Cornwell, Patricia: Die Tote ohne Namen

Band 6 Kay Scarpetta Serie

Originaltitel: From Potter’s Field
Verlag:
Goldmann
erschienen:
2009
Seiten:
414 Seiten
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3789132187
Übersetzung:
Anette Grube

Klappentext:

Als die Leiche der Frau am heiligen Abend gefunden wird, ist sie gegen einen eingefrorenen Brunnen im New Yorker Central Park gelehnt. Die Handschrift ist unverkennbar: Die unbekannte Tote ist ein weiteres Opfer des Serienmörders Temple Brooks Gault. Und bald ist auch klar, daß er es trotz weiterer Morde eigentlich nur auf ein Opfer abgesehen hat: Kay Scarpetta.


Rezension:

Ein weiterer spannender Thriller um die Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta und es geht wieder um den Serienmörder Temple Gault, der in diesem Buch offenbart, was er eigentlich will und das ist Kay höchstpersönlich. Gault begeht immer weitere Morde und beginnt langsam aber sicher Kay einzukreisen. Dazu gerät auch Kays Nichte Lucy in die Sache und Familie und Kriminalfall vermischen sich immer mehr. Auch Kays Affäre mit dem FBI-Agenten Benton Wesley bietet immer mehr Konfliktpotential und trägt nicht gerade zur Beruhigung von Kays Gefühlsleben bei.

Für mich ist Kay Scarpetta mittlerweile eine liebgewonnene Serienheldin und das gerade wegen ihrer spröden Art. Sie ist immer noch auf den ersten Blick eine unterkühlte Person, aber sie steht für die Menschen ein, die sie liebt und auch für ihre Opfer nimmt sie sich Zeit. Für mich eine bis dato immer noch sehr überzeugende Serie.

Note: 2

Pepper, Kate: 5 Tage im Sommer

Originaltitel: Five days in summer
Verlag:
Rowohlt
erschienen:
2005
Seiten:
320
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3499237776
Übersetzung:
Teja Schwaner

Klappentext:

Auf dem Parkplatz eines Supermarktes verschwindet eine junge Mutter. Als ihr Ehemann eine Vermisstenanzeige aufgeben will, nimmt ihn die Polizei nicht ernst. Nur John Geary, ein Ex-FBI-Agent, ist alarmiert. Vor genau sieben Jahren wurde eine andere Frau entführt. Fünf Tage danach verschwand ihr siebenjähriger Sohn. Und tauchte nie wieder auf. Im Gegensatz zu seiner Mutter. Doch die hat seitdem kein einziges Wort gesprochen.

Rezension:

Ein wirklich belangloses und meines Erachtens nach sehr schlecht geschriebenes Buch. Die Autorin geht in diesem sowieso schon eher dünnen Buch viel zu wenig auf den Fall ein. Viel mehr beschreibt sie alles so detailliert, das man erwartet gleich noch die Blümchen auf dem Toilettenpapier der Parkers zu sehen. Hier wird z.B. nicht einfach  nur gekocht, nein, da werden „Brokkoliröschen, Paprika und Möhren in einem Regenbogen arrangiert“. Und das habe ich mir jetzt nicht ausgedacht.

Hinzu kommt das der Fall einfach absolut abstrus ist. Wie in Gottes Namen kommt der FBI Profiler auf die Idee bereits nach wenigen Stunden eine normale Vermisstenanzeige (von der es in Amerika wohl hunderte gibt) mit einem Fall in Verbindung zu bringen, der sieben Jahre zurückliegt? Es gibt absolut keine Anzeichen dafür.

Das Ende ist dann zudem auch noch ziemlich halbgar und unspannend und die Enthüllung des Täters ist meiner Meinung nach ein Witz. Der Roman hätte vielleicht noch ein gutes Drama sein können, aber Kate Pepper ist dafür einfach nicht eindringlich genug. Sie entscheidet sich einfach nicht. Schreibt sie einen Thriller um einen Serientäter oder will sie bis ins kleinste Detail den Schmerz einer Familie darstellen? Ich für meinen Teil werde kein weiteres Buch von Kate Pepper lesen.

