Schier, Petra: Der Hexenschöffe

Verlag: Rowohlt
erschienen:
2014
Seiten:
512
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3499268000

Klappentext:

Eine wahre Geschichte aus dunkler Zeit. Anno 1636 ist ganz Deutschland vom Hexenwahn ergriffen. Schon einige Jahre zuvor traf es auch das beschauliche Rheinbach – eine Zeit, an die sich keiner gern erinnert. Und nun hat der Kurfürst den Hexencommissarius erneut in die Stadt beordert. Hermann Löher, Kaufmann und jüngster Schöffe am Rheinbacher Gericht, hat Angst um Frau und Kinder. Sein Weib Kunigunde gehört zur «versengten Art»: Angehörige ihrer Familie wurden damals dem Feuer überantwortet. Löher glaubt nicht an Hexerei und an die Schuld derer, die vor Jahren den Flammen zum Opfer fielen. Eine gefährliche Einstellung in diesen Zeiten. Als die Verhaftungswelle auch auf Freunde übergreift, schweigt der Schöffe nicht länger. Und schon bald beginnt für ihn und seine Frau ein Kampf gegen Mächte, die weit schlimmer sind als das, was man den Hexen vorwirft ..

Rezension:

Im 17. Jahrhundert brennen die Scheiterhaufen in ganz Deutschland. Der Hexenwahn geht um. Im Jahre 1636 in Rheinbach versucht der Schöffe Hermann Löher dagegen anzugehen. Auch er und seine Familie sind der Inquisition aufgefallen. Schon vor Jahren wurden Familienmitglieder angeklagt und hingerichtet. Löher selbst glaubt nicht daran das es Hexen und Zauberer gibt, er scheut auch nicht davor zurück sich in dieser Richtung zu äußern. Solch ein Verhalten ist gefährlich und so hat er zu Recht Angst um seine Frau und seine Kinder.

Die Autorin schildert hier spannend und vor allem detailgetreu die Ereignisse dieser Zeit. Gekonnt hat sie die wenigen historisch belegten Tatsachen mit einer fiktiven Handlung verknüpft. So ist ein lebhaftes Bild dieser Zeit entstanden. Die Ängste der Menschen, ihre Furcht selbst angeklagt und verurteiltet zu werden, ist deutlich spürbar. Der historische Hintergrund für sich sorgt schon für eine spannende Geschichte. Die einzelnen Charaktere, wie Hermann Löher oder sein Sohn Bartel sowie auch deren Gegner, sind gut ausgearbeitet und facettenreich gestaltet. Mit Hermann Löher geht der Leser gemeinsam den Weg in die Prozesse und versucht zu beweisen, dass die Frauen unschuldig waren.

Kunigunde, seine Frau steht ihm zur Seite und auch sein Sohn, Bartel wird mit eingebunden. Mit ihrer Hilfe entsteht ein Gesamtbild dieser Zeit. So wird von alten Bräuchen erzählt, von den Jugendverbindungen und das sich langsam herantasten an die Mädchen. Durch diese Szenen wird die sonst eher düstere Geschichte ein wenig umgänglicher und heller. So macht es Spaß diese Geschichte zu lesen. Dies ist mal eine Stimme zu den Hexenprozessen die von den Zweifeln der Menschen erzählt, von ihren Ängsten und Nöten und vor allem davon, dass es Menschen gab die nicht an die Schuld der Frauen und Männer glaubten. Sie wollten helfen und haben ihr eigenes Leben dafür riskiert. Leider wird auch von der ganzen Grausamkeit erzählt der diese Prozesse mit sich brachte, denn auch die Art der Foltermethoden werden geschildert, also nicht immer was für schwache Nerven.

Textzeilen aus alten Briefen von Hermann Löher, die über den einzelnen Kapiteln stehen, lassen die gesamte Geschichte authentisch wirken, diese Auszüge haben mir gut gefallen. Am Ende gibt es dann noch ein ausführliches Nachwort der Autorin, indem sie Fiktion und Wahrheit klärt.

„Der Hexenschöffe“, ein historischer Roman über den Schöffen Herman Löher aus Rheinbach. Er erzählt von den Hexenprozessen des 17. Jahrhunderts, von den Ängsten der Menschen aber auch von ihrem Leben und ihren Bräuchen. Für mich ist dieser Roman der wohl Beste aus der Feder von Petra Schier und ich hoffe es werden noch einige dieser Art folgen.

