Kane, Stacia: Seelenzorn

Band 2 Chess Putnam Serie

Originaltitel: Unholy Magic
Verlag:
LYX
erschienen:
2011
Seiten:
432
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3802583574
Übersetzung:
Jasper Nicolaisen

Klappentext:

Die Geisterjägerin Chess erhält den Auftrag, das Haus eines Prominenten zu durchsuchen, in dem es angeblich spuken soll. Zudem geht in Downside ein Serienmörder um, der auf grausame Weise Prostituierte umbringt. Gerüchten zufolge soll der Täter ein Geist sein. Chess wird in die Ermittlungen hineingezogen und gerät mitten in einen Bandenkrieg, der von zwei mächtigen Drogenbossen geführt wird. Als wäre das noch nicht genug, steht Chess auch noch zwischen zwei gleichermaßen gefährlichen Männern, die ihr Gefühlsleben ins Chaos stürzen …

Rezension:

Während viele amerikanische Bücher in typischen amerikanischen Kleinstädten spielen, so scheint diese Geschichte das Spiegelbild eines amerikanischen Slums/Ghettos (soweit ich das von außen beurteilen kann) zu sein.  Rivalisierende, regierende Banden/Unternehmen geraten in Konflikt,  Prostituierte/ Angestellte werden ermordet.

Chess, die zwischen allen Stühlen sitzt muss sich um ihren eigentlichen Auftrag kümmern. Zusätzlich zu Ihren bisherigen Problemen hat sie es geschafft schwierige Beziehungen einzugehen und muss nun zusätzlich mit Ihrem Gefühlschaos fertig werden. Zum Schluss heißt es dann nicht Sex sells, sondern Sex kills…

Meine Schwierigkeiten aus dem ersten Band mit der doch sehr düsteren Atmophäre haben sich beim weiteren Lesen ein wenig gelegt. Einfach, weil die Autorin es schafft eine spannende Geschichte zu spinnen. Ein wenig erinnert mich diese Reihe an die „Harry Dresden“ Serie von Jim Butcher. Nur das bei Stacia Kane der Humor der Dresden Bücher fehlt.

Note: 2

Kane, Stacia: Geisterflut

Band 1 Chess Putnam Serie

Originaltitel: Unholy Ghost
Verlag:
LYX
erschienen:
2011
Seiten:
400
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3802583566
Übersetzung:
Jochen Schwarzer

Klappentext:

In einer Welt, in der die Geister der Toten auferstehen und die Lebenden verfolgen, sind Geisterjäger sehr gefragt. Chess Putnam besitzt magische Kräfte und die Fähigkeit, Geister zu bannen. Ein Job, der ihren Lebensunterhalt sichert, aber nicht genug abwirft, um ihre Schulden bei dem Drogenboss Bump bezahlen zu können. Dieser zwingt Chess dazu, einen gefährlichen Auftrag anzunehmen. Ein Unbekannter bedient sich schwarzer Magie, um Dämonen zu beschwören und dunkle Energien zu entfesseln, die eine ganze Stadt vernichten könnten. Chess muss all ihre magischen Kräfte aufwenden, um dem Schuldigen auf die Spur zu kommen.

Rezension:

Der Einstieg in diese Serie ist mir schwer gefallen und ich habe nach etwa 100 Seiten überlegt das Buch abzubrechen. Weder für die Drogensucht der Heldin, das  totalitäre durch eine Kirche beherrschte Gesellschaftssystem noch für die insgesamt düster, schwarzgestimmten Szenarien, die die Autorin malt habe ich in Büchern wirklich etwas übrig. Aber das ist eine subjektive Einstellung und nachdem ich mich darauf eingelassen hatte, rückten diese Punkte irgendwann in den Hintergrund und eine wirklich spannende und fesselnde Geschichte um einen verfluchten Flughafen, einen Traumdieb und eine fiese Terrorgruppe begann: Ein spannender  Auftakt für eine dann doch vielversprechende Serie.

