Cass, Kiera: Selection

Kiera Cass Selection CoverBand 1 Selection Serie

Originaltitel: The Selection
Verlag:
Sauerländer
erschienen:
2013
Seiten:
368
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3737361886
Übersetzung:
Angela Stein

Klappentext:

35 perfekte Mädchen – und eine von ihnen wird erwählt. Sie wird Prinz Maxon, den Thronfolger des Staates Illeá, heiraten. Für die hübsche America Singer ist das die Chance, aus einer niedrigen Kaste in die oberste Schicht der Gesellschaft aufzusteigen und damit ihre Familie aus der Armut zu befreien. Doch zu welchem Preis? Will sie vor den Augen des ganzen Landes mit den anderen Mädchen um die Gunst eines Prinzen konkurrieren, den sie gar nicht begehrt? Und will sie auf Aspen verzichten, ihre heimliche große Liebe?

Rezension:

Der erste Band der Selection Reihe von Kiera Cass punktet erst einmal mit einem wirklich bezaubernden Cover. Definitiv ein Eyecatcher, der im Buchladen oder in der Verlagsvorschau auffällt. Der Klappentext hingegen lässt auf eine Mischung aus „The Bacchelor“ und Zickenkrieg á la „Germanys Next Topmodel“ vermuten, doch dann ist das Buch Gott sei Dank ganz anders.

Zickenkrieg gibt es bis auf ein paar böse Blicke und die obligatorische doofe Schreckschraube (Celeste), die jedoch kaum in Erscheinung tritt, glücklicherweise nicht, wobei ich auch schon Rezensionen gelesen habe, wo dies den Lesern gerade nicht geschmeckt hat. Zu brav war ihnen der Kampf um Prinz Maxon. Mich regt unnötiges „Augenauskratzen“, welches nur das Buch auffüllen soll, immer eher auf und so war ich froh, dass der Autorin andere Dinge wichtiger waren.

Gut, America Singer ist vielleicht ein bisschen zu perfekt. Sie ist hübsch, klug und ehrlich, was sie das ein oder andere Mal in Schwierigkeiten bringt, sie aber auch authentisch wirken lässt, was nicht nur dem Volk, sondern auch dem Prinzen gut gefällt. In der oberflächlichen katzbuckelnden Welt der Adeligen, kommt jemand, der einem ziemlich deutlich die Meinung sagt, schon mal erfrischend anders vor. Dennoch übertreibt es Cass mit ihrer Protagonistin nicht. Sie ist kein ungezogenes Gör und merkt auch, wenn sie schweigen muss, weil sie sonst jemanden verletzt. Auch ihre Beweggründe, warum sie überhaupt an dieser Farce teilnimmt, sind verständlich. Garantiert sie mit ihrer Teilnahme ihrer Familie, die einer niedrigen Kaste angehört, ein besseres Leben.

Das mit den Kasten klingt tatsächlich ein bisschen nach den Distrikten aus „Die Tribute von Panem“ und es gibt sogar ein Capitol, aber mich haben ein paar kleine Ähnlichkeiten nicht gestört. America ist nicht Katniss und Illeá ist nicht Panem. Zumindest im ersten Band wirkt auch alles recht fröhlich und obwohl ich vermute, dass in den nächsten Bänden noch der Kampf mit den Rebellen an Bedeutung gewinnt, ist die Stimmung einfach eine ganz andere.

Ein bisschen Magengrummeln bescherrt mir die Dreiecksgeschichte zwischen America, Maxon und Aspen und ich hoffe, dass Kiera Cass dieses Thema nicht über Gebühr in den nächsten Bänden ausschlachten wird. Auch wenn man versucht ist, dem ärmlichen Aspen seine Stimme zu geben, kann ich ehrlich gesagt nicht viel mit ihm anfangen und der Prinz erscheint mir der interessantere Charakter zu sein. Anfang ein bisschen nervig mit seinem gestelzten unverbindlichen Getue und dem wenig männlichen Gekichere (vielleicht liegt’s aber auch an der Übersetzung?), lässt die Handlung jedoch nach und nach durchblicken, dass sich hinter dem Aushängeschild des Königshauses ein Mensch aus Fleisch und Blut verbirgt. Maxon ist mitfühlend und freundlich und er scheint nicht sehr viel von den Menschen die vor den Toren des Palastes teilweise ein karges Leben führen muss, zu wissen. Erst America öffnet ihm die Augen und seine Reaktion zeigt sehr deutlich, dass er ein gutes Herz hat.