Note: 4-

Cornwell, Patricia: Herzbube

Band 3 Kay Scarpetta Serie

Originaltitel: All that remains
Verlag:
Knaur
erschienen:
1992
Seiten:
384
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3442458072
Übersetzung:
Georgia Sommerfeld

auch erschienen unter dem Titel „Das fünfte Paar“

Klappentext:

Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta muß in diesem spannenden Kriminalfall ihre ganze Kunst aufbieten, um den jüngsten in einer Reihe von Pärchenmorden aufzuklären. War es eine politisch motivierte Tat? Eine Erpressung mit Todesfolge? Ein Racheakt? Oder „nur“ ein Sexualverbrechen. Die Antwort findet Kay Scarpetta, wie so oft, beim Studium der Leichen…

Rezension:

Ich befürchte, mich hat ein Scarpetta-Rausch ereilt. Dieses Buch vorgestern ausgelesen und der nächste Fall ist auch schon fast beendet! :-)

Nach dem ersten doch eher schwächeren Band überzeugt mich die Autorin mit ihrer Serie um die Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta immer mehr. Der Fall ist von der ersten Seite an interessant und sehr verzwickt. Man trifft auf alte Bekannte, wie die Journalistin Abby Turnbull, die sich während des ganzen Romans seltsam benimmt und eine Schlüsselposition einnimmt. Kays Privatleben gerät in diesem Buch ein wenig in den Hintergrund. Es gibt ein paar wenige Szenen mit Mark, aber die beiden werden sich mit ihrer Beziehung nicht einig. Auch Kays Nichte Lucy spielt in diesem Roman keine Rolle. Das Hauptaugenmerk liegt tatsächlich auf dem Fall, der nach jeder Seite mysteriöser wird. Hängt der neue Pärchenmord überhaupt mit den anderen zusammen oder ist er politisch motiviert? Ich wußte wirklich bis zu einem gewissen Zeitpunkt nicht, wie alles zusammenhängt.

Besonders gut gefallen haben mir auch wieder die Wortwechsel zwischen Marino und Kay. Man erfährt auch zum ersten Mal etwas mehr über Marinos Privatleben und ich hatte das Gefühl das Kay und Marino sich immer näher kommen. Nicht in Bezug auf eine Liebschaft, sondern was ihr Vertrauen im Job und ihre Freundschaft angeht.

Insgesamt empfinde ich Cornwells Schreibstil als überaus angenehm. Man merkt gar nicht, wie schnell die Seiten an einem vorbei fliegen und ich mag den Humor, den sie besonders Marino und auch Kay in den Mund legt. Überhaupt ist ihre Schreibe sehr dialog lastig, was mit den genauen Beschreibungen der Morde und der pathologischen Vorgänge, die realistischen Züge der Romane noch betont. Man hat das Gefühl von wirklichen Fällen und auch wirklichen Menschen zu lesen. Vielleicht finde ich Kay deswegen so sympathisch. Noch immer kann ich nicht nachvollziehen, dass einige Cornwells Hauptfigur kalt und gefühllos finden. Sicherlich ist sie eine ehrgeizige, beherrschte Person. Aber mir scheint, dass alles ist eher Selbstschutz, da sie sehr einsam ist und sich zudem in einer Männerdomäne behaupten muss. Wenn es um Menschen geht, die ihr etwas bedeuten, zeigt sie sehr wohl Gefühle.

Für mich eine wirklich spannende und empfehlenswerte Serie!

Note: 2

George, Elizabeth: Mein ist die Rache

Band 1 Lynley/Havers Serie

Originaltitel: A Suitable Vengeance
Verlag:
Blanvalet
erschienen:
1992
Seiten:
414
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3442427983
Übersetzung:
Mechthild Sandberg-Ciletti

Klappentext:

Voll Spannung verfolgten bisher alle Elizabeth-George-Fans die mysteriösen Fälle von Thomas Lynley, Achter Earl von Asherton und Inspector von New Scotland Yard, und seiner eigenwillige Assistentin, seine Freundschaft zu Simon St. James und sein gespanntes Verhältnis zur Frauenwelt, besonders zu Lady Helen. „Mein ist die Rache“ löst nun das Rätsel um die wahren Hintergründe dieser komplizierten zwischenmenschlichen Beziehungen. Es wird Inspector Lynleys bitterster Fall.

Was als fröhliches Verlobungswochenende von Lynley mit der Fotografin Deborah im Freundes- und Familienkreis auf Howenstow, dem feudalen Stammsitz der Ashertons, geplant war, entpuppt sich nach und nach als Alptraum. Im naheliegenden  Dorf wird ein junger Journalist bestialisch ermordet – und alle Spuren führen nach Howenstow, zum gräflichen Verwalter, zu Lynleys Gäste, ja sogar zu seinem eigenen  Bruder. Auf der Suche nach dem Täter verfangen sich sie Lynley und St. James mit jedem Schritt mehr in einem schmerzhaften Netz aus lange unterdrückten Feindseligkeiten, nicht eingestandenen Schuldgefühlen und scheinheiliger Moral. Zwei weitere Menschen müssen sterben: die Beteiligten werden so unwillentlich zu Zeugen eines grausamen Falls von Selbstjustiz. Für jeden entwickeln sich die Ereignisse zum bitteren Prüfstein für das eigene Selbstbewußtsein sowie seine familiären und gesellschaftlichen Bindungen. Täter und Opfer sind sie alle, die vornehmen Damen und Herren ebenso wie die Menschen, die ihnen seit Generationen dienen.

