Hammesfahr, Petra: Die Mutter

Sprecher: Iris Berben
Verlag:
Heyne Hörbuch
erschienen:
2004
Ausgabe:
CD (4)
Laufzeit: ca. 296 Minuten
ISBN:
3453188896

Klappentext:

Vera Zardiss führt ein glückliches Leben. Sie wohnt mit ihrem Mann, ihren Eltern und ihren zwei Töchtern auf dem Land auf einem ehemaligen Bauernhof. Als die sechzehnjährige Tochter Rena verschwindet, gerät ihre heile Welt jäh ins Wanken. Verzweifelt geht sie jeder Spur nach, die zu ihrer Tochter führen könnte. Dabei entpuppen sich das scheinbare Familienidyll und die gemütliche Dorfgemeinschaft immer mehr als ein Abgrund gegenseitiger Abhängigkeiten, Schuldzuweisungen und Verstrickungen

Rezension:

Zum ersten Mal ein Hörbuch, das ich nicht aufgrund des Sprechers nicht ganz so toll gefunden habe, sondern wegen der Geschichte. Zu viele Namen, die durcheinander wuseln und einfach zwischendurch zu viel Langeweile, weil die Geschichte einfach nicht weitergeht. Ganz davon zu schweigen, das ich immer wieder dachte, Vera, warum wehrst du dich nicht gegen deinen bescheuerten Ehemann.

Dafür macht Iris Berben als Sprecherin einen wirklich guten Job. Sie hat ohnehin, wie ich finde, eine sehr angenehme Stimme, aber sie weiß zudem noch wunderbar zu betonen und ihrer Protagonistin Leben einzuhauchen. Ich hoffe, sie wird noch öfters bei Hörbuchproduktionen eingesetzt, die dann vielleicht eine bessere Vorlage haben.

Note: 3

Bauer, Angeline: Die Seifensiederin

Verlag: Aufbau
erschienen:
2006
Seiten:
414 Seiten
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3746622778

Klappentext:

Der gefährliche Duft von Paris. Ein packender Roman über Düfte, die Liebe und die Spiele der Macht. Frankreich im 17. Jahrhundert. Für manche ist die schöne Ambra eine Hexe, weil sie es versteht, betörend duftende Seifen zu sieden. Als man sie festnehmen will, verhilft ihr der junge Mathieu zur Flucht. In Paris will sie sich als Seifensiederin niederlassen. Bald schon erhält sie einen besonderen Auftrag. Eine Marquise will mit ihren Düften keinen Geringeren als den König verführen…

Rezension:

Dieser Roman hat mich auf der ganzen Linie enttäuscht. Eigentlich ist der Aufbau Verlag ein Garant für gute historische Romane aus deutschen Landen, aber mit „Die Seifensiederin“ hat man leider nur tief in die Klischeekiste gegriffen. Die Heldin ist wunderschön, mutig und rein, die Geschichte dafür leider um so langweiliger und insgesamt wirklich sehr lieblos erzählt. Ambra und Mathieus Liebe wird in wenigen Sätzen abgehandelt; nachvollziehbar ist sie ohnehin nicht, denn Mathieu kommt teilweise eher wie ein kleiner Junge daher. Das einzig Interessante sind die Szenen, in denen die Autorin das Seifesieden schildert. Das hätte die Autorin ruhig noch ausführlicher behandeln können (zumal der Roman relativ kurz ist). Schade um die verschenkte Geschichte, denn Angeline Bauer hat einen leichten Stil, der sich gut lesen lässt. Ansonsten hätte ich das Buch wahrscheinlich gar nicht zu Ende gelesen.

Note: 4

weitere Rezension:

von ClaudiC.

