Waiting on Wednesday – Liv Marit Weberg

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Diesen Mittwoch stelle ich Euch ein Jugendbuch vor oder sagen wir ein Buch für junge Erwachsene und es ist ausnahmsweise mal keine amerikanische, englische oder deutsche Autorin, sondern eine waschechte Norwegerin.

Und wieso grad dieses Buch? Weil es sich einfach zuckersüß anhört und weil ich finde, es sollte einfach mehr Bücher mit  Windrädern auf dem Cover geben! :mrgreen: „Zum Glück bemerkt mich niemand … dachte ich“ von Liv Marit Weberg erscheint am 19. Februar bei Sauerländer.

Was macht man, wenn man zum ersten Mal alleine wohnt, aber viel zu schüchtern ist, um mit der neuen Freiheit etwas anzufangen? Anne Lise versteckt sich erfolgreich in ihrem Schneckenhaus und lässt nicht einmal ihren Freund Tore so richtig an sich heran. Bis Tore genug davon hat und sie völlig entnervt verlässt. Bis sie ihren Studienplatz verliert. Und bis ihre Eltern ihr den Unterhalt streichen. Aber so ohne weiteres gibt Anne Lise nicht auf! Kurzerhand nimmt sie ihr Leben selbst in die Hand und sucht sich einen Job. Und dabei wird Anne Lise bemerkt und gegen ihren Willen kennengelernt. Zum Glück!

Lesezeichen – Zeigt her Eure Lieblinge!

lesezeichenIch liebe Lesezeichen und habe eine ganze Nachttischschublade voll. Allerdings fällt mir immer wieder auf, dass in meinem aktuellen Buch dann doch ein schnöder Zettel, ein abgerissenes Stück Pappe, eine Rechnung, etc. steckt, dabei wäre zumindestens abends der Griff zur Nachttischschublade ja nicht sooo weit. Was mir aber nie ins Haus kommt, sind Eselsohren (anstatt Lesezeichen) oder ein Taschenbuch aufgeschlagen irgendwo hinlegen, wo sich dann ganz prächtig der Rücken durchdrückt (Knicke im Buchrücken… grusel). Ich möchte das Buch lesen und keine Origami-Kunststücke damit machen!

Ganz davon zu schweigen, dass ich einen Haufen Lesezeichenkalender habe, von denen noch kein Blatt abgerissen wurde und ich auch noch 2-3 verschweißte Lesezeichen gefunden habe, gibt es natürlich auch ein paar Lieblinge. Ich habe mir mal vier ganz besondere rausgesucht:

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Das „Lesemuffelzeichen“ dürfte jetzt ca. 9 Jahre alt sein und stammt aus der kleinen Buchhandlung in Dortmund Hombruch, in der ich meine Ausbildung gemacht habe und die es leider seit ca. 8 Jahren nicht mehr gibt. Davon mal ganz abgesehen, dass ich das Lesezeichen immer noch zuckersüß finde (es war unser Lesezeichen für Kinder, für Erwachsene hatten wir ein schwarzes Lacklesezeichen), hängen eben auch Erinnerungen daran. Eine schöne Zeit war es!!

Das Scarlett-Lesezeichen ist mein absolutes Lieblingslesezeichen. Leider ist die Kordel ganz oben verschwunden, aber da das Lesezeichen wohl schon ca. 25 Jahre alt ist, macht es nichts. Ich bin ja ein erklärter „Vom Winde verweht“ und Vivien Leigh Fan und finde das Foto einfach wunderschön.

Das rote Gummiband-Lesezeichen ist schön dezent und edel und vor allen praktisch bei dicken Büchern, weil das Band die Seiten zusammenhält.

Last but not least, das wunderbarste Lesezeichen auf diesem Planeten, der von meinem Vater beschriebene kleine Pappstreifen. Dazu gibt es eine kleine Geschichte. Als Kinder haben mein Bruder und ich unsere Weihnachtswunschzettel immer auf die Fensterbank gelegt und wenn wir morgens aufgestanden sind, war der Zettel weg und dafür lag ein Stück Schokolade dort. Nun wollte ich als Kind immer ein Klavier haben. Ich habe in der Schule sehr gerne gesungen und habe in der Grundschule sogar mal die Hauptrolle in einem Weihnachtsstück gesungen. Mit Muttis Hochzeitskleid an, das mit goldenen Sternen beklebt war! :mrgreen: Eine ganz liebe Freundin der Familie hatte ein Klavier, auf dem ich immer rumgeklimpert habe ud sie hat mir sogar ein paar erste Kleinigkeiten beigebracht. Nun, meine Eltern haben vermutlich eingesehen, dass es nicht nur eine Phase war und haben meinen Wunsch dann ernst genommen.

