Aaronovitch, Ben: Die Flüsse von London

Band 1 Peter Grant Serie

Originaltitel: Rivers of London
Verlag:
dtv
erschienen:
2012
Seiten:
480
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3423213418
Übersetzung:
Karlheinz Dürr

Klappentext:

Peter Grant ist Police Constable in London mit einer ausgeprägten Begabung fürs Magische. Was seinen Vorgesetzten nicht entgeht. Auftritt Thomas Nightingale, Polizeiinspektor und außerdem der letzte Zauberer Englands. Er wird Peter in den Grundlagen der Magie ausbilden. Ein Mord in Covent Garden führt den frischgebackenen Zauberlehrling Peter auf die Spur eines Schauspielers, der vor 200 Jahren an dieser Stelle den Tod fand.

Rezension:

Peter Grant hat gerade seine Ausbildung zum Police Constable durchlaufen, nun hofft er in eine interessante Abteilung zu kommen. Insgeheim befürchtet er aber, dass er auf einen langweiligen Schreibtisch-Job abgeschoben wird. Lesley, seine Kollegin hatte da inzwischen schon mehr Glück, sie konnte ihren Traumjob schon ergattern, was Peter neidisch zur Kenntnis nimmt.

Es ändert sich alles, als Peter Grant zu einem Tatort in Covent Garden gerufen wird, einem unbescholtenen Bürger wurde einfach so der Kopf abgeschlagen. Peter trifft sogar auf einen Zeugen, der nähere Angaben zum Verbrechen machen kann. Aber bald dämmert ihn, dass dieser Zeuge wohl ein Geist sein muss, den nur er allein zu sehen bekommt. So wird Peter dem Polizeiinspektor Thomas Nightingale, einen der letzten Zauberer von England zugeteilt. Bei ihm soll er in die Lehre gehen und die Grundlagen der Magie lernen.

Eigentlich werden in diesem Buch zwei Geschichten erzählt, einmal dreht sich alles um die Aufklärung der rätselhaften Morde. Der andere Teil dreht sich um die Befriedung und Waffenstillstand von Themsegott- und Göttin. Flussgötter ins Spiel zu bringen, ist zwar ein interessanter Einfall, hat aber mit dem anderen Handlungsstrang rein gar nichts zu tun und ist somit für mich ziemlich überflüssig, da der Autor die Teile nicht miteinander verflechten konnte. Es sind äußerst zivilisierte Flussgötter und tragen somit auch wenig für die Spannung der Geschichte bei.

Die (magische) Krimigeschichte konnte mich auch nur teilweise überzeugen. Der Autor hat zwar einen humorvollen, flüssigen Schreibstil, aber durchgehende Spannung konnte er nicht bieten. So steuerte der Krimiteil in der Oper zu einem vorgezogenen Höhepunkt, um dann beim eigentlichen Finale den Leser enttäuscht zurückzulassen. Ein banales Finale, da hat es sich der Autor doch recht leicht gemacht. Insgesamt gesehen eine nette Unterhaltung, aber sicherlich noch steigerungsfähig.

Note: 3+

Sarafin, Jean: Die Nachtmahr Traumtagebücher

Band 1 Nachtmahr Serie

Verlag:
Elysion Books
erschienen:
2011
Seiten:
288
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3942602148

Klappentext:

»Manchmal muss man zur Bösen werden, um das Richtige zu tun.« Liz, die seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Tante lebt, kommt endlich wieder auf eine normale Schule. Doch ausgerechnet Jonah, der sinnliche Grund für Liz´ langjährigen Aufenthalt in einem Internat für Schwererziehbare, macht mit ihrem Stiefbruder gemeinsame Sache und versucht ihr erneut etwas anzuhängen. Damit kommt Liz klar … aber wie soll sie mit dem unerwarteten Interesse des verführerischen Stufensprechers Elijah umgehen? Oder damit, dass einige Mädchen einfach nicht mehr aus dem Schlaf erwachen und das Erbstück ihrer Eltern der Grund dafür zu sein scheint? Ausgerechnet diese Taschenuhr erregt die Aufmerksamkeit des begehrten Stufensprecher Elijah. Von ihm umworben und von Jonah verfolgt, wird Liz schließlich mit dem Grauen konfrontiert, über das ihre Familie seit Jahrhunderten wacht.

