Pearson, Jeremiah: Die Täuferin

Band 1 Der Bund der Freiheit Trilogie

Originaltitel: The Brethren
Verlag:
Lübbe
erschienen:
2015
Seiten:
608
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3789132187
Übersetzung:
Axel Merz

Klappentext:

Böhmen, 1517. Kristina ist noch ein Kind, als ihre Eltern auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Sie seien Ketzer, so das Urteil, Feinde der katholischen Kirche. Weil sie daran glaubten, dass jeder Mensch das Recht hat, Lesen zu lernen. Jahre später will Kristina ihr Werk fortführen. Mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter macht sie sich auf die gefährliche Reise nach Deutschland, um Verbündete in Mainz zu unterstützen. Doch unterwegs lauern nicht nur Ketzerjäger, sondern auch der Krieg. Bald liegt Kristinas Schicksal in der Hand eines einzigen Mannes: des hitzköpfigen Bauernkriegers Lud.

Rezension:

Anfang des 16. Jahrhunderts lebt in Böhmen in einem kleinen Dorf Namens Kunwald eine Gemeinschaft von gläubigen Christen. Sie verstecken sich hier vor der katholischen Kirche, da sie der Meinung sind jeder Mensch hat das Recht über sein Leben selbst zu bestimmen und auch Lesen und schreiben zu können. Sollten sie jemals entdeckt werden, droht ihnen der Tod auf dem Scheiterhaufen. Kristina wächst in dieser Gemeinschaft auf, sie macht es sich zu ihrer Aufgabe den Menschen auch außerhalb dieser Gemeinschaft das Lesen und Schreiben beizubringen. Gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten begibt sie sich auf die gefahrvolle Reise nach Mainz.

Auf ihrem Weg dorthin geraten sie mitten in einen Krieg. Nun sind sie auf das Wohlwollen eines einfachen Söldners angewiesen. Lud steht in den Diensten von Dietrich Geyer, Ritter von Giebelstadt. Lud ist ein Leibeigener ohne eigenes Recht, aber trotzdem seinen Herrn treu ergeben. Er selbst führt einen kleinen Trupp Soldaten aus seinem Dorf Giebelstadt an. Die Jungen vertrauen ihm und fürchten ihn gleichzeitig. Lud hat vor Jahren eine Pockenepidemie überlebt, ist aber davon schwer gezeichnet. Hier im Krieg treffen nun die gläubige Kristina und der hörige Lud aufeinander, ihr Schicksal scheint sich zu verbinden.

„Der Bund der Freiheit“ ist der Auftakt einer Trilogie aus der Feder von Jeremiah Pearson. Der Autor hat schon einige Drehbücher erfolgreicher Filme wie zum Beispiel „Auf der Flucht“ geschrieben. Diese Buchreihe ist im Original in Amerika bereits veröffentlicht und so kann der deutsche Leser hoffen, dass die folgenden zwei Bände auch bald erscheinen werden. Der deutsche Titel „Die Täuferin“ ist vielleicht nicht geschickt gewählt. Im Original heißt das Buch „The Villeins Trilogie“, was ja so viel wie Leibeigene oder Hörige heißt, und mit Täufern nicht so wirklich, was zu tun hat. So finde ich den Untertitel dann doch etwas irreführend. Die Gemeinschaft der Täufer wird in dieser Geschichte dann auch nicht unbedingt behandelt. Langsam werden nun die einzelnen Charaktere vorgestellt. Es beginnt mit Kristina und ihrer Gruppe, sie dürfen sich alle nach und nach selbst vorstellen und von ihrem jeweiligen Schicksal erzählen. So gibt es auch immer wieder nette kleine Geschichten um die Menschen und ihre Schicksale.

