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Dunham, Lena: Not that kind of girl

Die junge Dame mag eine sehr gute Schauspielerin und brilliante Regisseurin sein. Darüber kann ich mir kein Urteil erlauben, weil ich ihre Serie „Girls“ nie gesehen habe, aber abseits des Bildschirmes ist sie keine gute Autorin. Ihr Buch ist voller seltsamer Anekdoten, bei denen ich mich frage, ob es irgendjemanden in ihrem Umfeld gibt (egal ob Familie, Freunde, Bekannte, etc.), der keinen Hau weg hat. Merkwürdige sexuelle Erfahrungen, Betrachtungen über Freunde und Geschwister und nach den ersten 40 Seiten blinken meterlang Fragezeichen vor meinem inneren Auge auf, denn ich weiß irgendwie überhaupt nicht, was die gute Frau mir mit all dem sagen will. Anscheinend sind amerikanische junge Frauen noch nicht so weit in Sachen Selbstbestimmung und Emanzipation, wie wir hier in Europa. Mir entlockt der ganze Schmu nur ein müdes Gähnen. Wäre ich ein Mann, würde ich bei einem Kaffee die kleine Amerikanerin mal fragen, ob sie an besonders heftigem PMS leidet.

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Zinßmeister, Deana: Der Pestreiter

„Der Pestreiter“ ist die Fortsetzung zu „Das Pestzeichen“, man kann aber auch beide Bücher problemlos einzeln lesen. Kleine Rückblenden sorgen dafür, dass der Leser alles Wesentliche erfährt. Natürlich lernt man gerade Urs und Susanna viel besser kennen und verstehen wenn man auch „Das Pestzeichen“ gelesen hat, aber es geht zur Not auch so. Der Erzählstil von Deana Zinßmeister ist leicht und flüssig zu lesen. Allerdings gliedert sie ihre Handlung in mehreren Erzählsträngen auf. Sie erzählt zum einen von Urs und von Susanna. Dann kommt der geheimnisvolle Pestreiter ins Spiel und auch der Vater von Urs spielt eine wichtige Rolle. Geschickt legt die Autoren Fährten und Spuren und verwirrt ihre Leser vielleicht auch wenig. So entsteht aber auch einiges an Spannung. Es ist eben nicht immer so wie es auf den ersten Blick scheint. Erst zum Schluss fügt sich alles zusammen und lässt ein Gesamtbild entstehen. Scheinbar nebenbei gewährt die Autorin einige Einblicke in das historische Geschehen in und um Trier des 17. Jahrhundert. Allen voran Karl Kaspar von der Leyen, Kurfürst und Erzbischof zu Kurtrier. Er gibt hier den Ton an und scheint die Fäden in der Hand zu halten. Aber ist das auch wirklich so? Und was hat die Gemeinschaft der Juden mit den Vorfällen zu tun? Alles Fragen die sich der Leser schnell stellt und die auch beantwortet werden, aber eben nicht sofort.

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Bienert, Thomas: Das Vermächtnis der Landgrafen

„Das Vermächtnis des Landgrafen“ ist ein historischer Roman, der sich mit der Erbfolge Thüringens befasst. Er erzählt von den Verwicklungen der Mächtigen und Reichen, von ihren Intrigen und ihren Willen ihr Ziel durchzusetzen. Egal zu welchem Preis. Mit dem Protagonisten Dietmar Hellgreve lernt der Leser die Seite der Kaufleute kennen. Er erlebt mit wie sie diese Angriffe überstanden und damit lebten. Eindrucksvoll schildert Bienert die Einzelheiten dieser Fehde. Geschickt hat er dabei historisch belegte Personen mit fiktiven Protagonisten gemischt. Es entstand ein glaubwürdiges Bild dieser Zeit. Die Charaktere hat der Autor gut ausgearbeitet. Man nimmt ihnen ihre Rollen ab. Zum Beispiel Hellgreve der sich um seine Familie sorgt und dabei selbst zum Held wird. Oder Rudolf von Vargula, ein historisch belegter Ritter, der an seiner Seite kämpft und viele mehr die lebhaft geschildert werden. Es macht Spaß sie ein Stück weit ihres Weges zu begleiten und so ganz nebenbei auch noch ein bisschen was über die Zeit im 13. Jahrhundert in Thüringen zu erfahren.

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Robathan, Magali: Die Frau von Shearwater Island

Eigentlich war alles angerichtet für einen richtig schönen Schmöker. Eine einsame raue Insel, ein kleines Grüppchen Inselbewohner, alte Geheimnisse und Intrigen und ein Außenstehender, der in diese Welt hineinbricht und das Herz der Protagonistin stiehlt. Blöd nur, wenn das Ganz so vorhersehbar ist, wie der Schlaf nach einem Beruhigungstee.

Patrick war mir von der ersten Sekunde an unsympathisch und im Verlaufe des Buches ist er so offensichtlich eine falsche Schlange, das ich mich ernsthaft frage, wie Alice so doof sein kann und ihm immer wieder vertraut. Er ist absolut selbstgerecht. Immer dreht sich alles nur um seine Befindlichkeiten, um seine gescheiterte Ehe und um seine Verfehlungen. Dabei möchte er von Alice nur hören, wie toll er doch eigentlich ist und die, ganz die treudoofe kleine graue Maus, erfüllt ihm natürlich diesen Wunsch. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich im letzten Drittel über diese Figurenkonstellation aufgeregt habe. Hätte Patricks fehlerhafter Charakter nicht etwas subtiler präsentiert werden können? In einem Krimi läuft der Mörder ja auch nicht rum und schüttelt einem mit einem fröhlichen „Guten Tach, ich bin der Gärtner und habe ihre Großmutter gerade unter den Rosen beerdigt. Soll ich Scotland Yard anrufen oder machen sie das?“ die Hände.

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Vanek, Tereza: Im Dienst der Gräfin

Tereza Vanek beginnt ihre Geschichte mit der fiktiven Emilia. Das Mädchen ist eine Waise und versucht ihr Leben zu meistern. Die Höhen und Tiefen die sie dabei meistern muss werden ausführlich geschildert. Sie tritt in den Dienst der Gräfin Elisabeth Bathory. Die Gräfin ist eine historisch bekannte Frau aus dem Hochadel Ungarns des 17.Jahrhunderts. In die Geschichtsschreibung ist sie als die Blutgräfin eingegangen. In ihrem Umfeld hat es immer wieder Todesfälle mit jungen Frauen gegeben. Auch Emilia wird damit hinein verstrickt. Die Autorin hat hier geschickt historische Fakten mit einer fiktiven Geschichte verknüpft. Es ist so ein sehr lebhaftes Bild dieser Zeit entstanden. In ihrem Nachwort erklärt Frau Vanek, dass es leider nicht sehr viele glaubwürdige Aufzeichnungen zu der Gräfin gibt, aber so wie die Geschichte hier erzählt wird, könnte sie durch aus gewesen sein. Sie ist packend erzählt und einmal begonnen fällt es überhaupt schwer wieder aufzuhalten.

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