Note: 2+

Link, Charlotte: Sechs Jahre – Der Abschied von meiner Schwester

Verlag: Blanvalet
erschienen:
2014
Seiten:
320
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3764505214

Klappentext:

Auf eindringliche Weise berichtet Bestsellerautorin Charlotte Link von der Krankheit und dem Sterben ihrer Schwester Franziska. Es ist nicht nur das persönlichste Werk der Schriftstellerin, voller Einblicke in ihr eigenes Leben, sondern auch die berührende Schilderung der jahrelang ständig präsenten Angst, einen über alles geliebten Menschen verlieren zu müssen. Charlotte Link beschreibt den Klinikalltag in Deutschland, dem sich Krebspatienten und mit ihnen ihre Angehörigen ausgesetzt sehen, das Zusammentreffen mit großartigen, engagierten Ärzten, aber auch mit solchen, deren Verhalten schaudern lässt und Angst macht. Und sie plädiert dafür, die Hoffnung nie aufzugeben – denn nur sie verleiht die Kraft zu kämpfen.

Rezension:

Charlotte Link und ich passen eigentlich in den letzten Jahren überhaupt nicht mehr zusammen. Ihre ganz frühen historischen Romane (besonders „Die Sterne von Marmalon“) fand ich klasse, mit ihren Krimis stehe ich jedoch auf Kriegsfuß, obwohl ich es wirklich bis zu „Der fremde Gast“ immer wieder probiert habe, weil ich ihren Schreibstil sehr mag. Jetzt zu sagen, ich habe mich gefreut, als ich dieses Buch in der Verlagsvorschau gesehen habe, ist wohl aufgrund des Themas von „Sechs Jahre“ fehl am Platz, aber dennoch kann ich sagen, dass ich es sofort lesen wollte.

Und das widerum obwohl ich sogenannten Erfahrungsbüchern nicht viel abgewinnen kann. Die ich bisher gelesen habe, waren alle voll mit Fotos und voller intimster Beschreibungen möglichst widerlicher Details. Nun könnte man sagen, tja, so isses halt, wenn einen der Krebs in der Mangel hat, aber ich persönlich muss dann nicht lesen,  wie kleine Kinder Bröckchen von ihren Schleimhäuten auskotzen (nein, das hab ich mir nicht ausgedacht, sondern wirklich so gelesen) – mir reichen auch subtilere Beschreibungen.

Vielleicht hat mich deswegen „Sechs Jahre“ so überzeugt. Charlotte Link erzählt das, was nötig ist, aber sie ist nicht sensationslüstern. Das macht ihr Buch übrigens nicht weniger eindringlich. Im Gegenteil! Ihr Buch ist immer dann so berührend, wenn sie über Liebe, Ängste, Hoffnung, Trauer und Wut schreibt. Über den Mut ihrer Schwester und über ihre eigene Verzweiflung.

In vielen Rezensionen habe ich gelesen, dass die Leute nicht verstehen, wieso die ansonsten sehr scheue Bestsellerautorin ein so persönliches Buch geschrieben hat und was sie damit überhaupt bezweckt, da Franziskas hoffnungsloser Fall doch besonders für Betroffene eher niederschmetternd ist. Bei so was frag ich mich immer, was erwarten die Leute eigentlich? Einen Regenbogen und fröhlich springende Einhörner am Ende des Buches, weil Krebs ja so eine lustige Sache ist? Es sollte doch jedem klar sein, was bei so einem Thema passiert. Zumal schon der Klappentext verrät, dass Franziska an der Krankheit gestorben ist. Wer das nicht lesen mag, der soll es lassen. Es gibt ja schließlich genügend Literatur für alle auf dem Markt. Aber einem Erfahrungsbericht über Krebs die Hoffnungslosigkeit vorzuhalten finde ich schon reichlich merkwürdig.