Dann trifft der Leser auf Lud, er ist ein Leibeigener, der sich so seine Gedanken über das Leben macht und schon hinterfragt, ob alles so seinen richtigen Weg geht. Überhaupt werden in diesem ersten Band viele Protagonisten vorgestellt und es dauert eben ein paar Seiten, bis man wirklich in die Geschichte hineinfindet. Zudem gibt es mehrere Handlungsstränge, die zunächst unabhängig voneinander beginnen und erst später zusammenlaufen und sich dann auch wieder trennen. Die Charaktere sind ziemlich unterschiedlich und bunt gemischt. Auf den ersten Blick scheint nichts wirklich zusammenzupassen. Aber so nach und nach erschließt sich dem Leser das Geschehen. Interessant ist sicher die Beziehung von Lud zu seinem Herrn dem Ritter Dietrich Geyer, dieser sorgt sich sehr um seinen Untergebenen, fast schon zu sehr für die damalige Zeit.

Kristina und ihre Gruppe werden auch gut dargestellt. Immer wieder gibt es auch Zweifel, ob ihr Weg der Richtige ist, dies wird nachvollziehbar geschildert. Der Leser lernt die Protagonisten somit immer besser kennen und verstehen. Vielleicht ist die ganze Geschichte historisch nicht immer korrekt aber es handelt sich hier ja auch um einen Roman und kein Geschichtsbuch. Der Erzählstil ist jeden falls angenehm zu lesen und die Protagonisten sind gut dargestellt und bekommen die nötige Zeit um sich zu entwickeln. Deutlich wird vor allem, dass es immer mehr Menschen gibt, die sich gegen die vorhandene Ordnung auflehnen. Nicht nur die Kirche wird sich aufteilen in katholisch und protestantisch, sondern auch die Bauern beginnen zu Fragen ob es nicht auch einen anderen Weg gibt sein Leben zu leben. Viele beginnen damit das Lesen zu lernen und somit auch zu hinterfragen, was richtig ist und was nicht. Dies ist natürlich nicht im Sinne der Kirche und des Adels, so werden die Menschen verfolgt, die versuchen diese Lehren von der Freiheit zu verbreiten.

Schön sind die historischen Karten im Bucheinband. Gleich zu Beginn gibt es einen historischen Einblick und ein ausführliches Personenregister. Das Buch selbst ist noch einmal unterteilt in einzelne Teile, die jeweils betitelt sind. Vor jedem einzelnen Kapitel steht dann auch immer, um wen es sich handelt. So weiß der Leser genau, bei welchem Protagonisten er gerade ist und kann dadurch der Handlung gut folgen.

Auch wenn es sicher das eine oder andere hier zu bemängeln gibt, ist der „Bund der Freiheit“ trotzdem ein schöner historischer Roman über den Beginn der Neuzeit. Am Ende will man einfach Wissen wie es mit Lud und Kristina und deren Leuten weitergeht. Ob sie am Ende ihre Freiheit und ihren Frieden finden werden. Also heißt es warten auf Band 2.

Note: 2

Boyd, Natasha: Eversea – Ein einziger Moment

Band 1 Eversea Reihe

Originaltitel: Eversea
Verlag:
LYX
erschienen:
2015
Seiten:
352
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3802597435
Übersetzung:
Henriette Zeltner

Klappentext:

Die zweiundzwanzigjährige Keri Ann traut ihren Augen nicht, als eines Abends der angesagte Schauspieler Jack Eversea in dem Restaurant auftaucht, in dem sie kellnert. Ihr verschlafenes Heimatstädtchen Butler Cove im Süden der USA ist so ziemlich der letzte Ort, an dem sie erwartet hätte, auf einen Hollywoodstar wie ihn zu treffen. Doch Jack hat Gründe, warum er aus L. A. geflohen ist. Und Keri Ann weiß, dass sie die Art und Weise, wie seine Nähe ihr Herz zum Rasen bringt, aus genau diesen Gründen ignorieren sollte. Denn egal wie gut die beiden sich verstehen oder wie sehr die Funken zwischen ihnen sprühen – die Welten, in denen sie leben, könnten unterschiedlicher nicht sein. Und eine Liebe zwischen ihnen ist unmöglich … oder?

Rezension:

Diese Woche brauchte ich definitiv was zum Abschalten. Einfach mal eine süße kleine Geschichte mit Herzschmerz, Romantik und ein bisschen Märchenfeeling und genau das habe ich bei „Eversea – Ein einziger Moment“ bekommen.