Rezension:

Ich habe mich ohne allzu große Erwartungen auf dieses Buch eingelassen und wurde angenehm überrascht. Es ist nicht wirklich der xyz-te Twilight-Ableger. Liz ist ein patentes junges Mädchen, dass zwar auch in dunkle, unheimliche Häuser geht, aber eben genug Hirn hat, es nur mit gutem Grund zu tun und dabei vorsichtig zu sein. Dass sie trotz all ihres mehrfach erwähnten Kampfsporttrainings die erworbenen Fähigkeiten nie nutzt, wenn es drauf ankommt (sie will ja niemanden verletzen) verwirrt mich allerdings etwas. Aber Teenager müssen ja nicht unbedingt immer logisch denken, hab ich damals auch nicht. Was mich zu meinem Hauptproblem mit dem Buch führt: Es bleibt sehr, sehr lange ein Teen-Drama, in dem das Übernatürliche sich nur am Rand andeutet.

Liz‘ Probleme mit der Familie, mit ihrer eigenen Paranoia, dem Mobbing in der Schule und den Jungs nehmen sehr viel Raum ein und da bewegt sich die Handlung auch ein wenig im Zickzack und wiederholt sich. Muss sie wirklich drei Jungs widersprüchliche Gefühle entgegenbringen? Muss es nach der Versöhnung mit ihrem Stiefbruder dann wirklich doch wieder genauso kriseln wie vorher? Hinzu kommt ein Lektorat, das ich mir etwas rigoroser wünschen könnte. Da ist nicht nur (mindestens?) eine Inkonsequenz in der Story stehengeblieben (Liz hat etwas, was sie grade noch verschickt hatte und was dann auch wirklich später am Bestimmungsort des Briefes auftaucht plötzlich wieder in der Tasche) sondern viele kleine sprachliche Schwächen. „Ich bin wieder zu da!“, ruft Liz, wenn sie nach Hause kommt, nur/nun, der/den-Vertipper sind stehengeblieben und wo die (von mir zumindest angenommene) Nicht-Muttersprachlichkeit der Autorin zum Teil für schöne, originelle sprachliche Wendungen sorgt, kratzt manches auch als falsch an meinem Sprachgefühl. Der Spannung hat allerdings auch das keinen Abbruch getan – das „Warum ?“ hat mich als Leser die ganze Zeit genauso beschäftigt wie die Ich-Erzählerin und Protagonistin Liz. Und das Buch findet zwar einen Abschluss – mit viel gutem Willen könnte man es vielleicht sogar ein Happy End nennen? –  lässt aber auch noch genug Fragen offen, um neugierig zu machen auf den nächsten Band.

Fazit:

Wer eine paranormal angehauchte Teenager-Geschichte lesen möchte wird hier gut bedient- zumindest wenn er/sie sich nicht so über kleine Fehler aufregt, dass die Spannung flöten geht.

Note: 3+

Swan, Susan: Böse Mädchen

Originaltitel: Wifes of Bath
Verlag:
Piper
erschienen:
1997
Seiten:
249
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
349222041X
Übersetzung:
Heimo Mitterer

Klappentext:

Mit dreizehn Jahren kommt Mary, genannt Muaus, gegen ihren Willen auf ein Mädcheninternat. Sie findet dort Schlimmeres vor, als sie sich ausgemalt hat: lesbische Lehrerinnen, ein Gespenst, ein Zwerg und vor allem eine Zimmergenossin, die ihr ganz und gar unheimlich ist. Daß ihre Furcht vor der burschikosen Pauline begründet ist, begreift Maus, als die Ereignisse eskalieren und alles ein böses Ende nimmt.

Rezension:

Das Cover der deutschen Ausgabe und die Inhaltsangabe bei amazon sind eine Frechheit, hier hat jemand nix kapiert. Ich bin mehr als froh, dass ich die englische Ausgabe habe. Ich bin über den Film „Lost and Delirious“ auf das Buch gekommen und war überrascht von den großen Unterschieden- angenehm überrascht bisher, ich hoffe, das hält an, wenn ich den Film mal wieder sehe.

