Cornwell, Patricia: Vergebliche Entwarnung

Band 4 Kay Scarpetta Serie

Originaltitel: Cruel and Unusual
Verlag:
Knaur
erschienen:
1994
Seiten:
414 Seiten
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3426671034
Übersetzung:
Georgia Sommerfeld

Klappentext:

Die Hinrichtung des Mördrs Ronnie Waddell in Virginia und derzeitgleiche Mord an dem dreizehnjährigen Eddie Heath scheinen zunächst nichts miteinander zu tun haben. Doch dann erinnert sich Kay Scarpetta, daß Waddells damaliges Opfer, eine Fernsehmoderatiorin, in ähnlich seltsam entstelltem Zustand aufgefunden wurde wie Eddie.
War Waddells Hinrichtung ein Justizirrtum?

Rezension:

Ich bin eindeutig im Serienfieber. Dies ist der vierte Band der Kay Scarpetta Serie und momentan lese ich gerade mit ungebrochener Begeisterung Band 6. In diesem Band ist wie in allen bisherigen noch mehr nichts so, wie es scheint. Ein Mörder soll hingerichtet werden, ein dreizehnjähriger Junge wird ermordert aufgefunden, Kays schwangere Assistentin benimmt sich merkwürdig und verängstigt und zudem gerät Kay im Verlauf des Romans immer mehr selbst ins Fadenkreuz. Wer ist der Mörder? Wie hängen die Fälle zusammen? Wurde der Richtige hingerichtet?

Kay muss so sehr wie nie zuvor, um ihre Karriere und ihren Ruf bangen. Auch Lucy bekommt wieder mehr Raum in diesem Buch und hält Ihre Tante auf Trabb, denn aus Lucy ist eine schöne, junge aber immer noch unberechenbare Frau geworden. Ich mag Cornwells Schreibstil einfach und mittlerweile warte ich förmlich auf die stichelnden und humorvollen Wortwechsel zwischen Kay und Marino. Auch dieser Roman der Reihe ist ein spannender und in pathologischer Hinsicht detaillierter Krimi, der vielleicht keine großen Showdowns, wie in neueren Thrillern enthält, aber trotzdem aufgrund des Falles und der wunderbaren Charaktere zu fesseln weiß.

Note: 2

Blake, Cindy: Schwarze Hochzeit

Originaltitel: Blood Sugar
Verlag:
Scherz
erschienen:
1993
Seiten:
285
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3502517320
Übersetzer: Sabine Steinberg

Klappentext:

Nach ihrer Hochzeit mit Robert scheint Elianes Glück vollkommen zu sein. Doch dann beginnt ihr Mann sich auf merkwürdige Art zu verändern: Fast unmerklich und scheinbar unabsichtlich beeinflußt er ihre Gewohnheiten und lenkt Elianes Leben in eine Richtung, deren tödliches Ziel sie, immer noch blind vor Liebe, nicht erkennt…

Rezension:

Ein sehr kurzes und schnell zu lesendes Buch. Auch wenn der Roman manchmal etwas vorhersehbar war, fand ich ihn trotzdem gelungen, was auch sehr an dem etwas ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin liegt. Irgendwie schafft sie es in kurzen Sätzen dem Leser mehr Nahezubringen, als in einem Roman, der vielleicht doppelt so viele Seiten hat. Das Ende ist ein wenig seltsam, wird aber durch überraschende Wendungen wett gemacht. Für einen verregneten Nachmittag zu empfehlen

Note: 2-

Binchy, Maeve: Echo vergangener Tage

Originaltitel: Echoes
Verlag:
Knaur
erschienen:
1995
Seiten:
686
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3426614464
Übersetzung:
Christa Prummer-Lehmair/Barbara Reitz/Gerlinde Schermzer-Rauwolf

Klappentext:

Irland in den fünfziger Jahren: Drei Kinder aus völlig unterschiedlichen Familien wachsen in dem kleinen Küstenort Castlebay auf. Jedes von ihnen hat seine eigene Vorstellung davon, wie es später einmal sein Leben gestalten möchte.

Clare träumt ausschließlich davon, durch Lernen dem engen Städchen zu entfliehen. David will ein berühmter Arzt und Spezialist werden. Und Gerry sehnt sich nur nach Ruhm und Erfolg. Im Laufe der Jahre müssen alle drei erkennen, daß sich nicht alle Träume aus den Kindertagen erfüllen. Doch das Echo ihrer Vergangenheit wird für sie stets allgegenwärtig sein.