Erzählt wird der Roman aus der Sicht von Keri-Ann, einer jungen Südstaatenlerin, die sich nach dem Tod ihrer Eltern um den heruntergekommenen Familienbesitz kümmert und als Kellnerin arbeitet, während ihr Bruder in der Ferne studiert. Sie ist eher ein ruhiges Mädchen, welches noch keinen Platz im Leben gefunden hat, bis dato aber gar nicht bemerkt, wie sehr sie ihr Potential verschenkt. Sie lebt eigentlich immer in einer Art Wartestellung, ohne dass sie dies überhaupt bemerkt.

Jack dagegen, ist aufgrund seines Ruhms, weit davon entfernt ein schüchterner Mann zu sein. Allerdings verzichtet die Autorin glücklicherweise darauf ihn zu einem Überwesen zu machen. Natürlich sind übliche Klischess auch in „Eversea“ durchaus vorhanden, aber meist nicht ganz so übertrieben.

So hat der Held zwar eine tragische Vergangenheit, macht aber nicht unnötigerweise auf Bad Boy. Hurra! Keri-Ann ist leider mal wieder die ungeküsste und jungfräuliche hübsche Frau, die glaubt, sie sei eine graue Maus. Aber wenigstens ist schlüssig erklärt, wieso das so ist und bis auf den Unfalltod ihrer Eltern schlummert Gott sei Dank bei ihr kein abstruses Geheimnis, welches die Liebesbeziehung zerstört. Nochmal hurra!!

Natürlich ist es schon ein bisschen die Aschenputtel-Geschichte. Normales Mädchen, welches vom Prinzen geküsst wird, aber Natasha Boyd skizziert dabei so feinfühlig Keri-Anns Gedankenwelt, dass das Ganze gar nicht so unrealistisch erscheint. Das Setting des kleinen Südstaaten-Örtchens Butlers Cove wird sehr detailreich und anschaulich geschildert, so dass Liebesgeschichte und Atmosphäre in sich stimmig wirken. Auch Keri-Anns Freunde und einige Bewohner des Ortes machen den Roman lebendig.

Erotikszenen gibt es erst gegen Ende des Romans und die sind wie momentan üblich detailliert und ausufernd und bis auf ein zwei merkwürdige Reaktionen von Keri-Ann, die allerdings auch an der Übersetzung liegen können, durchaus prickelnd ohne vulgär oder peinlich zu sein.

Allerdings muss man auch sagen, dass der Roman schon recht ruhig ist und eigentlich nicht sehr viel passiert. Die Wendungen am Ende waren für meine Begriffe auch zu vorhersehbar und seicht. Dennoch mochte ich die Figuren und die Anziehung zwischen Jack und Keri-Ann. Jacks Warmherzigkeit und Keri-Anns stetige Entwicklung zu einem Menschen, der sein Leben in die Hand nimmt, war bis zum Schluss überzeugend. Von daher freue ich mich auf den zweiten Band „Eversea – Und die Welt bleibt stehen“, der Anfang September erscheint und uns dann natürlich ein Happy End präsentieren wird.

Note: 2

Benkau, Jennifer: Mit Rosen bedacht

Verlag: Lübbe
erschienen:
2015
Seiten:
320
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3431039154

Klappentext:

Ein Unfall zerstört Wandas heile Welt: Ihr Verlobter, den sie in wenigen Tagen heiraten wollte, wird schwer verletzt und fällt ins Koma. Niemand weiß, ob er je wieder aufwachen wird. Als Wanda versucht, Karims Angelegenheiten zu regeln, stößt sie auf immer mehr Ungereimtheiten in seinem Leben. Tiefer und tiefer dringt sie in ein Netz aus Lügen und Geheimnissen vor, bis sie sich fragen muss: Wer ist Karim wirklich? Hat sie ihren Geliebten je gekannt? Schließlich kommt Wanda einem entsetzlichen Verbrechen auf die Spur, und alles deutet darauf hin, dass Karim große Schuld auf sich geladen hat. Doch während seine Augen geschlossen bleiben, schwebt Wanda bald selbst in höchster Gefahr …

Rezension:

Jennifer Benkau ist bisher in phantastischen Gefilden unterwegs gewesen. Sei es als Jugendbuchautorin bei Script5 oder eher für erwachsene Leser im Sieben-Verlag. Ich habe die meisten ihrer Romane gelesen und finde ihre Art zu schreiben sehr ansprechend, so dass ich unbedingt wissen wollte, wie sie sich im Thriller-Genre schlägt.