Note: 3

Teege, Jennifer: Amon – Mein Großvater hätte mich erschossen

Verlag: Rowohlt
erschienen:
2013
Seiten:
272
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3498064932

Klappentext:

Es ist ein Schock, der ihr ganzes Selbstverständnis erschüttert: Mit 38 Jahren erfährt Jennifer Teege durch einen Zufall, wer sie ist. In einer Bibliothek findet sie ein Buch über ihre Mutter und ihren Großvater Amon Göth. Millionen Menschen kennen Göths Geschichte. In Steven Spielbergs Film «Schindlers Liste» ist der brutale KZ-Kommandant der Saufkumpan und Gegenspieler des Judenretters Oskar Schindler. Göth war verantwortlich für den Tod tausender Menschen und wurde 1946 gehängt. Seine Lebensgefährtin Ruth Irene, Jennifer Teeges geliebte Großmutter, begeht 1983 Selbstmord. Jennifer Teege ist die Tochter einer Deutschen und eines Nigerianers. Sie wurde bei Adoptiveltern groß und hat danach in Israel studiert.

Jetzt ist sie mit einem Familiengeheimnis konfrontiert, das sie nicht mehr ruhen lässt. Wie kann sie ihren jüdischen Freunden noch unter die Augen treten? Und was soll sie ihren eigenen Kindern erzählen? Jennifer Teege beschäftigt sich intensiv mit der Vergangenheit. Sie trifft ihre Mutter wieder, die sie viele Jahre nicht gesehen hat. Gemeinsam mit der Journalistin Nikola Sellmair recherchiert sie ihre Familiengeschichte, sucht die Orte der Vergangenheit noch einmal auf, reist nach Israel und nach Polen. Schritt für Schritt wird aus dem Schock über die Abgründe der eigenen Familie die Geschichte einer Befreiung.

Rezension:

Manchmal hat es große Vorteile in einem Buchladen zu arbeiten. Eines Abends kurz vor Ladenschluss (damals stand das Buch noch nicht auf der Bestsellerliste), zog es mich irgendwie hin und ich habe die ersten Seiten angelesen. . Ich bin keine große Fernsehschauerin und habe deswegen keine der Talkshow-Auftritte der Autorin mitbekommen. Von daher war sie mir als Person und auch ihre Geschichte vollkommen unbekannt. Am nächsten Tag habe ich das Buch dann gekauft und es nicht bereut.

Mit Autobiographien ist das ja oft so eine Sache. Oft sind sie inhaltlich interessant, weil sie Außergewöhnliches erzählen (sieht man mal von Autobiographien von Stars und Sternchen ab, die nur zur Selbstbeweihräucherungszwecken oder für Publicity veröffentlicht werden), aber leider stilitisch nicht besonders gehaltvoll. Denn nicht jeder, der etwas zu erzählen hat, ist ein guter Autor. Bei Jennifer Teege ist dies glücklicherweise der Fall.

Ihre Geschichte ist natürlich im ersten Augenblick schockierend. Der Gedanke durch Zufall zu erfahren, dass sein Großvater ein Sadist und Verbrecher gewesen ist, dürfte niemanden kalt lassen, aber es ist besonders Jennifers Eindringlichkeit und ihre Offenheit uns an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben zu lassen, die dieses Buch so außergewöhnlich macht.

Zwischendurch gibt es immer wieder Einschübe der Co-Autorin und Journalistin Nikola Sellmair, die dem Leser nötige Hintergrundinformationen zu den historischen Gegebenheiten und Persönlichkeiten liefert. Wer z.B. Amon Göth nur aus „Schindlers Liste“ kennt und sich nicht mit seiner Biographie auskennt, wird wichtige Details erfahren, die Jennifers Geschichte tiefer wirken lassen. Einige Leser werden diese Einschübe vielleicht als störend empfinden, weil sie den Lesefluss unterbrechen. Ich halte die Informationen aber als zu wichtig und habe es zudem als angenehm gefunden, zwischendurch mal etwas Luft holen zu können, denn es ist auf jeden Fall etwas anderes, ob man etwas nüchtern und sachlich vermittelt bekommt, oder dabei zusehen muss, wie jemand wirklich betroffen ist.