Ganz davon zu schweigen, dass es eigentlich gar nicht stimmt. Franziska gab man bei der Diagnose höchstens ein Jahr, doch sie überlebte fünf weitere, auch wenn ich persönlich sagen muss, dass besonders ihr letztes Jahr für mich eher unlebenswert erscheint. Sicherlich ist dies aber auch eine persönliche Sache. Wie viel kann ein Mensch aushalten? Wieviel Freunde und Familie? Ist es besser, wenn ein Leiden vielleicht ein Ende hat, bevor es unterträglich wird? Das sind alles Fragen, die ich mir beim Lesen gestellt habe und die aber jeder wahrscheinlich anders beantwortet. Franziska und auch ihre Familie scheinen sich an jede Sekunde geklammert zu haben. Ob dies am Ende richtig war, lässt sich dabei schwer sagen.

Erschüttert haben mich einige Szenen, in denen es um die Herzlosigkeit von Ärzten geht. Besonders die Szene, in der eine Onkologin Franziska vollkommen unvorbereitet ihr Todesurteil mitteilt. Ohne jegliches Mitgefühl. Charlotte Links Schwester erleidet danach einen Zusammenbruch, von dem sie sich seelisch nie wieder erholen wird. Bis zu ihrem Tod muss sie Beruhigungsmittel nehmen. Wie viel Schaden kann ein einzelner Mensch in einem unbedachten Moment anrichten. Ich persönlich habe große Hochachtung vor Ärzten und besonders vor dem Pflegepersonal. Mein Großvater leidet an Demenz und ist in einem Pflegeheim und ich kann mir nicht vorstellen, jeden Tag dort zu arbeiten. Dennoch habe ich persönlich nur freundliche Menschen mit sehr viel Herz und Geduld gesehen, deren lächerlich geringes Gehalt gar nicht das aufwiegen kann, was sie leisten. Allerdings muss ich auch sagen, wer zu diesen Eigenschaften nicht fähig ist, der darf einfach keinen medzinischen Beruf eingehen. Wer nicht mit Menschen kann, der darf kein Arzt werden, so toll er von mir aus auch operieren oder behandeln kann.

Gegen Ende des Buches gibt es noch einige andere Szenen, wo man Franziska eine Woche mehr oder weniger in einem Krankenhaus hat verhungern lassen. Hier muss ich allerdings auch sagen, dass ich ihre Familie nicht verstehe. Natürlich waren sie zu diesem Zeitpunkt nach jahrelangem Kampf und Leiden an der Grenze ihrer Belastbarkeit (oder vermutlich schon längst darüber hinaus), aber so eine Behandlung hätte ich mir niemals gefallen lassen. Hier hat mir im Buch an manchen Stellen der Widerstand gefehlt. Aber wie gesagt, das lässt sich als Leser und Außenstehende leicht sagen.

Charlotte Link ist es wichtig diese Missstände aufzuzeigen, ohne dabei aber die mitfühlenden Schwestern und Ärzte unter den Tisch fallen zu lassen. Sie beleuchtet beide Seiten und prangert auch durchaus die Zweiklassengesellschaft in unserem Krankenkassensystem an. Natürlich ist die Autorin und somit auch ihre Familie vom Schicksal begünstigt, da sie genügend Geld für private Versicherungen und alternative Behandlungsmethoden aufbringen kann. Letztlich ist das Leiden aber dasselbe. Vor dem Tod sind wir alle gleich und Angst vor Verlust und Schmerz fühlt sich für einen wohlhabenden Menschen genauso an, wie für einen Schlosser, der gerade mal so seine Familie durchbringen kann.

Einige Leser machen der Autorin den Vorwurf dieses Buch nur geschrieben zu haben, um das Geschehen persönlich zu verarbeiten. Dies ist sicherlich ein Faktor, den Link übrigens auch zugibt. Ich finde trotzdem nicht, dass das Buch zu persönlich geworden ist. Interessant finde ich übrigens, wie natürlich Franziskas und Charlottes Eltern, ihre Ehemänner und Kinder vorkommen, sie aber bis auf die Nennung der Namen für mich gesichtslos bleiben. Detailliert berichtet sie eigentlich nur von Franziska (die sich das Buch übrigens gewünscht hat) und sich selbst. Alle anderen behalten ihre Privatsphäre. Trotzdem ist nichts an diesem Buch oberflächlich, was sich schon daran messen lässt, dass ich überdurchschnittlich viele Taschentücher gebraucht habe. Im Gegensatz zu Filmen müssen sich Bücher schon mächtig anstrengen, um mir ein Tränchen zu entlocken.