„Mit Rosen bedacht“ ist aber eigentlich kein reiner Thriller, sondern fast schon ein Schicksalsroman, denn es entblättert sich nicht nur nach und nach eine spannende Geschichte, sondern auch das ganze Drama eines Menschen. Auf der einen Seite Karims Vergangenheit, aber auch Wandas Leben wird so auf den Kopf gestellt, dass nichts mehr so sein wird, wie früher.

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Taylor, Kathryn: Daringham Hall – Das Erbe

Band 1 Daringham Hall Trilogie

Verlag: Bastei Luebbe
erschienen:
2015
Seiten:
336
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3404171373

Klappentext:

Die Familienverhältnisse auf Daringham Hall im malerischen East Anglia geraten durcheinander, als der IT-Unternehmer Ben Sterling auf dem Gut auftaucht. Denn Ben ist der eigentliche Erbe – und nun sinnt er auf Rache an der Familie, die seine Mutter so schlecht behandelte. Doch dann verliert er durch einen Überfall das Gedächtnis und gewinnt einen ganz anderen Blick auf Daringham Hall und seine Bewohner. Als er sich auch noch leidenschaftlich in die Tierärztin Kate verliebt, weiß Ben nicht mehr, was er tun soll …

Rezension:

Es ist eine schöne Geschichte in der romantischen Kulisse eines englischen Landsitzes, um den es hier auch geht. Die englische Landschaft und die beiden gutaussehenden Protagonisten trugen dazu bei, dass ich mich wie in einer Geschichte von Rosamunde Pilcher gefühlt habe. Und damit hält das Buch genau das, was das schöne Cover verspricht.

Es geht spannend los, denn Ben Sterling wird auf seinem Weg nach Salter’s End brutal zusammengeschlagen. Damit aber noch nicht genug, zieht ihm Kate ein Kaminholz über den Schädel, weil sie ihn für einen Einbrecher hält. Weil sie sich für ihn verantwortlich fühlt nimmt sie ihn bei sich auf und er wird Teil ihres Lebens und lernt sogar die verhasste Familie Camden kennen, ohne dass er sich bewusst ist, dass er eine Rechnung mit ihnen offen hat. Das ist nett zu lesen, aber auch etwas vorhersehbar, wie so viele der folgenden Entwicklungen. Doch sobald Ben sich wieder erinnert, nimmt die Geschichte wieder  Fahrt auf und es wird etwas dramatischer.

Kate ist ein herzensguter Mensch, die es in ihrem Leben nicht immer leicht hatte. Man muss sie einfach mögen. Ben scheint der ideale Partner für sie zu sein. Doch sobald er sich wieder erinnert, errichtet er eine Mauer um seine Gefühle und Gedanken und es war interessant diese Wandlung zu verfolgen. Die Autorin hat die Emotionen der beiden so gut beschrieben, dass sie glaubwürdig wirken und man als Leserin mitfühlen kann.

Anfangs fand ich die Personen auf Daringham Hall und ihre verwandschaftliche Zugehörigkeiten etwas verwirrend, was sich zum Glück mit der Zeit gelegt hat. Ein Personenregister wäre sehr hilfreich.

Das Buch ist ideal zum Abschalten und Träumen. Es bietet Liebe, Dramatik, Familiengeheimnisse und alles was eine romantische Seele sonst noch gerne liest.

Note: 3+

Schiewe, Ulf: Gold des Südens

Verlag: Knaur
erschienen:
2015
Seiten:
349
Ausgabe:
bisher nur eBook

Klappentext:

Karibik 1635: In den spanischen Kolonien hat der Schwarzhandel überhand genommen. Der neue Gouverneur von Hispaniola schwört, jeden Schmuggler, den er erwischt, eigenhändig aufzuhängen. Die schöne Doña Maria zittert um ihren Gemahl, einem reichen Pflanzer und heimlichen Drahtzieher des verbotenen Handels. Im fernen Bremen hat der junge Handelsherr Jan van Hagen nur die Wahl zwischen Schuldturm und Flucht in die Neue Welt, um als Schmuggler das verlorene Familienvermögen wieder herzustellen. Noch in der Nacht entkommt er den Schergen und nimmt Kurs auf Westindien. Seine Suche nach dem Gold des Südens hat begonnen.