Von der Thematik her habe ich mich sehr auf diesen Roman gefreut, denn ich mag Bücher, die mittelalterliches Handwerk beschreiben. In diesem Roman ist die Titelheldin eine halb-arabische Schönheit mit „milchkaffee-farbener“ Haut und einem Talent, den wahren Duft eines Menschen herauszuriechen und so kann sie für jeden die passende Seife sieden. Als Nebenhandlung haben wir ihre Flucht quer durch Frankfreich bis nach Paris, die Liebesgeschichte mit Mathieu und die Kreuzungen ihres Weges mit verschiedenen Menschen – Adel wie einfaches Volk. So der Klappentext.
Leider musste ich aber feststellen, dass die Nebenhandlung einen Großteil des Romans einnimmt, um das Eigentliche, das Herstellen von Seife, geht es zunächst gar nicht, dann sehr wenig und erst im letzten Drittel wird der Beruf zur Haupterzählung im Roman. Dieser Teil ist dann auch wirklich gut. Auch die Verstrickungen mit dem französischen Königshof sind viel interessanter, als die Reise in die Hauptstadt. Allein dafür hat sich das Durchhalten schon gelohnt.
Angeline Bauer schreibt in einem schönen, leicht und schnell zu lesenden Stil. Allerdings hat sich das gewisse Flair, das sich sonst so häufig beim Lesen von historischen Romanen einstellt, hier nicht recht ausgebreitet. Dennoch war die Seifensiederin für mich ein amüsanter „kleiner“ Roman für zwischendurch und da er zum Ende hin immer besser wurde, kann ich eine noch recht gute Note verteilen.

Note: 3+

Thomas, Charlotte: Die Madonna von Murano

Verlag: Ehrenwirth
erschienen:
2007
Seiten:
414
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3431036996

Klappentext:

Venedig im Jahre 1475: Die Stadt feiert Karneval. In den verwinkelten Gassen der Serenissima versucht eine junge Frau verzweifelt ihren Verfolgern zu entkommen. Sie ist hochschwanger, und sie weiß, die drei maskierten Männer wollen ihren Tod. Die Häscher holen sie ein, doch bevor sie stirbt, bringt sie das Kind zur Welt … So beginnt das Leben von Sanchia, Ziehtochter des Glasmachers, die schon in ihrer frühen Jugend von der gefährlichen Vergangenheit ihrer Mutter eingeholt wird. Als sie Jahre später mit Lorenzo, dem wohlhabenden Spross eines Patriziers, eine verbotene Affäre beginnt, spitzen sich die Ereignisse auf dramatische Weise zu …

Rezension:

Wie immer bei den Ehrenwirth-Hardcovern bin ich begeistert von der Gestaltung des Buches, ein tolles Cover, Lesebändchen, feines, weiches Papier, Zeichnungen von Jan Balaz, Personenregister und ein Glossar und Nachwort der Autorin, da bin ich immer wieder mit zu begeistern. Da lohnt sich jeder Cent, den man für ein teures Hardcover ausgibt und ein Blick in mein Bücherregal dankt es mir!

Der Einstieg in das Buch fällt sehr leicht! Eine junge, hochschwangere Frau mit auffallend blonden Haaren wird auf den Straßen Venedigs verfolgt und tödlich verletzt. Ein Glasbläsermeister aus Murano und seine Gehilfen Vittorio und Pasquale versuchen der jungen Frau zu helfen, allerdings kann lediglich das Kind gerettet werden, die Mutter stirbt ihnen unter den Händen weg. Das kleine Mädchen wächst bei der Familie des Glasbläsers auf und findet dort ihre Heimat, der sie allerdings nach wenigen Jahren schon wieder durch den grausamen Mord an den Zieheltern entrissen wird.

Dieser Mord an den Zieheltern der kleinen Sanchia ist erst der Anfang vieler wüster Spekulationen meinerseits rund um Sanchias Vergangenheit bzw. ihrer Mutter und in alles scheint die Adelsfamilie Caloprini verstrickt zu sein. Nur wie, das erfährt der Leser erst auf den letzten Seiten ganz genau und hat mich vollkommen auf dem falschen Fuß erwischt. Ich hab wirklich mit allem gerechnet, aber nicht mit dieser Auflösung der Geschichte. Bis es soweit ist, stellt die Autorin einige Fallen und lockt den Leser auf die falschen Fährte, was die Geschichte zu einem wirklich sehr spannenden Roman werden lässt und mit dieser Art von Spannung hab ich weiß Gott nicht gerechnet. Ich hab gedacht, ich bekomme einen normalen historischen Roman, doch „Die Madonna von Murano“œ bietet wirklich viel mehr. Die Spannung des Buches ist gepaart mit zwei schönen Liebesgeschichten, tiefer Freundschaft und den Wirren in Italien gegen Ende des 15. Jahrhundert. Historische Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci oder auch Mitglieder der Familien Medici und Borgia sind geschickt in die Handlung eingewoben und der Leser erhält ein lebhaftes, farbenfrohes aber teilweise auch sehr düsteres Bild der damaligen Zeit.

