Cornwell, Patricia: Das geheime ABC der Toten (Body Farm)

Band 5 Kay Scarpetta Serie

Originaltitel: The Body Farm
Verlag:
Knaur
erschienen:
1995
Seiten:
384
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3442461049
Übersetzung:
Monika Blaich und Klaus Kamberger

auch erschienen unter dem Titel „Body Farm“

Klappentext:

Gerichtspathologin Kay Scarpetta ist wieder im Einsatz: Diesmal hat sie den grausamen Mord an einem kleinen Mädchen aufzuklären, doch fast sieht es so aus, als sei sie mit ihrem Latein am Ende. Ihre letzte Chance ist die „Body Farm“, die Farm der Leichen, ein forensisches Forschungsinstitut des FBI, das durch seine spektakulären Experimente an Toten schon so manchen unlösbar scheinenden Fall geknackt hat.

Rezension:

Der neue Fall von Kay Scarpetta war meiner Meinung nach ein wenig schwächer als die vorhergehenden Bände. Der Fall ist manchmal ein wenig konfus und sprunghaft. Aber nichts desto trotz – mag man diese Serie, dann kommt man auch um diesen Band nicht herum und wird ihn sicherlich mögen. In Kays Privatleben tut sich eine Menge. Sie geht eine Affäre mit ihrem FBI Freund Benton Wesley ein, während Marino vor Eifersucht fast vergeht und die Freundschaft der beiden auf eine harte Probe gestellt wird. Auch Lucy ist ein wichtiger Charakter in diesem Roman. Die junge Frau sucht nach ihrem Weg im Leben und findet dabei Betrug, Missgunst und eine unglückliche Liebe. Es mag ein wenig übertrieben sein, was Lucy in diesem Band alles zugemutet wird, aber ich vermute, dass es für die weitere Entwicklung der Figur in der Serie wichtig ist.

Der eigentliche Fall hat mich persönlich sehr berührt. Wenn ein junges Mädchen stirbt, das zudem aufgrund neuerer Erkenntnisse exhumiert werden muss, dann ist das doch bedeutend schauderhafter, als ein normaler Mord. Pathologische Details, die man besser nicht direkt nach dem Essen lesen sollte, findet man von daher gerade in diesem Roman gehäuft. Vielleicht nicht das Highlight der Scarpetta Serie, aber für einen Anhänger der Serie trotzdem ein spannendes Buch.

Note: 2-

Cornwell, Patricia: Vergebliche Entwarnung

Band 4 Kay Scarpetta Serie

Originaltitel: Cruel and Unusual
Verlag:
Knaur
erschienen:
1994
Seiten:
414 Seiten
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3426671034
Übersetzung:
Georgia Sommerfeld

Klappentext:

Die Hinrichtung des Mördrs Ronnie Waddell in Virginia und derzeitgleiche Mord an dem dreizehnjährigen Eddie Heath scheinen zunächst nichts miteinander zu tun haben. Doch dann erinnert sich Kay Scarpetta, daß Waddells damaliges Opfer, eine Fernsehmoderatiorin, in ähnlich seltsam entstelltem Zustand aufgefunden wurde wie Eddie.
War Waddells Hinrichtung ein Justizirrtum?

Rezension:

Ich bin eindeutig im Serienfieber. Dies ist der vierte Band der Kay Scarpetta Serie und momentan lese ich gerade mit ungebrochener Begeisterung Band 6. In diesem Band ist wie in allen bisherigen noch mehr nichts so, wie es scheint. Ein Mörder soll hingerichtet werden, ein dreizehnjähriger Junge wird ermordert aufgefunden, Kays schwangere Assistentin benimmt sich merkwürdig und verängstigt und zudem gerät Kay im Verlauf des Romans immer mehr selbst ins Fadenkreuz. Wer ist der Mörder? Wie hängen die Fälle zusammen? Wurde der Richtige hingerichtet?

Kay muss so sehr wie nie zuvor, um ihre Karriere und ihren Ruf bangen. Auch Lucy bekommt wieder mehr Raum in diesem Buch und hält Ihre Tante auf Trabb, denn aus Lucy ist eine schöne, junge aber immer noch unberechenbare Frau geworden. Ich mag Cornwells Schreibstil einfach und mittlerweile warte ich förmlich auf die stichelnden und humorvollen Wortwechsel zwischen Kay und Marino. Auch dieser Roman der Reihe ist ein spannender und in pathologischer Hinsicht detaillierter Krimi, der vielleicht keine großen Showdowns, wie in neueren Thrillern enthält, aber trotzdem aufgrund des Falles und der wunderbaren Charaktere zu fesseln weiß.