Rezension:

1635, Jan van Hagen, Sohn eines Handelshauses mit Sitz in Bremen, kehrt von einer Fahrt mit seinem Schiff „Sophie“ nach Hause zurück. Doch er muss erfahren, dass sein Vater im Sterben liegt und das Unternehmen pleite ist. Mehr noch Jan selbst droht der Schuldenturm. Also flieht er auf Rat des Vaters nach Amsterdam. Dort angekommen nimmt er Kontakt mit einem alten Freund des Vaters auf, dieser rät ihm, in die neue Welt zu fahren, um selbst dort Handel zu treiben. Nicht ganz ohne Hintergedanken kommt dieser Rat, denn der Sohn des Handelspartners ist selbst auf Fahrt nach Hispaniola, allerdings galt er als vermisst. Jan soll nun eben jenen Martin suchen und gleichzeitig Handel treiben. Der Amsterdamer Kaufmann stellt ihm die nötigen Mittel zur Verfügung den in der Karibik gibt es zahlreiche Produkte, die die Europäer lieben. Zucker ist eine dieser begehrten Handelsware. Eine spannende Reise nach Westindien beginnt.

Der Autor Ulf Schiewe schickt seinen Helden diesmal in das entfernte Santo Domingo. Jan ist ein junger Kapitän zur See, der noch so einiges zu lernen hat. Aber Jan van Hagen hat eine sympathische Art und so ist der Leser gleich mit ihm auf Reisen. Jan muss zunächst verarbeiten, dass die Firma des Vaters pleite ist, er selbst muss fliehen und ist nun selbst für seinen Lebensunterhalt verantwortlich. Was tun ist zunächst die große Frage. Doch in Amsterdam bekommt er eben das Angebot nach Santo Domingo zu fahren und dort Schmuggelgüter zu holen. Soll er jetzt Schmuggler werden und vielleicht auch Pirat? Diese Frage stellt er sich immer wieder. Kann ich damit leben, auch Sklaven zu verkaufen? Oder was soll ich tun? Er macht sich mit seiner Mannschaft auf die Reise einfach, weil ihm keine andere Wahl bleibt. Aber auch weil er mit Leib und Seele Seemann ist. So nimmt er dann den Leser mit auf diese abenteuerliche Fahrt. Der Erzählstil des Autors führt dann auch dazu, dass schnell Bilder im Kopf entstehen. Seine leichte Art zu erzählen sorgt dafür, dass die Seiten nur so dahin fliegen, gleich der „Sophie“, die die lange Reise nach Hispaniola schnell meistert, jedoch nicht ohne mit ein paar kleinen Abenteuern aufzuwarten.

Erst mal in Santo Domingo angekommen beginnen die Schwierigkeiten erst richtig. Dieser Roman bietet eben alles, was ein Abenteuerbuch ausmacht. So ganz nebenbei erfährt der Leser dann auch, mit welchen Waren damals gehandelt wurde und was gerade in Hispaniola angebaut wurde. Die Zuckerrohrplantagen waren eine wichtige Einnahmequelle und so werden auch die Protagonisten dieser Insel zu wichtigen Charakteren. Gerade die Gattin eines solchen Plantagenbesitzers, Dona Maria, hat es Jan angetan, denn eine kleine Liebesgeschichte darf auch bei diesem Abenteuer nicht fehlen. Es gibt aber auch den Gegenpart in Form des Vize-Gouverneurs der alles versucht um den Schmuggel auf der Insel zu unterbinden. Jan und seine Mannschaft geraten mitten in diesen Streit. All dies sorgt aber für gute Leseunterhaltung. Es macht einfach Spaß dieses Piratenabenteuer mitzuerleben, auch wenn die Protagonisten dabei vielleicht nicht so tiefgründig sind und einiges eventuell auch vorhersehbar war. Ein Abenteuer ist es allemal.

Note: 2