Eine spoilerfreie Rezension zu schreiben ist nicht ganz einfach, doch da schon das zweite Kapitel ein Prozessprotokoll ist, das klar macht, dass Paulie im Laufe des Romans ein ernsthaftes Verbrechen begehen (oder sich zumindest eines ernsthaften Verbrechens verdächtig machen) wird, kann ich das wohl verraten. Das ist übrigens imho eine der großen Stärken des Romans: Die abwechslungsreiche Art, wie er erzählt wird. Da ist Mouse‘ eigene Erzählstimme aber auch ihre Dialoge mit Alice, Träume, ihre Briefe an ihr Idol Präsident Kennedy, Briefe anderer Personen und die Prozessprotokolle. Die Geschichte wird gewissermaßen von vorne und hinten aufgerollt und man muss sich als Leser ständig orientieren. Das könnte anstrengend sein, wenn es nicht so gut gemacht wäre und in so mundgerechte kleine Kapitel-Happen zerteilt wäre. Für mich ist es trotzdem ein Buch, das ich definitiv mehrfach lesen muss, um ihm gerecht zu werden. Da steckt einfach zu viel drin, um es auf einmal erfassen zu können. Gerade Paulies Tragödie- wo hat sie der Realität dann komplett den Rücken gekehrt? Wo war der Punkt, wo man ihr noch hätte helfen können und wie? Fragen über Geschlechterrollen, Individualität und Identität drängen sich auf und dadurch, dass man nur Mouse‘ vorsichtige aber doch klar subjektive Erzählung hat, bekommt man keine leichten Antworten aufgedrängt sondern muss sich selbst welche suchen.

Fazit:

Ich bin sehr froh, dass ich dieses Buch endlich gelesen habe und werde es bestimmt noch öfter tun. Buch und Film lassen sich völlig unabhängig voneinander genießen – sie zu vergleichen könnte aber noch eine besondere (wissenschaftliche  :-> ) Herausforderung sein.

Note: 1

Simmons, Dan: Drood

Originaltitel: Drood
Verlag:
Heyne
erschienen:
2010
Seiten:
976
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3453408063
Übersetzung:
Friedrich Mader

Klappentext:

London im Jahr 1865: Bei einem dramatischen Eisenbahnunglück finden etliche Menschen den Tod. Unter den Überlebenden ist der bedeutendste Schriftsteller seiner Zeit: Charles Dickens. Doch nach diesem Ereignis ist Dickens nicht mehr derselbe. Wie besessen macht er sich auf die Suche nach einem mysteriösen Mann namens Drood. Aber wer oder was ist Drood wirklich? Und kann es sein, dass Charles Dickens in seinen letzten Lebensjahren zum kaltblütigen Mörder wird?

Rezension:

„Drood“ von Dan Simmons ist ein Mystery-Roman, der auf einer wahren Begebenheit beruht und die letzten Jahre des großen Autors Charles Dickens als Hintergrundthema hat. Alles beginnt mit dem schweren Eisenbahnunglück von Staplehurst, Kent im Juni 1865, das der berühmte Autor, ohne größeren körperlichen Schaden erlitten zu haben, überlebt. Der seelische/ geistige Zustand ist jedoch ein anderer, denn er ist nach dem Unglück doch merklich verändert und wie besessen macht er sich auf die Suche nach dem Mann, den er bei diesem Unglück kennengelernt hat, Drood, den mehr als nur ein mysteriöses Geheimnis umgibt.

Die Grundidee zu diesem Roman finde ich sensationell. Da haben wir zum einen das Zugunglück, das tatsächlich geschehen ist und welches Charles Dickens tatsächlich überlebt hat. Die seelische Belastung versucht er mit Hilfe  einiger seiner späteren Werke zu verarbeiten, was der Leser oft spüren kann. Schön auch die Idee, den Titelhelden aus Dickens letzten Werk zu einer der Hauptfiguren und wiederum Titelfigur zu machen, und zwar den mysteriösen Mr. Drood aus „Das Geheimnis des Edwin Drood“, welches der Autor jedoch nicht beenden konnte, da er während der Niederschrift verstarb. Ebenso mag ich die Idee, dass der Roman aus der Sicht von Wilkie Collins in der Ich-Form erzählt wird, auch wenn ich die Ich-Form in der Regel nicht so mag. Aber es passt hier einfach zu gut, da Wilkie Collins ein enger Freund von Dickens war und mit ihm sogar gemeinsame Werke geschrieben hat. Da Collins jedoch nicht aus dem Schatten des großen Dickens heraustreten konnte – auch nach Dickens Tod nicht – ist der Neid und das mitunter sehr angespannte Verhältnis zwischen den beiden Autoren über die Ich-Form sehr gut nachvollziehbar.