Noch nie hat Elizabeth George die heimlichen Abgründe der feinen Gesellschaft so scharf und bis ins letzte Detail ausgeleuchtet wie in Inspector Lynleys viertem Fall. Mein ist die Rache ist nicht nur ein exzellent gestalteter Kriminalroman: Souverän und hautnah erzählt Elizabeth George mehr über die ganze tragische Bandbreite menschlicher Emotionen und Bindungen als hundert theoretische Abhandlungen.

WICHTIG: Dieser Roman erschien als viertes Buch in der Reihe um Inspector Lynley und Barbara Havers, aber er ist chronologisch der 1. Roman!!!

Rezension:

Endlich habe ich es geschafft meinen ersten Elizabeth George Roman zu lesen und ich kann nur sagen, es war mit Sicherheit nicht der Letzte! Es hat zwar ein paar Seiten gedauert, bis ich die Verwandtschaftsverhältnisse auf die Reihe gebracht hatte, aber dann wurde es doch sehr spannend und unterhaltsam. Viele Elizabeth George Leser empfinden diesen Band angeblich als schwächer, als den Rest, weil eben so viel auf die Familie eingegangen wird, aber ich fand das doch sehr interessant. Zumal die tragischen Familienverhältnisse auch unmittelbar mit den Mordfällen in diesem Buch zu tun haben. Die Auflösung des Falles ist auf jedenfall bis zum Schluss nicht vorhersehbar und Elizabeth George Sprachstil passt einfach wunderbar zu einem englischen Kriminalroman.

Note: 2

Cornwell, Patricia: Ein Mord für Kay Scarpetta

Band 2 Kay Scarpetta Serie

Originaltitel: Body of Evidence
Verlag:
Goldmann
erschienen:
1999
Seiten:
413
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3442442303
Übersetzung:
Thomas A. Merk

auch erschienen unter dem Titel „Flucht“

Klappentext:

Kay Scarpetta ist mit der Aufklärung des bestialischen Mordes an der Schriftstellerin Beryl Madison befaßt. Hinweise auf den Täter ergeben sich lediglich aus seiner Brutalität und zwei Briefen, die Beryl hinterlassen hat. Bei ihren Nachforschungen wird die Pathologin mit den Machenschaften eines kriminellen Anwalts, einem verstörten Schriftsteller und einem Patienten der Psychiatrie konfrontiert, die alle als Verdächtige in Frage kommen. Da geschehen weitere Morde, und langsam fügen sich die Einzelheiten der Verbrechen wie Teile eines Puzzle zusammen…

Rezension:

Der zweite Kay Scarpetta hat mir schon deutlich besser gefallen als „Ein Fall für Kay Scarpetta“. Der Fall ist deutlich spannender und verzwickter und auch weniger konstruiert. Bis zum Schluss wußte ich nicht wirklich woher der Wind weht. Hinzu kommt, dass mir Kay auch immer sympathischer wird. Sie ist eine starke Frau, die in ihrem Beruf aufgeht, aber sie ist auch warmherzig, mitfühlend und voller Selbstzweifel. Zudem schafft es die Autorin ihren Figuren einen wunderbaren Humor in den Mund zu legen. Kays Wortgefechte mit ihrem Kollegen Marino ließen mich doch nicht nur einmal schmunzeln. Die beiden geben wirklich ein skuriles Paar ab.

Die Geschichte ist zudem gut recherchiert. Die Opfer an sich geben schon eine interessante Geschichte ab, aber die Autorin lockt einen auf falsche Fährten und schlägt immer wieder neue Richtungen ein. Zudem fand ich das Autorenmillieu einfach gut. Darüber liest man nicht so oft etwas.

Sieht man mal vom Kriminalfall ab, so erfährt man in diesem zweiten Roman auch vieles über Kays Vergangenheit. Eine alte Liebe taucht in diesem Band wieder auf und wirft Kay völlig aus der Bahn. Mir gefällt, das sie als Hauptperson nicht frei von Fehlern ist und das sie ihre Gefühle nicht einfach abschalten kann. Ich habe direkt nach diesem Roman mit dem nächsten Scarpetta-Fall begonnen und dort führt sich die gute und spannende Entwicklung in der Serie fort.

Note: 2