Nicht nur die Geschichte selbst ist sehr abwechslungsreich, auch die Figuren gefallen mir äußerst gut. Wie heißt es so schön: „Der Herrgott hat einen großen Tiergarten“ und das trifft auf dieses Buch auch zu. Es sind so viele liebenswerte Figuren in die Geschichte verwickelt, dass einem der Abschied nach 1000 Seiten doch sehr schwer fällt. Sanchia, die weibliche Hauptfigur mag ich sehr gern, vor allem als Kind ist sie sehr knuffig in ihrer Wissbegierigkeit und auch später geht sie mutig ihren Weg, wobei sie nicht zur Super-Woman mutiert, sondern durchaus auch ihre Probleme hat und lernen muss, wie sie damit umgehen soll. Aber auch bei den Nebenfiguren sind sehr viele Sympathieträger zu finden, allerdings auch solche, die zu Sanchias Gegenspielern gehören und die man als Leser wirklich verabscheuen und hassen kann, aber solche Charaktere dürfen ja auch nicht fehlen. In diesem Buch hat jeder Charakter sein Päckchen zu tragen und seine eigene Geschichte und eigentlich ist das Buch viel zu dünn, um allen Figuren gerecht zu werden. Ob ich Sanchias Auserwählten so toll finden soll, weiß ich allerdings nicht wirklich, ich bin da eher für Pasquale zu begeistern, der das gesamte Buch über mein Liebling war.

Charlotte Thomas erzählt uns Sanchias Geschichte in einem wirklich schönen Stil, die Seiten blättern sich nahezu von alleine um, einzig die vielen italienischen Begriffe haben mich anfangs etwas irritiert, aber für die nicht italienisch-sprechende Bevölkerung gibt es ja einen Glossar am Ende des Buches und außerdem reißt einen die Geschichte dermaßen schnell in ihren Bann, dass die italienischen Begriffe irgendwann gar nicht mehr auffallen.

„Die Madonna von Murano“ ist ein wirklich wundervolles Buch und macht definitiv Lust auf mehr! Wie schön, dass das nächste Buch von Charlotte Thomas schon in Aussicht gestellt ist und wir bald wieder in Venedig „sein“ dürfen.

Note: 1

Jaeckel, Birgit: Die Druidin

Band 1 Druiden Serie

Verlag:
Knaur
erschienen:
2008
Seiten:
414
Ausgabe:
Hardcover
ISBN:
3426663171

Klappentext:

Süddeutschland, 120 v. Chr. Talia wächst als Ziehkind unter Druiden auf, wo sie die Heilkunst erlernt. Bald entdeckt sie, dass ihre Fähigkeiten viel weiter reichen: Sie kann die Seelen der Menschen sehen und sie vor Schrecklichem bewahren. Als der oberste Druide ihre Gabe entdeckt, gerät sie in höchste Gefahr. Rettung bietet ihr nur die Flucht in die Alte-Stadt. Dort regiert das Oberhaupt des vindelikischen Volks: der mächtige Caran, ihr leiblicher Vater. Doch wird er sie beschützen und sie in seine Sippe aufnehmen? Denn einst hatte er befohlen, sie nach ihrer Geburt töten zu lassen …

Rezension:

„Die Druidin“ ist als erster Roman von Birgit Jaeckel als Clubpremiere erschienen und spielt 120 Jahre v. Chr. im Süden Deutschland. Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen, auch wenn die Namen der Figuren und Orte zunächst etwas seltsam anmuten. Da ich mir aber direkt vor Lesestart mit Hilfe des Personenregisters am Ende des Buches einen kleinen Stammbaum gemalt habe, der die verwandtschaftlichen Beziehungen aufzeigt, konnte ich die Figuren sehr schnell zuordnen und das Buch liest sich wirklich flüssig an und vor allem die Seiten des ersten Teils blättern sich wie von alleine um. Im Hinblick auf das gesamte Buch hätte mir eine Karte sehr geholfen, die die verschiedenen Gebiete, Völker, Stämme und ihre Standorte aufgezeigt hätte, da ich mich im Altertum nicht gut auskenne und eigentlich immer nachvollziehen will, wer sich wo befindet bzw. wo wer hingehört. Ich persönlich habe der Autorin irgendwann nicht mehr folgen können, welcher Stamm jetzt wohin zieht und wer gegen wen kämpft. Da mich das Geschichtliche sehr interessiert, hätte ich es gerne, neben der fehlenden Karte, einfach auch besser und ausführlich erklärt und beschrieben bekommen, was damals in Süddeutschland mit den ganzen Stämmen und Völker wirklich los war.

Der Schreibstil der Autorin ist unkompliziert und einfach gehalten, wodurch sich das Buch sehr gut weglesen lässt, allerdings war mir die Sprache (manche Ausdrücke) etwas zu modern. Ich habe z.B. nicht wirklich nachvollziehen können, warum Flüsse und Ortschaften mit den alten Namen der damaligen Zeit benannt wurden, gleichzeitig aber von Italien als ganzem, der Grippe oder einer Trompete die Rede war. Irgendwie haben diese Begriffe nicht zum „Danuius“ oder „Altimoennis“ gepasst. Vielleicht auch auf Grund der teilweise modernen Begriffe fühlte ich mich nicht immer ins Altertum und in die Zeit vor Christus versetzt. Wenn die Druiden nicht aufgetaucht wären, dann hätten wir uns irgendwie schon fast im Mittelalter befinden können, der Unterschied wird erst mit dem Glauben, der Religion der Druiden/ Kelten deutlicher.

Positiv ist mir Birgit Jaeckels Umgang mit der keltischen/ druidischen Kultur und Religion aufgefallen. Auch der kleine „übersinnliche“ Touch mit Talias Gabe, Seelen sehen zu können, hat mich keineswegs gestört, zumal er auch wohl dosiert und nicht übertrieben dargestellt war. Grundsätzlich mag ich übersinnliche Aspekte in historischen Romanen nicht unbedingt, aber in einem Buch, das „Die Druidin“ heißt, musste ich wohl eh damit rechnen und für mich hat die Autorin das genau richtig dosiert eingesetzt und mit schönen Ideen für den Glauben der Menschen der damaligen Zeit geschmückt. Dennoch gab es auch im Hinblick auf den Glauben eine Szene, die mir zu lang geraten ist. Wenn die Autorin da gekürzt hätte, dafür aber Talias Entwicklung, wie sie und später auch Sumelis lernen mit ihrer Gabe umzugehen, etwas ausführlicher beschrieben hätte, hätte mir das Buch deutlich besser gefallen. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dass an den falschen Stellen gekürzt worden ist.

Die Figuren habe ich eigentlich gleich zu Beginn sehr lebendig empfunden, weil sie agieren, intrigieren und Pläne schmieden, auch wenn sie vielleicht teilweise ein wenig zu eindimensional sind. Sie sind entweder nur „böse“ oder nur „gut“, wobei ich die bösen Charaktere erstmal faszinierender finde. Vor allem Atharic war mir oftmals viel zu viel der strahlende Held, der die weibliche Hauptfigur zu oft aus brenzligen Situationen rettet. Grundsätzlich war er mir zu glatt, zu perfekt, ohne Ecken und Kanten. Talia, die weibliche Hauptfigur, mochte ich eigentlich recht gerne, allerdings ist sie mir fast ein wenig zu blass geblieben, vielleicht auch dadurch bedingt, dass in meinen Augen wichtige Phasen ihres Lebens zu kurz oder gar nicht beschrieben wurden. Ihr Vater Caran ist eigentlich der einzige, der so richtig aus der Masse raussticht, er ist nicht nur sympathisch und gut, manchmal agiert er auch auf eine Art und Weise, die mich echt wütend auf ihn machen. Er ist eindeutig mein Held des Buches!