Der Holocaust ist und wird wohl immer in Deutschland ein großes Thema sein und immer wieder gibt es Diskussionen darüber, ob unsere Generation überhaupt noch etwas damit zu tun hat und sich verantwortlich fühlen sollte. Diese Frage ist jedoch unglaublich schwer zu beantworten, wenn man ein Nachkomme einer der Täter war. Jennifer Teege macht auf verschiedene Arten deutlich, wie in der Nachkriegsgeneration mit der Schuld umgegangen wurde. Gerade wie ihre Großmutter die Sache mehr oder weniger verdrängt oder gar verneint hat, ist erschreckend. Die Frage ist auch, in wie vielen Familien es Täter gegeben hat und dies totgewschwiegen wurde, so dass heute die Familien gar nicht genau wissen, welche Vergangenheit sie haben.

Jennifer selbst hatte ohnehin eine schwere Kindheit (Kinderheim, Adoption, etc.), aber auch immer das Gefühl, dass es da etwas gibt, was sie nicht fassen kann. Ob daher auch ihre Depressionen stammen, wird zwar nicht explizit gesagt, aber angedeutet. Wenn man berücksichtigt, welche Entwicklung Jennifer im Laufe des Buches durch macht und wie sie ihre Vergangenheit aufarbeitet, liegt jedoch der Gedanke nahe, dass daran etwas wahres dran ist. Es lässt sich immer leicht sagen, dass man mit den Geschehnissen von damals nichts zu tun hat, aber wenn man selbst betroffen ist, ist es wohl mit dem „das hat mit mir doch nichts mehr zu tun“ vorbei. 

Für mich war es auch faszinierend, wie stark diese Dinge Jennifers Leben beeinflusst haben, bevor sie überhaupt etwas davon wusste. Das Schweigen und die Lügen um sie herum, haben sie nachhaltig geprägt und sie Selbstbewusstsein und Gesundheit gekostet. Letztlich enthält dieses Buch trotz allem auch sehr viel Mut und Hoffnung, denn wie Jennifer diese Dinge verarbeitet und gestärkt daraus hervor geht, ist aller Ehren wert.

Note: 1

Finnek, Tom: Vor dem Abgrund

Verlag: Luebbe
erschienen:
2013
Seiten:
592
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3785724780

Klappentext:

Im Herbst 1888 kommen zwei junge Menschen ins Londoner East End, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die verarmte Celia Brooks versucht verzweifelt, ihren Vater zu finden. Der Hotelierssohn Rupert Ingram will hingegen seine Pflichten im sündigen Treiben vergessen. Doch im East End hat alles seinen Preis, Antworten ebenso wie das Vergessen. Und während die Huren ihre Dienste feilbieten und ein Mörder namens Jack the Ripper in den Schatten lauert, stoßen Celia und Rupert auf Geheimnisse, die ihr Leben für immer verändern …

Rezension:

Dieses Buch hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und wird mir lange in Erinnerung bleiben. Es ist ein Buch das man nicht einfach so nebenbei lesen kann, dafür ist in den facettenreichen Charakteren und der Handlung einfach zu viel Stoff zum nachdenken.

Der Spannungsbogen baut sich langsam auf und zieht den Leser immer tiefer in die Handlung. Eine eindrucksvolle Wortwahl und lebendige Dialoge verleihen der Handlung eine sehr dichte Atmosphäre. Die Dialoge geben den Charakteren der Protagonisten eine besondere Tiefe, die nicht nur durch „schwarz-weiß Denken“ geprägt ist.

Die Protagonisten wachsen dem Leser schnell ans Herz und man lacht und leidet beim Lesen mit ihnen. Die Beschreibung der Lebensumstände der Menschen im East End von London ist oftmals so detailliert, das man den Gestank förmlich riechen kann. Obwohl das Leben im East End von Schmutz, Alkohol und Gewalt geprägt war, schafft es der Autor ohne lang und breit beschriebene Gewaltszenen, oder widerliche Vergewaltigungsszenen, die Lebensumstände der Menschen realistisch darzustellen. Das habe ich Tom Finnek hoch angerechnet das er diese Szenen sehr genau dosiert hat. Dadurch wurde das Buch für mich zu einem Wohlfühlbuch, welches ich beim Lesen auch genießen konnte.

Besonders schön finde ich bei den historischen Büchern von Tom Finnek, dass er immer einen besonders pfiffigen und frechen Lausebengel in die Handlung intrigiert. Diese Lausebengel verleihen der oft düsteren Handlung einen gewissen Witz und Spaßfaktor. Mir gefällt eine solche Figur immer sehr gut in historischen Romanen.