Letztlich hat „Sechs Jahre“ sicherlich mehr Daseinsberechtigung als so manch unsinnige Promi-Biographie oder so manchem schwachsinnigen schriftlichen Erguss eines Politikers (manchmal ist das ja ein und dasselbe). Es gibt schlimmere Dinge als von zwei Schwestern z lesen, die sich so stark verbunden gefühlt haben, dass die eine der anderen ein Denkmal setzen möchte.

Ich bin übrigens gespannt, wie sich Charlotte Links Karriere nach diesem Buch und dieser persönlichen Tragödie entwickeln wird. Auch wenn ich sie natürlich nicht kenne, habe ich nach dem Lesen des Buches doch das Gefühl, dass sie mehr denn je fragil wirkt. Auch habe ich die Hoffnung, dass sie sich mal wieder etwas anderes traut, als die üblichen psychologischen Spannungsromane. „Sechs Jahre“ hat gezeigt, dass sie mehr kann.

Note: 2

Evans, Katy: Real – -Nur für dich

Band 1 REAL Serie

Originaltitel: REAL
Verlag:
LYX
erschienen:
2014
Seiten:
384
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3802593863
Übersetzung:
Susanna Mende

Klappentext:

Die junge Physiotherapeutin Brooke wird von ihrer besten Freundin zu einem Boxkampf mitgenommen. Dort begegnet sie dem Boxer Remington Tate – und ist augenblicklich von ihm fasziniert. Doch Remy ist wie Feuer und Eis: mal unnahbar, unberechenbar, gefährlich, mal leidenschaftlich, fürsorglich, romantisch. Er überwältigt Brooke, stellt ihre Welt auf den Kopf. Sie will Remy, nur Remy, für immer. Doch der verbirgt ein dunkles Geheimnis – ein Geheimnis, das ihre Liebe zerstören könnte …

Rezension:

Brooke ist eine junge Physiotherapeutin, die von ihrer besten Freundin Melanie zu einem Boxkampf geschleppt wird. Sie geht aus Freundschaft mit, interessiert sich aber nicht wirklich dafür und ist erstaunt, wie viele Frauen dort für den Boxer Remy schwärmen oder besser gesagt ausflippen. Brooke kann dies überhaupt nicht nachvollziehen und hält das alles für
vollkommen übertrieben, bis sie Remy selbst sieht und ab dem Zeitpunkt hin und weg von ihm ist und ihre Hormone verrückt spielen und sich in ihrem Kopf nur noch der Gedanke breit macht, wie sie ihn näher kennen lernen kann, möglichst nahe…

Wenn man die Leseprobe liest, erwartet man ein sehr oberflächliches Buch, das sich wohl in erster Linie darum drehen wird wie schnell Remy und Brooke im Bett landen und was sie da dann wohl alles tun werden. Aber ich muss sagen, das Buch hat doch eine ernstere Zusatzpointe. Remy hat große pychische Probleme mit denen die wenigsten Leute aus seinem Umfeld zurecht kommen, auch mit seinen Eltern hat er aufgrund dieser keinen Kontakt mehr, da sie ihn im Stich gelassen haben. Natürlich ist es kein tiefschürfender Roman und natürlich nimmt die sexuelle Anziehung zwischen den Beiden einen großen Raum in ein, aber es gibt halt doch etwas mehr, als es auf den ersten Blick scheinen mag.

Ein Buch das mir besser gefallen hat als erwartet. Ich werde bestimmt auch den nächsten Band lesen.

Note: 2

Stolzenburg, Silvia: Der Teufelsfürst

Band 1 Vlad Draculea Trilogie

Verlag:
Bookspot
erschienen:
2013
Seiten:
400
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3937357750

Klappentext:

Die politischen Entwicklungen Mitte des 15. Jahrhunderts zwingen den Fürsten der Walachei, Vlad Dracul II., sich dem Herrscher des Osmanischen Reiches zu unterwerfen. Er überlässt Sultan Murad II. seine beiden jüngeren Söhne als Faustpfand. Am Hof in Edirne werden der sechzehnjährige Vlad und sein elfjähriger Bruder Radu zum Opfer von Folter und Missbrauch. Doch die Misshandlungen können den Stolz des Älteren nicht brechen. Während Radu sich in sein Schicksal ergibt, kämpft Vlad erbittert um seine Freiheit. Als Mitglied des Drachenordens darf er seinen Glauben nicht verraten. Der Wunsch nach Rache für all die Demütigungen steigert seinen Überlebenswillen. Zur gleichen Zeit wird die junge Zehra von Katzenstein in Ulm der Hexerei und des Mordes an ihrem Vater angeklagt. Falsche Zeugen beschwören ihre Täterschaft. Das Gericht verurteilt Zehra und verhängt eine lebenslängliche Verbannungsstrafe über sie. Mittellos, verzweifelt und ohne Schutz muss sie ihre Heimatstadt verlassen und sich den Gefahren stellen, welche vor den Toren der Stadt lauern. Trotz der Strafandrohungen des Gerichts macht sich ihr Bruder Utz kurz nach der Verbannung auf die Suche nach seiner Schwester. Doch Zehra ist wie vom Erdboden verschwunden.

Rezension:

„Der Teufelsfürst“ ist der Auftakt zu einer Trilogie um die historisch belegte Person Vlad Draculea. Die Autorin erzählt hier in einem leicht zu lesenden Erzählstil, eine Geschichte über das Leben dieses Fürsten wie es gewesen sein könnte. Sie versucht begreiflich zu machen wie aus einem Jungen aus einer Fürstenfamilie ein Teufelsfürst werden kann. Ihre Darstellungen sind lebhaft und facettenreich und waren mir teilweise sogar schon zu bildhaft, da Frau Stolzenburg auch nicht davor zurückschreckte diverse Foltermethoden ziemlich eingehend zu schildern. Für den Verlauf und dem Verständnis von Vlad sind diese Szenen aber wichtig und sie sorgen für die notwendige Glaubhaftigkeit.

In einem zweiten Erzählstrang wird dann die Geschichte von Zehra von Katzenstein geschildert. Ihr Leben ist bestimmt nicht weniger spannend, er sorgt aber trotzdem immer wieder dafür, dass ein wenig Ruhe in die Geschichte kommt und der Leser entspannt weiter lesen kann, jeden falls ging es mir so. In beiden Erzählsträngen schildert die Autorin aber auch das Leben dieser Zeit, die Menschen dieser Zeit und auch ein bisschen die Sitten dieser Zeit, dies hat mir gut gefallen.

Cover/Aufmachung: Das Cover zeigt einen düsteren Fürsten von einer schaurigen Burg. Es passt zum Titel und auch zum Inhalt. Mir gefällt es. Gleich zu Beginn ist eine schöne Karte Europas, an Hand derer der Leser nachvollziehen kann wie weit die zurückgelegten Entfernungen sind. Bevor es dann losgeht mit der Geschichte gibt es noch ein Personenregister und am Ende ein Nachwort der Autorin welches Fiktion und Wahrheit trennt. Mir hat die gesamte Aufmachung gut gefallen. .

Mein Fazit: „Der Teufelsfürst“ ist ein interessanter, historischer Roman über einen Fürstensohn den man eigentlich nur anders kennt (als blutsaugenden Vampir aus den Romanen von Bram Stoker), mir hat er hier eindeutig besser gefallen. Obwohl dieses Buch sicher nichts für schwache Nerven ist, hat er mich gut unterhalten und ich finde es nur sehr schade, dass Teil 2 erst im nächsten Frühjahr erscheint und ich erst dann erfahre wie es mit Vlad und Zehra weitergeht.

Note: 2+

Stolzenburg, Silvia: Das Reich des Teufelsfürsten

Band 2 Vlad Draculea Trilogie

Verlag: Bookspot
erschienen:
2014
Seiten:
464
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3937357866

Klappentext:

Dies ist ein Roman über die historische Figur des Woiwoden Vlad Draculea, Fürst der Walachei, durch Bram Stoker weltbekannt als Graf Dracula. Es ist keine Geschichte über Vampire oder andere blutsaugende Kreaturen, welche die Nächte unsicher machen. Es ist die Geschichte einer Person aus Fleisch und Blut, die Geschichte eines Überlebenskampfes, eines Kampfes um Macht, Liebe und Anerkennung. Dieser Roman schließt nahtlos an seinen Vorgänger, Der Teufelsfürst, an, dessen Gegenstand Kindheit und Jugend des Fürsten sind.