Was mir als 7jähriges Mädchen nicht so bewusst war, dass ein Klavier ein bisschen teurer als die neueste Barbie ist. Also habe ich mir ganz naiv ein Klavier gewünscht, es auf den Wunschzettel geschrieben und diesen dann auf das Fensterbrett gelegt. Am nächsten Morgen lag dort dann dieses kleine Pappstück mit einer Nachricht vom Christkind, dass es sich mit dem Klavier bemühen würde, es aber nicht wisse, ob es das schaffen würde. Damals habe ich tatsächlich nicht gesehen, dass es die Schrift von meinem Vater war. Heute ist es einfach eine zauberhafte Erinnerung. Das Klavier steht übrigens in meinem Wohnzimmer!

Wenn Ihr mögt, postet doch in Euren Kommentaren Eure Lieblingslesezeichen. Ihr solltet bei den Kommentaren Bilder mit hochladen können.

Waiting on Wednesday – Melanie Raabe: Die Falle

Da ich in letzter Zeit eher in Sachen zeitgenössischer Literatur unterwegs war und auch meine letzten Ausflüge in die Krimiliteratur eher beschaulicher Natur waren, habe ich doch mal wieder Lust auf einen richtigen Psycho-Thriller. Bis auf ein zwei Lieblingsautoren wie Karin Slaughter und James Patterson, lese ich eigentlich kaum noch Thriller. Das Meiste ist doch austauschbarer Ami-Kram oder der nächste Hype aus dem Norden und ich gestehe, ich kann mit den Olsens und Larssons und Mankells dieser Welt nichts anfangen.

Also mal die Vorschauen weiter durchforstet und diesen Thriller einer mir bis dato unbekannten deutschen Autorin gefunden. Und es geht um eine Schrifstellerin und das reicht bei mir ja. Das ist wie mit diesem Pawlowschen Hund. Sobald man mit dem Glöckchen läutet, bzw. ein Buch über eine Buchhandlung/Autorin/etc. schreibt, fängt die Steffi an zu sabbern! :mrgreen: Also stelle ich Euch heute „Die Falle“ von Melanie Raabe aus dem btb Verlag vor. Es erscheint im März als Hardcover.

Melanie Raabe Die FalleDie bekannte Romanautorin Linda Conrads, 38, ist ihren Fans und der Presse ein Rätsel. Seit gut elf Jahren hat sie keinen Fuß mehr über die Schwelle ihrer Villa am Starnberger See gesetzt. Trotz ihrer Probleme ist Linda höchst erfolgreich. Dass sie darüber hinaus eine schreckliche Erinnerung aus der Vergangenheit quält, wissen nur wenige. Vor vielen Jahren hat Linda ihre jüngere Schwester Anna in einem Blutbad vorgefunden – und den Mörder flüchten sehen. Das Gesicht des Mörders verfolgt sie bis in ihre Träume. Deshalb ist es ein ungeheurer Schock für sie, als sie genau dieses Gesicht eines Tages über ihren Fernseher flimmern sieht. Grund genug für Linda, einen perfiden Plan zu schmieden – sie wird den vermeintlichen Mörder in eine Falle locken. Doch was ist damals in der Tatnacht tatsächlich passiert?

Lesetagebuch #2 – Verliebt in Lilly Lindner

Lilly Lindner und Ece Temelkuran

Nun – eigentlich ist das Foto ein bisschen geflunkert. Also ein kleines bisschen. Ein ganz ganz kleines bisschen. Ach scheiß drauf! Es ist die größte Lüge seit Maradonas irregulärem Tor  mit der „Hand Gottes“.  (95% der weiblichen Leser googlen nun, was das ist :mrgreen: ).

Eigentlich lese ich nämlich noch:
Kiera Cass: The Selection
Robert Galbraith: Der Ruf des Kuckucks
Sylvia Day: Hingabe
Waltraut Levin: Der Wind trägt die Worte – Geschichte und Geschichten der Juden (Langzeitprojekt – zwei Bände mit jeweils ca. 800 Seiten)

„Hingabe“ (der vierte Crossfire Band) liegt allerdings schon seit Ende November brach und fängt sozusagen schon an vor sich hin zu müffeln. Ich habe die ersten drei Bände wirklich gerne gelesen, aber der vierte Band ist einfach nur doof. Keine Ahnung, ob ich den noch zu Ende lese.

Momentan aber auf der Prioritätenliste ganz oben, sind die beiden Bücher auf dem Foto. Einmal „Was nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann“ von Ece Temelkuran aus dem Atlantik Verlag und „Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“ von Lilly Lindner. Das Schöne ist – beide Bücher haben überhaupt nichts gemein, aber beide sind auf ihre Art und Weise ganz besondere Bücher.