Rezension:

Oh je, mein erster Maeve Binchy Roman und dann habe ich doch glatt einen schlechten erwischt. Dreiviertel des Buches lässt Maeve Binchy sich unheimlich viel Zeit um ihre Charaktere zu formen und ihnen Leben einzuhauchen und dann wird sie auf einmal so oberflächlich und fasst das Geschehen innerhalb weniger Seiten zusammen, so dass das ganze Buch dadurch schlecht wird. Und am Ende (das an sich wirklich doof ist) versteht man eigentlich gar nichts mehr. Wieso hat Claire Depressionen, wieso verlieben sich Claire und David eigentlich und heiraten und warum in Gottes Namen wird aus der selbstbewussten zielstrebigen Claire so ein kümmerliches etwas? Das weiß wahrscheinlich nur Maeve Binchy. Schade! Ich hätt’s auch gerne gewusst.

Note: 4

Baer, Ann: Die Farben des Jahres

Originaltitel: Medieval Woman
Verlag:
btb
erschienen:
1999
Seiten: 348
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3442724961
Übersetzung:
Walter Ahlers

Klappentext:

Marion ist froh darüber, daß sie Peter geheiratet hat, den bedächtigen Zimmermann, und nicht ihre heimliche Liebe, den Schäfer Dick. Und sie ist dankbar, daß ihr das Schicksal zwei von ihren fünf Kindern gelassen hat – die ungewöhnlich phantasievolle kleine Alice und den achtjährigen Peterkin. Da hat sie es besser getroffen als dame Margaret, die Lehnsherrin, die sich mit einer einzigen Tochter über neun Fehlgeburten hinwegtrösten muß.

Leicht ist das Leben für keinen in der kleinen Dorfgemeinschaft, in der es Arme gibt und etwas weniger Arme, Tüchtige und Untüchtige, Fröhliche und Mürrische, Junge und Alte – sie alles sind eingebunden in die strenge Hierarchie der Lehnsherrschaft.

Mit großer erzählerischer Anschaulichkeit schildert die Mittelalter-Spezialistin Ann Baer ein Jahr aus dem Leben dieses Dorfes, einen höchst lebendigen Kreislauf aus alltäglichen Verrichtungen, besonderen Ereignissen – etwas dem Fest der Schafschur, der Ernte, der gemeinsamen Weihnachtsfeier im Herrenhaus – und unerwarteten Abenteuern, kleinen wie großen.

Rezension:

Ein sehr unspektakuläres Buch, aber genau das macht es irgendwie aus. Man durchlebt ein Jahr mit Marion, der Frau eines armen Zimmermanns und fühlt sich wirklich ins Mittelalter zurückversetzt. Fast ist es so, als würde man selber zu einer Person dieses Romans und durch die Gegend laufen, um Marions Leben zu beobachten. Dabei zeigt die Autorin zwar ein sehr farbenfrohes, aber kein beschönigtes Bild des Mittelalters. Was für uns einfache Erkältungen sind, erweisen sich für Marion und ihre Familie zu schwerwiegenden Problemen und Ann Baer schildert das in allen drastischen Einzelheiten.

Wer mal etwas anderes, als die typischen Mittelalter-Romane lesen möchte, der ist mit diesem Roman garantiert gut bedient.

Note: 1-

Berlinger, Katryn: Villa Bernstein

Verlag: Knaur
erschienen:
2002
Seiten:
301 Seiten
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3426621460

Klappentext:

Als Alisa durch einen Unfall ihren geliebten Mann Henrik verliert, ist sie am Boden zerstört. Wie soll sie, die ein Kind von ihm erwartet, ohn ihn weiterleben können? Doch da vermacht ihre Großtante Wanda ihr noch zu Lebzeiten ein Hotel auf Usedom. Alisa ist zunächst gar nicht begeistert von dem unerwarteten Erbe, zumal mit diesem ein griesgrämiger Hausmeister, ein heruntergekommenes Gebäude und viele andere Sorgen verbunden sind. Doch Alisa beißt sich durch, denn sie hat nur einen Wunsch: Die „Villa Bernstein“ soll in altem Glanz wieder auferstehen!

Rezension:

Herje! Dieser Roman ist eine Strafe für jede gute deutsche Autorin, deren Manuskript irgendwo in der Versenkung verschwindet und niemals gelesen wird. Ich frage mich ehrlich, wie Frau Berlinger es geschafft hat, das jemand dieses Buch liest und es sogar veröffentlicht.

Der Sprachstil ist teilweise wirklich unterstes Niveau. Umgangssprachliche Phrasen wirklich völlig deplaziert und lächerlich. Gewisse Personen, vor allen Dingen nachher in der Villa sind voll von Klischees und absolut stereotypisch. Die Geschichte an sich teilweise langweilig, teilweise grauenhaft oberflächlich, unrealistisch und überflüssig. Wenn das Buch nicht so dünn gewesen wäre (300 Seiten) hätte ich es niemals zu Ende gelesen. Also lieber das Geld und vor allen Dingen die kostbare Zeit sparen!

Note: 5