Ja, nachdem ich eigentlich anfangs gar keine Meinung zu dem glattgebügelten Kerl hatte, begann Maxon mir doch zugefallen und ich bin mir sicher, dass in seiner Figur noch jede Menge Potential steckt. Überhaupt gilt dies auch für die ganze Handlung. „Selection“ scheint fast so eine Art Einführung in die Trilogie zu sein, denn so richtig viel passiert eigentlich nicht. Dennoch lässt sich dieses Jugendbuch so locker flockig weglesen, dass ich froh, dass ich den zweiten Band schon im Bücherregal stehen hatte und direkt weiterlesen konnte.

Note: 2-

Links to Love #2

Links to Love

Wie schön, dass die neue Rubrik „Links to Love“ bei Euch so gut ankommt. Auch heute habe ich für Euch wieder eine handvoll interessante Links.

1) Thomas Brasch hat einen wunderbaren Artikel über die heutige Literaturkritik geschrieben. Ich möchte zu dem Artikel eigentlich gar nicht viel schreiben, denn er spricht für sich. Als Appetizer ein kleines Zitat aus dem Artikel: [quote]Mein Wunsch ist ganz schlicht und einfach: nehmt euch ein Beispiel am Ressort „Reise“. Würde dort regelmäßig vierspaltig berichtet, wie Furz langweilig die Wanderung durch die Tiroler Alpen sei oder wie enttäuschend die Gourmettour durchs Elsass verlief oder wie tröge der Abstecher ins Mekong-Delta war, dann könnten das Ressorts wohl nach wenigen Wochen schließen.[/quote]

2) Es ist zwar ein älterer Artikel aus dem Jahr 2012, aber da ich Lilly Lindner erst gerade entdeckt habe, möchte ich ihn trotzdem heute vorstellen. In der Zeitschrift Emma gibt es ein kleines Porträt. Eindringlich und wunderschön geschrieben.

3) Vielleicht nicht ganz so buchaffin, aber ich liebe sie! Die neue „Hattu Häschen“ Produktpalette von Moses. Wir haben im Laden im Weihnachteschäft die neuen Prospekte von Moses bekommen und meine liebe Kollegin Janina und ich haben den Rest der Belegschaft an den Rand des Nervenzusammenbruchs gebracht, weil wir uns die ganze Zeit supertolle neue „Hattu-Sprüche“ ausgedacht haben. Lieber Moses Verlag… falls Ihr Ideen braucht? In diesem Sinne „Hattu Spaß mit dem Artikel, muttu kommentieren“. :mrgreen: 

Lesezeichen – Zeigt her Eure Lieblinge!

lesezeichenIch liebe Lesezeichen und habe eine ganze Nachttischschublade voll. Allerdings fällt mir immer wieder auf, dass in meinem aktuellen Buch dann doch ein schnöder Zettel, ein abgerissenes Stück Pappe, eine Rechnung, etc. steckt, dabei wäre zumindestens abends der Griff zur Nachttischschublade ja nicht sooo weit. Was mir aber nie ins Haus kommt, sind Eselsohren (anstatt Lesezeichen) oder ein Taschenbuch aufgeschlagen irgendwo hinlegen, wo sich dann ganz prächtig der Rücken durchdrückt (Knicke im Buchrücken… grusel). Ich möchte das Buch lesen und keine Origami-Kunststücke damit machen!

Ganz davon zu schweigen, dass ich einen Haufen Lesezeichenkalender habe, von denen noch kein Blatt abgerissen wurde und ich auch noch 2-3 verschweißte Lesezeichen gefunden habe, gibt es natürlich auch ein paar Lieblinge. Ich habe mir mal vier ganz besondere rausgesucht:

lesezeichen
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Das „Lesemuffelzeichen“ dürfte jetzt ca. 9 Jahre alt sein und stammt aus der kleinen Buchhandlung in Dortmund Hombruch, in der ich meine Ausbildung gemacht habe und die es leider seit ca. 8 Jahren nicht mehr gibt. Davon mal ganz abgesehen, dass ich das Lesezeichen immer noch zuckersüß finde (es war unser Lesezeichen für Kinder, für Erwachsene hatten wir ein schwarzes Lacklesezeichen), hängen eben auch Erinnerungen daran. Eine schöne Zeit war es!!