Dass der Roman zudem noch in London spielt, teilweise sogar in einem mysteriösen London und in dessen Unterwelt, konnte mich zwischenzeitlich auch in die totale Euphorie versetzen denn ich mag die Stadt und all bekannten Mythen wie auch neuere Mythen aus Romanen sehr. London scheint sich da geradezu anzubieten. Gerade auch der Anfang war sehr vielversprechend. Der Stil ist sehr bilderreich, Drood äußerst unheimlich und überhaupt die ganze Stimmung eher düster und mysteriös. Das passte perfekt in einen kalten ungemütlichen Dezember. Das Kopfkino hat zu Beginn wunderbar funktioniert, die Figuren – allem voran Drood – standen quasi live und in Farbe vor mir und ich war äußerst gespannt, wieviel von dem Roman bzgl. des Lebens der beiden Autoren letztlich fiktiv oder eben real war.

Allerdings habe ich auch schnell nachempfinden können, was so manche Rezension kritisiert hat: unendlich lange Ausschweifungen zu Dickens‘ oder Collins‘ Werken, die zwar zu der egozentrischen Darstellung der Autoren passen, die aber den Lesespaß und Lesefluss unheimlich bremsen und mit der eigentliche Geschichten um Drood in keinerlei Zusammenhang zu stehen scheinen. Diese Ausschweifungen komplett wegzulassen wäre jedoch auch nicht der richtige Weg gewesen, denn die Werke gehören zu den Autoren wie auch das Zugunglück zu Dickens gehört. Aber mir waren sie viel zu lang. Außerdem erzählt Wilkie Collins die ganze Geschichte in einer etwas altertümlich anmutenden Sprache, was zwar wiederum zu der Zeit passt, aber anstrengend zu lesen ist. Vielleicht sind diese Ausschweifungen zu den Werken interessanter, wenn man diese Werke auch kennt, was für mich jedoch nicht zutrifft, denn ich kenne ja noch nicht mal die Werke – bis auf wenige Ausnahmen – von Charles Dickens so richtig, ganz zu schweigen von den Werken von Wilkie Collins. Ich hatte da z.B. eine Randfigur entdeckt, die evtl. aus seinem Werke von Collins hätte stammen können, aber wenn man diese Werke eben nicht kennt, dann versteht man auch nur den kleinsten Teil von möglichen Anmerkungen auf diese Werke. Ein Austausch zu dem Buch mit anderen Lesern z.B. über eine Leserunde hätte da bestimmt einiges gebracht. Ich kam mir zwischenzeitlich vor wie bei der Lektüre von „Lycidas“ von Christoph Marzi ,der mich auf „Das verlorene Paradies“ ebenso neugierig gemacht hat, wie Dan Simmons jetzt auf „Der Monddiamant“ von Wilkie Collins, aber vermutlich hätte ich auch hier wieder nur lesetechnische Probleme mit den Klassikern und deren Sprache.

Trotz der genannten Kritikpunkte gibt es auch einige Passagen, wo mich das Buch so richtig begeistern konnte, wobei dies hauptsächliche die Passagen rund um Mr. Drood waren oder solche Passagen, wo es generell etwas mysteriöser wurde. Da konnte ich das Buch teilweise gar nicht aus der Hand legen.

Neben dem geheimnisvollen Mr. Drood hat mir die Charakterisierung der Figuren generell ziemlich gut gefallen, auch wenn ich zu keiner der Figuren einen Bezug habe finden können, denn es ist schon mal was anderes, wenn die Hauptfiguren nicht die supersympathischen Gut-Menschen sind. Bei Dickens habe ich mir das auch gut gefallen lassen können, bei Collins finde ich die unsympathische Seite aber schon zu extrem. Ich muss Hauptfiguren nicht zwingend mögen um das Buch zu mögen, aber sie müssen ein gewisses Etwas haben und das hat Collins nicht, der ist einfach nur unsympathisch und hat mir das Buch dadurch teilweise madig gemacht.  Wobei ich ihn grundsätzlich einen interessanten Charakter finde, über den ich auch gerne noch mehr erfahren hätte, aber es sind gerade im Bezug auf seine persönliche und familiäre Situation doch noch einige Fragen offen geblieben, die ich auch im Internet nicht haben recherchieren können. Hier finde ich es schade, dass es kein Nachwort des Autors zu Wahrheit und Fiktion gibt, das hätte mich sehr interessiert.

