Borchardt, Alice: Die Silberwölfin

Band 1 Wolf Serie

Originaltitel: The Silverwolf
Verlag:
Blanvalet
erschienen:
2000
Seiten:
575
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
344235286X
Übersetzung:
Michaela Link

Klappentext:

Die junge Regeane, von königlichem, fränkischem Blut, wird im mittelalterlichen Rom von Gundabald, dem verarmten Bruder ihrer verstorbenen Mutter – und Mörder ihres Vaters – gefangen gehalten, denn Karl der Große wünscht sie eines Tages mit seinem Lehnsmann Maeniel zu verheiraten. Gundabald verfolgt mit skrupelloser Gewalt den Plan, sich durch die Verheiratung Regeanes das Vermögen Maeniels anzueignen. Doch die junge Frau, die ihren Bräutigam nicht kennt, verbirgt ein vom Vater geerbtes schreckliches Geheimnis. Ihr droht der Scheiterhaufen, falls ihre Fähigkeit zur Gestaltverwandlung entdeckt wird. Regeane flieht und trifft auf Lucilla, eine reiche Römerin und Mätresse von Papst Hadrian, die sie in ihr Haus aufnimmt. Dort wird Regeane zunehmend in Machtkämpfe und öffentlichen Aufruhr verwickelt. Währenddessen ist sie auf ihren Streifzügen bereits, ohne davon zu ahnen, ihrem zukünftigen Gemahl begegnet – denn auch er kann die Gestalt eines Wolfes annehmen. Als Gundabald beim Papst intrigiert, um Regeane wieder in seine Gewalt zu bekommen, spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu…

Rezension:

Leider konnte mich das Buch nicht völlig überzeugen. Einige Szenen zogen sich viel zu lange hin und des öfteren habe ich mich gefragt, auf was die Autorin eigentlich hinaus will. Der Roman schien mir manchmal so unmotiviert und ohne zwingende Handlung. Besonders hervorheben muss man jedoch zweifellos Alice Borchardts Gabe plastisch zu schreiben. Die Gerüche im mittelalterlichen Rom, die Beschreibungen von Krankheiten und vor allen Dingen Regeanes oft wiederkehrende Verwandlung in einen Wolf sind dermaßen fesselnd und realistisch, dass einem zum Beispiel in den Szenen mit den Lepra-Kranken der Ekel überfällt. Gut, einige Leser mögen sagen, dass sie dieses völlig Plastische nicht brauchen, aber ich fand es trotzdem sehr eindrucksvoll. Ziemlich daneben fand ich den Klappentext des Buches. Der verriet im Prinzip das Ende des Buches und hat einem ein bisschen die Lesefreude genommen. Ich werde mir aber sicher auch noch die bereits angekündigten Fortsetzungen kaufen.

Note: 3

Fröhlich, Susanne: Frisch gepresst

Band 1 Andrea Schnidt Serie

Verlag:
Ullstein
erschienen:
2000
Seiten:
220
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3548252265

Klappentext:

Die Geburt ist die schönste Erfahrung im reichen Leben einer Frau – sagen vor allem die Männer, die sich selbst für einen lächerlichen Weisheitszahn drei Spritzen verpassen lassen. Produktiver Schmerz? Wie ein Spaziergang? Andrea Schnidt jedenfalls macht bei ihrer Entbindung ganz andere Erfahrungen. Obwohl sie nichts toller findet als Ärzte, hat sie bei der Geburt eher das Gefühl, „das kleine Arschloch“ Dr. Wiedmann zwinge sie, eine Wassermelone aus ihrem Unterleib zu pressen.

„Frisch gepreßt“ ist ein wunderbar witziges, ehrliches und verblüffendes Buch über das seltsame Leben im Krankenhaus, über Ärzte im Noteinsatz, Schwestern mit Oberlippenbart und reizende Zimmergenossinnen. Aber auch über Fruchtblasen-Paranoia im Supermarkt, denkwürdige Einsichten während der Entbindung und die erste Pizza danach.