Das Scarlett-Lesezeichen ist mein absolutes Lieblingslesezeichen. Leider ist die Kordel ganz oben verschwunden, aber da das Lesezeichen wohl schon ca. 25 Jahre alt ist, macht es nichts. Ich bin ja ein erklärter „Vom Winde verweht“ und Vivien Leigh Fan und finde das Foto einfach wunderschön.

Das rote Gummiband-Lesezeichen ist schön dezent und edel und vor allen praktisch bei dicken Büchern, weil das Band die Seiten zusammenhält.

Last but not least, das wunderbarste Lesezeichen auf diesem Planeten, der von meinem Vater beschriebene kleine Pappstreifen. Dazu gibt es eine kleine Geschichte. Als Kinder haben mein Bruder und ich unsere Weihnachtswunschzettel immer auf die Fensterbank gelegt und wenn wir morgens aufgestanden sind, war der Zettel weg und dafür lag ein Stück Schokolade dort. Nun wollte ich als Kind immer ein Klavier haben. Ich habe in der Schule sehr gerne gesungen und habe in der Grundschule sogar mal die Hauptrolle in einem Weihnachtsstück gesungen. Mit Muttis Hochzeitskleid an, das mit goldenen Sternen beklebt war! :mrgreen: Eine ganz liebe Freundin der Familie hatte ein Klavier, auf dem ich immer rumgeklimpert habe ud sie hat mir sogar ein paar erste Kleinigkeiten beigebracht. Nun, meine Eltern haben vermutlich eingesehen, dass es nicht nur eine Phase war und haben meinen Wunsch dann ernst genommen.

Was mir als 7jähriges Mädchen nicht so bewusst war, dass ein Klavier ein bisschen teurer als die neueste Barbie ist. Also habe ich mir ganz naiv ein Klavier gewünscht, es auf den Wunschzettel geschrieben und diesen dann auf das Fensterbrett gelegt. Am nächsten Morgen lag dort dann dieses kleine Pappstück mit einer Nachricht vom Christkind, dass es sich mit dem Klavier bemühen würde, es aber nicht wisse, ob es das schaffen würde. Damals habe ich tatsächlich nicht gesehen, dass es die Schrift von meinem Vater war. Heute ist es einfach eine zauberhafte Erinnerung. Das Klavier steht übrigens in meinem Wohnzimmer!

Wenn Ihr mögt, postet doch in Euren Kommentaren Eure Lieblingslesezeichen. Ihr solltet bei den Kommentaren Bilder mit hochladen können.

Lindner, Lilly: Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

Lilly Lindner Was fehlt, wenn ich verschwunden bin Cover Verlag: Fischer
erschienen:
2015
Seiten:
400
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
9783733500931

Klappentext:

April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen? Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.

Rezension:

Ich entschuldige mich schon einmal vorab, für diese wahrscheinlich ausufernde Rezension, aber das liegt an Phoebe und an April und an Lilly, die mich so tief berührt haben und mir viele neue Worte für Dinge gezeigt haben, von denen ich dachte, es gäbe gar keine anderen Worte dafür.

Das Buch kann man auch für sich sehen, aber es ist durchaus hilfreich, sich vorher kurz mit der Autorin zu beschäftigen. Lilly Lindner veröffentliche 2011 mit Mitte 20 ihre Autobiographie „Splitterfasernackt“, in der sie davon erzählt, wie sie als Kind sexuell missbraucht wurde. Lindner wurde magersüchtig und verkaufte sich später als Prostituierte. Das Buch war ein großer Bestseller. Nicht nur wegen des grausamen Schicksals der Autorin, sondern besonders wegen ihres literarischen Talentes, auf das ich später noch eingehen werde. Ich habe ihr Buch damals nicht gelesen, weil ich normalerweise keine Erfahrungsbücher lese, von daher ging ich vollkommen unbedarft an ihr erstes Jugendbuch heran. Nur um gestern abend nach Beenden des Romans alle ihre bisherigen Bücher zu bestellen.

„Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“ ist keine leichte Lektüre. Das Thema ist traurig und es erschüttert einen um so mehr, weil Phoebe und April einem so nah sind, wie wirkliche Geschwister und weil Lilly Lindner eine Sprache hat, der man sich nicht entziehen kann. Eine Sprache, die einen lehrt, das Worte nicht einfach nur Worte sind, sondern das man sie neu verbinden kann. Immer wieder überraschen die Protagonisten mit Gedanken und Gefühlen, die noch nie jemand auf dieser Welt mit diesen Worten ausgesprochen hat und ich habe mich auf jeder Seite gefragt, wieso hat das noch nie jemand so ausgesprochen? Wieso denken nicht mehr Menschen so? Wieso findet Lilly Worte für meine Gedanken, obwohl sie sie gar nicht kennt?

Nach fünfzig Seiten habe ich aufgehört mir wunderschöne Sätze zu markieren, weil es eigentlich auf jeder Seite eine handvoll davon gab und mein Buch mittlerweile wie eine explodierte „Bibliothek der schönen Worte“ aussah.

„Ich glaube, es gibt bei Erwachsenen immer wieder Momente, in denen sie sich fragen, warum sie all die Dinge tun, die sie tun. Und dann überlegen sie ganz heftig, was sie stattdessen machen könnten. Sie kriegen Migräne. Sie nehmen Tabletten. Und am Ende machen sie dann doch das Gleiche, was sie auch schon vor dem Nachdenken getan haben. Aber wenn man vor dem Denken das Gleiche weiß wie nach dem Denken, dann ist man entweder nicht sehr klug, oder man hat unvollständig gedacht, oder in die falsche Richtung. Bei Frau Sener ist es besonders schlimm. Sie ist erst vierzig, aber sie sieht aus, als wäre sie schon neunundneunzig – das ist das Alter, das auf Brettspielen als obere Begrenzung angegeben ist. Danach ist man zu alt für Spiele, dann beginnt der Ernst des Leben.“ (S.55.)

Ich möchte vorweg nehmen, dass es in diesem Buch nicht wirklich um Magersucht geht. Die Magersucht ist ein Symptom und wird übrigens auch kaum beschrieben. Es geht viel mehr um die innere Welt von zwei Kindern, die so außergewöhnlich sind, dass ihre Eltern 24 Stunden am Tag mit ihnen überfordert sind. Es geht darum, wie Phoebe mit dem Schmerz umgeht, weil ihre Schwester monatelang fern von ihr in einem Krankenhaus lebt und um ihr Leben kämpft, während Phoebe keine Nachricht bekommt und ganz allein mit einem erstarrten Elternpaar leben muss. Es geht darum, wie April alleine mit ihren Gedanken und ihrem Schweigen in einem Krankenhausbett liegt und außer Worten, die sie für Phoebe in Briefen niederlegt, nichts mehr zu haben scheint, um diese Stille zu durchbrechen.

Ich mag eigentlich keine Briefromane, aber ich glaube ohne dieses Stilmittel hätte „Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“ nicht diese emotionale und literarische Wucht. Interessant ist so zudem, wie unterschiedlich die beiden Schwestern z.B. die Beziehung zu den Eltern sehen. Berührend ist es aber vor allen Dingen, wie sehr die beiden sich lieben und wie sehr sie einander brauchen. Die neunjährige Phoebe mag den meisten Leser wohl näher sein. Sie ist wie ein kleiner Kobold mit ihrem nie stillstehenden Plappermäulchen und den wie April es ausdrückt „butterkecksblonden“ Haaren. Sie trägt ihr Herz und ihren Verstand auf der Zunge und lässt sich nicht verbiegen, auch wenn ihre Eltern sie meistens nur fragend anschauen, weil sie mal wieder etwas gesagt hat, was neunjährige Kinder eigentlich nicht sagen. Tatsächlich sagt sie viele Dinge, die nicht mal Erwachsene sagen, weil diese sich längst an die gängige Norm angeglichen haben.

