkwürdig, dass man Mrs. Andrews so vermarktet, dass auf dem Cover hinter ihrem Namen schon ein kleines TM thront. Hinter diesem Buch steht also keine Autorin mehr, sondern nur noch eine Marke. Und so gibt es eigentlich auch in „ihrem“ neuen Roman nichts neues. Wie immer haben Andrews‘ Hauptfiguren schrecklich viel mitzumachen und natürlich ertragen alle ihr Schicksal märthyrerhaft. Das lässt sich zwar ganz nett lesen, kann aber nicht mehr besonders begeistern. Zumal einem diese abgedrehten Mütter irgendwann tierisch auf den Keks gehen.

Note: 3