Die türkische Autorin Ece Temelkuran überzeugt mich sehr mit ihrem Roman. Ich bin zwar noch nicht ganz so weit, weil sich der Roman nicht mal eben so weglesen lässt und es zwischendurch komische Szenensprünge gibt, an die man sich mal erstmal gewöhnen muss, aber die Handlung ist sehr interessant und Temelkuran streut so wunderschön gebaute Sätze ein, geschmückt mit außergewöhnlichen Metaphern, dass man am liebsten mit dem Textmarker durch die Seiten pflügen will. Mache ich natürlich nicht. Dafür hilft mir meine Moses Haftmarker-Rolle, die meiner momentanen Lektüre folgt wie der Hund dem Herrchen. Aus meinem Buch hängen überall kleine Papierschnipsel.

Noch schlimmer geht es mir mit Lilly Lindners neuem Roman „Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“, den ich gerade in einer Leserunde bei LovelyBooks lese. Die Community veranstaltet dieses Jahr eine Jahreschallenge mit den S.Fischer Verlagen und ich habe mir vorgenommen, da mal mitzumachen. Das Buch für den ersten Monat klang nach der Leseprobe wirklich gut, aber trotzdem bin ich mit wenig Erwartungen an das Buch gegangen. Ich wusste, dass Lindner mit ihrem Erstling „Splitterfasernackt“, in dem sie ihre eigene Vergangenheit verarbeitet hat, einen großen Erfolg hatte, aber irgendwie hatte ich die Autorin trotzdem nie auf dem Schirm. Und nun sitze ich hier und frage mich, wie mir das passieren konnte.

Der Roman ist in einem Wort „unbeschreiblich unfassbar wundebar“ (wer behauptet dass ich zählen kann… ). Es geht um eine vierköpfige Familie, in der die ältere Tochter aufgrund einer Magersucht im Krankenhaus ist. Weit weg von ihrer Familie. Phoebe, die kleinere Schwester, deren Alter nie genannt wird, aber die ich nach knapp der Hälfte des Buches auf ca. 10 Jahre schätzen würde, schreibt ihrer Schwester April Briefe und diese Briefe bilden im Prinzip den Roman. Und dieses wundervolle altkluge und warmherzige Mädchen hat sich tief in mein Herz vergraben und Lindners Schreibe gleich mit.

Ich kann dem glaube ich mit meinen Worten gar nicht gerecht werden, aber die Autorin verfasst Sätze, die mich innehalten und aufseufzen lassen und die mich schon das ein oder andere Mal tief berührt haben und die tatsächlich, was ich in der Form noch niemals bei einer Autorin hatte, irgendetwas in mir bewegen. Sehr literarisch, poetisch und verspielt, dabei aber klar und leicht zu verstehen. Wunderschöne Bilder und Wortspiele, die ich noch nie gelesen habe. Auf Seite 55 bin ich beim Lesen aufgesprungen und an den PC gestürzt, um meine Gedanken in der Leserunde sofort aufzuschreiben.

Leider habe ich die vage Vermutung, dass Lindner mir im Laufe des Romans das Herz brechen wird. Das kann doch alles fast nicht gut ausgehen.

 

Waiting on Wednesday – Claire Hajaj: Ismaels Orangen

Wie schon letzten Mittwoch berichtet, bin ich gerade dabei die Frühjahrsvorschauen zu durchforsten. Das dauert, zusammengenommen für Taschenbuch und Hardcover, mehrere Wochen. Oder mehrere Tage, wenn man das Essen, Trinken, Schlafen und Arbeiten einstellt. :mrgreen:

Momentan habe ich das Gefühl, ich könnte ein ganzes Buch mit Titeln füllen, die sich verheißungsvoll anhören. Also genug Stoff für die nächsten Mittwoche!

Der heutige Vorschlag ist mir in der Vorschau direkt aufgefallen, ist er doch der Frühjahrs-Spitzentitel bei Blanvalet. Warum gerade dieser Vorschlag? Nun, es schadet nicht, sich immer wieder daran zu erinnern, was Krieg, Flucht, Fremdenhass und Vorurteile bedeuten. Vielleicht in den letzten Tagen und Wochen so viel, wie schon lange nicht mehr …

Das Buch erscheint Mitte März als Hardcover.

Jaffa, April 1948. Der siebenjährige Salim Al-Ismaeli, Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters, freut sich darauf, die ersten Früchte des Orangenbaums zu ernten, der zu seiner Geburt gepflanzt wurde. Doch der Krieg bricht aus und treibt die ganze Familie in die Flucht. Von nun an hat Salim nur noch einen Traum: Eines Tages zu seinem Baum zurückzukehren und im Land seiner Väter zu leben.

Zur selben Zeit wächst Judith als Tochter von Holocaust-Überlebenden in England auf – und sehnt sich danach, irgendwann ein normales und glückliches Leben führen zu dürfen. Als Salim und Judith sich im London der Sechzigerjahre begegnen und ineinander verlieben, nimmt das Schicksal seinen Lauf und stellt ihre Liebe auf eine harte Probe …