Ich habe das Buch in einer Leserunde bei lovelybooks gelesen und es gab dort auch einen Fragetag, wo die Autorin uns Rede und Anwort stand. Danach hatte das Buch für mich ehrlich gesagt noch eine andere Kraft als vorher, denn tatsächlich sind Phoebe und April wohl eins. Sie sind Lilly. Sie sind die beiden Wege, die Lilly Lindner hätte einschlagen können, wenn das Leben für sie anders gelaufen wäre. Sowohl im Positiven, als auch im Negativen.

Für mich ist der Roman allerdings auch ein Zeichen für ein besseres Miteinander. Mehr aufeinander achtgeben, mehr hinschauen, mehr hinhören, auch wenn eigentlich das Gegenüber gar nichts sagt. Ja, es ist wohl auch eiin Plädoyer andere Menschen so sein lassen zu dürfen, wie sie sind. Wenn ein Kind anders ist, dann ist es anders. Wenn es über die Maßen talentiert und intelligent ist, dann möchte es vielleicht nicht wie die anderen auf dem Spielplatz Ball spielen oder später Partys feiern. Deswegen sind diese Menschen nicht weniger normal, als die anderen.

Aber vielleicht gibt es ja auch gar keine hochbegabten Menschen, sondern nur ziemlich viele tiefbegabte.(S. 304).

Tatsächlich hat Lilly Lindner ein bisschen in mir das selbstbewusste Pflänzchen genährt. Ich bin vielleicht anders, aber wer hat mir eigentlich gesagt, dass ich nicht wunderbar bin? Ich glaube nicht viele Bücher können so berühren, vielleicht sogar etwas tief in einem selbst verändern. Ich bin 37 Jahre alt und ich habe sicherlich weit über tausend Bücher in meinem Leben gelesen, aber dies ist Stand heute mein absolutes Lieblingsbuch und Lilly Lindner ist für mich eine wahre Heldin. Eine Wort-Heldin!

Note: 1 (mit ganz vielen Extra-Sternchen)

Waiting on Wednesday – Melanie Raabe: Die Falle

Da ich in letzter Zeit eher in Sachen zeitgenössischer Literatur unterwegs war und auch meine letzten Ausflüge in die Krimiliteratur eher beschaulicher Natur waren, habe ich doch mal wieder Lust auf einen richtigen Psycho-Thriller. Bis auf ein zwei Lieblingsautoren wie Karin Slaughter und James Patterson, lese ich eigentlich kaum noch Thriller. Das Meiste ist doch austauschbarer Ami-Kram oder der nächste Hype aus dem Norden und ich gestehe, ich kann mit den Olsens und Larssons und Mankells dieser Welt nichts anfangen.

Also mal die Vorschauen weiter durchforstet und diesen Thriller einer mir bis dato unbekannten deutschen Autorin gefunden. Und es geht um eine Schrifstellerin und das reicht bei mir ja. Das ist wie mit diesem Pawlowschen Hund. Sobald man mit dem Glöckchen läutet, bzw. ein Buch über eine Buchhandlung/Autorin/etc. schreibt, fängt die Steffi an zu sabbern! :mrgreen: Also stelle ich Euch heute „Die Falle“ von Melanie Raabe aus dem btb Verlag vor. Es erscheint im März als Hardcover.

Melanie Raabe Die FalleDie bekannte Romanautorin Linda Conrads, 38, ist ihren Fans und der Presse ein Rätsel. Seit gut elf Jahren hat sie keinen Fuß mehr über die Schwelle ihrer Villa am Starnberger See gesetzt. Trotz ihrer Probleme ist Linda höchst erfolgreich. Dass sie darüber hinaus eine schreckliche Erinnerung aus der Vergangenheit quält, wissen nur wenige. Vor vielen Jahren hat Linda ihre jüngere Schwester Anna in einem Blutbad vorgefunden – und den Mörder flüchten sehen. Das Gesicht des Mörders verfolgt sie bis in ihre Träume. Deshalb ist es ein ungeheurer Schock für sie, als sie genau dieses Gesicht eines Tages über ihren Fernseher flimmern sieht. Grund genug für Linda, einen perfiden Plan zu schmieden – sie wird den vermeintlichen Mörder in eine Falle locken. Doch was ist damals in der Tatnacht tatsächlich passiert?