Note: 2-

Barclay, Linwood: Ohne ein Wort

Originaltitel: No time for goodbye
Verlag:
Ullstein
erschienen:
2007
Seiten:
492
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3548267432
Übersetzung:
Nina Pallandt

Klappentext:

„Ich wollte, Ihr wärt tot!“ Das wünscht die 14-jährige Cynthia ihren Eltern. Als sie am nächsten Tag aufwacht, sind ihr Vater und ihre Mutter verschwunden. Auch ihr Bruder ist weg. Spurlos. Ohne ein Wort. Kein Hinweis, keine Nachricht bleiben für Cynthia zurück. Erst 25 Jahre später, als sie selbst eine Familie hat, tauchen geheimnisvolle Hinweise aus ihrer Vergangenheit auf. Mysteriös, gefährlich, tödlich – etwas Böses kehrt zurück.

Rezension:

Die erste deutsche Übersetzung des Autors Lynwood Barclay macht auf den ersten Blick alles richtig. Einprägsamer Titel in riesigen Lettern auf dem Cover, dazu ein vielversprechender Klappentext, Fernsehspots und viele gute Rezensionen. Dummerweise ist das alles meiner Meinung nach eine Mogelpackung.

Mir ist schleierhaft, wieso die halbe Welt diesen Thriller über den grünen Klee lobt. Die Geschichte ist weder besonders spannend, noch am Ende glaubwürdig. Leider kann ich hier auf das Ende des Romans nicht eingehen, doch die Lösung von Cynthias Problemen ist dermaßen an den Haaren herbeigezogen – so was haben nur die Amis drauf!

Cynthia selbst ist ein schwer zu mögender Charakter. Sicherlich muss sie ein kaum zu ertragendes Schicksal erleiden, doch sie bringt mit ihrer Panik und ihrem übertriebenen Beschützerinstinkt gegenüber ihrer Tochter die ganze Familie schier in den Wahnsinn. Wie ihr Ehemann das auf Dauer aushält, ist für mich unverständlichl.

Der Roman selbst ist aus der Sicht von Cynthias Ehemann Terry geschrieben. Leider bleibt dadurch der ganze Roman eher gefühlsarm. Cynthias Handlungen werden oft nicht schlüssig, da der Leser nicht in ihre Gefühlswelt eintauchen kann. Warum der Autor diese Art der Perspektive gewählt hat, wird schnell klar. Der Leser beginnt Cynthia zu verdächtigen. Hatte sie etwas mit dem Verschwinden ihrer Familie zu tun? Kann sie sich nicht mehr erinnern oder ist sie gar eine kaltblütige Mörderin? Hätte Cynthia ihre Geschichte selbst erzählt, wäre sie als Verdächtige für den Leser direkt weggefallen. So beobachtet man sie hingegen mit Argwohn.

Terry selbst scheint bei der Geburt eine besondere Portion Geduld mitbekommen zu haben, denn er lässt sich weder von Cynthia, noch von ihrer Familiengeschichte zu stark beunruhigen. Er arbeitet als Lehrer und ist der typische normale durchschnittliche Amerikaner und gerade deswegen wird der Roman später zusätzlich unrealistisch. Terry nimmt irgendwann die Sache selbst in die Hand, geht Spuren nach, die die ganzen letzten 25 Jahre schon da waren, denen aber die Polizei komischerweise nie nachgegangen ist. Plötzlich ist alles ganz einfach und obwohl Terry ein bisschen stoffelig durch das Geschehen stolpert, kann er schließlich das Geheimnis  um Cynthias Familie lüften.

Das Buch lässt sich eigentlich ganz gut lesen. Es ist sprachlich weder besonders gut, noch besonders schlecht. Doch gerade wenn man bereits einige Thriller gelesen hat, beginnt man sich von der momentanen Flut an Thriller-Einheitsbrei abgestoßen zu fühlen. Für den Gelegenheitsleser mag „Ohne ein Wort“ spannend sein und vielleicht überliest man dann auch wohlwollend einige Mängel. Für Vielleser, die auch deutlich bessere Krimikost gewohnt sind, ist dieser Bestseller jedoch überflüssig.

Note: 4