Und nicht zuletzt ist „Frisch gepreßt“ auch ein Buch über Männer – über Männer, die eine Kreuzung sind aus Heinz Schenk und Heiner Lauterbach, und über den zugehörigen Sex mit ihnen, über tollpatschige Kerle, die Vater werden wollen, und über Mediziner, die sich als Juristen entpuppen

Rezension:

Ein Mini-Buch zum Kaputtlachen – so könnte man den Roman von Susanne Fröhlich in kurzen Worten beschreiben. Wie Andrea die Geburt ihres Kindes und die Woche nach der Geburt im Krankenhaus übersteht, dabei immer wieder in Rückblenden von Beziehungskatastrophen, dem Kennelernen von Christoph, dem nun frisch gebackenen Vater, der ihr anstatt Einkaräter Pralinen zur Geburt schenkt, erzählt, das bringt Susanne Fröhlich frisch, locker und eben „fröhlich“ von der Leber weg rüber. Das Buch ist wirklich sehr dünn und hält keinen Abend, aber es unterhält prima. Für werdende Mütter natürlich ein klasse Geschenk, aber auch für alle diejenigen, die nicht gerade Mutter, schwanger oder sonst was sind, ein tierischer Spaß.

Note: 2

Jennings, Maureen: Das Mädchen im Schnee

Band 1 Inspector Murdoch Serie

Originaltitel: Ecept the dying
Verlag:
Heyne
erschienen:
2000
Seiten:
316
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3453161653
Übersetzung:
Evelin Sudokowa-Blasberg

Klappentext:

Toronto, 1875. In einer eiskalten und verschneiten Februarnacht wird ein junges Mädchen von einer Kutsche aufgenommen. Nur die Prostituierte Alice hat das Geschehen beobachtet. Am nächsten morgen liegt die junge Frau nackt im Schnee – sie ist erfroren. Da sie schwanger war und kurz vor ihrem Tod mit Opium betäubt wurde, geht die Polizei von einem Mord aus. Auf der Suche nach dem Täter stößt Inspector Murdoch auf eine Mauer des Schweigens. Wer ist der Vater des ungeborenen Kindes und wo sind die Kleider der Toten? Doch noch ehe Murdoch mehr über das Mädchen im Schnee herausfinden kann, geschieht ein zweiter grausamer Mord…

Rezension:

Der erste Teil der Inspector Murdoch Serie hat mir gut gefallen und kam mir gerade recht in meiner „historischen Krimi Lesewut“ Phase. Besonders positiv aufgefallen ist mir, das Maureen Jennings unheimlich gut die Atmosphäre der damaligen Zeit eingefangen hat. Das Toronto des ausgehenden 19. Jahrhunderts im Winter ist dunkel, düster und kalt.

Auch die Darstellung der Charaktere aus den verschiedensten Gesellschafts- schichten ist ihr gut gelungen. Den Fall an sich fand ich jetzt nicht so überragend spannend (auch wenn ich den Mörder nicht unbedingt schon vorher erkannt hatte), aber trotzdem habe ich mich keine Minute gelangweilt, denn wirklich jede kleine Nebenfigur hat so seine eigenen Macken und Eigenarten. Der Inspector ist jedenfalls eine viel versprechende, sehr warmherzige Hauptperson. Er übt z.B. abends vor dem Zubettgehen für seine Tanzstunde, was ich absolut sympathisch fand. Auch das Ehepaar, bei dem Murdoch wohnt ist mir nach wenigen Seitens ans Herz gewachsen.

Genauso wie bei der Krimiserie von Victoria Thompson erhoffe ich mir alleine auf Grund der Hauptpersonen noch viele Fortsetzungen.

Note: 2

Fieldin, Helen: Hummer zum Dinner

Originaltitel: Cause Celeb
Verlag:
Goldmann
erschienen:
1998
Seiten:
416
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3442446872
Übersetzung:
Anne Pollmann

Klappentext:

Rosie Richardsons Affäre mit dem Fernsehmoderator Oliver Marchant ist nur von kurzer Dauer, denn Oliver kennt in Wahrheit nur eine Leidenschaft: sein eigenes Ego. Rosie zieht sich aus der Welt der High Society zurück, um ein Flüchtlingscamp in Afrika zu leiten. Als eine Heuschreckenplage die Region bedroht, greift Rosie zu verzweifelten Mitteln – sie wendet sich an die Medien. Leider folgen nicht nur einige wohlmeinende Prominente ihrem Hilferuf, auch Oliver höchstpersönlich kommt angereist. Peinlichkeiten und Pannen nehmen unaufhaltsam ihren Lauf …

Rezension:

Helen Fieldings bekannteres Buch ist sicherlich „Schokolade zum Frühstück“ und viele werden erst auf „Hummer zum Dinner“ stoßen, wenn sie ersteres gelesen haben. Wer allerdings ein weiteres schnodriges und seichtes (was in diesem Fall gar nicht negativ gemeint ist) Buch á la „Schokolade zum Frühstück“ erwartet, der wird arg enttäuscht.