Rezension:

Hier geht es nun weiter im zweiten Teil um Vlad Draculea dem Fürsten der Walachei im 15.Jahrhundert.
Vlad ist inzwischen in seine Heimat zurückgekehrt und regiert mit harter und grausamer Hand. Seine Geliebte Zehra von Katzenstein lebt mit ihrem Sohn Carol in einem Kloster in den Karpaten. Sehnsüchtig wartet sie darauf den geliebten Mann wieder in die Arme schließen zu können. Doch Vlad will erst alle seine Feinde ausmerzten, um ihr dann eine sicher Zukunft bieten zu können.

In Ulm leben Sophia und Ihr Mann Utz von Katzenstein mehr nebeneinander her als gemeinsam. Utz versucht vor dem kalten Heim zu fliehen und ist oft als Kaufmann auf Handelsreisen. Sophia hadert mit ihrem Schicksal und kann nicht begreifen warum sie ihrem Mann die Schuld nicht verzeihen kann. Dann trifft Utz eine Entscheidung die ihrer aller Leben verändern soll.

Dieser zweite Band schließt nicht direkt an den ersten Teil an, es sind 8 Jahre vergangen und aus dem Jüngling Vlad Draculea ist ein Mann geworden der die Verantwortung für sein Reich übernehmen kann und will. Leider auch ein sehr grausamer Herrscher. Der Erzählstil von Silvia Stolzenburg ist eigentlich leicht und locker zu lesen, so fliegen die Seiten nur so dahin. Leider ist die Geschichte selbst aber so grausam und düster, dass man sie eben nicht so einfach weg lesen kann. Die historische Figur des Vlad Draculea gibt hier einfach den Weg vor. Auch wenn vielleicht nicht alles so war wie es überliefert wurde, so ist doch bekannt, dass er dazu neigte seine Feinde pfählen zu lassen. Er hat sich so  einige grausige Foltermethoden einfallen lassen, die die Autorin dann auch beschrieben hat. Allerdings sollte man auch nicht vergessen, dass nicht nur dieser Fürst zu solchen Taten fähig war. Schon im ersten Band „Der Teufelsfürst“ findet der Leser heraus wie in dieser Zeit mit Gefangenen umgegangen wurde und wo der Fürst der Walachei sein Handwerk gelernt hat.

Der zweite Erzählstrang gilt der Familie von Sophia von Katzenstein aus Ulm. Sie und ihr Mann sowie ihre gemeinsamen Söhne bringen ein wenig Licht in die Geschichte. Sie nehmen die Düsternis und bringen Hoffnung. Auch wenn Sophias Geschichte nicht unbedingt etwas mit der von Vlad gemeinsam hat, ist sie wichtig eben weil sie ein bisschen Liebe und Leichtigkeit bringt, ohne sie wäre die Geschichte von Vlad Draculea wohl schwer zu ertragen gewesen. Die Autorin hat es geschickt verstanden die beiden Handlungsstränge miteinander zu verbinden und an den richtigen Passagen von einem zum anderen zu wechseln. Es blieb die ganze Zeit über spannend.

Am Beginn des Buches befindet sich ein Namensverzeichnis, welches schon mal Aufschluss darüber gibt welche Protagonisten historisch belegt sind und welche Fiktiv. An Hand einer Karte kann der Leser den Weg nachverfolgen den Utz zurücklegt und auch wo die einzelnen Schlachten stattgefunden haben. Ein Nachwort, welches Fiktion und Wahrheit klärt ist am Schluss dann auch vorhanden und nochmals sehr informativ.

„Das Reich des Teufelsfürsten“ ist zwar ein fiktiver Roman, aber über einen Fürsten der real war und auch heute noch ist. Allerdings hat diese Geschichte nichts mit Vampiren zu tun, auch wenn dieser Mythos wohl auf ihn zurückzuführen ist. So wurde der Fürst der Walachei auf Grund seiner Grausamkeit auch Dracul genannt, was so viel wie Teufel heißt. Leser die gern über diesen Fürsten lesen möchte sei aber geraten zuerst den ersten Teil „Der Teufelsfürst“ zu lesen, da die beiden Bücher aufeinander aufbauen und nicht unabhängig voneinander zu lesen sind. Dann aber können sie in eine spannende Geschichte abtauchen. Spannend, glaubwürdig aber auch gruselig und grausam.

Note: 2