Der Autor hat auch das Schicksal realer existierender Personen der damaligen Zeit in die Handlung mit eingeflochten. Durch diese Personen hat er der Handlung noch eine besonders spannende Komponente hinzugefügt. Ich bin sicher, dass da auch eine sehr aufwändige Recherche hinter steckt, aber genau das macht die Handlung so glaubwürdig. Ich bin von diesem Buch sehr begeistert und kann es nur jedem Empfehlen der historische Romane mag.

Note: 1

Pötzsch, Oliver: Die Burg der Könige

Verlag: List
erschienen:
2013
Seiten:
944
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3471350837

Klappentext:

1524. Die deutschen Lande werden von den Bauernkriegen zerrissen. Dem Adel droht der Verlust der Macht, dem Volk Hunger und Tod. Die Herrschaft Kaiser Karls V. ist in Gefahr. Da stoßen Agnes, die Herrin der mächtigen Burg Trifels, und Mathis, der Sohn des Burgschmieds, auf ein Geheimnis, das über die Zukunft der Krone entscheiden wird.

Rezension:

Im Jahre 1524 lebte auf einer Burg ein junges Fräulein mit Namen Agnes. Ihre Burg war der Trifels, einst war es die Kaiserburg schlechthin doch nun ist es fast nur noch eine Ruine. Sie will um jeden Preis ihre Burg erhalten und muss dafür ein Rätsel lösen, allerdings ist es die Zeit als die Bauern gegen den Adel rebellierten und so zieht der Krieg durchs Land und machen Agnes Aufgaben nicht leichter.

Der Erzählstil von Oliver Pötzsch ist leicht und flüssig zu lesen und so flogen die Seiten nur so dahin. Er schaffte es mühelos mich mit auf den Trifels zu nehmen. Schnell wurden die Protagonisten lebendig und es hat Spaß gemacht Agnes auf ihrer Reise zu begleiten. Sie kennenzulernen und mitzuerleben was sie erlebte. Die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet und wachsen von Seite zu Seite. Auch die politischen Gegebenheiten dieser Zeit hat der Autor gut vermittelt. Es ist die Zeit der Bauernaufstände, ein Prediger mit Namen Luther zieht durchs Land und die Bauern wollen mehr Freiheiten und Gerechtigkeit. Von diesen Aufständen erzählt der Roman genauso wie von einem uralten Geheimnis welches es zu hüten galt. Doch König Franz von Frankreich trachtet genauso danach wie der deutsche König Karl V. So gibt es Verwicklungen und Verwirrungen wie in einem guten Krimi. Es ist eben von allem etwas dabei. Krimispaß gemischt mit einem historischen Roman, der noch einiges an Wissen aus dem 16 Jahrhundert bereit hält. Für zusätzliche Spannung sorgt der Autor, indem er immer wieder zwischen den einzelnen Protagonisten hin und her schwenkt. Dem Leser entgeht so nicht wie es um die Gegner von Agnes bestellt ist. Wer ihr gewogen ist und wer nicht. Zusätzlich schildert Oliver Pötzsch die landschaftlichen Begebenheiten so bildhaft, dass man die Burgen, die Wälder und Städte deutlich vor Augen hatte. Mir hat es Spaß gemacht diesen Weg mit zugehen und Agnes und ihre Begleiter ein Stück ihres Weges zu begleiten.

Cover/Aufmachung: Das Cover ist in einem schönen Rotton gehalten aber trotzdem schlicht, mir gefällt es gut. Gleich zu Beginn gibt es eine Karte und ein Personenregister und am Ende ein Ausführliches Nachwort des Autors. Hier werden Fiktion und Wahrheit  voneinander getrennt, ich fand das alles sehr interessant und spannend.

Mein Fazit: „Die Burg der Könige“ ist ein historischer Roman ganz nach meinem Geschmack. Er hat mich gut unterhalten und ich hatte spannende und interessante Lesestunden. Es gab alte Rittersagen, etwas Liebe, leider auch ein wenig Krieg und von dem Handwerk des Schmieds in dieser Zeit wurde auch berichtet. Ich kann es jedem empfehlen, der wie ich gern historische Romane liest.

Note: 1