Zwar gibt es auch in diesem Buch witzige Szenen und einige sehr bissige Dialoge – vor allen Dingen in der Londoner Schickeria, die Helen Fielding einige male grandios bloß stellt – , aber es ist alles andere als ein Buch zum Ablachen. Im Gegensatz zu einigen amüsanten Episoden, macht das Buch doch teilweise auch betroffen, denn Helen Fielding erzählt oft sehr eindringlich von den Zuständen und Geschehnissen im Camp Safila. Da Fielding früher selber bei einer Hilfsorganisation gearbeitet hat, weiß sie wahrscheinlich auch wovon sie schreibt und das merkt man dem Buch an.

Und sorry, aber ihrem ekligen Freund Oliver möchte ich gerne mal in den Arsch treten! :-)

Note: 2

McReynolds, Glenna: Kelch und Schwert

Band 1 Celtic Saga

Originaltitel: The Chalice and the Blade
Verlag:
Blanvalet
erschienen:
2000
Seiten:
570
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3442352274
Übersetzung:
Elke Bartels

Klappentext:

Man schreibt das Jahr 1190. Die drei Ritter Caradoc, Dain und Morgan ziehen mit Richard Löwenherz ins Heilige Land. Sie überleben Schlachten, Sarazenenfolter und Sklaverei. Doch keiner von ihnen ahnt, daß sie ihr wahres Schicksal er ist England erwartet, an der Küste von Wales. Denn die Klippen der zerstörten Burg von Carn Merioneth bergen ein gefährliches Vermächtnis: das Tor zu Zeit und Raum. Und den Schlüssel dazu besitzt die junge, ahnungslose Ceridwen, Tochter eines keltischen Königs und eine Druidenprinzessin.

In letzter Minute ist Ceridwen einer Eskorte entkommen, die sich nach Balor Keep begleitet. Aus politischem Kalkül soll sie dort mit Caradoc vermählt werden – jenem Ritter, der einst ihre Familie tötete und der seither das Königreich von Carn Merioneth knechtet. Doch auf der Flucht gerät Ceridwen an den gefürchteten Dain Lavrans, genannt „Das Schwert“. Er allein weiß um Ceridwens magische Kräfte, und als er in ihrem Bündel einen roten Folianten mit rätselhaften Prophezeiungen findet, gibt es für ihn nur noch ein Ziel: zu erfahren, welches Geheimnis sich um Ceridwens Person rankt und was in jenen sagenumwobenen Nächten von Beltaine geschieht, in denen sich angeblich die Grenzen zwischen Raum und Zeit aufheben.

Bald bricht ein neuer Frühling an, und wieder kommt es zur Nacht von Beltaine. Berausht von Wein und Leidenschaft, finden sich Ceridwen und Dain in einer langersehnten Umarmung . nur um grausam getrennt zu werden. Denn Caradoc bemächtigt sich seiner flüchtigen Braut, und es kommt zum alles entscheidenden Kampf in den Höhlen von Carn Merioneth….

Rezension:

Ein wirklich fantastischer Fantasy-Romance-Roman. Tatsächlich habe ich noch kein Buch gelesen, das beide Genre so unglaublich gut miteinander verbindet. Zwar gibt es in fast allen Fantasy-Romanen auch eine Liebesgeschichte, aber sie wird normalerweise nicht so leidenschaftlich und offen dargestellt.

Dabei hat mir vor allen Dingen die Figur des Dain Lavrans gefallen. Sein Charakter war unheimlich facettenreich, gleichzeitig düster, faszinierend, widersprüchlich, liebevoll. Gerade seine inneren Dämonen, die er den ganzen Roman über zu verdrängen versucht, machen ihn zu einer ungewöhnlichen Romanfigur.

Die ganze Geschichte erzählt Glenna McReynolds höchst sinnlich und das nicht nur, wenn es um sexuelle Leidenschaften geht. Auch Gerüche, Beschreibungen der Gegend sind so plastisch, das man sich selbst  in den Höhlen von Carn Merioneth glaubt. Das ganze steigert sich dann zu einem fantastischen und spannenden Finale. Ein Buch, das man auf keinen Fall verpassen sollte. Auch wenn man bisher noch keine Fantasy gelesen hat.

Note: 1