Note: 2

Blake, Cindy: Schwarze Hochzeit

Originaltitel: Blood Sugar
Verlag:
Scherz
erschienen:
1993
Seiten:
285
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3502517320
Übersetzer: Sabine Steinberg

Klappentext:

Nach ihrer Hochzeit mit Robert scheint Elianes Glück vollkommen zu sein. Doch dann beginnt ihr Mann sich auf merkwürdige Art zu verändern: Fast unmerklich und scheinbar unabsichtlich beeinflußt er ihre Gewohnheiten und lenkt Elianes Leben in eine Richtung, deren tödliches Ziel sie, immer noch blind vor Liebe, nicht erkennt…

Rezension:

Ein sehr kurzes und schnell zu lesendes Buch. Auch wenn der Roman manchmal etwas vorhersehbar war, fand ich ihn trotzdem gelungen, was auch sehr an dem etwas ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin liegt. Irgendwie schafft sie es in kurzen Sätzen dem Leser mehr Nahezubringen, als in einem Roman, der vielleicht doppelt so viele Seiten hat. Das Ende ist ein wenig seltsam, wird aber durch überraschende Wendungen wett gemacht. Für einen verregneten Nachmittag zu empfehlen

Note: 2-

Eschbach, Andreas: Das Jesus Video

Verlag: Bastei Luebbe
erschienen:
1998
Seiten:
704
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
342663239X

Klappentext:

Stephen Fox, Mitglied der New Yorker Explorer’s Societey, findet bei archäologischen Ausgrabungen in Israel in einem zweitausend Jahre alten Grab die Bedienungsanleitung einer Videokamera, einer Kamera, die erst in einigen Jahren auf den Markt kommen soll. Es gibt nur eine Erklärung: Jemand muß versucht haben, Videoaufnahmen von Jesus Christus zu machen! Der Tote im Grab wäre demnach ein Mann aus der Zukunft, der in die Vergangenheit reiste – und irgendwo in Israel wartet seine Kamera samt Aufnahmen in einem sicheren Versteck darauf, gefunden zu werden. Oder ist alles nur ein großangelegter Schwindel? Eine turbulente Jagd zwischen Archäologen, Vatikan, den Medien und Geheimdiensten beginnt.

Rezension:

Schon nach dem ich von Andreas Eschbachs Roman „Das Jesus Video“ gehört und gelesen hatte, wusste ich, das ich dieses Buch auf jeden Fall lesen wollte. Das Thema Jesus mal auf diese Weise anzugehen, fand ich total interessant. Als ich das Buch dann kaufte und las, ging ich natürlich mit einer ziemlich hohen Erwartungshaltung an das Buch und wurde (oh Wunder) nicht enttäuscht. Auf den ersten Seiten passiert zwar nicht so wahnsinnig viel, aber schon nach ein paar Minuten fiel mir Eschbachs unterhaltsamer Stil auf. Obwohl die Story an sich ja schon ein wenig Science Fiction ist, gewinnt sie doch gerade durch den Schreibstil und die gut ausgewählten Charaktere an Glaubwürdigkeit.

Die Geschichte an sich lässt einen schon nach wenigen Seiten nicht mehr los, denn Eschbach baut seinen Roman wie ein Puzzle auf. Seite für Seite fügen sich die Teile zusammen und man kann einfach nicht aufhören zu lesen, weil sich andauernd Wendungen ergeben, mit denen man nicht gerechnet hat. Ich habe zwar nicht viel Ahnung von den technischen Dingen, die im Roman behandelt werden, aber Eschbachs Ausführungen klingen logisch und gut recherchiert und wenigstens hat er den Namen Stephen Hawking schon mal gehört! :-)

Das Ende, von dem man sich natürlich viel erwartet (was ist auf dem Video, finden sie es, etc.) ist dann ganz anders als man denkt. Ob man jedoch damit zufrieden ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Note: 2

Harris, Robert: Aurora

Originaltitel: Archangel
Verlag:
Heyne
erschienen:
1998
Seiten:
464
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3453432096
Übersetzung:
Christel Wiemken

Klappentext:

Eigentlich ist der britische Historikern Fluke Kelso bloß nach Moskau gekommen, um anläßlich eines Historikersymposiums einen Vortrag zu halten. Doch schon am ersten Abend erhält er unerwarteten Besuch.Rapawa, ein alter, von Arbeitslagern schwer gezeichneter Mann, sucht Kelso auf und behauptet etwas Unglaubliches: er habe in Stalins Todesnacht zusammen mit dem Chef der Geheimpolizei die letzten Aufzeichnungen des Diktators, darunter ein schwarzes Notizbuch, beiseite geschafft. Eine historische Sensation? Oder nur ein alter Spinner? Kelsos Nachforschungen ergeben rasch, daß Rapawa die Wahrheit gesagt hat. Als sein Informant kurze Zeit später bestialisch ermordet aufgefunden wird, ist sich der Historiker sicher, daß das Notizbuch hochbrisante Informationen enthält – und daß er nicht der einzige ist, der sich fünfundvierzig Jahre nach Stalins Tod dafür interessiert. Die Jagd nach den geheimen Dokumenten führt Kelso durch elende Plattenbausiedlungen, verlassene Paläste, durch das Moskauer Rotlichtmilieu bis hin zu der Stadt Archangelsk am Ufer des Weißen Meeres. Und dort am Polarkreis trifft er auf ein ganz besonderes „Erbe“ Stalins…

Rezension:

Das Besondere an diesem Roman ist, dass man beim Lesen einen tiefen Einblick in die Geschichte und das alltägliche Leben im modernen Russland erhält. Dem Autor gelingt es stellenweise so gut, Alltagssituationen darzustellen, das man sich direkt in die Szene hineinversetzt fühlt. Leider lässt das Buch zum Ende hin stark nach, sowohl in der erzählerischen Leistung des Autors, als auch in der Geschichte selbst, die auf den letzten Seiten doch allzu vorhersehbar ist. Alles in allem aber dennoch ein sehr fesselndes Buch, vor allem, wenn man sich für die russische Geschichte im Allgemeinen, und für Stalin im Besonderen interessiert.

Note: 2