Es ist grundsätzlich sehr schade, dass das Buch neben wenigen Höhepunkten so viele langatmige Tiefpunkte hat, denn das Buch hat in meinen Augen wesentlich mehr Potential zu bieten, als der Autor daraus geschöpft hat, denn er kann erzählen und hat eine tolle Grundidee. Mit mehr Konzentration auf die Geschichte um Drood und weniger ausschweifendes Gelaber um die Werke von Collins und Dickens hätte es ein richtig gutes Buch werden können.  Ich bereue es letztlich nicht, das Buch gelesen zu haben, denn ich war schon sehr neugierig darauf, aber ich muss nach dieser Erfahrung jetzt auch nicht zwingend ein weiteres Buch des Autors lesen, denn die Kritiken sind da nicht wesentlich besser.

Note: 3

Ross, Stefanie: Rob – Tödliche Wildnis

Band 3 DeGrasse Serie

Verlag: LYX
erschienen:
2013
Seiten:
544
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3802590740

Klappentext:

Eher widerwillig lässt sich der Anwalt Rob DeGrasse auf einen einwöchigen Ausflug in den Yosemite-Nationalpark ein. Auch die Rangerin Cat Johnson ist wenig begeistert von dem Besucher, den sie begleiten soll. Doch als Rob und Cat zufällig Verbrechern in die Quere kommen, wird der Ausflug zur tödlichen Jagd durch die Wildnis.

Rezension:

Schon lange habe ich auf das Buch von Rob hin gefiebert, allein schon weil ich unbedingt wissen musste wie ein Anwalt sich in einem Romantic Thrill Roman so schlägt. Zugegeben, ich konnte mir nicht richtig vorstellen wie Rob in eine Situation kommen sollte, in der er um sein Leben kämpfen muss. Ich kann nun sagen, dass ein Anwalt durchaus in eine solche Situation kommen kann und mich Stefanie Ross eines besseren belehrt hat!

Rob DeGrasse steht seinen zwei Brüdern, Luc und Jay (ihre Storys sind schon erschienen), um nichts nach und ich muss sogar zugeben, dass Rob fast dabei ist Luc seinen Rang bei mir abzulaufen. Da Stefanie Ross aber die wunderbare Gabe besitzt liebgewordenen Figuren immer wieder auftauchen und maßgeblich an der Geschichte teilhaben zu lassen, kann ein komplettes Verdrängen von Luc überhaupt nicht geschehen, dafür ist er auch in dieser Geschichte viel zu präsent. Und gerade das ist einer der Gründe, warum ich die Bücher von Stefanie Ross so gerne mag.

Ich muss zugeben, dass ich für ihre Bücher immer etwas länger brauche, das liegt aber in keinster Weise daran, dass sie keinen flüssigen Schreibstil haben, sondern vielmehr daran, dass ich das „Zusammensein“ mit den DeGrasse-Brüdern unheimlich genieße, die bildhaften und genauen Naturbeschreibungen in mir wirken lasse und ich ganz tief in die Geschichte eintauche.

Catherine habe ich auch ziemlich schnell mit ihrer zuerst etwas kratzbürstigen Art in mein Herz geschlossen, liefert sie sich doch mit Rob wirklich höchst amüsante Wortgefechte. Und zu lesen, wie die Gefühle zwischen den Beiden entstehen und mit welcher Vehemenz Rob um ihre aufkeimende Beziehung kämpft, lässt einen nur wohlig aufseufzen. Auch das finde ich wunderbar an den DeGrasse Jungs: wenn sie die Frau des Lebens gefunden haben, gibt es für sie keine Zweifel! In andern Liebesromanen dauert es oft bis zum Schluss bis sich Beide ihre Gefühle gestehen, das ist hier definitiv anders!

Stefanie Ross zeigt in „Rob – Tödliche Wildnis“ erneut, dass es für sie keine Schwarz-Weiß-Malerei gibt, sondern das es immer auch Grauschatten gibt, sei es jetzt bei dem Bösewicht oder den immer wieder auftauchenden liebenswerten Afghanen. Da kann ein gesuchter Terrorist schon mal ein helfender Freund sein….

Das Buch strotzt  vor energiegeladener Action und man fühlt sich so, als ob man selber mit Rob und Cat auf der Flucht durch den Yosemite-Nationalpark. Ich kann nur jedem der Romantic-Thrill mag die DeGrasse-Brüder und auch die noch kommenden Romane von Stefanie Ross ans Herz legen, es erwarten einen wirklich spannende, atemberaubende Lesestunden.  Ich freue mich riesig auf alle Bücher die noch kommen.

Note: 1